Einquartierungen (Beispiel: New Orleans)

Hallo,

Was würde voraussichtlich passieren, wenn man nach Katastrophen (wie jetzt z.B. in New Orleans) Flüchtlinge wie nach den 2. Weltkrieg einquartieren würde, bei Leuten, die über genügend Wohnraum verfügen? Mein ganzes Gefühl sagt mir, es gäbe Mord- und Totschlag sowie eine Prozesslawine, die langsamer abgebaut werden könnte als eine beliebige europäische oder amerikanische Großstadt aufgebaut.

Ist das realistisch? Auch nach dem 2. Weltkrieg höre ich von Flüchtlingen häufig, dass es jede Menge Konflikte gab (was vermutlich normal ist). Meine Schwiegereltern z.B. beklagen sich bis heute, ohne dass ich so richtig auf die Reihe bekomme, was es genau war: Sie waren bei den Einheimischen nicht willkommen (nun ja), sie mussten mitarbeiten (klingt selbstverständlich), die Einheimischen haben gegen die Flüchtlinge zusammen gehalten (war vielleicht beiderseitig), beide Gruppen blieben unter sich (siehe oben).

Mein Gefühl sagt mir, dass dies heute noch viel schwieriger wäre. Sehe ich das zu schwarz - und was würde da genau ablaufen? Von Seiten der Flüchtlinge denke ich doch, alles müsste besser sein als Massenunterkünfte für Zigtausende. Die Aufnehmenden machen sich vermutlich Sorgen um ihr Eigentum, ihre Ruhe, ihren Tagesablauf. Es gibt vermutlich Konflikte über Mithilfe im Haushalt, Ruhezeiten, etc. (die üblichen WG-Konflikte). Vielleicht sind sich die Leute nicht sympathisch (dann müsste man vielleicht tauschen können.) Aber mit fallen nur lösbare Konflikte ein.

Trotzdem bin ich mir fast sicher, dass sich heute keine Regierung zu solch einem Schritt entscheiden könnte. Sehe ich das falsch - oder was hat sich in den letzten 50 Jahren geändert? Was könnte man ggf. von Regierungsseite her tun, um Konflikte klein zu halten, bzw. zu entschärfen?

Die ähnliche Frage habe ich mir übrigens schon oft gestellt, wenn Asylantenheime gebaut werden. Die meisten Leute sehen sich insgeheim gerne als Helfer. Was macht dies aber dann im Detail so schwierig?

Mit vielen Grüssen, Walkuerax

Hallo

Was würde voraussichtlich passieren, wenn man nach
Katastrophen (wie jetzt z.B. in New Orleans) Flüchtlinge wie
nach den 2. Weltkrieg einquartieren würde, bei Leuten, die
über genügend Wohnraum verfügen?

Dein Vergleich hinkt gewaltig und damit wird das „Problem“ auch einfach gelöst.

Nach dem 2. Weltkrieg befanden sich auch diejenigen allgemein in einer Notsituation, die Flüchtlinge aufgenommen haben, bzw. evtl. aufnehmen mußten.

In der Situation wo es ausreichend Menschen gibt, die freiwillig Hilfe für eine absehbare Zeit evtl. mit finanziellem Ausgleich durch den Staat bieten können, gehe ich NICHT davon aus, dass es negative Auswirkungen haben würde, wenn man jemanden bei sich für eine gewisse Zeit aufnimmt.

Die „Konflikte“ die entstehen, wenn wildfremde Menschen bei Dir einziehen, werden im allgemeinen durch die positiven Effekte (mehr als) ausgeglichen.

Die Frage inwieweit so etwas funktioniert ist meiner Meinung nach auch abhängig von der Kultur.

Situationen wie in New Orleans kann ich mir in Deutschland nicht vorstellen, selbst wenn eine größere Stadt wie Hamburg „untergehen“ sollte.

Leider habe ich auch das Gefühl, dass ich nur ein Bruchteil dessen mitbekomme was in Amerika gerade passiert.

Persönlich kann ich mir gar nicht vorstellen, dass so wenig zwischenmenschliche Hilfe gewährt wird, wie es derzeit der Fall zu sein scheint. Ich habe zu wenig (keine) Bilder davon gesehen wir Busse bzw. Flugzeuge in anderen Städten ankommen und von Freiwilligen in Empfang genommen werden, die den wildfremden Menschen Unterkunft gewähren.

Vielleicht findet das ja später noch statt?

Besten Gruß
Mathias

Hallo,

das wäre heute meiner Meinung nach weder schwieriger noch leichter als zu jeder anderen beliebigen Zeit in der Geschichte der Menschheit, denn der Mensch, sein Empfinden und seine Probleme sind über die letzten Jahrtausende sicherlich ziemlich gleich geblieben.

Heute geht es uns nur so gut, daß man Hilfebedürftigen in kurzer Zeit eine kleine Stadt hinstellen könnte, so daß Einquartierungen nicht notwendig sind. Und wenn es erst mal allen schlecht geht, dann ist die Situation wieder ähnlich wie nach dem 2.Weltkrieg.

Gruß
Moriarty