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Guten Tag,ich habe eine Frage. Ich bin im Deutsch LK und bräuchte mal eure Profi Meinung, ob die folgende Analyse gut ist

Das mir vorliegende Liebesgedicht „Der Asra“ des Autors Heinrich Heine, welches im Jahre 1851 geschrieben wurde, handelt von einem Sklaven, welcher sich in eine Sultanstochter verliebt hat und deswegen sterben muss. Auf Grund des Titels und der Entstehungszeit kann man vermuten, dass sich diese Geschehnisse in einer von Deutschland eroberten Kolonie in Afrika abspielen. Die Interpretationshypothese bei diesem Gedicht ist es, die Menschen über die unterschiedlichen Klassenunterschiede zu informieren und dass es passieren kann, dass sich Sklaven auch in ihre Eigentümer verlieben.

H. Heine schrieb dieses Gedicht unter dem Einfluss der Romantik. Obwohl es bereits nach der Epochenzeit geschrieben, treffen einige Details der Romantik auf dieses Gedicht zu. Das lyrische – Ich zog sich in eine idyllische Natur zurück und schuf sich somit Fluchträume vor der Realität. Auch ist die Sehnsucht, die im Gedicht beschrieben wurde, deutlich erkennbar.

Die Menschen kämpften zur damaligen Zeit für Grund- und Menschenrechte, politisches Mitsprachrecht und Verbesserung der Lebensbedingungen. Da die regierenden Fürsten dieses jedoch nicht zugelassen haben, sie hätten sonst ihre Territorien verloren, kämpften sie für diese Ziele.

Das Gedicht besteht aus vier Strophen à 4 Quartetten. Es ist handelt sich um unreine Reime und somit ist auch kein Reimschema erkennbar. Bei dem Versmaß handelt es sich um einen vierhebigen Jambus, mit einer weiblichen Kadenz. Die Stimmung bei diesem Gedicht ist traurig, da eine Liebe durch Rassenunterschiede nicht erreicht werden kann.

In der ersten Strophe wird beschrieben, dass eine Sultanstochter jeden Tag zum Brunnen geht und dort aufgeregt „auf und nieder“ geht. Die zweite Strophe beschreibt einen jungen Sklaven, welcher ebenfalls täglich am Brunnen ist und sich in die Sultanstochter verliebt hat. In der dritten Zeile geht die Mutter des Mädchens und befielt dem Sklaven, seine Identität preiszugeben. In der letzten Zeile erkennt der Sklave, dass er zum Tode verurteilt ist, weil er sich verliebt hat.

Heinrich Heine beginnt sein Gedicht mit der Beschreibung mit einer wunderschönen Sultanstochter, die immer wieder abends zum Brunnen geht, wo „die weißen Wasser“ plätschern. Das vorhandene Enjabement macht deutlich, dass sie es immer wieder tut. (Z.1-2:
„ Täglich ging die wunderschöne Sultanstochter auf und nieder“) Durch die Worte „ging […] auf und nieder,“ (Z1-2) wird der Zuschauer angeregt, denn zur damaligen Zeit war es nicht üblich, dass Sultanstöchter selbst gingen. Meistens wurden sie getragen. H. Heine stellt auch den Tagesverlauf eines jungen Sklaven routiniert dar, da er, wie in der ersten Strophe das Wort „Täglich“ verwendet (Z.1, 5,8). Dieser Junge Sklave steht, wie die Sultanstochter, jeden Tag am Brunnen. (Z.5-6) Auch wird die Routine dieser Person durch ein Enjambement verdeutlicht. (Z.5-6) Das auch der Sklave sich nicht normal und unterwürfig verhält, beschreibt Heine mit den Worten „ Täglich ward er bleich und bleicher“ (Z.8) Diese beiden Protagonisten treffen sich an einem Brunnen, wo weißes Wasser plätschert (Z3-4: Um die Abendszeit am Springbrunn, Wo die weißen Wasser plätschern“) Da die Sultanstochter, die freiwillig dorthin geht, als auch der Sklave sich dort jeden Tag dort treffen, lässt sich daraus schließen dass sich beide ineinander verliebt haben. Das weiße Wasser spiegelt dabei die Unschuld der Verliebtheit beider Personen wieder. Doch an einem Tage kommt die Mutter der Sultanstochter, welche recht direkt zum Brunnen eilt und den Sklaven mit forschen Worten befiehlt, die Angaben zu seiner Person preiszugeben. (Z.9-13: „Eines Abends trat die Fürstin auf ihn zu mit raschen Worten: Deinen Namen will ich wissen, Deine Heimat, Deine Sippschaft!“) Seit diesem Zeitpunkt weiß der Sklave, dass er nicht überleben wird, denn er gibt als Antwort (Z.13-16: „ […] Ich heiße Mohamet, ich bin aus Jemmen, und mein Stamm sind jene Asra, Welche sterben, wenn sie lieben.

Man kann dieser Gedicht als eine Erzählung einer nie erreichbaren Liebe interpretieren. Der Sklave ist verliebt in eine Sultanstochter, welcher über sein Leben frei verfügen kann. Sie treffen sich tagtäglich am Brunnen, jedoch ist nicht beschrieben, ob sie auch miteinander reden oder „nur“ Blicke austauschen, was auch eine Annäherung wäre. Dieses spiegelt auch die Epochentypische Merkmale wie die unerreichbare Liebe wieder.

Zum Schluss kann man sagen, dass sich meine Interpretationshypothese bestätigt hat. Es ist eine Traurigkeit aus diesem Gedicht herauszufiltern, welche die Gefühle des „Paares“ wiederspiegelt. Wenn man dieses Gedicht auf die damalige Situation in Europa übertragt, kann man feststellen, dass es sich genauso festgestellt hat. Es ist bewiesen, dass sich „normale“ Bürger in Adlige verliebt haben und sogar ein Paar wurden. Der Adlige verlor dabei jedoch all seine Privilegien und seine Autorität, also sein bisheriges Leben.

Grüß dich!
Ich kann dir in Bezug aufs Literarische nicht weiterhelfen. Aber deutschen Besitz in Afrika, „Schutzgebiete“ genannt (d. h. das Reich schützte dort seine Interessen), konnte es damals noch nicht gegeben haben, gab es doch das Reich erst seit 1871. Kolonien, wie man dies landläufig nennt, entstanden offiziell so ab 1885, und einen Sultan müsste man am ehesten auf Sansibar ansiedeln (es gab natürlich auch andere regionale islamische Herrscher), das aber bekanntlich 1890 gegen Helgoland „getauscht“ wurde.
Die Liebesgeschichte als solche hätte natürlich auch schon zur Zeit der Kreuzzüge oder wann auch immer stattfinden können. Eigentlich zeitlos …
Gruß
Sepp