Einschläfern oder noch warten?

Hallo,

mein Hund ist 15 Jahre alt.
Noch Anfang Dezember war er sehr ruhig und langsam, aber er war ein zufriedener und interessierter Hund (Dank Herztabletten, Cortison, Entwässerungstabletten für die Lunge)
Jetzt frißt er kaum noch.
Er wird immer dünner. (Hat innerhalb kurzer Zeit von 9,6 auf 7,3 Kilo abgenommen)
Die Niere arbeitet nicht mehr richtig und durch die erhöhten Nierenwerte hat er wohl eine Dauermagenschleimhautentzündung (so habe ich den Tierarzt verstanden)
Kurz vor Silvester sind die Nierenwerte wieder etwas besser geworden, daß hat mich wieder sehr hoffen lassen.
Von diesen Montag bis vorgestern hat er nach zwei schlimmen Wochen wieder etwas gefressen, aber seit gestern morgen wieder kein bischen mehr.
Ich weiß nicht mehr was ich machen soll.
Noch vor 2 Wochen hat er unnormal viel getrunken, aber jetzt trinkt er nur noch ganz wenig. Ich muß ihn immer zum trinken überreden.
Er schläft fast Tag und Nacht.
Er liegt ganz oft da und hat die Augen auf und starrt in die Luft, aber er rührt sich kaum.
Er steht fast gar nicht mehr auf.
Ab und zu hebt er mal den Kopf und guckt für kurze Zeit.
Er ist sehr wackelig auf den Beinen.
Gestern hat er wieder gebrochen, Durchfall hat er auch seit ein paar Tagen.
Wenn man ihn auf die Beine stellt, dann bleibt er entweder stehen und macht gar nichts und guckt nur auf den Boden, oder er geht teilnahmslos drauf los und wenn er in eine Ecke geht, dann steht er da wie ein Ochse vor dem Berg und kommt nicht mehr da weg.
Er ist taub. Sehen geht noch etwas, aber schlecht.
Es ist immer so ein hin und her. Letzte Woche z.B. ist er wenigstens einmal am Tag aufgestanden, und hat geguckt was in der Küche los ist und hat dann auch sein Futter eingefordert, zwar langsam und nicht mit sehr viel Freude, aber er hat gefressen. Aber seit gestern morgen hat er überhaupt nichts mehr gefressen.

Ich sehe nicht mehr viel Lebensfreude bei ihm, aber ich bin mir nicht sicher, ob es auch wirklich so ist. Aber ich sehe auch eigentlich nicht das er sich quält, denn er liegt den ganzen Tag so ruhig da und döst vor sich hin, wenn er Schmerzen hätte, dann würde er doch vielleicht mal ein Ton von sich geben oder so. Aber auch das weiß ich natürlich nicht genau, ob ich damit richtig liege.

Jetzt meine Frage:
Wird es höchste Zeit, ihn zu erlösen, oder sollte man noch abwarten?
(Ich weiß, die Entscheidung kann mir niemand abnehmen, auch nicht der Tierarzt, aber ich möchte ja nur mal ein paar Meinungen hören.)

Vielen Dank für eure Antworten.

Viele Grüße

Hallo Meike,

so wie sich das für mich anhört, liegt Dein Hund schon im Sterben. Es wird eine Frage der Zeit sein, ob Du das mitmachen kannst oder ob Du ihn lieber erlösen läßt. Gesund wird er nicht mehr, und auf die Beine wird er auch nicht wieder kommen, bei dem Krankheitsbild.
Ich persönllich lasse einschläfern, wenn ich sehe, es hat keinen Sinn mehr. Alles andere halte ich für Egoismus von uns Menschen, weil wir nicht loslassen wollen… wir haben die Möglichkeit einem Tier zu helfen, wenn es denn gehen muss…nur es ist unendlich schwer, ich weiß es…
Wenn er nur noch schläft, nichts mehr bei sich behält, nicht mehr trinkt…und nicht mehr raus kann, dazu noch brechen muss und Durchfall hat…ich denke, dann hast Du den richtigen Zeitpunkt gefunden um ihn zu erlösen. Und Du merkst es auch im Bauch oder ?
Ich wünsch Dir ganz viel Kraft
Margit

Hallo Margit,

aber woran sieht man denn, daß ein Hund Schmerzen hat?

