Einschläfern, richtige Zeitpunkt

Hallo,

gibt es wohl Tierärzte, die einen Hund bis zum bitteren Ende behandeln und behandeln nur wegen dem Geld?

Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen und glaube ich auch nicht, aber trotzdem frage ich mal nach.

Mein Hund ist total apathisch.
Hat Wasser in der Lunge.
Schwaches Herz.
Schlechte Nierenwerte.
Er frißt nicht. Er bekommt jetzt vom Tierarzt Infusionen.
Kann kein Wasser mehr halten.
Läuft überall vor.
Ist taub.
Kann kaum noch stehen. Fällt ständig beim gehen um.
Wenn er läuft, läuft er solange bis eine Wand kommt, dann dreht er sich aber nicht um, er steht vor der Wand solange bis man ihn in eine andere Richtung dreht.
Wenn man ihn auf den Boden stellt, dann bleibt er ständig genau in der Stellung z.b. 5 Minuten da stehen und rührt sich überhaupt nicht, als ob er nicht mehr weiß, was er machen soll.

Er tut mir so leid.
Aber mit dieser letzten Entscheidung fühle ich mich total überfordert.
Wenn jetzt der Tierarzt mir dazu raten würde, ich würde es machen.
Aber so bringe ich es nicht fertig.

Darum meine Frage:
Gibt es wohl Tierärzte, die soetwas wegen dem Geld nicht raten?
Oder gibt es Tierärzte, die mit so einer Entscheidung auch überfordert sind?
Ich nehme mal an, solange der Tierarzt mir nicht den Rat gibt, ist er sich sicher, daß der Hund entweder nicht leidet oder das noch Hoffnung auf Besserung seines Zustandes besteht, seht ihr das auch so?

vielen Dank

Hallo, Nathalie:smile:

Hast du denn mit deinem Tierarzt überhaupt schon mal das Thema angesprochen? Hast du ihn mal gefragt, wie ER darüber denkt?

Wenn ja, und er nicht darauf eingegangen ist, ausweichend antwortete, oder gar Hoffnungen gemacht hat, würde ich einen zweiten Tierarzt zu Rate ziehen.

Wenn allerdings du selbst das Thema noch nicht angesprochen hast - ich könnte das verstehen!!!:smile: - dann ist es auch für einen Tierarzt nicht leicht, dir von sich aus zu einer solchen Entscheidung zu raten, die du letztendlich immer alleine treffen musst…leider.

Es muss nicht unbedingt Geldgier sein, es kann auch Rücksicht auf deine Gefühle sein, dass er nicht den ersten Schritt macht - solange der Hund nicht wirklich Schmerzen hat und leidet. Dann allerdings sollte der Tierarzt - meiner Meinung nach - unbedingt von sich aus mit dir über das Thema Einschläfern reden!

Wie lange kennst du deinen Tierarzt schon? Hast du bis jetzt immer Vertrauen zu ihm gehabt? Hat er deinem Hund schon vor seinem jetzigen Zustand oft geholfen, oder kennst du ihn erst kurz?

Ich habe in meinem fast 50jährigen Leben mit Hunden noch keinen Tierarzt kennengelernt, der nicht diesen schweren Gang mit mir und meinen Hunden gegangen ist - aber der Anstoß, die erste Frage kam immer von mir.

Nur du kennst deinen Hund gut genug, um zu ermessen, ob er „nur“ alt und krank ist, oder ob er wirklich leidet.

Meine vorletzte Lebensabschnittshündin war ebenfalls blind, konnte kaum mehr laufen, war oft desorientiert und ich musste sie beim Pipimachen mit einem Gurt unterstützen - dennoch strahlte sie irgendwie noch Lebenswillen aus, genoss ihr Fressen und unsere Kuschelstunden. Und eines Tages sah sie mich an, und ich wusste es.
Ich bat den Tierarzt zu mir ins Haus, und sie ist in meinen Armen eingeschlafen.

Ich wünsche dir Kraft zu einer Entscheidung!

