Einschulung ja oder nein

Hallo,

meine Frau und ich stehen vor der Entscheidung, unseren Sohnemann (wird Dez.05 6 Jahre alt) für die Grundschule (Bayern, Dorfschule) einzuschreiben - dies ist nach neuer Regelung ohne Problem möglich.

Der Rat der Kindergärtnerin ist nicht eindeutig, einerseits sieht sie noch eine nötige soziale Entwicklung, andererseits würde sie auch eine Einschulung unterstützen.

Der Kleine ist intellektuell fit, baut mit Konstruktionsbaukästen nach Explosionszeichnung auf, stellt tiefgründige Fragen mit weiterem Nachhaken etc.
Andererseits ist er vom sozialen noch richtig ein Kindergartenkind - pausbäckig, Spielkind, noch unflexibel (oder stur?)…
Konzentrieren kann er sich auch für längere Zeit sehr gut.
Er ist aber mit sich selbst und dem Kindergarten zufrieden und glücklich.

Wenn wir noch ein Jahr mit der Einschulung warten, dann wird er 3 Monate nach der Einschulung 7, kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vor der Schule Lesen und Schreiben (ich und meine Frau konnte es mit 5, ich bin selbst auch mit 5 Jahren eingeschult worden).

Für uns stellt sich jetzt eigentlich nur diese Frage, was besser ist:

  1. Einschulen trotz Kindseins (jüngster in der Klasse) und evt. vorhandener sozialer Defizite?
  2. noch nicht Einschulen und warten, bis er sozial reif ist?

Was ist also schlimmer?
in der Schule als Jüngster sozial zu reifen und gefordert zu werden oder als „normal alter Schüler“ zwar integriert zu sein, sich dafür zu langweilen?

Was meint ihr dazu? Danke für alle Antworten!!
Korbinian

Hallo Korbinian,

wir standen vor einem Jahr genau vor der selben Entscheidung (unser Sohn wurde allerdings schon im September 6 Jahre). Bei uns war die Situation allerdings so, daß der Kindergarten sehr für die Einschulung war und ein weiteres Jahr dort ihn eher gelangweilt hätte. Trotzdem haben wir auf Anraten der Schule einen Schultest mit ihm gemacht. Er durfte für 3 Stunden an einem Tag die Schule besuchen und 2 Lehrerinnen haben eine kleine Gruppe von 5 Kindern „getestet“.

Unser Sohn wollte aber auf keinen Fall noch ein weiteres Jahr im Kindergarten bleiben, da nämlich auch seine Spielkumpels alle in die Schule kamen (und nicht unbedingt in die selbe Schule).

Wenn sich Euer Sohn allerdings im Kindergarten noch sehr wohl fühlt, würde ich nicht auf eine Einschulung drängen. Auch wenn er dann schon fast 7 ist, das ist eher nicht von Nachteil, und das einige Kinder schon ein bischen lesen können, kommt auch immer wieder vor. Vielleicht wäre es dann sogar besser eine Klasse zu überspringen (das hat unser Patenkind gemacht, der kam nach dem ersten Halbjahr in der Schule direkt in die 2. Klasse).

Ich kann Dir das Buch „Ist mein Kind schulpflichtig“ von Armin Krenz sehr empfehlen (wenn Du willst kannst Du das Buch von uns bekommen, mail einfach). Es ist sehr gut geschrieben und hilft Euch vielleicht in Eurer Entscheidung.

Liebe Grüße

Sabine

Hallo Sabine,
danke für den Tipp und das Angebot!
Grüße
Korbinian

Hallo,

guten morgen,

meine Frau und ich stehen vor der Entscheidung, unseren
Sohnemann (wird Dez.05 6 Jahre alt) für die Grundschule
(Bayern, Dorfschule) einzuschreiben - dies ist nach neuer
Regelung ohne Problem möglich.

ich hatte genau dieselbe entscheidung zu treffen, mein kind wurde im november 6.

Der Rat der Kindergärtnerin ist nicht eindeutig, einerseits
sieht sie noch eine nötige soziale Entwicklung, andererseits
würde sie auch eine Einschulung unterstützen.

unsere kindergärtnerin war damals von unserem junior sehr angetan - überdurchschnittlich intelligent und total fit. kognitiv war er soweit, eingeschult zu werden.

Er ist aber mit sich selbst und dem Kindergarten zufrieden und
glücklich.

und genau das ist wichtig. solange er sich im kiga glücklich und zufrieden fühlt, würde ich ihm ein weiteres „spieljahr“ gönnen. das stärkt sein selbstbewußtsein und er ist nicht immer der jüngste und kleinste in der klasse.

