Einschlafen nur mit gebrüll

hallo gruenefee,

vielleicht habt ihr ein paar tips für mich.

ich versuche es zumindest…

meine tochter, 10 monate alt schläft schon seit mehreren
monaten abends nur unter gebrüll ein. neuerdings mittags auch.

schade, dass du erst jetzt nachfragst, denn vielleicht hätte euch schon früher geholfen werden können. sorry, möchte dir hier nicht schräg rüberkommen, also bitte nicht falsch verstehen.
vielleicht ist ihr gebrüll aus dem ursprünglichen grund, der vielleicht schon längst abgeschafft ist, eine gewohnte schreierei geworden? um mama und papa noch etwas für sich zu haben? vielleicht hat sie ja aber auch gerade durch die lange schreiphase, die deinen aussagen schon seit monaten existiert, verlustängste entwickelt? darauf könnte man schließen, da sie nun ja auch mittags anfängt zu weinen und schreien.

im moment ist ihr tagesablauf so dass sie morgens um acht/halb
neun aufsteht, mittagsschlaf hält (von ca.12h bis 14h)und dann
wach ist bis abends um 20.30h.

warum hat sie mittags eine längere wachphase als morgens?ich denke 6 1/2 std. am stück sind für ein so kleines kind schon recht lange. besonders wo nachmittags meist wirklich action herrscht. morgens sind die mamas ja meist beschäftigt, um nachmittags zeit zu haben.

man sieht ihr aneds schon an

das sie müde ist, sie reibt sich die augen und gähnt, aber
sobald ich sie ins bett lege, steht sie auf und fängt an zu
brüllen, sobald man das zimmer verlassen will.

vielleicht ist sie einfach zu müde um ruhig einschlafen zu können? wird es abends hektisch bei euch? weil vielleicht papa kommt und programm machen möchte, weil er sonst sowenig von der kleinen hat?

ich kann doch

nicht jeden abend daneben stehen und warten bis sie
eingeschlafen ist. ich nehme sie auch grundsätzlich dann nicht
mehr raus, gehe nur immer wieder hin und lege sie wieder hin
und gebe ihr nochmal ihren schnuller.

warum? weil dir die zeit fehlt? oder weil du froh bist sie im bett zu haben, weil deine nerven blank liegen?

nach einer halben stunde

schläft sie dann meist ein,

ich denke eher aus erschöpfung, als aus wirklichem wollen…

habt ihr ein paar vorschläge

was ich noch tun könnte damit sich das ändert?

