Einparken und die Laenge des Ringfingers

Hallo,

vor ein paar Tagen habe ich irgendwo Kurioses gelesen. Da hiess es, amerikanische Wissenschaftler haetten herausgefunden, dass nur Frauen, deren Ringfinger laenger ist, als der Zeigefinger, so gut einparken koennen wie Maenner (deren Rinfinger immer laenger ist als der Zeigefinger).
Und ich habe immer gedacht, ich koenne deshalb so gut einparken, weil ich, seit ich ein eigenes Auto besitze in Staedten gelebt habe, wo die Parksituation derart katastrophal ist, dass man einfach in die kleinsten Parkluecken reinkommen muss - weil man sonst mehrerer Stunden lang in seinem Viertel im Kreis faehrt, um dann kilometerweit nach Hause zu laufen. Ich dachte immer, das Koennen kaeme eben mit der Uebung und dem Zwang, es eben koennen zu muessen.
Also - ja, ich kann gut einparken, ich bekomme mein Auto in einem Zug in Parkluecken rein, die nur wenige Zentimeter laenger sind, als mein Auto, und ich habe in den letzten 14 Jahren, seit ich autofahre, noch niemals beim Einparken irgendetwas kaputt gemacht. Und mein Ringfinger ist in der Tat deutlich laenger als mein Zeigefinger. Und ich bin kein Mann, sollte ich vielleicht noch dazusagen.
Was ist da dran? Bestaetige ich ein absurdes und mir selbst zusammenhangslos erscheinendes Phaenomen, gibt es hier noch andere, die das bestaetigen koennen? Gibt es Ausnahmen von der Regel? Und vor allem: Gibt es dafuer eine Erklaerung?

Schoenen Gruss, Gnlwth

Huhu!

[…] Maenner
(deren Rinfinger immer laenger ist als der Zeigefinger) […]

*heul* Meine Ringfinger sind aber gar nicht länger als meine Zeigefinger! *MehrHeul* Ich bin nicht männlich! *MichInTränenAuflös*

Aber als ich das letzt mal nachgeschaut habe WAR ich noch männlich!
*Wäääähh*

*NachGrabbel*
Ah, alles noch da!
Ich bin also DOCH männlich.
Und meine Ringfinger haben gar nix damit zu tun!

Ne, mal im Ernst: Halte ich für Schwachsinn.
Ich glaube nicht daran, das die Fingerlänge was mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen zu tun hat - es könnte natürlich einen Zusammenhang geben, aber es gibt auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, das mein Laptop anfängt zu schweben.

Hat bei dir wohl eher was mit Übung, und Umsicht zu tun, als mit der Länge deiner Ringfinger.

Grüßlis!
Scrabz aka Philipp (aka Drache)

als der Zeigefinger, so gut einparken koennen wie Maenner
(deren Rinfinger immer laenger ist als der Zeigefinger).

He Gnlwth,
das scheint mir eine sehr fragwürdigen Theorie zu sein. Meine Zeigefinger sind beide länger als meine Ringfinger. Auch bei den Zehen ist die zweite länger als die vierte. Dennoch bin ich nachweislich ein Mann. Und ordentlich rückwärts einparken kann ich auch nicht.
Grüße
Eckard

Hallo,

wahrscheinlich ist das nur eine Korrelation zwischen zwei Variablen, die nicht kausal miteinander zusammenhängen.

Grüße,

O. Walter

Hi zusammen,

ich habe mal eine BBC-Dokumentation gesehen, in der ein Wissenschaftler (Biologe, Mediziner o.ä.) folgende Theorie formuliert hat (alles grob aus der Erinnerung erzählt, also keine Garantie auf vollständige und im Detail korrekte Wiedergabe):

  1. Der Testosteron-Spiegel - insbesondere in der pränatalen Phase - ist entscheidend für die individuelle Entwicklung.

  2. Testosteron beeinflusst positiv: räumliches Wahrnehmen und Denken, Antrieb, Aggressivität, Athletik

  3. Testosteron beeinflusst auch die Entwicklung der Extremitäten, das Verhältnis Zeigefinger zu Ringfinger ist ein zuverlässiger Indikator. Darüber lässt sich also die Gesamtveranlagung bzgl. der unter 2) genannten Eigenschaften bestimmen, viel besserer als über den gerade aktuellen Testosteron-Spiegel.