Mein 85 jähriger Nachbar kann auch kaum noch laufen, wenn der sich auf die Beine stellt hat man Angst, daß er jeden Moment zusammen bricht. Appetit hat der auch kaum noch. Aber der sprüht vor lauter Lebensfreude.

Wenn ich abends auf dem Sofa liege und ich meinen Hund auf meinen Bauch lege und streichel, dann habe ich ein bischen das Gefühl, daß er sich doch noch wohl fühlt. Er legt sich dann so auf die Seite und läßt sich von mir am Bauch streicheln, und das stundenlang.

Wenn mein Hund Schmerzen hätte, würde er dann den ganzen Tag so ruhig da liegen? Ich habe von meinem Hund seit 3 Wochen keinen Ton mehr gehört, kein Bellen, kein Knurren, kein Winseln, aber auch kein Stöhnen oder Jaulen. Was tut ein Hund, der Schmerzen hat?

Vielen Dank

…manche machen garnichts, manche zittern, manche jankern, Hunde können auch weinen , dann laufen richtig Tränen…
Wenn Du ganz sicher bist,das er nicht leidet, biete ihm Wasser ( das ist das wichtigste) und Futter ( alles was er am liebsten mag ) an. Er wird sicher nicht mehr fressen können. Wenn Du damit umgehen kannst, dann lass ihn bei Dir… er wird sicher bald einschlafen…für immer.
Dazu muss ich Dir aber sagen, wäre ich an Deiner Stelle, ich würde meinen Tierarzt bitten, gucken zu kommen, was nun wirklich ist. Was sagt denn Dein Tierarzt zu dem Hund ? Lebensverlängernde Massnahmen in Form von Infusionen oder so halte ich in dem Alter für nicht gut.
Lass ihn gehen, wenn er muss…
Leider kann auch ich Dir die Entscheidung nicht abnehmen, und ich glaube JEDER der sein geliebtes Tier hat einschläfern lassen, hadert anschließend mit sich und fragt sich immer wieder:war es denn auch der richtige Zeitpunkt ? Glaub mir, das geht uns allen so…
aber bei einem so alten Tier, 15 Jahre ist ein schönes Alter für einen Hund, der so krank ist, wo die Nieren nicht mehr wollen, jetzt der Darm nicht mehr…, der nicht mehr trinken kann ( er wird sich selber vergiften durch die nicht arbeiteten Nieren) , der wird nicht wieder gesund. Es ist eine Frage der Zeit und ob er erlöst werden muss. Das solltest Du mit Deinem Tierarzt besprechen .
Ich wünsch ich könnt Dir helfen…
Margit

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Hallo,
so lange er keine Schmerzen hat, lasse ihn vor sich herdösen und den ganzen Tag schlafen. Ich persönlich halte es für egoistisch, wenn man in so einer Situation den Hund einschläfern lässt, weil man es nicht erträgt, dass er langsam geht.

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Hallo Meike,

ja davor habe ich auch bammel, wenn mein Hund einmal so alt und krank ist und ich das entscheiden soll.

Deine Geschichte klingt fast wie die vom Hund meines Onkels. Er war damals auch glaube schon 15 Jahre. Mein Onkel war im Urlaub und der Hund bei seinem Sohn und der Familie. Der Hund war elend krank, (erbrochen und Durchfall) und ich wurde gebeten, da die anderen keine Zeit hatten, den Hund zum Tierarzt zu bringen. Ich bekam auch das Einverständnis, daß wenn die Tierärzte der Meinung sind, daß der Hund erlöst werden soll, ich sie das machen lassen soll. Kannst dir vorstellen, wie entsetzt ich war, daß ich so was für einen „fremden“ Hund entscheiden sollte.

Zum Glück für mich, ging es gut aus. Die Ärzte diagnostizierten eine Magen-Darm-Verstimmung. Der Hund bekam mehrfach eine Infusion und Aufbauspritzen. Er mußte etwas Diätfutter fressen und lebte dann noch ca. 1 Jahr als Hundeopi.

