Einschätzung Ausbildungszeugnis

Hallo und guten Abend allerseits!

Ein Freund von mir hat vor kurzem ein Ausbildungszeugnis erhalten. Könnt ihr mir dazu bitte eine Einschätzung geben, bzw. kontrollieren, ob verfängliche Formulierungen enthalten sind?

Hier der Text:


Ausbildungszeugnis

Herr X, geb. am XX.XX.XXXX in Y, hat vom XX.XX.XXXX bis zum XX.XX.XXXX in unserem Unternehmen den Beruf des Fachinformatikers mit Schwerpunkt Anwendungsentwicklung erlernt. Die Ausbildung endete mit der erfolgreichen Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern.

Der Gang der betrieblichen Ausbildung war an der Ausbildungsordnung für Fachinformatiker mit Schwerpunkt Anwendungsentwicklung ausgerichtet und Herr X erwarb durch einen festen Ausbildungsplan fundierte Kenntnisse in den verschiedenen Fachbereichen wie Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Organisation und Personal- und Rechnungswesen. Herr X begann seine Ausbildung bereits mit gefestigten Kenntnissen im Umgang mit Standardsoftware und Betriebssystemen sowie der Web-Programmierung.

Herr X verfügt über eine sehr gute Auffassungsgabe und hat von Anfang an seine Berufsausbildung mit starkem Engagement und stets großem Interesse betrieben. Er hat sich stets mit enormen Fleiß und Beständigkeit um seine Ausbildung gekümmert und hat sein Berichtsheft sorgfältig geführt. Herr X hat sich fachliche Fähigkeiten angeeignet, die weit über das Ausbildungsziel des Fachinformatikers für Anwendungsentwicklung hinausgehen und erledigte alle ihm gestellten Aufgaben äußerst sorgfältig, gewissenhaft und rasch und somit stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Ausbildern, Mitarbeitern und Mit-Auszubildenden war stets einwandfrei.

Er wird nach dem Ausbildungsende in das Angestelltenverhältnis übernommen und wir wünschen dieser vielversprechenden jungen Kraft beruflich weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Geschäftsführer, Ausbildungsleitung


Vielen Dank!

Auch hallo.

Ausbildungszeugnis

Herr X, geb. am XX.XX.XXXX in Y, hat vom XX.XX.XXXX bis zum
XX.XX.XXXX

Vielleicht sollte man in der Brettbeschreibung anmerken, dass der Zeitraum als wichtige Information nicht geiXXt werden sollte :wink:

in unserem Unternehmen den Beruf des
Fachinformatikers mit Schwerpunkt Anwendungsentwicklung
erlernt. Die Ausbildung endete mit der erfolgreichen
Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer für
München und Oberbayern.

ok

Der Gang der betrieblichen Ausbildung war an der
Ausbildungsordnung für Fachinformatiker mit Schwerpunkt
Anwendungsentwicklung ausgerichtet und Herr X erwarb durch
einen festen Ausbildungsplan fundierte Kenntnisse in den
verschiedenen Fachbereichen wie Anwendungsentwicklung,
Systemintegration, Organisation und Personal- und
Rechnungswesen. Herr X begann seine Ausbildung bereits mit
gefestigten Kenntnissen im Umgang mit Standardsoftware und
Betriebssystemen sowie der Web-Programmierung.

ok

Herr X verfügt über eine sehr gute Auffassungsgabe und hat von
Anfang an seine Berufsausbildung mit starkem Engagement und
stets großem Interesse betrieben. Er hat sich stets mit
enormen Fleiß und Beständigkeit um seine Ausbildung gekümmert
und hat sein Berichtsheft sorgfältig geführt. Herr X hat sich
fachliche Fähigkeiten angeeignet, die weit über das
Ausbildungsziel des Fachinformatikers für
Anwendungsentwicklung hinausgehen und erledigte alle ihm
gestellten Aufgaben äußerst sorgfältig, gewissenhaft und rasch
und somit stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Gut: Erfolge werden erwähnt. Dennoch sind diese noch zu allgemein gehalten (gemessen an einem Arbeitnehmer).

Sein
Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Ausbildern, Mitarbeitern und
Mit-Auszubildenden war stets einwandfrei.

Auch gut.

Er wird nach dem Ausbildungsende in das Angestelltenverhältnis
übernommen und wir wünschen dieser vielversprechenden jungen
Kraft beruflich weiterhin viel Erfolg und persönlich alles
Gute.

Gut.
Oder umgekehrt: wer nimmt (langfristig) schon schlechte Leute ?