Insbesondere ist für die Sportart Fußball ein hoher Testosteron-Spiegel von Vorteil, beim Fußball braucht man: Athletik, Aggressivität, gutes räumliches Gefühl - wo steht der Mitspieler, wie spiele ich die Flanke…

Um diese Tragfähigkeit dieser Theorie zu demonstrieren durfte dieser Wissenschaftler die Hände von 40 ca. gleichaltrigen jungen Männern vermessen, und anhand dieser Daten die 5 Männer bestimmen, die von der Veranlagung die besten Fußballer sein müssten. Das hat erstaunlich gut geklappt (ich hab’s nicht mehr genau in Erinnerung, ich glaube unter den 40 Männern waren 6 Profifußballer und 3 oder 4 davon hat er erwischt).

Nun hat Einparken auch sehr viel mit räumlichen Denken zu tun, also: Frauen haben generell weniger Testosteron abgekriegt als die Männer, haben also generell Schwierigkeiten mit dem Einparken (qed. :wink:, die individuelle Begabung lässt sich an den Fingern „abzählen“: Ringfinger länger als Zeigefinger: Einparken gut!

Ich selbst habe diesbzgl. noch keine Untersuchungen angestellt, aber die Stichprobe in diesem Forum scheint die Theorie zu stützen :wink:)

Gnlwth - Ringfinger > Zeigefinger => Einparken gut
Eckard - Ringfinger Einparken schlecht

Bei der aktuellen Lage des Deutschen Fußballs kann ich mich aber nicht des Eindrucks erwehren, dass ein hoher Testosteron-Spiegel sich ziemlich negativ auf Integrität und Intelligenz auswirkt :wink:

Jetzt oute ich mich selbst: Ringfinger > Zeigefinger, einparken: ganz ok, hängt bei mir eher von der Tagesform ab. Mit Fußball habe ich dagegen überhaupt nichts am Hut…

Grüße,
Bernhard

*g* nach der theorie bau ich beim einparken ja noch nen unfall

konfundierung? :smiley:

Hallo!

Die Sache mit den Fingern (dem Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger) kommt von einem gewissen John T. Manning (z.B. The 2nd:4th digit ratio, sexual dimorphism, population differences, and reproductive success. evidence for sexually antagonistic genes?, Manning JT, Barley L, Walton J, Lewis-Jones DI, Trivers RL, Singh D, Thornhill R, Rohde P, Bereczkei T, Henzi P, Soler M, Szwed A, Evol Hum Behav. 2000 May 1; 21(3): 163-183).
Sein Team hat herausgefunden dass dieses Verhältnis u.a. durch den Einfluss von Testosteron im Mutterleib festgelegt wird; da Testosteron mit bestimmten Eigenschaften im späteren Leben korreliert versucht man das eben nachzuweisen.

Das interessante an dieser Sache ist dass man sich evtl. einen „Gentest“ ersparen kann; man misst das Verhältnis und kann daraus (zusammen mit anderen Faktoren) bestimmte Risiken abschätzen.

Tschüss

Matthias

konfundierung? :smiley:

Möglich.

Mir fällt ein, daß wir die Frage „Was ist Konfundierung“ bei „Genial daneben“ einreichen sollten. Die kommen da bestimmt nicht drauf und ich kann 500 Euro immer gebrauchen.

O.k. Die Frage ist wech.