Sehr lieben Grüße aus Wien von jenny und Jazz.

Hi Nathalie,

ich kann mich Jenny nur anschließen…wenn er alt und so krank ist… erlöse ihn. Den richtigen Zeitpunkt wirst Du finden, schwer ist es immer. Wenn Du kannst, mach es Zuhause in gewohnter Umgebung und sei ganz nah bei ihm. Sprech mit Deinem Arzt.
Auch ich wünsch Dir viel Kraft…

Grüße
Margit

Hallo !

Ist das Leben des Hundes noch lebenswert?

Unser war im gleichen Zustand. Wir haben sie auch viel zu spät einschläfern lassen. Von den Tierärzten darf man dabei keinen Rat erwarten. Sie haben Angst, dadurch in eine bestimmte Schublade gedrängt zu werden. Empfehlen sie das Einschläfern und bei Nachbarn wird ein Hund, der ebenso krank war, wieder o.k., dann heißt es , sie greifen schnell zur Spritze.

Nimm den Hund mit und bleib dabei. Nimm ihn in den Arm, wenn er dort die Infusion bekommt und bleib bei ihm, bis er tot ist.

Dann nimm ihn mit und begrabe ihn zu Haus, wenn Ihr die Möglichkeit habt.

Unser wurde vor vier Jahren im Garten begraben und wir reden immer noch mit ihr. Für uns lebt sie noch.

mfgConrad

Hallo,

wenn ein Tier eindeutig leidet und keine Heilungschance mehr hat, schläfert jeder halbwegs normale Tierarzt das Tier ein. Du wirst ja wohl einen TA haben. Sorry, aber für eine Verlängerung des Leid aus eigennützigen Gründen (…aber so bringe ich es nicht fertig… ist ja eigentlich die Aussage darüber, dass man das Tier noch nicht gehen lassen möchte, weil es ja weh tut) kann ich absolut NULL Verständnis aufbringen. Und während Du hier postest leidet dein Hund weiter. Das geht gar nicht. Du mußt jetzt die Entscheidung treffen und nicht ein Tierarzt, denn es ist dein Tier und das bist Du ihm ja wohl schuldig. Aber es ist ja so viel einfacher diese schwere Verantwortung von sich zu schieben.

So, und jetzt könnt ihr gerne alle über mich herfallen - damit habe ich kein Problem

Gruß
Yvonne
(die vor gut 2 Jahren auch diese furchtbare Entscheidung nach über 20 Jahren Treue treffen musste)

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Hallo,

ich habe da eine Freundin, die wird nächstes Jahr 90. Seit ich sie kenne (schon über 20 Jahre) braucht sie Hörgeräte, und die Augen wollen auch schon seit Jahren nicht mehr richtig. Als Malerin ist dies für sie besonders schwer, und auch dass die Gelenke nicht mehr so richtig mitmachen ist ein Grund dafür, dass sie kaum noch malen kann, obwohl dies für sie doch immer so wichtig war. Sie läuft auch gerne mal gegen Wände und fällt um, weil sie Probleme mit dem Gleichgewichtssinn hat. Und als ich sie das letzte Mal besuchte, musste ich sie auf dem Weg zum und vom Restaurant an einer Seite stützen und führen, damit sie nicht vom Kurs abkam.

Also eigentlich unverantwortlich, sie von diesen ganzen Leiden nicht zu erlösen?

Natürlich bringt das Alter Einschränkungen und auch Schmerzen und Leiden mit sich, aber können die alleine ausschlaggebend dafür sein, ob man ein Leben als lebenswert betrachtet? Meine Freundin kann glücklicherweise selbst und in eigenen Worten ausdrücken, wieviel Spaß sie trotz der mit dem Alter verbundenen Einschränkungen und Leiden noch hat. Und dann kommt es doch wohl auch die Gesamtbilanz an, das was da zum Schluss als Saldo von Soll und Haben übrig bleibt an, ob ein Leben noch lebenswert ist oder nicht.

