Einschlafprobleme

Hallo,
ich habe eine Frage an alle Eltern mit ähnlichen Problemen.
Meine 4-jährige Tochter kann abends nicht einschlafen und läßt sich dann am nächsten Morgen auch nur sehr schwer wecken. Das führt sowohl Abends als auch Morgens zu erheblichen Streiterein… Bei uns hat sich in den letzten zwei Wochen extrem viel verändert. Umzug in eine neue Stadt, neuer Kindergarten, Trennung von meinem Mann und nächste Woche fange ich auch noch mit einer Umschulung an, d.h. aus den gewohnten 6 Stunden Betreuung werden dann 10 Stunden. Habe abends als auch morgens so ziemlich alles probiert, stehe nun aber etwas unter Druck, denn nächste Woche habe ich keinen Spielraum mehr zum Experimentiern…
Sabse

HAllo Sabse,
bei euch muss wieder Ruhe reinkommen, dann klappt es sicherlich auch wieder mit dem Einschlafen. Es ist doch alles neu für die Kleine, sicherlich steckt sie das alles nicht so leicht weg, hat eventl. sogar Ängste.Versuche du jetzt ruhig zubleiben, denn deine Unruhe macht sie auch noch unsicherer!Setze dich nicht so unter Druck, den Schlaf wird sie sich wieder holen!
Gutes Gelingen:wink:
Manu

Hi,

bei dem was du alles aufzählst steckt die Antwort schon in der Frage und ich glaube dir geht es sicherlich auch nicht viel anders. Natürlich kann es sein, dass du abends vor Anstrengung und Erschöpfung sofort in den Schlaf kommst aber ich könnte mir gut vorstellen, dass ihr beide noch eine ganze Menge an Eindrücken, Ängsten, Veränderungen verarbeiten müsst.

Es ist für Kinder in dem Alter eh völlig normal das sie zum Einschlafen etwas mehr Zeit brauchen, zum einen gilt es halt den Tag zu verarbeiten zum anderen fängt in dem Alter auch das Interesse dafür an, was wohl passiert wenn Mama oder Papa mich ins Bett stecken.

Was ihr beide aber vermeiden solltet, ist daraus ein Streit (bei dem eh keiner gewinnen kann) zu machen. Liest noch ein Buch oder erzählt euch Geschichten, redet über den Tag und nehmt euch Zeit zum Kuscheln.

Viel Glück und viele Grüsse
Me

Hi Sabse,

wurde ja schon gesagt: bei so viel Neuerungen - kein Wunder, dass die Kleene Einschlafschwierigkeiten hat.

Wie gestaltest Du denn das ZuBettgehen? Wichtig ist m.E. ein Ritual, bei dem Du Deiner Tochter das Gefühl gibst, dass Du ganz bei ihr bist und Du ihr alle Zeit der Welt lässt zu erzählen. Ihr vorlesen. Ein Schmusetier mit einbeziehen. Und dann das Licht ausmachen, sich zu ihr legen, ein bisschen knuddeln, ihr Sicherheit geben. Sie muss doch total verunsichert sein, wenn alles Vertraute zunächst genommen ist.

Und ganz wichtig: Selbst gelassen sein (notfalls üben :wink:), Deine Anspannung überträgt sich voll auf Deine Tochter, also ist schon viel gewonnen, wenn Du selbst stressfrei bist.

LG Anja

Hallo,

ich würde dir empfehlen: nimm dir Zeit.
Vielleicht schläft deine Tochter dann eine halbe Stunde später ein, schläft aber ruhiger und zufriedener (ein).

Nimm dir am Morgen und am Abend Zeit zum erzählen, spielen, malen etc. Führt - gerade, wenn sie so lange fremd betreut wird - eine Zeit nur für euch ein. Kinder, deren Eltern arbeiten, können bei guter Planung mehr von ihren Eltern haben, als bei „Hausmüttern“.

