nachdem ich mir nun wochenlang das geschrei unserer Nachbarn mit ihren Kindern angehört hab, hab ich heute meine Nachbarin angesprochen, bevor ich platze
Also es ist so, die haben 3 kleine Kinder (7 und 4 Jahre und 6 Monate)und es wird sehr viel mit den Kindern geschrien insbesondere schreit die jümgste Tochter sehr viel für ihr alter. Und mir ist aufgefallen, das die nicht getröstet wird oder so, sondern das die Eltern - meist der Vater - immer mitschreien. Nun hab ich selber 2 Kinder und daher weiss ich, das sich die eigene Gemütslage leicht auch auf die Kinder überträgt. Nun hab ich der Frau heute versucht klarzumachen wie das für Aussenstehende aussieht (zumal ich nicht die einzigste bin der das aufgefallen ist) und ihr meine Hilfe angeboten. Natürlich war die nicht angetan von meiner Einmischung und hat mir die Tür vor der Nase zugemacht. Sie füllte sich in ihrer Person angegriffen - was ich in dem Sinne nachvollziehen kann - da ich glaube das sie sehr wohl weiss, das sie etwas überfordert ist. Ihr Mann ist ihr keine Hilfe, sondern mit seinem IQ ehern eine Last - sie war wohl auch schon mehrfach mit ihm beim Psychologen deswegen. Mir tun die Kinder einfach nur leid, die auch nachts bei grässlichen Ohrenschmerzen nicht getröstet sondern angeschrien werden. Wie kann ich der Frau klarmachen, das ich sie nicht angreifen will, sondern ihr meine Hilfe angeboten habe? Soll ich sie fragen, ob ich die Hausreinigung für sie machen soll, oder ob ich ihr was beim Einkaufen besorgen soll???
Habt ihr schon mal so was erlebt und wie hilft man solchen leuten am besten? Vor allem, wie macht man solchen leuten klar an ihrer Situation den Kindern zuliebe etwas zu ändern???
Liebe Grüße
Annett
Hi, ich kann Dir zwar überhaupt keinen Rat dazu geben, aber ich find das ganz toll von Dir, daß Du hier eine Lösung suchst. Hm, kannst die Frau vielleicht mal zu einem Kaffee bei Dir einladen? Gruß
ich schliess mich Antares an, finds prima, das es noch aufmerksame Nachbarn/Mitmenschen gibt!
Wie alt sind denn deine Kinder?
Kannst du vielleicht über die Kinder an die Mutter rankommen?
Lad sie auf einen Kaffee ein und rede mit ihr über Gott und die Welt.
Wie es sich anhört, ist die „Arme“ nicht viel unter Menschen und freut sich vielleicht auf eine nette Ablenkung von zuhaus!
Alleine ihr Verhalten sagt schon aus, das sie selber sieht, das es so nicht weitergeht. So seh ich es.
Tut natürlich weh, wenn jemand ganz Fremdes einem Tipps zur Erziehung gibt, auch wenn nett gemeint.
Wenn deine Kinder im selben Alter sind klappt es sicherlich mit einer Verabredung, vielleicht als Geburtstagseinladung etc.
Viel Erfolg!!!
MAnu
Mir ist noch was eingefallen: Einen netten Brief vielleicht? Ich denk, das ist immer einfacher als ein Gespräch, kann Dich nämlich niemand unterbrechen. Viel Glück!
was du vorhast ist im endeffekt keine einmischung, sondern ein hilfsangebot. so wie sich das anhört ist die mutter extrem gestreßt, und es hilft ihr sicher wenn du ihr z.b. anbietest eines der kinder mal für eine weile zu nehmen, zum spielen mit deinen kindern. natürlich sollte man solche angebote dann nicht mit „ich habe gehört das ihre kinder immer so viel schreien und sie das gar nicht schaffen deswegen habe ich gedacht …“ anfangen, aber eben ein brief oder sogar ein einfaches verbales angebot ohne eine antwort zu verlangen im sinne von „Ich wollt nur noch anbieten, wenn sie das möchten, klingeln sie ruhig bei mir und wir machen was aus das ihre Große mal zu uns kommt und mit meinen spielen kann.“ und das dann aber auch wenn es grade nicht hoch hergeht bei deinen nachbarn. und dann lockerbleiben und auch mal zwei wochen warten. das ist sicher eine überwindung für manche leute.
Du könntest versuchen, ihr von deinen Erfahrungen mit deinen Kindern berichten und davon, wie du damit umgehst, wenn ein Kind zum Beispiel so viel schreit. Eine Freundin von mir ist so ähnlich veranlagt, und bei der klappt das ganz gut. Die Idee mit der Einladung finde ich auch sehr gut. Oder ihr unternehmt mal was zusammen (gemeinsamer Spielplatzbesuch, es wird ja gerade Frühling) oder irgendwelche öffentlichen Veranstaltungen, Sommertagszug, Osterfeiern oder Ostereiersuchen (das gibt es doch meist irgendwo für Kinder), wo du sie fragst, ob sie mit dir zusammen hingehen möchte. Du musst ihr nur signalisieren, dass du sie verstehst, vielleicht indem du sagst, dass es dir auch schon mal so geht, dass du am liebsten nur noch schreien würdest, und ihr dann erzählst, was du tust, um genau das zu unterlassen oder wie du mit solchen Situationen umgehst.