Jeder Tierhalter und Tierarzt muss für seine Schützlinge diese Bilanz immer wieder neu und ganz individuell aufmachen und ist dabei sicherlich auch nicht vor falschen Entscheidungen sicher. Beruhigend kann dabei nur das Gefühl sein, sich nach bestem Wissen und Gewissen Fragen zu stellen, Dinge zu beobachten und dann zu einem wie auch immer gearteten, begründeten und verantwortungsvollen Entschluss zu kommen. Auf diesem guten Weg befindet sich die Fragestellerin und erhofft hier Unterstützung. Ob dein Posting dabei auch nur ansatzweise hilfreich sein kann, wage ich mehr als nur zu bezweifeln.

Auch ein blinder/tauber/… Hund kann noch viel Spaß am Leben haben. Wenn das Futter noch schmeckt und er sich gut aufgehoben und umsorgt fühlt und keinerlei Anzeichen für stärkere und nicht ausreichend behandelbare Schmerzen vorhanden sind, würde ich jedenfalls keinen Grund sehen, so ein Tier einschläfern zu lassen.

Kopfschüttelnder Gruß vom Wiz

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Auch ein blinder/tauber/… Hund kann noch viel Spaß am Leben
haben. Wenn das Futter noch schmeckt und er sich gut
aufgehoben und umsorgt fühlt und keinerlei Anzeichen für
stärkere und nicht ausreichend behandelbare Schmerzen
vorhanden sind, würde ich jedenfalls keinen Grund sehen, so
ein Tier einschläfern zu lassen.

Der Hund frisst aber nicht und überlebt nur dank Infusionen. Nachdem, was die Eingangsposterin schrieb, würde ich sagen, entweder quält sich der Hund oder er kriegt gar nichts mehr mit. Ich würde den Tierarzt direkt darauf ansprechen, wie groß er das Leiden des Tieres einschätzt.

Und ich sehe zwischen Mensch und Tier noch einen großen Unterschied. Dem Menschen kann ich sein Leiden erklären, der Mensch kann sich deutlich artikulieren. Ich kann mir vorstellen, dass ein Tier sehr viel mehr leidet, wenn es krank ist, als ein Mensch, weil es nicht weiß und nicht versteht, was mit ihm passiert und wie das ausgeht.

Bis denne
Schnoof

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Hallo Nathalie,

du quälst dich offensichtlich mit der Entscheidung herum, das ist auch verständlich.

Aber der TA kann sie für dich nicht treffen! Ob er aus Geldgier so handelt? Zunächst würde ich ihm das nicht unterstellen. Evtl. merkt er aber, dass du noch nicht so weit bist und unterstützt dich (und den Hund) dementsprechend.

Nichts ist so schwer wie die Entscheidung über das Leben eines Lebewesens zu fällen. Da es bei Tieren aber möglich ist, gilt einzig und allein der Grundsatz: Hast D U das Gefühl, das dein „Lebensgefährte“ noch Spass hat am Leben? Oder quält er sich mehr? Es ist an dir das zu erkennen.

Der TA kann dich mit Prognosen unterstützen. Wie ist der Zustand des Hundes? Gibt es Besserungschancen? Wie lange gibt der TA dem Tier wenn er die Behandlung wie jetzt weiterführt? Dies alles kann er dir sagen, aber er muss die Entscheidung dir überlassen.

Glaub mir, das Einschläfern an sich ist nicht schlimm. Die Entscheidung zu treffen ist wesentlich schlimmer (und natürlich später ohne ihn auszukommen).

Du schilderst den Zustand deines Hundes. M.E. hat dein Hund keinen großen Spaß mehr. Damals war mein Rüde in einer ähnlichen Lage. Herzprobleme, Wasser im Bauch, alles lief immer wieder „über“. Er hatte dazu noch einen Hodentumor (ohne Schmerzen allerdings). Und - ganz deutlich - wo vorher (die Herzprobleme und das Wasser kamen ja nicht über Nacht) noch Spielfreude, Spaß am Spazierengehen etc. vorherrschte war nix mehr. Alles war mühsam. Der Arzt hat seine Lebenserwartung auf ca. 4 Wochen angesetzt.