Durch die Trennung, deiner Umschulung und den ganzen Veränderungen haben viele Kinder Verlassensängste. Wirst du sie auch verlassen? Wirst du sie immer abholen?
Versuche sie zu verstehen. Du musst auch nicht immer die Starke spielen. Du kannst auch deiner Tochter sagen, dass du traurig o.ä. bist. Kindgerecht erklärt ist das gar kein Problem.

Gönnt euch auf jeden Fall Zeit zusammen. Macht mal einen Ausflug. Muss ja nichts teures und aufregendes sein. Blätter und Kastanien sammeln ist kostenlos und verunsichert nicht zusätzlich. Auch könnt ihr gemeinsam kochen. So verbingt ihr Zeit zusammen und du erfüllst deine Hausarbeit.

Solltest du mal einen Tag frei haben, schick sie nicht in den Kindergarten, wenn sie nicht darauf besteht. Schlaft aus, kuschelt uns verbringt einen Tag zusammen.

Zum Einschlafen speziell: Wenn es mit den Verlassensängsten zu doll wird, lass sie in deiner Nähe schlafen. Vielleicht auch in deinem Bett. Diese Phase geht auch wieder vorbei. Sie wird dann irgendwann - wenn sie bereit ist - in ihr Bett zurückkehren.
Nehmt euch Zeit für Rituale. Jetzt hat sich vieles geändert, da muss jetzt eine gewisse Regelmäßigkeit einkehren.

Du hast jetzt seit zwei Wochen alles mögliche probiert… das verwirrt… Entwickle ein Ritual, bei dem du bleibst. Du kannst sie auch etwas in die Entscheidung mit einbeziehen. Vielleicht möchte sie, dass ihr zusammen regelmäßig ihre Puppen ins Bett bringt o.ä. Lass dich darauf ein. Wichtig ist nur, dass ihr ein Ritual habt und auch noch über wichtige Dinge reden könnt.

Viele Grüße
Tato

Antwort: Einschlafprobleme
Tausend Dank an Euch alle,
das mit dem Ruhigbleiben meinerseits ist tatsächlich gerade nicht so einfach bei mir selbst, aber ich arbeite an mir.
Unser gemeinsames Einschlafritual weicht tagtäglich auch tatsächlich immer etwas vom gewohnten ab. Ich werde versuchen das zu vermeiden. Geschichte(n) vorlesen, noch etwas Musik hören und was wirklich geholfen hat, ist mich neben sie zu legen und, wie wäre es anders zu erwarten, vor ihr einzuschlafen…Prompt hat auch sie geschlafen… Mir fehlt dann zwar ein wenig meiner eigenen Zeit am Abend, aber ich denke mal die wird auch irgendwann wieder kommen :smile:.
Wie trainiert man denn die eigene Gelassenheit? Da muß ich dann für mich selbst auch Rituale schaffen?
Es sind halt viele Veränderungen auf einmal. Ich weiß ja worauf ich mich einlasse, aber meine Kleine muß das bestimmt erst noch „lernen“ das auch jetzt alles funktionieren wird…
Drückt mir die Daumen, daß das mit dem gemeinsam Einschlafen langfristig als Lösung funktioniert.
Noch einmal vielen lieben Dank!!!
Sabse

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Hallo,

Wie trainiert man denn die eigene Gelassenheit? Da muß ich
dann für mich selbst auch Rituale schaffen?

Das ist keine schlechte Idee.
Mir hat Vorsingen (ich singe schrecklich!) immer geholfen,
weil man dabei ein bestimmtes Tempo einhalten muss.
Das war z.B. sehr hilfreich an Tagen, wo ich noch viel
machen wollte oder wo ich wegwollte, wo ich innerlich
unruhig war - durch das Singen habe ich mich beruhigt
und diese Ruhe weitergegeben --> meine Kinder schliefen
schneller ein.