Für uns stellt sich jetzt eigentlich nur diese Frage, was
besser ist:

  1. Einschulen trotz Kindseins (jüngster in der Klasse) und
    evt. vorhandener sozialer Defizite?
  2. noch nicht Einschulen und warten, bis er sozial reif ist?

wir haben uns damals dazu enschieden, ihn noch ein jahr im kiga zu lassen. er wurde mit 6 eingeschult und wurde 2 monate später 7. altersmäßig liegt er in der klasse im mittelfeld.
unser sohn geht jetzt in die 2. klasse und rückblickend gesehen, war es eine gute entscheidung, mit der einschulung noch 1 jahr zu warten. er ist in diesem einen jahr sozial gereift und wir konnten dnn wirklich sagen: jetzt ist er wirklich in allen belangen schulreif.

Was ist also schlimmer?
in der Schule als Jüngster sozial zu reifen und gefordert zu
werden oder als „normal alter Schüler“ zwar integriert zu
sein, sich dafür zu langweilen?

das kann man so einfach nicht sagen. mein sohn ist recht intelligent, ist der klassenbeste. aber durch seine soziale kompetenz steht er bei den mitschülern nicht als streber da, weil er den schwächeren hilft. wäre er ein jahr früher in die schule gekommen, so sagt zumindest der lehrer, hätte es probleme gegeben: jüngstes kind in der klassen, dazu noch klassenbester, soziale fähigkeiten noch nicht ganz ausgeprägt: da hätte er sich in eine ecke gedrängt.
langweilen tut sich mein sohn nicht. er ist froh, daß er nicht viel lernen muß, um etwas zu begreifen, doch er weiß, daß man sich teilweise auch lösungswege erarbeiten muß.

Was meint ihr dazu? Danke für alle Antworten!!

bitteschön :smile:

grüße
elisa

Korbinian

hallo!

ich stimme elisa und hobitzker grundsätzlich zu, was aber daran liegen mag, das ich selber ein jahr zurück gestuft wurde - nicht der intelligenz wegen, sondern weil ich sonst komplett aus meinem freundeskreis gerissen worden wäre.
somit war ich fast immer die älteste der klasse, und hab es nie als unangenehm empfunden. ich war auch immer die beste der klasse, was ich aber für eher als vorteil empfand, da ich allgemein mein pensum besser verteilen konnte -> weniger stress.
allerdings ist das unterschiedlich, ich kenne auch ne ganze reihe juni- bis septembergeborener, die sich pudelwohl gefühlt haben als nesthäkchen der klasse.
allerdings, wie schon gesagt, nur damit er am ende vielleicht ein jahr zeit spart, würde ich den kleinen noch nich einschuln lassen. soll er mal das spielen genießen, arbeiten muss er später noch genug. und gegen langeweile gibts genug ausweichmöglichkeiten, gegen unglücklichsein, weil er der jüngste ist, vielleicht nicht.

gruß
yvi

Hallo,

meine Frau und ich stehen vor der Entscheidung, unseren
Sohnemann (wird Dez.05 6 Jahre alt) für die Grundschule
(Bayern, Dorfschule) einzuschreiben - dies ist nach neuer
Regelung ohne Problem möglich.

wie schon zwei geschrieben haben: Wenn seine Freunde den Kindergarten verlassen, dann lass ihn einschulen, wenn der Freundeskreis eher die dableibenden sind, dann ist er besser noch im KiGa aufgehoben.

Meine Tochter habe ich aus eben demselben Grund seinerzeit (mit allen anderen Faktoren passend, soweit ein Kind "zu 100 Prozent in die Schule passt (-:smile: in dem Jahr einschulen lassen, in dem sie sechs wurde. Dies allerdings auch schon im August, aber trotzdem ja als Kann-Kind.

Emotionale Stabilität ist einfach so wichtig in dem Alter, und die besten Freunde können einem diese gut geben, wenn sie den Wechsel gemeinsam erleben.

Gruß, Karin (ansonsten eher ein Fan von früh einschulen, selber mit 5 in die Schule gekommen und trotzdem noch gelangweilt, aber das waren auch nochmal andere Zeiten)

Hallo,

nur, um Dich noch weiter zu verwirren:

Ich wurde damals schon mit 5 eingeschult. Von den Leistungen her war das okay. Es war schon etwas doof, immer der Jüngste zu sein, aber schlimm war es nicht. Habe es nicht bereut.

Meine Kinder habe ich erst mit 7 eingeschult. Hat sich so ergeben. Habe es auch nicht bereut.

Also wie man es macht ist es richtig.

Gruß

Peter

PS. Vielleicht hilft Dir das: ich WOLLTE damals in die Schule. War mir zu langweilig Zuhause.

Hallo Korbinian,

auch wir standen vor diesem Problem, wir hatten das ausführlich hier diskutiert und ich bin nach langem Überlegen zu dem Entschluß gekommen, meine Tochter nicht frühzeitig einzuschulen.