Ich habe meine Entscheidung getroffen, schweren, schweren Herzens. Es war gut so.

Ich drücke dir die Daumen für die nächste Zeit!

Gruß
Nita

Lieber Wiz,

du vermengst hier zwei Dinge, die schon immer ein großer Streitpunkt zwischen Menschen war.

Eines vergisst du aber in deiner Rechnung: Tiere gehen eindeutig ganz anders mit Schmerz und Leid um!

Viele Tiere sterben ganz einfach daran, dass es ihnen schlecht geht! Sie geben komplett auf.

Als unser - damals noch sehr junger - Hund eine Nierenbeckenentzündung hatte, war unser Hauptproblem dieses Aufgeben. Die Entzündung war relativ „einfach“ unter Kontrolle zu bekommen, aber wir konnten ihm das ja nicht klarmachen. „Hey, warte ein paar Tage! Dann geht es dir besser, glaub uns!“ Leider keine Wirkung.

Allein aus dem Grund haben wir ihn - fast - verloren. Du merkst dies einem Tier sehr sehr deutlich an. Dieses rumstehen vor einer Wand, dieses blicklose Stieren in eine Richtung. Wer das jemals erlebt hat, weiss welche Qual so ein Hund einem vermittelt. Das ist ganz real und kein Hirngespinst.

Wie du schon richtig bemerktest: Deine Freundin ist geistig in der Lage ihren Zustand selbst einzuschätzen, zu sagen wo es gerade piekt und sich auch selbst zu motivieren durchzuhalten.

Das kann ein Hund nicht. Und wenn z.B. ein TA sagt, der Hund lebt ohne Behandlung noch vier quälende Wochen und mit acht ähnlich quälende, dann ist es die Entscheidung des Besitzers wie er damit umgeht.

Uns Menschen ist diese Entscheidung nicht erlaubt, ob zum Segen oder nicht bleibt weiter eine Grundsatzdiskussion.

Gruß
Nita

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Hallo,

um die Sache abzukürzen: Es geht mir hier überhaupt nicht um die Abnahme der Entscheidung im konkreten Fall. Die ist Sache der Eigentümerin und des Tierarztes. Es kann nur darum gehen, einen Weg der Entscheidungsfindung aufzuzeigen der da lautet: Alles abwägen und zu einem Ergebnis kommen. Was alles abgewogen wird, und mit welchem Gewicht zueinander und mit welchem Ergebnis ist wieder Sache der Beteiligten. Hierzu kann man maximal Anregungen geben, die keinen Ausschließlichkeits- oder Vollständigkeitsanspruch haben können.

Genau diesen abschließenden Vollständigkeitsanspruch hat hier aber jemand für sich lediglich aufgrund eines Postings von einigen Zeilen in Anspruch genommen. Und dies ist Anlass meiner Kritik. Alles andere sind ganz allgemeine potentielle Fragestellungen anhand eines Beispiels.

Gruß vom Wiz

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Hi Wiz,

vielen Dank noch mal für deine Zusammenfassung. Hatte ich auch so verstanden. Habe mich aber wohl im Gegenzug nicht verständlich gemacht.

Ich habe im Prinzip nur die Wahl deines Beispieles „angezweifelt“, weil es aus meiner Sicht nicht gut passt.

Weiter nix. Hat wohl nicht geklappt, mea culpa, beim Lesen sehe ich, dass ich wohl schneller dachte als schrieb.

Wir sind uns ja eigentlich einig.

Gruß
Nita

Hallo Nathalie,

ich kann mir nicht vorstellen, dass TA im allgemeinen aus Geldgier ihren Beruf ergriffen haben, da hätten sie andere Möglichkeiten gehabt um schnell viel Kohle zu schaufeln. TA arbeiten meiner Überzeugung nach aus reiner Berufung !