Es sind halt viele Veränderungen auf einmal. Ich weiß ja
worauf ich mich einlasse, aber meine Kleine muß das bestimmt
erst noch „lernen“ das auch jetzt alles funktionieren wird…

Als unsere Jungs 3 und 4 Jahre alt waren, sind wir in
ein anderes Land gezogen. Es gab zwar keine Einschlafprobleme,
aber andere massive Probleme. Mir wurde irgendwann klar,
dass ich die Kinder extrem verunsicherte (ohne das zu wollen).
Ich kam mir bei diesem Umzug total unbeteiligt vor, hatte
den Eindruck, dass meine Zustimmung oder Ablehnung keinerlei
Einfuss auf die Entscheidung hatte: er fand unweigerlich
statt. Ich fühlte mich machtlos.
Für Kinder ist es existenzbedrohend, wenn die Mutter (oder
der Vater) machtlos erscheinen. Ich vermittelte meinen Jungs
diese Ohnmacht auf verschiedene Weise: ich sagte Dinge am
Telefon oder zu Freunden, die das ausdrückten - mir war nicht
bewusst, dass Kinder IMMER mithören. Egal, wie weit weg sie sind,
egal, wie intensiv sie sich gerade mit einem Spielzeug beschäftigen

  • sie hören mit und ziehen ihre Schlüsse.
    Ich habe eine vielleicht ungewöhnliche Art, mich in neuen
    Städten zurechtzufinden - ich fahre drauf los, verfahre mich
    und finde mich dann mit STadtplan wieder zurecht. Mehr als
    einmal am Tag sagte ich im Auto wohl: „Mist. Jetzt weiß
    ich nicht mehr, wo ich bin.“ Mir wurde klar, wieviel Angst,
    das einem Kind machen muss.
    Wenn im neuen Haus etwas kaputtging oder nicht klappte,
    schimpfte ich vor mich hin, dass nichts klappte und ich
    allein nicht weiterkam und auf meinen Mann warten müsse (der
    zu allem Überfluss in dieser Zeit oft tagelang außer Haus war).

Als mir das klar geworden war, änderte ich mein Verhalten radikal
und wurde eine Zeitlang zu SUPERMUM.

  1. Ich sagte nie mehr, dass mir das neue Zuhause nicht
    gefiel, mir gefiel ALLES, fand es gut, meckerte nicht mehr usw.
    (hat mir übrigens auch persönlich geholfen, mich in die Situation
    zu finden).
  2. Ich verfuhr mich nie mehr. Kann sein, dass wir manchmal drei
    Stunden für einen WEg brauchten, der eigentlich kurz war, aber
    das sagte ich nie mehr laut. Ich wusste (zumindest für die
    kleinen Passagiere hinter mir) IMMER genau, wo wir waren und
    wie wir in unser Haus zurückkamen.
  3. Ich konnte alles reparieren und wurde mit jeder Situation
    fertig. Als z.B. die Waschmaschine kaputtging, schnappte ich
    mir den Werkzeugkasten, schraubte auffällig an dem Ding rum,
    sagte schließlich, dass mir ein Ersatzteil fehle, was ich
    erst kaufen müsse. Meine Jungs waren beeindruckt, wie sehr
    ich die Welt beherrschte.

Lange Rede (aber ich dachte, die Beispiele verdeutlichen es
besser), kurzer Sinn: deine eigene Unsicherheit über die neue
Situation solltest du jetzt möglichst fernhalten von deiner
Tochter. Sie muss sich selbst neu orientieren und es gibt
ihre Selbstvertrauen, wenn sie weiß, dass du die
Sache im Griff hast. Wenn du dich ausheulen musst oder
das Bedürfnis zu meckern, geh zu einer Freundin/einem Freund.

Gebt euch beiden Zeit, ihr habt im Moment einfach viel
vor (und wahrscheinlich auch hinter) euch.