nun, vielleicht wäre es möglich ihren schlafrhythmus etwas gleichmäßiger zu verteilen? sodass die wachphasen gleich lang sind.
wenn sie beim mittagsschlaf auch mit gebrüll reagiert, dann leg dich doch einfach mit ihr zusammen hin,schmust etwas und mach die augen immer wieder zu. daran erkennt sie, dass es nicht schlimm ist, wenn man mal die augen zu macht und dadurch nichts verpasst. außerdem tut der mama der nachmittägliche schönheitsschlaf auch ganz gut ( ach schön war die zeit…)
vielleicht unternimmst du nachmittags ja auch einfach zuviel mit ihr, oder es ist zu unruhig ( viel besuch, etc.) kleine kinder nehmen ja alles an reizen in sich auf und haben kaum möglichkeiten diese zu verarbeiten, das kann dann schon überfordern.
versucht die letzten zwei stunden vor dem zubettgehen ruhig und entspannt anzugehen. dann hat sie die möglichkeit stress abzubauen.
ich selbst hab immer die gemeinsame zeit im bad genossen, denn es war wunderbar relaxed. nach dem waschen wurde immer ausgiebig eingecremt, eigentlich war das schon eher eine massage. schön eingepackt in den schlafanzug gings dann ins kinderzimmer, erst mal in die kuschelecke mit vielen kissen. dort wurde geschmust, massiert,leise lieder gesungen. neben dem kinderbett haben wir einen alten aber super bequemen sessel gestellt und auf dem schrank in der nähe (unerreichbar für das kind) eine salzlampe gestellt. diese brannte dann während dem kuscheln und während die kleinen im bett lagen und ich es mir im sessel bequem machte und etwas vorlas. es gab eine geschichte und einen dicken kuss, schlief das kind bis dahin noch nicht und machte noch keinen entspannten eindruck nahm ich mir mein eigenes buch und blieb sitzen und las bis die kleinen schliefen.
in zeiten, in denen sie angst vor dem allein einschlafen hatten, hab ich den sessel ganz nah ans bettchen geschoben und eine hand auf den rücken, bauch oder auch ärmchen gelegt und geistesabwesend gestreichelt. aber das waren nur kurze phasen, meist hat es gereicht, dass ich einfach nur anwesend war.
bei starkem gebrüll finde ich es sinnvoller das kind kurz auf den arm zu nehmen und zu trösten und nachdem es sich beruhigt hat wieder in sein bettchen zu legen, aber mit körperkontakt dabei zu bleiben. ich denke ihr fehlt ein bißchen das urvertrauen durch die lange brüllerei.
allerdings halte ich nichts davon kinder ewig lang brüllen zu lassen, oder in den schlaf zu schaukeln und dann in das bett zu legen, denn wachen sie dann auf dann sind sie erst recht verwirrt und brüllen noch heftiger.
hat sie denn ein kuscheltier, das sie besonders gerne hat? denn mit kuscheltieren schläft es sich einfach besser ein.
leg sie am besten schon ins bett, wenn sie noch nicht todmüde ist, denn nur so kann sie ihr bett auch kennenlernen.
wir ließen auch immer die salzlampe brennen, die schien nicht so grell, hat ein rötliches, sehr weiches licht und wird von vielen kindern beruhigend empfunden, da das wohl das licht ist ähnlich wie dem im mutterleib. vielleicht fehlen ihr auch einfach die geräusche, die ihr immer versichern, dass jemand da ist. habt ihr die türe geschlossen?
ansonsten würde mir jetzt nur noch einfallen, dass sie vielleicht zahnt,denn zahnungsschmerzen treten in den abendstunden heftiger auf als tagsüber. da könnten dann zahnungshilfen helfen.
vielleicht solltest du auch das baden auf abends verlegen, da die kinder danach gerne müde sind. ich glaube es gibt sogar extra schlaf-gut-badezusätze. ob die allerdings helfen kann ich nciht beurteilen.

nun, ich hoffe es war etwas dabei, was euch beim sanften einschlafen helfen könnte, und keine angst dass du dein kind verziehen könntest. im gegenteil nur so lernt es dir/euch zu vertrauen.

ich wünsche euch dass ihr bald stress und geschreifreie abende habt

lg tanya, die auch heute noch manchmals sandmännchens gehilfe beim säckchen leeren ist…

Nur ganz kurz: Ich kenne Ein- und Durchschlafprobleme zur Genüge von meiner großen Tochter. Es ist also kein leeres Gerede von Leuten, die keine Ahnung haben.
Vielleicht entspannt sich die Situation erst einmal etwas, wenn du ihr erlaubst, in deinem Arm einzuschlafen. Später dann, wenn sie schlafen gehen nicht mehr automatisch mit brüllen verbindet, kannst du einen neuen Versuch starten. Mittagsschlaf lässt sich echt prima im Kinderwagen beim Spaziergang halten.
Falls ihr noch kein Abendritual habt, dann lass dir eins einfallen. Das ist so ein großes Wort, letztendlich handelt es sich aber dabei ja nur um einen ständig wiederkehrenden Ablauf von Handlungen, die ohnehin täglich sein müssen. Was da nun genau für euch passend ist, kannst nur du wissen. Lieder singen und Geschichten vorlesen war damals bei uns unsinnig, das liebe Kind fand das so spannend, dass die Müdigkeit verflog. Höchstens ein Schlaflied beim Schlafanzug anziehen war okay. Ein entspannendes Bad (nicht zu kurz, sonst macht es manchmal eher munter) hat sich bewährt (das kann zum Wasser sparen auch im Duschbecken stattfinden).
Eins noch: Die Unruhe der Eltern überträgt sich auf das Kind. Es ist verständlich, wenn du mit unguten Gefühlen ans Schlafengehen (des Kindes) denkst, hilfreich ist es aber nicht.

Viele Grüße, Heike

Leicht OT
Hallo Elke,

das Vibrationsfußbett wurde leider 3 Jahre zu spät erfunden. Ich hätte es vor 3 Jahren gut gebrauchen können… Weißt du, wie schön das Erzgebirge ist - nachts, wenn man bis zu 20 x geweckt wird? Ist jetzt völlig off topic, musste aber mal gesagt werden.