Also, ich würde dir Empfehlen, geh mit deinem Hund zum Tierarzt. Laß ihn nochmal untersuchen. Sie sehen es, denke ich, eher als wir, wenn ein Tier erlößt werden sollte.

Ich wünsche dir viel Kraft.

Gruß rene

Hallo Meike,

bei meiner Katze war es am Ende so ähnlcih. Ich habe mich dazu durchgerungen das Tier einschläfern zu lassen, da gerade bei Katzen immer nicht klar ist, ob sie leiden oder nicht.
Das Tier konnte am Ende auch nicht mehr richtig laufen und trinken wollte sie auch nicht mehr…daneben war der Kreislauf hinüber…da verdursten und austrocknen ein nicht gerade schöner Tod ist und ich auch nciht 24 Stunden bei dem Tier bleiben konnte um bei weiteren Kreislaufzusammen brüchen helfend zur Seite zu stehen, habe ich mich für das "schnelle " Ende entschieden. Habe Tage lang geheult, bin aber nach wie vor der Überzeugung, dass das der richtige Weg war, so weh es mir auch getan hat. Irgendwann kommt einfach der Punkt, wo man weder mit Aufbauspritzen noch anderen Mitteln etwas erreichen kann.

Nimm Dir einen letzten Tag Zeit mit Deinem Hund, Dich von ihm zu verabschieden… und wenn Du ganz genau hin hörst und ihn fragst, wird er Dir auch sagen was er möchte.

Hallo Meike,

aber woran sieht man denn, daß ein Hund Schmerzen hat?

die Frage kann ich Dir auch nicht beantworten. Aber da Tiere auch die Möglichkeit haben, sich zu äußern, auf ihre Weise, wie es ja auch schon beschrieben wurde und dein Hund nichts dergleichen tut, würde ich auch annhemen, daß er keine Schmerzen hat. Solage das so ist und er auch sonst keine gravierenden Beschwerden hat (epeleptische Anfälle usw). Sei für ihn da, biete ihm immer wieder Wasser an und laß ihn bei Dir. Aber sei auch darauf gefaßt, daß er eines Morgens nicht mehr lebt oder stirbt, wenn Du bei ihm bist. Ich stehe der Praxis des Einschläferns sehr zurückhaltend gegenüber und bin der Meinung, daß im Augenblick kein Grund dafür vorliegt. Wirklich alte Menschen hören auch oft erst auf zu essen und dann auch zu trinken; sie gehen oft langsam. So sehe ich das bei Deinem Hund auch.

Liebe Grüße und viel Kraft!

Avera

Mein 85 jähriger Nachbar kann auch kaum noch laufen, wenn der
sich auf die Beine stellt hat man Angst, daß er jeden Moment
zusammen bricht. Appetit hat der auch kaum noch. Aber der
sprüht vor lauter Lebensfreude.

Wenn ich abends auf dem Sofa liege und ich meinen Hund auf
meinen Bauch lege und streichel, dann habe ich ein bischen das
Gefühl, daß er sich doch noch wohl fühlt. Er legt sich dann so
auf die Seite und läßt sich von mir am Bauch streicheln, und
das stundenlang.

Wenn mein Hund Schmerzen hätte, würde er dann den ganzen Tag
so ruhig da liegen? Ich habe von meinem Hund seit 3 Wochen
keinen Ton mehr gehört, kein Bellen, kein Knurren, kein
Winseln, aber auch kein Stöhnen oder Jaulen. Was tut ein Hund,
der Schmerzen hat?

Vielen Dank

Hallo Avera,

ich bin Krankenschwester und sehe das anders. Es ist gut, dass man Tieren in manchen Situationen dabei helfen kann.

Grüße
Margit

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten.
Das war die schwerste Entscheidung in meinem Leben.
Ich habe meinen Hund eben beerdigt.
Ich war ja auch schon bei einigen Beerdigungen, aber keine fand ich auch nur annähernd so schrecklich und traurig wie von meinem kleinen süssen Hund. Die nächsten Tage geh ich nicht zur Arbeit, ob ich rausfliege oder nicht, es ist mir egal. Ich könnt nur noch heulen.

Machts gut.

