Einordnung von klass. und operanter Konditi

Hallo zusammen.

ich schreibe momentan eine Arbeit, die unter anderem von klassischer Konditionierung, operanter Konditionierug und Trial und Error nach Thorndike handelt.

Ich habe diese versucht in „Formen des Lernens“ oder „Prinzipien“ zu kategorisieren. Allerdings bin ich mir bei manchen Punkten sehr unsicher und finde sich widersprechende Informationen.

„Reiz-Reaktions-Lernen“: beinhaltet das nur die klassische Konditionierung oder alle drei genannten Lerntheorien?

Sind instrumentelles Lernen und operante Konditionierung das gleiche? oder meint instrumentelles Lernen nur Trial and Eror?

Soweit ich weiß, erfolgt die klassische Kondtionierung nach dem Prinzip des Assoziotionslernens (zwischen zwei Reizen). Nach welchem Prinzip verläuft die operante Konditionierung? Auch Assoziationslernen, nur zwischen Verhalten und Konsequenz?

Oh weh ich hoffe, ihr wisst in meinem Wirrwaar überhaupt, was ich meine :smile:
Danke fürs Durchlesen und schönen abend Euch.

Liebe Grüße

bella111213

Hallo Isabell!

Ich habe nächste Woche Prüfung zur Klassischen und Operanten Konditionierung, also mal schauen, was ich schon alles gelernt hab. :wink:
Zu diesem „trial and error“ weiß ich nichts, das vorweg.

„Reiz-Reaktions-Lernen“: beinhaltet das nur die klassische
Konditionierung oder alle drei genannten Lerntheorien?

Meiner Meinung nach ist Reiz-Reaktions-Lernen nur bei klassischer Konditionierung, bei der operanten wirde ja eben nicht mehr reflexartiges Verhalten auf einen Reiz hin, sondern spontanes Verhalten untersucht.

Sind instrumentelles Lernen und operante Konditionierung das
gleiche? oder meint instrumentelles Lernen nur Trial and Eror?

Ich hab instrumentelles Lernen und operante Konditionierung schon synonym verwendet gehört, allerdings kenn ich mich mit Trial & Error nicht aus, deswegen unter Vorbehalt.

Soweit ich weiß, erfolgt die klassische Kondtionierung nach
dem Prinzip des Assoziotionslernens (zwischen zwei Reizen).
Nach welchem Prinzip verläuft die operante Konditionierung?
Auch Assoziationslernen, nur zwischen Verhalten und
Konsequenz?

Bei der KK gibt es wohl Belege sowohl für eine S-S-Assoziation (also zwischen CS und US) als auch für S-R-Assoziatonen (also zwischen CS und CR), erstere überwiegen aber.
Die Frage, ob es hier um Assoziationen zwischen Verhalten und Konsequenz geht, find ich echt interessant, ich weiß es leider nicht. Es geht hier ja um Erfahrungen und das Gesetz des Effekts nach Thorndike, also im Prinzip lernt der Mensch/das Tier, wenn ich dieses bestimmte Verhalten zeige, hat das diese bestimmten Auswirkungen. Irgendwie finde ich es einleuchtend, da auch eine Assoziation anzunehmen, ob das aber so ist, kann ich dir leider nicht sagen.

Hoffe, ich konnte dir wenigstens etwas weiterhelfen! :smile:

Schönen Abend noch,
Thorid

hallo thorid, danke für deine antwort :smile:

Meiner Meinung nach ist Reiz-Reaktions-Lernen nur bei
klassischer Konditionierung, bei der operanten wirde ja eben
nicht mehr reflexartiges Verhalten auf einen Reiz hin, sondern
spontanes Verhalten untersucht.

von der logik her, würde ich auch nur die klass. K. dem reiz-reaktions-lernen zu ordnen. allerdings heißt es ja nicht reiz-reflex-lernen! eine konsequenz kann ja auch ein reiz sein? nur eben ein dem verhalten nachgestellter reiz.

Bei der KK gibt es wohl Belege sowohl für eine S-S-Assoziation
(also zwischen CS und US) als auch für S-R-Assoziatonen (also
zwischen CS und CR), erstere überwiegen aber.

ohweh, das mit der s-r-assoziation war mir neu! noch mehr verwirrung :stuck_out_tongue: am besten werde ichs in meinem bericht ignorieren :wink:

naja ich schau mal, ich hab meinen bericht soweit fertig, nur so lange mir diese einordnungen nicht klar sind, kann ich ihn nicht abschließen.

mich wundert etwas, dass dir thorndike mit seinem trial and error/versch udn irrtum nichts sagt. das wurde mir zusammen mit dem konditionieren immer eingebläut und gehörte dazu wie das amen in der kirche. vielleicht schaust du es dir mal an und kannst dann in deiner prüfung protzen :wink:

auf jeden fall danke für deinen beitrag und viel erfolg für deine prüfung!
liebe grüße
isabell

Hallo,

„Reiz-Reaktions-Lernen“: beinhaltet das nur die klassische
Konditionierung oder alle drei genannten Lerntheorien?

Klassischer Weise versteht man darunter ausschließlich das klassische K. :wink:

Sind instrumentelles Lernen und operante Konditionierung das
gleiche? oder meint instrumentelles Lernen nur Trial and Eror?