Der Direktor wollte sie früher nehmen, die Caritas hat sie ausführlich getestet (2x45 min), der Schulamtsarzt hatte zugestimmt. Was mir damals bei all diesen Tests fehlte war die Frage nach der sozialen Kompetenz. Keiner hat gefragt, ob sie noch recht schnell weint, sehr erwachsenen-bezogen ist etc. Nachdem mir hier einige liebe Experten geraten haben, das zu überdenken, habe ich mich gegen die erstgenannten Ratgeber entschieden.

Heute ist sie in der ersten Klasse, fühlt sich pudelwohl, ist eine der Besten. Was ich begriffen habe: Viele Kinder kennen schon Buchstaben und können schon rechnen, wenn sie in die Schule kommen. Aber sie lernen in den ersten Jahren SICHER damit umzugehen, was wohl das Wichtigere ist.
Bei uns in NRW wird momentan eine sogenannte Schuleingangsphase installiert. Da vermischen sich 1. und 2. klasse und besonders schlaue könnten nach einem Jahr schon in die 3. Wenn es soetwas bei euch gibt, dann würde ich empfehlen zu warten. wenn euer Sohn der Überflieger ist, dann kann er es ja in der Schule beweisen!

Noch eines: in der Klasse meiner Tochter ist auch so ein ganz junger Mitschüler. Der hat riesige Probleme, weil er sich immer wieder beweisen will und als Kleinster das natürlich nur sehr selten schafft. Er konnte auch schon Buchstaben vor der Einschulung, jetzt gehört er nicht mal zum Mittelfeld der Klasse.

Ich hoffe, ich habe dich nicht entmutigt!

Wenn du Kontakt willst zum reden, dann melde dich noch mal.
Gruß
nicole

Einschulung … nein…
Hallo
Mein Sohn ist im Juli geboren und ich habe ihm mit voller Überzeugung dieses eine Jahr Kindsein noch gelassen. Er hat sich in dem einen Jahr sehr gut entwickelt.Einer meiner Beweggründe war ,dass man das ganze Leben lang Programm hat ,mit Schule Ausbildung ,Beruf .
Er hat die Schule glatt durchlaufen und ein gutes Abi gemacht.
Jüngere Kinder in der Klasse waren oft weinerlicher,ängstlicher ,wenn auch intellektuell schon auf gutem Stand.

Ich würde es jederzeit wieder so entscheiden.

Gruss
Kosmokatze

Danke bis jetzt für die vielen guten Ratschläge!
… was nicht heisst, dass ich damit die Diskussion beenden will!

Ich finde ja nicht unbedingt, dass mein Sohn ein „Überflieger“ ist, aber ich dachte mir auch, wozu noch ein Jahr warten, wenn es jetzt schon ginge.

Vom Freundeskreis her ist es eher egal, ob er jetzt oder später in die Schule kommt.

Korbinian

Ich seh’s wie Kosmokatze

Gruß

jo perrey (Lehrer)

noch ein Argument für nein

Hallo Korbinian,

eines noch: dein Sohn wird sich immer an den Mitschülern messen, dann ist es doch besser, wenn er auch gleiche Vorraussetzungen (Alter) hat!

Gruß
nicole

Es ist nicht einfach und schon gar nicht pauschal zu beantworten. Man weiß ja bei allen Beispilen nie so genau, wie es gekommen wäre, wenn die Eltern eine andere Entscheidung getroffen hätten. Ich war unter damaligen Voraussetzungen auch so ein früher eingeschultes Kind (was haben sich die Omas alle gesorgt) und ich kann Dir sagen, ich habe dadurch überhaupt keine Nachteile gehabt. Ohne ein Wunderkind gewesen zu sein, gehörte ich immer zu den besten Schülern der gesamten Klassenstufe und war auch sonst nirgends unterlegen. Meine Schwestern wurden beide ‚normal‘ eingschult, haben aber auch beide sehr gute Leistungen gehabt.

Wichtig ist, dass ein wissbegieriges Kind entsprechende Förderung erhält. Das muss ja nicht unbedingt schon die Schule sein, wenn der Kindergarten oder eine Vorschule entsprechende Angebote haben, dann lass dem Kind noch das Jahr Freiheit von Hausaufgaben und stillesizten. Bei Jungs sollte man auch bedenken, dass sie in der Pubertät entwicklungsmäßig eh ein wenig hinter den Mädchen herhinken, da könnte es für Euren Sohn vielleicht noch mal problematisch werden, kommt sicher auch drauf an, wie Eure familiäre Konstitution so ist. Meine Schwester hat ihren Sohn deshalb erst mit sieben geschickt, trotzdem litt der immer darunter, dass er mit 13 noch etwas klein war.

Wenn er allerdings selber unbedingt will, dann leg die Entscheidung in die Hand der Schulärzte und Pädagogen, die die Vorschuluntersuchungen machen. Wenn wirklich Schulreife besteht, dann kann er sicher auch gehen.

Viele Grüße,
Maid :smile:

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