Grüße,

O. Walter

PS: Danke. Ich habe sie vorher nicht bekommen, sonst hätte ich geantwortet. :smile:

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Testosteron-Spiegel
N’Abend,

an der Uni Cambridge gab es zur Frage der prägenden Wahrnehmung von Hormonen Untersuchungen, Simon Baron-Cohen hat dazu dann später ein Buch herausgebracht.
Hier eine Rezension von http://www.wissenschaft.de/wissen/buchrezensionen/24…:

„Nach zahlreichen Experimenten mit Babys und Kleinkindern, nach Tierversuchen und Messungen pränataler Hormonspiegel ist Simon Baron-Cohen überzeugt: Das Frauenhirn, der „E-Typ“, wird schon im Mutterleib auf Einfühlung programmiert, das Männerhirn, der „S-Typ“, dagegen auf systematisches Denken.
Gesteuert werde diese Spezialisierung der Evolution genetisch sowie vor allem durch die Testosteron-Produktion während und nach der Schwangerschaft: Je niedriger der Testosteron-Spiegel, um so einfühlsamer und sprachbegabter werde das Kind; je höher der Wert, um so geringere Sozialkompetenzen und um so spezialisiertere Interessen werde es später entwickeln. Simon Baron-Cohen, Autismusforscher und Professor für Psychologie und Psychiatrie am renommierten Trinity-College in Cambridge, erklärt damit unterschiedliche Fähigkeiten, Beschäftigungen und Aggressivitäten von Männern und Frauen, aber auch die Prioritäten in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Das Gehirn von Autisten ist demnach die Extremform des männlichen Denkorgans: hoch systematisch, aber zur Empathie unfähig.
Sicher eine radikale These, die die Ansicht vieler Hirnforscher bestätigt, wonach sich der Schaltplan für das spätere Denken schon sehr früh ausbildet. Sie liegt im Trend, mit immer ausgeklügelteren Tests und bildgebenden Verfahren nach den neuronalen Grundlagen von Verhalten und Wahrnehmung zu suchen. Doch Baron-Cohen ist sich bewusst, dass er nur einen Teil der geschlechterprägenden Wirklichkeit beschreibt – und warnt vor simplen Schlüssen. Er hat durchaus im Blick, dass Jungen und Mädchen ungleich erzogen werden, was Unterschiede im Verhalten nach sich zieht. Und er betont, dass seine Ergebnisse lediglich statistische Durchschnittsgrößen repräsentieren. Natürlich gebe es überaus einfühlsame Männer und höchst systematisch denkende Frauen.
Anstatt sich also auf Vorurteile zurückzuziehen, rät er zum genauen Blick auf das Individuum – und zu einer entsprechenden Förderung. Sein Fazit: Die Gesellschaft braucht beide Gehirntypen.“

Grüße,
Christiane

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Also ich kann gut einparken und besagte Finger sind bei mir gleich lang.

offtopic parken
Hi Gnlwth,

Also - ja, ich kann gut einparken, ich bekomme mein Auto in
einem Zug in Parkluecken rein, die nur wenige Zentimeter
laenger sind, als mein Auto

Deine Einparkfähigkeit bezweifle ich keineswegs, aber dennoch: „in einem Zug“ ist gelogen :smile: Denn es ist physikalisch unmöglich, weil es geometrisch unmöglich ist. Es sei denn, dein Auto hätte eine Breite von wenigen cm und Wendekreisradius = Achsenabstand (also Räder 90° einschlagbar). Du meinst somit sicher ein Fahhrad?

Eine Handbreit war zu schaffen (zumindest von mir *g*) mit den ausgstorbenen Citroen DS und CX, denn sie hatten einen Lenk_roll_radius = 0. Aber auch das ging nur in mindestens 4-5 Zügen. Du brauchst als Mindestabstand in der Parklücke auch mit mehreren Zügen mindestens den Lenkrollradius, und der ist außer bei Citroen immer größer als „wenige Zentimeter“.

Übrigens ich persönlich kenne kaum eine Frau die nicht gut einparken kann und kaum einen Mann, der gut einparken kann *smile* nein, ist kein Scherz.

Gruß

Metapher

dann analog oder synchron.