Niemand kennt deinen Hund so wie du, nur ihr beiden wisst wie es dem Hund geht und was jetzt zu tun ist.
Du siehst selbst den Zustand deines geliebten Freundes, du kannst selbst die nähere Zukunft abschätzen. Besser wird es nicht mehr, erspare deinem Hund das ! Bitte !
Das hat er nicht verdient, und du auch nicht.

An manchen Tagen musst du eben den Rücken gerade halten , auch wenn es weh tut .
Und wenn es weh tut, dann doch besser dir als deinem Hund, oder ?

Mein TA ist Sonntags zu mir nach Hause gekommen, ich habe mit meinem sterbenden Hund im Arm in seiner Schlafecke gelegen bis zuletzt. Die letzte Wahrnehmung die sie hatte, war dass ich bei ihr war … das war ich ihr schuldig .

Höre bitte tief in dich, dann weisst du was du zu tun hast.

Ich wünsche dir die Kraft zu einer mutigen Entscheidung, und ja, es wird weh tun.

Gruß
SomeOne

Hallo und danke für eure Antworten.

Ich habe mir immer geschworen, daß mein Hund sich nicht quälen muß.
Aber das tut er jetzt, das sehe ich. Und wenn dieser Zustand alleine aus Altersgründen wäre, würde sich für mich die Frage nicht stellen. Ich würde ihn auch ohne Rat vom Tierarzt sofort einschläfern lassen.

Aber er hat jetzt zu allen anderen Problemen auch noch eine Nierenentzündung. Seit dem hat sich sein Zustand sehr verschlechtert. Das versucht man jetzt zu behandeln.
Also besteht noch Hoffnung, daß sich sein Zustand bessert.

Aber trotzdem habe ich große Zweifel, ob das alles so richtig ist, was jetzt gemacht wird. Ich überlege hin und her, ob ich es nicht schon längst hätte tun sollen. Der Tierarzt weiß es nicht, ob man die Entzündung wegbekommt. Ich bezweifle das sehr, da sich nichts ändert.
Seine Verwirrtheit wird immer schlimmer. Selbst wenn man es schafft die Entzündung zu behandeln, die Niere ist schon geschädigt. Aber man will ja auch auf keinen Fall zu früh einschläfern. Aber er tut mir so leid. Und mit dem Alter hätte er sowieso nicht mehr lange, auch wenn sein Zustand sich nochmal verbessert. Er hat schließlich außer Niere noch andere Probleme, z.B. Augen, Ohren, Herz, Lunge. Und dann noch das hohe Alter. Aber da sich die Tierärzte ja mit soetwas wie Nierenentzündung besser auskennen und das abschätzen können, darum hoffe ich, daß die das beste für mein Tier machen und mich nicht nur beruhigen wollen, vielleicht weil Weihnachten ist oder so.

Viele Grüße

Hallo Nathalie,

ich habe den Eindruck, du weißt selbst schon genau, was zu tun ist und willst es dir nicht eingestehen.

Wir haben unseren Hund damals auch eingeschläfert, obwohl rein theoretisch die Möglichkeit einer erfolgreichen Operation bestand. Nur: Was heißt in diesem Fall „erfolgreich“? Dass der Hund vielleicht ein halbes Jahr länger gelebt hätte, mit zig Medikamenten und Behandlungen?

Bei uns hatte er wohl nicht erkannten Leberkrebs, eine Woche vor seinem Ableben gingen die Anzeichen los, dass es ihm nicht gut geht. Davor hatte er zwar Gelenkprobleme, aber mit Schmerzmittel konnten wir die gut in den Griff kriegen und sonstige Erkrankungen lagen nicht vor. Dann diese eine Woche, da haben wir wohl die Symptome übersehen, weil er immer noch fröhlich wirkte, nur vielleicht etwas weniger fraß als sonst. Am Freitag ist dann die Gallenblase geplatzt, abends sind wir in die Tierklinik, Infusion, aber miserable Blutwerte. Die Nacht verbrachte er bei uns zu Hause, aber es ging ihm nach der Infusion nur sehr kurzfristig wieder etwas besser. Es war also wohl keine Infektion (wie erhofft), sondern vermutlich wirklich Krebs. Jedenfalls, am nächsten Morgen ist er beim Versuch zu laufen hingefallen. Ob er noch beim klaren Verstand war, wissen wir nicht. Wir (bzw. meine Eltern, ich war leider nicht in Berlin, wollte gerade an diesem Tag zurückfahren :frowning:( ) haben ihn wieder in die Klinik gebracht. Eine OP wäre möglich gewesen. Aber der Hund war alt und selbst wenn er die OP überlebt hätte - was dann? Quälende 6 Monate und danach doch der Tod?