Notenmässig wäre das Zeugnis besser als Note 3.

mfg M.L.

Hallo Simon,

Ausbildungszeugnis
Herr X, geb. am XX.XX.XXXX in Y, hat vom XX.XX.XXXX bis zum
XX.XX.XXXX in unserem Unternehmen den Beruf des
Fachinformatikers mit Schwerpunkt Anwendungsentwicklung
erlernt. Die Ausbildung endete mit der erfolgreichen
Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer für
München und Oberbayern.

Da kann ich mich ML nur anschliessen - es ist interessant, ob Herr X die Ausbildung in 2 1/2 oder in 4 1/2 Jahren gemacht hat :wink:

Der Gang der betrieblichen Ausbildung war an der
Ausbildungsordnung für Fachinformatiker mit Schwerpunkt
Anwendungsentwicklung ausgerichtet und Herr X erwarb durch
einen festen Ausbildungsplan fundierte Kenntnisse in den
verschiedenen Fachbereichen wie Anwendungsentwicklung,
Systemintegration, Organisation und Personal- und
Rechnungswesen.

Soweit so gut, vorausgesetzt, Herr x war in der Tat in den entsprechendne Abteilungen :wink: Das muss aber er selber wissen.

Herr X begann seine Ausbildung bereits mit
gefestigten Kenntnissen im Umgang mit Standardsoftware und
Betriebssystemen sowie der Web-Programmierung.

…leider hat er in der Ausbildung nix wesentliches dazugelernt…

Herr X verfügt über eine sehr gute Auffassungsgabe und hat von
Anfang an seine Berufsausbildung mit starkem Engagement und
stets großem Interesse betrieben.

…aber ohne nennenswerte Erfolge?

Er hat sich stets mit
enormen Fleiß und Beständigkeit um seine Ausbildung gekümmert
und hat sein Berichtsheft sorgfältig geführt.

Der Eindruck ist sicherlich falsch, aber mir klingt das so, als ob Herr x sich zwar reingehängt hat, aber leider trotzdem alles versaut hat, was er in die Hände genommen hat. „Engagement, Interesse, enormer (!) Fleiss, Beständigkeit“ klingt mir nach „gewollt aber nicht gekonnt“. Darum sollte da noch irgendwas stehen, welche tollen Projekte er so geschafft hat. „So hat Herr x sebstständig die Entwicklung und Betreuung von unserem Internetauftritt übernommen und erfolgreich durchgeführt“ oder sowas halt.

Herr X hat sich
fachliche Fähigkeiten angeeignet, die weit über das
Ausbildungsziel des Fachinformatikers für
Anwendungsentwicklung hinausgehen

Welche denn?

und erledigte alle ihm
gestellten Aufgaben äußerst sorgfältig, gewissenhaft und rasch

schon wieder der „Fleiss“ ohne Erfolg.

und somit stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Sein
Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Ausbildern, Mitarbeitern und
Mit-Auszubildenden war stets einwandfrei.

Mitarbeiter? Der Kerl hatte ne Leitungsfunktion? Das ist erstaunlich für einen Lehrling. Falls der Personaler Kollegen meint, soll er Kollegen schreiben, denn Mitarbeiter sind Untergebene :wink:

Er wird nach dem Ausbildungsende in das Angestelltenverhältnis
übernommen und wir wünschen dieser vielversprechenden jungen
Kraft beruflich weiterhin viel Erfolg und persönlich alles
Gute.

…EIN unbefristetes Angestelltenverhältnis…

Datum

Geschäftsführer, Ausbildungsleitung

Mein persönlicher Eindruck: der Zeugnisschreiber ist ein Herr der „alten Schule“ für den enormer Fleiss bei einem Lehrling ein absolutes Kompliment ist und „eigene Ideen“ oder anderes neumodisches Gelumpe im Zeunis echt nix zu suchen hat :wink:

*wink*

Petzi

Guten Morgen.

Ich pick mir mal 2 Punkte raus.

  1. Die wichtigste Information steht im letzten Absatz: Er wurde übernommen. Das zeigt, dass die Firma mit ihm zufrieden war.

  2. Warum habe ich meine Zeugnisse selbst geschrieben seit ich Fachinformatiker bin? Weil stets das wesentliche fehlt: Die vertrauten Technologien. Dass er im Rahmen seiner Ausbildung an vielen Sprachen schnuppert ist klar; dennoch gibt es ein Kerngebiet, vorgegeben durch den Betrieb und meist auch verwendet in der Abschlussarbeit (bei mir z.B. JAVA).
    Also: Womit hat er entwickelt? Eclipse und JAVA? VS und C#? Wasweissich und PHP?
    Auch was er den entwickelt hat bleibt im Nebel. Web-Anwendungen? Mobile Anwendungen? Desktop-Anwendungen?
    Auch ein Satz zu den Datenbanken wäre nett.