Dörner/Selg bezeichnen instrumentelles K. und Lernen am Erfolg als synonyme Verwendung für operantes K., Zimbardo sagt ähnliches, verweist aber darauf, dass eine Gleichsetzung beider Begriffe schlussendlich und ganz genau genommen eigentlich nicht korrekt sei.
Skinner behauptet nämlich, dass das gelernte Verhalten nicht zwingend instrumentell zur Erreichung einer bestimmten Belohnung sei. Skinner beschränkt sich auf die Position: Verhalten wirkt sich auf die Umwelt aus; verändert sich diese aufgrund des Verhaltens, so ändert sich auch das Verhalten. Mehr nicht!
Thorndike dagegen geht es um die 3 Problembereiche:

  • Motivation (zB Hunger als Bedürfnis)
  • Aktivität (trial & error)
  • Konsequenz zB Befriedigung des Hungers
    also die Aktivität als Instrument zur Befriedungung eines Bedürfnisses.

Wie gesagt: es wird aber idR Synonym verwandt.

Soweit ich weiß, erfolgt die klassische Kondtionierung nach
dem Prinzip des Assoziotionslernens (zwischen zwei Reizen).
Nach welchem Prinzip verläuft die operante Konditionierung?
Auch Assoziationslernen, nur zwischen Verhalten und
Konsequenz?

Laut Zimbardo stützt sich klassische Konditionierung eher auf Assoziation, instrumentelle Konditionierung mehr auf den adaptiven Hedonismus (wir tun etwas zum Lustgewinn oder zur Vermeidung von Schmerzen). (Hier sind Ansätze aus der Philosophie zu erkennen)
Dennoch geht auch Thorndike davon aus, dass bei instrumentellen Lernen assoziiert wird, nämlich zwischen gezeigtem Verhalten und erfahrener Belohnung …

Gruß
Wawi

Hallo Wawi,
ich danke Dir! Damit hast du alle meine Fragen beantwortet und mich riesig weitergebracht!
Nun steht dem Abschluss meiner Arbeit nichts mehr im Wege :smile:
Danke danke danke :smile:

Liebe Grüße
Isabell

Hallo,

schön dass es geholfen hat :smile:
Für wen oder was schreibst du denn eine Arbeit wenn ich fragen darf?

Literaturempfehlungen:
Wenns etwas einfacher und sehr verständlich sein soll: von Hobmair „Pädagogik“ und „Psychologie“

Als DAS wissenschaftliche (allgemine) psychologische Standardwerk kann ich den Zimbardo/Gerrig nur empfehlen! Titel: einfach nur „Psychologie“ :smile:

Ergänzend evtl. Selg/Dörner „Psychologie“ oder das Nachfolgewerk von Selg/Lautenbacher „Psychologie“.

Alte Auflagen bekommt man idR günstiger :smile:

Gruß
Wawi

Hallo!

„Reiz-Reaktions-Lernen“: beinhaltet das nur die klassische
Konditionierung oder alle drei genannten Lerntheorien?

Das hängt ganz stark davon ab, was man jeweils darunter versteht (s.u.). Es wird jede als eine S-R-Theorie bezeichnet.

Es ist m. E. nach sinnvoll, die Theorien nach Ihren Vätern zu sortieren:

  1. Thorndike: „Law of effect“ (1913), Versuch-und-Irrtum führt zum „Einstanzen von Reiz-Reaktions-Verbindungen“ -> instrumentelles Lernen ; Thorndike formulierte 3 Hauptgesetze und 5 Nebengesetze in seiner Lerntheorie (eine S-R-Theorie).

  2. Pawlow, Watson: Klassische Konditionierung (eine andere S-R-Theorie)

  3. Skinner: Operante Konditionierung (eine weitere S-R-Theorie), er unterscheidet nach Typ-S-Konditionierung (Klassische Konditionierung, KK) und Typ-R-Konditionierung (Operante Konditionierung, OK). In der KK zeigt der Organismus eine Reaktion auf die Umwelt (Reiz-Reaktion), bei der OK wirkt der Organismus auf die Umwelt ein (Reiz-Reaktion-Verstärker). Skinner distanziert sich jedoch von den bisherigen S-R-Theorien, er selbst bezeichnet seine Theorie als „Stimulus Control“-Theorie im Gegensatz zu S-R-Theorien.

Sind instrumentelles Lernen und operante Konditionierung das
gleiche? oder meint instrumentelles Lernen nur Trial and Eror?

Historisch ist Skinner mit seiner Veröffentlichung 1938 „The Behavior of Organisms“ der „Erfinder“ des operanten Konditionierens.

Thorndike lässt sich inhaltlich mit seinem instrumentellen Lernen da ganz gut einsortieren (nachträglich). Seine Hauptthese ist, dass menschliches Lernen auf Versuch-und-Irrtum beruht. Im Prinzip sind es aber zwei unterschiedliche Paar Schuhe, historisch gesehen ohnehin.

Bei Wikipedia z.B. und sogar vielfach in der Literatur ist es auch falsch beschrieben.

Lieben Gruß
Patrick