Viele Grüße, Heike

wie wär’s denn mit dem tragetuch???
hallo natascha,

auch ich will mich zu wort melden und dir zugleich ein wenig mut machen…?? nun habe ich mich durch die ganzen artikel gelesen und es wundert mich total, dass nicht eine/r auf die idee gekommen ist, das tragetuch zu verwenden!!? auch mein freund und ich haben eine „schwere zeit“ diesbezüglich hinter uns (unser töchterlein ist inzwischen 1 1/2 jahre und schläft bei uns im bett; abends lege ich mich mit ihr nieder, lese eine geschichte od./u. singe ein liedchen und anschließend gibt es noch ein schlückchen milch, sie wird noch immer gestillt; rituale sind wichtig, doch bis zu einem jahr, vor allem, wenn das baby aus leibeskrätften schreit, hilft doch weder ein liedchen, geschweige eine vorgelesene geschichte!!? so war’s zumindest bei uns… dies nur zur info) und keine der (oft gutgemeinten) ratschläge halfen… wir waren zwar froh um jeden hinweis, wussten, dass wir für UNS 2, d.h. in diesem fall vor allem für mutter und kind, etwas finden mussten, sonst artet jeder tag in einem fiasko aus…

ich möchte nicht allzulange ausholen, nur soviel: mir (und meinem freund) hat das tragetuch sehr geholfen, ja - ich möchte sagen „gerettet“!!, ich kenne soviele eltern, die ihre kinder die halben nächte in der wohnung herumtrugen, am ende total fertig waren, wenn das kindlein dann eeendlich eingeschlief… ich finde deine/eure entscheidung großartig, euer baby NICHT schreien zu lassen, ich sage nur: hände weg vom buch „alle babies können schlafen lernen“ (die - meines erachtens unmenschliche - methode wurde bereits beschrieben)!!! eine frechheit, dass das buch überhaupt herausgegeben wurde, und obendrein unverantwortlich, wenn dann aufgrund diesen buches verzweifelte eltern diese abstrusen techniken ausprobieren, oft ganz entgegen ihrem natürlichen gefühl bzw. instinkt!
liebe natascha, du kannst und wirst wohl den einen ernstgemeinten und liebevollen (!!) hinweis, der dir angeboten wurde, probieren und ich setze jetzt mit dem tragetuch noch eines drauf (bzw. dieses „an die spitze“:smile:, denn wenn du weißt, dass babies gerade in ihrem 1. lebensjahr einfach nur KÖRPERLICHE NÄHE, NÄHE, UND NOCHMALS NÄHE brauchen, so will ich dich/euch bitten, dies eurem kindlein zukommen zu lassen und dies so oft wie möglich!!! hierzu empfehle ich dir wärmstens (bei gelegenheit, ich weiß, die zeit für sich ist ja sooo begrenzt) JANE LIEDLOFF „DIE SUCHE NACH DEM VERLORENEN GLÜCK“ GEGEN DIE ZERSTÖRUNG UNSERER GLÜCKSFÄHIGKEIT IN DER FRÜHEN KINDHEIT. ein wunderbares buch, ein erfahrungsbericht, der uns „westliche“ sehr zum (nach-)denken anregt und uns viele antworten gibt u.a. darauf, wie es uns möglich ist, aus unseren kindern „glückliche“ zu „machen“. doch eigentlich sagt der titel dieses buches ja schon alles…
es ist so einfach (und ich weiß, es kostet doch so viel kraft): setze dich mit einer hebamme, die ebenso begeistert vom „tragen“ ist, oder mit einer mutterberatungsstelle, oder einem eltern-kind-zentrum vor ort auseinander, besuche, wenn nötig, einen kurs „tragetuch-wickeln“, dann bist du dort auch unter gleichgesinnten (ich bin noch heute nahezu „allein auf weiter flur“, obwohl „tragen“ das ALLERNATÜRLICHSTE DER WELT wäre bzw. IST, und werde dies zum anlass nehmen, eine arbeit darüber zu verfassen, evtl. parallel dazu, eltern aufzuklären bzw. zu unterstützen). du wirst sehen, evtl. wehrt sich die kleine anfangs und dann sieht es so aus, als sträube sie sich, doch die „embryostellung“ ist den babies noch so vertraut, ebenso die grenzen, die sie spüren wollen (mein freund bezeichnete das mit dem tragetuch getragene (KEINE TRAGEHILFEN!! diese können dem baby nicht den benötigten festen halt geben, ebenso ist bei diesen die spreiz-hock-haltung od. „fröschchenhaltung“ nicht gegeben, die für eine evtl. verhinderung der hüftdysplasie notwendig ist!) töchterlein sehr treffend als „herausgestülpten bauch“ (wie wahr!! wie wahr!!). - am besten zeigt es dir jemand, der damit vertraut ist und dich somit auch psychisch unterstützen kann. - abgesehen davon, dass sich die kleine dann evtl. schneller beruhigen lässt (wir mussten teilweise auch herumgehen oder auf dem geymnastikball „hopsen“; mit baby im tragetuch versteht sich!), weil sie eben die wärme, den geruch der haut, den herzschlag von dir/euch wahrnimmt (und umgekehrt - welch ein wunderbares erlebnis!!! wir leben doch wahrlich in einer welt der „ent-körperung“, doch dies wäre wieder ein weiteres kapitel, über das nachzudenken sich lohnt!) und so könnt ihr euren tätigkeiten trotzdem nachgehen, habt die hände frei und könnt dann das baby, wenn eingeschlafen, ins bettl legen…
ich hoffe dies fest für dich/euch, und wenn du irgenwelche fragen dazu hast, so melde dich doch einfach einmal!