Oh Meike,
ich drück Dich mal ganz feste, Du hast für Deinen Kamerad das Beste getan…er ist erlöst und hat keine Schmerzen mehr. Es ist unendlich schwer loszulasssen, aber es ist gut so. Glaub es mir.
Sollte es Dir irgendwie möglich sein, vielleicht kannst Du einem anderen Hund Deine Liebe schenken, einem aus dem Tierheim vielleicht ? Ich weiß, es ist früh über „soetwas nachzudenken“ , aber es kann in Deiner Trauer auch helfen und Du hilfst dem Tier…
Nicht arbeiten gehen nutzt nichts. Du gräbst Dich nur tiefer in die Trauer, und DAS wollte Dein Hund bestimmt nicht!!!
Du kennst die Regenbogenbrücke ?
LG Margit

Hallo Meike,

ich habe mir gerade alles durchgelesen und ein paar Tränen für Dich und Deinen Hund vergossen. Du hast ganz sicher die richtige Entscheidung getroffen und Du hast sie Dir nicht einfach gemacht. Ich habe diese Entscheidung auch vor ein paar Jahren treffen müssen und es ist ungeheuer schwer, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Ich befürchte fast, wir warten eher zu lange, weil wir nicht loslassen können.

Geh wieder zur Arbeit und trauere ein Weilchen. Und dann überleg Dir ganz langsam, wem Du Deine Liebe schenken könntest. Irgendwo wartet sicher auch auf Dich ein Hund, der sich von Dir verwöhnen lassen möchte.

Viele Grüße
Gordie

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Einschläfern oder noch warten? off toppic
Liebe Margit,

ich bin Krankenschwester und sehe das anders. Es ist gut, dass

man Tieren in manchen Situationen dabei helfen kann.

was genau möchtest Du damit sagen?

Gerade heute hatte ich wieder so einen wunderbaren menschlichen Fall: eine alte Dame, 91 Jahre alt, bis auf die allerletzte Zeit hat sie lediglich betreut gewohnt. Keine Pflegeheim, kein Krankenhaus. Der Körper ließ schnell nach, kein Essen mehr, keine Trinken mehr. Zwei Töchter und eine Enkelin waren die letzten Tage rundum bei ihr und sie ist heute Morgen mit einigen tiefen Seufzern gestorben. Gewiß nicht die Regel, aber auch wohl kein Einzelfall. Bei Mensch und Tier kann es so gehen. Was Tiere angeht, mußte ich leider auch einmal die schwere Entscheidung treffen einen Hund (nicht mal mein eigener, gehörte meinem Freund), in meinem Armen einschläfern zu lassen. Er war operiert worden und hatte massive Blutungen im Bauchraum durch ein metastasieredes Milzcarzinom und war erst sechs Jahre alt. Wahrscheinlich war es das Beste, ihn gar nicht wieder aus der Narkose aufwachen zu lassen. Aber dies bei jedem „nur“ alten, schwachen Tier zur Regel zu machen, halte ich für falsch. Und das dann auch noch damit zuforcieren, den Besitzern ein schlechtes Gewissen zu machen, weil sie „nicht loslassen“ wollen. Damit bin ich einfach nicht einverstanden.

Es sind wahrhaftig schwere Entscheidungen, die da immer weider zu fällen sind. In dem von mir von heute geschilderten Fall, hat mir auch die Ärztin, die den Totenschein ausgestellt hat, wieder Mut zu meiner Haltung gemacht. Sie betreut alte, sterbende Menschen zuhause, damit diese nicht im hohen Alter, wenn die sterben wollen, davon abgehalten werden durch Zwangsernährung usw. Das ist die anderer Seite unserer Welt, unserer Möglichkeiten.

Weder will ich an dieser Stelle eine Diskussion über Sterbehilfe oder unterlassene Hilfeleistung anzettlen noch provozieren. Ich frage mich hier nur ganz offen, ob wir immer alles tu müssen, nur weil wir es können. Bei Mensch und Tier.

Liebe Grüße

Avera

Liebe Meike

ich denke ganz doll an Dich …

http://www.indigo.org/rainbowbridge_ver2.html

Liebe Grüße

Carina