  3. Was leider völlig fehlt ist eine Aussage über seine Theamfähigkeit; ein wichtiger Aspekt in der Softwareentwicklung.

Hoppla, jetzt waren es 3 Punkte.

Just my 2 cent - schöne Grüße an den Kollegen und viel Spaß

Hermann J.

Okay, 1000 Dank für die Kommentare. Ich werde sie weiterleiten…
Ich habe das Zeugnis übrigens nicht 2x gepostet…

Neueinschätzung Ausbildungszeugnis
So, ich habe einen neuen, verbesserten Vorschlag bekommen. Wie sieht’s damit aus? Zur Kritik, dass Sprachen und Entwicklungsumgebungen fehlen: Die Firma ist nicht der Ansicht, dass diese im Zeugnis aufgeführt werden sollten, sondern eher im Profil des Mitarbeiters.
Hier der neue Text (diesmal auch mit Zeitangabe):


Ausbildungszeugnis

Herr X, geb. am XX.XX.XXXX in Y, hat vom 01.09.2004 bis zum 30.06.2007 in unserem Unternehmen den Beruf des Fachinformatikers mit Schwerpunkt Anwendungsentwicklung erlernt. Die Ausbildung endete mit der erfolgreichen Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern.

Der Gang der betrieblichen Ausbildung war an der Ausbildungsordnung für Fachinformatiker mit Schwerpunkt Anwendungsentwicklung ausgerichtet.
Herr X begann seine Ausbildung bereits mit gefestigten Kenntnissen im Umgang mit Standardsoftware und Betriebssystemen sowie der Web-Programmierung und erwarb durch einen festen Ausbildungsplan weitere fundierte Kenntnisse in den verschiedenen Fachbereichen Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Organisation und Personal- und Rechnungswesen.

Herr X verfügt über eine sehr gute Auffassungsgabe und hat von Anfang an seine Berufsausbildung mit starkem Engagement und stets sehr großem Interesse und Erfolg betrieben. Er hat sich stets mit enormen Fleiß und Beständigkeit um seine Ausbildung gekümmert. So hat Herr X selbstständig und eigenverantwortlich Projekte übernommen und erfolgreich durchgeführt. Besonders hervorzuheben ist seine Teamfähigkeit sowie Kooperationsbereitschaft, die Herrn X während seiner Ausbildung auszeichneten. Er hat sich fachliche und soziale Fähigkeiten angeeignet, die weit über das Ausbildungsziel des Fachinformatikers für Anwendungsentwicklung hinausgehen und erledigte alle ihm gestellten Aufgaben äußerst sorgfältig, gewissenhaft, rasch und somit stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Ausbildern, Kollegen und Mit-Auszubildenden war stets einwandfrei.

Herr X wird nach dem Ende seiner Ausbildung in ein unbefristetes Angestelltenverhältnis übernommen und wir wünschen dieser vielversprechenden jungen Kraft beruflich weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Datum

Geschäftsführer Ausbildungsleitung

Hallo Simon,

nur für mein Verständnis: darf ich davon ausgehen, dass Herr X sich das Zeugnis selber schreibt? Das mit dem Personaler vom „alten Schlag“ ziehe ich nach dieser Variante feierlich zurück :wink:

Herr X, geb. am XX.XX.XXXX in Y, hat vom 01.09.2004 bis zum
30.06.2007 in unserem Unternehmen den Beruf des
Fachinformatikers mit Schwerpunkt Anwendungsentwicklung
erlernt. Die Ausbildung endete mit der erfolgreichen
Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer für
München und Oberbayern.

Der Gang der betrieblichen Ausbildung war an der
Ausbildungsordnung für Fachinformatiker mit Schwerpunkt
Anwendungsentwicklung ausgerichtet.
Herr X begann seine Ausbildung bereits mit gefestigten

guten? denn Du hast hier „gefestigt“ und weiter unten „fundiert“ :wink:

Kenntnissen im Umgang mit Standardsoftware und
Betriebssystemen sowie der Web-Programmierung und erwarb durch
einen festen Ausbildungsplan weitere fundierte Kenntnisse in
den verschiedenen Fachbereichen Anwendungsentwicklung,
Systemintegration, Organisation und Personal- und
Rechnungswesen.