Gruß
Elke

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Hallo Elke,

ich muss aber hinzufügen, dass man selbst auch überzeugt sein muss. Es nützt nichts, wenn man seinen Kindern eine heile Welt vorspielt. Die merken auch das. Schafft man es nicht, die Supermum zu sein, sollte man offen dazu stehen.
Ich hingegen vertrete die Ansicht, dass man seinen Kindern ruhig sagen kann, dass man einfach nicht weiter weiß oder traurig ist.
Das natürlich nur in einigen Situationen und nicht auf’s Leben bezogen. Das würde natürlich zu sehr verunsichern.

Ich denke, man darf ruhig zugeben, dass man von der Wachmaschinenreparatur keine Ahnung hat. Kinder können auch nicht immer alles. Wenn du perfekt bist, haben sie auch den Anspruch an sich selbst und sind schnell frustriert. Die Eltern dürfen mal nicht weiter wissen, aber nicht frustrieren. Ich denke, das Ziel sollte sein, in Situationen, in denen man nicht weiter weiß, eine Lösung zu finden.

Hast du dich verfahren, kann man anhalten und nach dem Weg fragen. Welche Lösungsmöglichkeit gibst du deinen Kindern sonst mit auf den Weg? Frage bloß niemanden? Bitte nicht um Hilfe? Tu so, als ob du alles kannst?
Vielleicht habe ich dich nur falsch verstanden…

Gruß
Tato

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Hallo,

gerade in Phasen, in denen viel Unsicherheit herrscht, kann es für die Kinder sehr wichtig sein, im selben Bett wie die Eltern bzw. die Mutter zu schlafen. Das stößt zwar immer auf ein entsetzes „Die kriegst du ja nie wieder raus!“, aber das ist ein Trugschluß. Wenn Du es Dir also vorstellen kannst, die Kleine mit ins Bett zu nehmen, hilft das unter Umständen auch, weil es ein Stück mehr Geborgenheit und Aufgehobensein ist. (Wir haben unsere beiden Kinder von Anfang an im Bett gehabt – mein Mann baute extra ein 2,70 breites dafür, damit alle schön Platz haben – und haben es nicht bereut)

Grüße,
Angela

Hi Tato,

es war eine Strategie für eine bestimmte Situation
in einer begrenzten Zeit. Mir wurde damals klar,
dass meine Kinder mich nur unsicher erlebten.
Die „Supermum“ das war ich dann für eine relativ
kurze Zeit, bis meine Kinder sich eingelebt hatten
und selbst wieder ihr Gleichgewicht gefunden hatten.

Vielleicht hätte ich dazufügen sollen, wie wir überhaupt
auf den Gedanken kamen. Wir waren damals nach unserem
Umzug bei einer Art Erziehungshilfe. Dort wurde nach
etlichen Sitzungen uns nahe gelegt, dass in unserer Familie
das Macht-Gleichgewicht aus den Fugen zu sein schien - unser
jüngster Sohn schien der „Machthaber“ zu sein.
Wir haben das dann lange zu zweit und mit dem Beraterteam
durchdiskutiert und kamen zu der Erkenntnis, dass nicht
er zu stark war, sondern ich als zu schwach rüber kam
(das war ein Unterschied). Die beschriebene Strategie
brachte wieder das Gleichgewicht in unsere Familie.

Ich verstehe ,was du sagen willst, aber gerade in einer
Situation wie die der Ausgangsposterin ,wo das ganze Leben
durcheinander geraten zu sein scheint und alles neu organisiert
werden muss, braucht ein Kind einen festen Anker oder um
ein anderes Bild zu nehmen, einen Fels, auf den sie sich
„felsenfest“ verlassen kann. Ein Elternteil, das immer wieder
sagt: „Ich habe keine Ahnung, wo ich bin.“ vemittelt
keine Geborgenheit.
Das hat nichts damit zu tun, nie gegenüber Kinder
Schwächen einzugestehen und „perfekt“ sein zu wollen.
Was mein Waschmaschinenbeispiel betrifft - es war nunmal
das genaue Gegenteil von meinen früheren Reaktionen
im Angesicht von kaputten Haushaltsgeräten etc. --> beinahe
Panik.

Gruß
Elke