Hallo,
die Fähigkeit mit Geld umzugehen, wird bereits in der Kindheit erlernt. Das ist ein Zweck von Taschengeld. Das Kind gibt es zuerst mal sofort aus und merkt dann, jetzt habe ich nichts mehr. Kredit von den Eltern gibt es nicht. Will das Kind z.B. unbedingt ein bestimmtes Buch, muß es erst sein Taschengeld sparen und kann es dann kaufen. Dabei lernt es auch - wenn es drei verschiedene Bücher haben möchte - zunächst das zu kaufen, das ihm am wichtigsten ist und die anderen für später zurückzustellen - also Verzicht!
Wer das in der Kindheit/Jugend nicht gelernt hat, immer alles bekam, was er sich wünschte, auch mehr Geld bekam, wenn er darum bat, kann später auch nicht mit Geld umgehen. Und diese Vorgehensweise ist in vielen Familien an der Tagesordnung.
Hinzu kommt dann noch die viele Werbung, die ständig Wünsche weckt, meist für Dinge, die man gar nicht braucht oder realistisch gesehn nicht erfüllbar sind.
Und dann flattern den jungen Menschen und Erwachsenen ständig Werbungen für Kredite ins Haus: „mach jetzt Urlaub - zahle später“.Oder es werden eine neue Küche, neues Wohnzimmer, Elektrogeräte alle ziemlich gleichzeitig auf Raten gekauft. Das ist besonders für jene, die den Umgang mit Geld nicht gelernt habern, sehr verlockend! Sie greifen blind zu, sind sich dabei aber nicht bewußt, daß dieses Geld in Raten zurückgezahlt werden muß, außerdem Zinsen - und nicht zu knapp - anfallen, sie dann für längere Zeit monatlich weniger zur Verfügung haben werden, daß dies Verzicht bedeutet… Irgendwann kommt es dann zu extremer Verschuldung.
Jemand, der gelernt hat mit Geld umzugehen, wird sich den benötigten Betrag ansparen, auf der Bank trägt er etwas Zinsen, und dann den Urlaub, das Wohnzimmer usw. mit dem Gesparten bezahlen. Da hier keine Sollzinsen anfallen, ist das dann erheblich billiger, und letztlich kann sich dieser Erwachsene mehr leisten, als der, der auf Kredite baut.
Ein Hauskauf ist nur teilweise eine Ausnahme, denn je mehr Eigenkapital vorliegt, umso geringer sind auch die Zinsen, aber die Beträge sind hier so groß, daß ein Ansparen nicht so sinnvoll ist, weil man gleichzeitig mit der Belastung die Miete einspart und einen Wert aufbaut. Also eine etwas andere Rechnung aufstellen kann. Bei Gebrauchs- und Verbrauchswaren tritt das aber nicht zu.
Gruß,
p+p