alles gute und weiterhin durchhaltevermögen und ganz viel kraft wünscht dir pulgita!

hier noch ein buch, das ich ebenfalls wärmstens empfehlen möchte: SCHLAFEN UND WACHEN. EIN ELTERNBUCH FÜR KINDERNÄCHTE, mary white (vorwort von ihr, mitbegründerin der LaLecheLiga international)und william sears -> das für mich das allerbeste, weil am hilfreichsten!!, und so verständlich und einfühlsam geschrieben:smile: das übergroße angebot von unzähligen, eben oft unbrauchbaren!!, ratgebern droht einen manchmal zu überschwemmen, deshalb war ich ganz glücklich, dieses buch von der stillgruppe empfohlen bekommen zu haben:smile:

p.s. ich musste schon schmunzeln, eigentlich ist’s ja zum weinen!!?, was den menschen so alles einfällt, wenn sie verzweifelt oder kurzsichtig oder unwissend oder eben alles zusammen sind… gemeint ist das bestimmt sehr kostspielige und wahrscheinlich auch monströse ding, „elekrtrisch angeschubstes kinderbettchen“ genannt; wie herrlich natürlich (!), einfach (!!) und effizienter (!!!) ist hier im gegenzug das tragetuch:smile: alles gute für alle, die sich dafür entscheiden!!!

Hallo Pulgita,

im Alter von 10 Monaten waren meine 2 Mädels bereits so aktiv und mobil, dass sie auch im Tragetuch gern umherzappelten und das damit auch keine ultimaltive Einschlaflösung war bzw. sie auch gern wieder aufwachten, wenn man sie dann ablegte (das auch schon jünger). Daher sparte ich mir die Empfehlung des Tragetuches. Ansonsten hast du natürlich recht: Ein Tragetuch erleichtert Eltern und Kind das Leben ungemein.

Kindertragende Grüße - Heike

hallo!
ich denke auch - das kommt da wohl eher auf’s kind an. es ist eh unheimlich schwer auch aus vielen gut gemeineten ratschlägen das richtige rauszusuchen, da jedes kind so unterschiedlich reagiert. ich hab es die letzten abende übrigens mal ganz einfach mit ins bett legen und streicheln und einfach daneben sitzen bleiben versucht. ( die restlichen tips von wegen ruhigen abend, kleines licht anlassen, usw. hatten wir eh schon vorher) bis auf eine nacht hat’s geklappt. ich musste sie anfangs zwar immer wieder hinlegen weil sie immer wieder aufgestanden ist - und auch da gab’s gebrüll - aber ich hatte trotzdem ein deutlich besseres gefühl als vorher. ich hatte vorher halt ständig gelesen das ein kind am besten von anfang an lernt allein einzuschlafen. da war ich vielleicht ein bisschen „betriebsblind“. für mich ist das manchmal eh ein wenig schwierig alles, ich hab halt überhaupt keine erfahrung mit kindern und auch nicht wirklich viel möglichkeiten mich da auszutauschen.

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