Klar, ein Stück Hoffnung - so widersinnig sie auch sein mag - hat man immer. Aber letztendlich weiß man doch instinktiv, was richtig ist - auch wenn man es verdrängt.

Ein schönes Weihnachtsfest wirst du dieses Jahr so oder so nicht mehr erleben. Aber selbst wenn es möglich wäre - auf Kosten des Hundes? Das wäre imho egoistisch.

Vielleicht wird es dich aber etwas trösten, dass du den Hund nicht hast unnötig lange quälen lassen?

Tu, was dir deine Intuition sagt. Und mach dich hinterher nicht fertig: Du triffst deine Entscheidung, so gut du kannst. Endgültige Gewissheit wirst du nie haben, aber ich bin mir sicher, dass deine Intuition dich nicht trügt. Du kennst deinen Liebling am besten, du spürst, ob er noch leben will.

Ich wünsche dir jetzt ganz viel Kraft und deinem Liebling eine schöne Zeit, wie lange sie auch noch andauern mag.

Liebe Grüße,
Anja

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Hi Jenny

Es muss nicht unbedingt Geldgier sein, es kann auch Rücksicht
auf deine Gefühle sein, dass er nicht den ersten Schritt macht

  • solange der Hund nicht wirklich Schmerzen hat und leidet.
    Dann allerdings sollte der Tierarzt - meiner Meinung nach -
    unbedingt von sich aus mit dir über das Thema Einschläfern
    reden!

Wie lange kennst du deinen Tierarzt schon? Hast du bis jetzt
immer Vertrauen zu ihm gehabt? Hat er deinem Hund schon vor
seinem jetzigen Zustand oft geholfen, oder kennst du ihn erst
kurz?

Ich habe das Thema bisher nicht angesprochen, nur in meinen Gedanken.
Ich kenne den Tierarzt seit 14 Jahre.
Ist eine sehr kleine Praxis mit nettem Arzt.
Ich kenne ihn sehr gut.
Er hat meinem Hund schon oft geholfen.
Wenn ich mir das so überlege, dann ist es mir jetzt peinlich nur an soetwas wie Geldgier gedacht zu haben.

Viele Grüße

Servus nochmal, Nathalie:smile:

Ich habe das Thema bisher nicht angesprochen, nur in meinen
Gedanken.

Wie gesagt, ich denke, das solltest du so schnell wie möglich tun!!

Ganz abgesehen vom ärztlichen Rat: du wirst merken, wie gut es dir tut, deine Sorgen mit jemandem zu teilen, alles auszusprechen, was dich jetzt schon so lange quält.

Und wenn er dir tatsächlich raten muß, deinen Hund einzuschläfern, weil es das beste für deinen Kameraden ist, dann kannst du dich informieren, mit dem Arzt gemeinsam vorbereiten, er wird dir genau erklären, was passiert, und ob er es eventuell auch bei dir zu Hause machen könnte, damit der Hund in seiner gewohnten Umgebung einschläft.

Dann versuche, ein, zwei Tage dich innerlich darauf einzustellen, und dann hilfst du deinem langjährigen Freund und Begleiter ein allerletztes Mal!

Wenn ich mir das so überlege, dann ist es mir jetzt peinlich
nur an soetwas wie Geldgier gedacht zu haben.

Das muss dir nicht peinlich sein - du hast jetzt wirklich andere Sorgen!!!

Sei lieb gegrüßt von jenny und Jazz:smile:

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