Gruß, die Elbin
PS: Ich finde es sehr mutig von dir, dass du dich einfach so an deine Nachbarin rangewagt hast und sie darauf angesprochen hast.
so leid es mit tut, aber du hast vermutlich keine Chance ihr zu helfen. Sie muss professionelle Hilfe bekommen. Die beste Chance ist immer noch das Jugendamt. Das Amt wird immer als „schlimm“ dargestellt, aber sie haben entsprechende Fachleute bzw. können an Institutionen verweisen, die diese Eltern unterstützen können. Du kannst dort anrufen, dein Anruf wird anonym behandelt, wobei die Frau sich sicher denkt, dass du es warst, aber das macht letztendlich nichts.
Wenn du versuchst ihr zu helfen, leidest du vermutlich am Ende am meisten. Selbst wenn du an sie heran kommst, wird sie deinen Rat kaum annehmen, denn sie ist in einer Situtation, aus der sie nur durch Fachleute wieder heraus kommt.
Ich kann das mit solcher Sicherheit sagen, weil ich bereits mehrmals versucht habe Leuten in ähnlichen Situationen zu helfen, was immer im Gefühlsfiasko für mich endete.
Und weil ich selbst schon einmal Rat bei der Familienberatungsstelle gesucht und auch bekommen habe.
Einmischung in fremde Erziehung
Also ich möchte hier noch folgendes ergänzen:
Es handelt sich um eine Russlanddeutsche Familie mit einer riesengroßen Verwandtschaftsmenge - Eltern, Tanten, Onkels, Geschwister, Großeltern usw also eigentlich wäre genug Familieninterne Hilfe vorhanden, was mir die Nachbarin auch als „ausrede“ für die Ablehnung meiner Hilfe gesagt hat. Sie sei nicht überfordert und habe ja auch genug Verwandschaft die Ihr helfen würde. Nur sehe ich diese Verwandschaftshilfe nicht - keiner geht für die Einkaufen oder nimmt deren Kinder mit in den Kiga - die 2 älteren Kinder gehen nach der Schule oder Kiga nach draussen mit den anderen „Russen“-Kindern spielen - ich sag das jetzt mal so, da die alle unter sich bleiben und kaum mit den deutschen Kindern spielen - also komm ich da auch über die Kinder nicht ran, da die Kinder ( so insgesamt hier 20 St.) meist gegenseitig auf sich aufpassen. Außerdem gehen hier unsere Erzeihungsvorstellungen weit auseinander - meine Kinder z.B. müssen spätestens um 8 Uhr ins Bett, deren spielen noch um 9 Uhr abends draussen. Aber das ist deren Sache, da wird sie keiner Bekehren, das die es alle so machen. Ich wollte ja nur, das sie darüber nachdenkt, wie sie mit den Kindern umgehen und warum die Kleine ständig schreit - es wäre ja schliesslich für deren ganze Familie eine Erleichterung wenn das Geschrei auf ein normales mas runterfahren würde. Nachdem sie sich jetzt nun von mir so angegriffen füllt - ich denke auch weil sie weiss das etwas verkehrt läuft - wird sie auch nicht mehr bei mir zum Kaffee kommen.
Ich denke ich werd sie beim nächsten mal einfach fragen, ob ich ihr beim Einkaufen was mitbringen kann, dann wird sie vielleicht merken, das ich es nicht böse gemeint hab.
Danke für eure Antworten. Ich hab jetzt etwas Abstand und bin nicht mehr ganz so emotional damit belastet.
ich hoffe du schaust noch mal vorbei um diesen Artikel zu lesen. Nicht das ich ihn für überdurchschnittlich hilfreich halte aber ich kann dein Problem gut nachvollziehen da auch unsere Nachbar eine etwas andere „Vorgehensweise“ haben als wir.
Um es vorweg zu sagen, ich glaube schon das du dich einmischt aber das ist auch gut so. Ich stehe zwar auf dem Standpunkt, dass die Erziehung die Angelegenheit der Eltern ist aber wie es sich jetzt wieder in Hamburg gezeigt hat, viele Nachbarn einfach zuviel wegschauen. Wenn ich deine Zeilen richtig interpretiere dann machst du dir selbst nicht all zu grosse Hoffnungen Gehör zu finden bzw. über einen freundschaftlichen Draht deine Bedenken anzubringen. Ob es jetzt an den unterschiedlichen Kulturen liegt oder an der Bereitschaft deiner Nachbarn sich mit anderen darüber zu unterhalten sei mal dahin gestellt.
Wichtig finde ich das du deine Nachbar auch weiterhin darauf aufmerksam machst, dass du es mitbekommst, das es dir nicht egal ist und das es nicht richtig ist. Selbstverständlich kannst du auch weiterhin deine Hilfe anbieten aber sie sollten schon merken das sie nicht tun und lassen können was sie wollen ohne das andere es mitbekommen.
Mag sein das man sich so keine Freunde macht und es mag auch sein das man am Jugendamt nicht vorbei kommt aber nichts ist schlimmer als nur einmal etwas versucht zu haben und dann den für immer und ewig wegzuschauen.
Wenn unser Nachbar zum Beispiel jetzt mit seinen Kindern schimpft (sehr laut und wohl auch hin und wieder mit Schlägen) gehe ich z.B. schnell auf den Balkon und tue so als würde ich meine Frau rufen. Das mache ich so laut, so nach dem Motto „Schatz komm mal schnell und schau dir das mal an“ das unsere Nachbar es mitbekommen… und schon ist nebenan Ruhe. Ich habe auch schon mal mit unserer Wohnungstür geknallt so das unsere Nachbar es mitbekommen habe aber dann erschrecken sich unsere Kinder so sehr das ich von diesem Trick ab bin.