Das würde ich nicht so sagen. Eher als Aufzählung. Die Schwerpunkte seiner Ausbildung lagen in folgenden Bereichen:

  • Anwendungsentwicklung (in Sprachen A, B und C)
  • Systemintegration (von was auch immer)
  • Organsation (wovon?)
  • Personal- und Rechnungswesen (büroseitig oder softwareseitig?)

Herr X verfügt über eine sehr gute Auffassungsgabe und hat von
Anfang an seine Berufsausbildung mit starkem Engagement und
stets sehr großem Interesse und Erfolg betrieben. Er hat sich
stets mit enormen Fleiß und Beständigkeit um seine Ausbildung
gekümmert. So hat Herr X selbstständig und eigenverantwortlich
Projekte übernommen und erfolgreich durchgeführt.

Das ist ja mein Satz :wink: Der war aber doch nicht so gemeint, wörtlich übernommen zu werden! Vor allem muss da stehen welche Projekte das sind. Das kann von der Entwicklung des neuen Airbus über die Pflege der Telefonliste von 3 Mitarbeitern alles sein. Also sowas wie „Schon nach kurzer Zeit konnten wir Herrn X mit der selbstständigen Betreuung unserer Projekt_1 und Projekt_2 betrauen. Ferner hat er erfolgreich x getan und y eingeführt.“

Besonders
hervorzuheben ist seine Teamfähigkeit sowie
Kooperationsbereitschaft, die Herrn X während seiner
Ausbildung auszeichneten.

Neee, lass ma. „Herr X hat sich durch seine … und … Arbeitsweise jederzeit sehr gut in die Teams integriert und konnte durch … und … zum Erfolg beitragen“

Er hat sich fachliche und soziale
Fähigkeiten angeeignet, die weit über das Ausbildungsziel des
Fachinformatikers für Anwendungsentwicklung hinausgehen

soziale? Stehen im Ausbildungsziel für Fachinformatiker wirklich soziale Fähigkeiten? *grübel* Das finde ich schwer vorstellbar, kenne diese Ausbildungsziele allerdings auch nicht.

und

Neuer Satz: Er

erledigte alle ihm gestellten Aufgaben äußerst sorgfältig,
gewissenhaft, rasch und somit stets zu unserer vollsten
Zufriedenheit. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten,
Ausbildern, Kollegen und Mit-Auszubildenden war stets
einwandfrei.

Die Mit-Auszubildenden erscheint mir doch ein etwas ungewöhnlicher Ausdruck. Ich würde die gefühlsmässig lieber rauslassen, aber da soll noch einer der Personaler was dazu sagen.

Herr X wird nach dem Ende seiner Ausbildung in ein
unbefristetes Angestelltenverhältnis übernommen und wir
wünschen dieser vielversprechenden jungen Kraft beruflich
weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Datum

Geschäftsführer Ausbildungsleitung

*wink*

Petzi

Moin.

Du bekommst die Antworten per E-Mail, richtig? Tja, ich war heute morgen noch nicht ganz wach und sah alles doppelt. Ich habe aber meinen Fehler schnell selbst gefunden und behoben.

Trotzdem: Ein echtes „Entschuldigung“.

Grüße

Hermann J.

Tja.
Moin.

Ich möchte doch noch kurz was zu den Programmiersprachen im Zeugnis sagen.

Eine Anekdote von einem, den ich im Praktikum kennen gelernt hatte. Dieser FI bewarb sich auf eine Stelle als C#-Programmierer in Hamburg und wurde abgelehnt. Er rief an und erfuhr den Grund: In seinem Zeugnis stand ein Absatz, in dem sich sein bisheriger Arbeitgeber selber vorstellt. Dort stand deutlich zu lesen, dass dieser Betrieb Anwendungen auf Basis von JAVA-Technologien entwickelt. Im restlichen Zeugnis stand kein Wort, dass er zum kleinen ASP.Net-Team gehört hatte und jahrelang mit C# Projekte realisiert hat. Das schrieb er zwar im Anschreiben, aber geglaubt haben die dem Zeugnis.

Und das zu Recht. Als ich arbeitslos war, habe ich mich auf (fast) alles beworben, was an Programmierstellen angeboten wurde (PHP-Entwickler, ASP-Entwickler, ASP.NET etc). Bekommen habe ich eine Stelle wegen meiner VBA- und MS-SQL-Server-Kenntnisse. Und die stehen im Arbeitszeugnis des früheren Arbeitgebers.

Das nur zu diesem Aspekt. Ich hoffe, auch die „alten Hasen“ schauen sich das Zeugnis an.

Schöne Grüße in den Süden

Hermann J.