Angel grüßt Oliver

ausgstorbenen Citroen DS und CX, denn sie hatten einen
Lenk_roll_radius = 0. Aber auch das ging nur in
mindestens 4-5 Zügen.

Hallo Metapher,
*g* - es funktioniert auch mit dem - fast ausgestorbenen - BX!
Und wenn ich so nachdenke…naja, ein paar Zentimeter sind vielleicht übertrieben…aber 4-5 Züge brauch ich eher nicht!
Das nur so nebenbei. Ich finde es immer wieder interessant und amüsant, dass man sich so en passant plötzlich Dingen bewusst wird, auf die man vorher nie geachtet hatte :smile:, (obwohl ich schon lange den Verdacht hatte, dass nicht ich so toll bin sondern mein Auto!)
Gruß
Irene

Insbesondere ist für die Sportart Fußball ein hoher
Testosteron-Spiegel von Vorteil, beim Fußball braucht man:
Athletik, Aggressivität, gutes räumliches Gefühl - wo steht
der Mitspieler, wie spiele ich die Flanke…

daß ein englischer wissenschaftler für eine BBC-doku auf fußball zurückgreift, ist irgendwie naheliegend, aber der ausdruck „insbesondere“ ist wohl ziemlich fehl am platz… diese attribute sind bei den meisten teamsportarten von vorteil…

amerikanische Wissenschaftler
hallo,

amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, daß berichte, die mit „amerikanische Wissenschaftler haben heraussgefunden“ beginnen, häufiger unsinn enthalten als eine durchschnittliche aussage…

strubbel
W:open_mouth:)

Verhältnis Ring-/Zeigefinger und Testosteron
Hi,

es gab mal eine Sendung, da ging es darum, dass das Verhältnis Zeigefinger/Ringfinger ausschlaggebend ist für eine Aussage über den Testosteronspiegel, dem der Embryo im Mutterleib ausgesetzt war.
Hat jemand (egal ob Mann oder Frau) einen verhältnismäßig längeren Ringfinger, war es viel Testosteron, ist der Zeigefinger länger, war es weniger Testosteron.
Leg mal deine Hand flach auf den Tisch und guck nach.
Der Wissenschaftler hat damit z.B. typisch „männliche“ und „weibliche“ Eigenschaften erklärt - z.B. warum einige Jungs mit Puppen spielen, einige Mädchen nicht etc…
Was da genau dran ist, darüber kann man streiten - ich fand das Thema jedenfalls sehr interessant.
Und - ich hab es bei Freunden überprüft und hab vorher für mich selbst eine Prognose abgegeben („also der ist eher weiblich“ etc.), und es hat IMMER gestimmt. :smile:

LG,
Cess

Hi Ralf,

vor ein paar Tagen habe ich irgendwo Kurioses gelesen.

wenn irgendwo sowas wie P.M. ist, dann lohnt sich die
Auseinandersetzung damit nicht. Die armen Redakteure müssen
alle 14 Tage das Blatt vollkriegen, Geld ist keins da, also
wird irgend ein Schmarrn auf Blödzeitungsniewoh
zusammengestoppelt. Andere Möglichkeit: Da bemüht sich jemand
um den Ig Nobel Prize, http://www.improb.com/ig/ig-top.html.

Ich habe es vor ein paar Tagen in der „Zeit“ gefunden, muss also die aktuelle oder die Ausgabe von letzter Woche sein (im Ausland sind die manchmal später dran). Das Thema scheint also momentan ausgiebig durch die Medien zu geistern, auch solche, die zumindest um Seriosität bemüht sind.

Schönen Tag noch,

Beate

Moin, Beate,

Ich habe es vor ein paar Tagen in der „Zeit“ gefunden

die ZEIT ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Gerade die Rubrik „Wissen“ leidet unter der Lustlosigkeit ihrer Betreuer. Das Konzept, dass jeder überall schreiben muss, mag für „Reise“ ganz erbaulich sein, anderen Ressorts bekommt es nicht.

Gruß Ralf (Abonnent)