hallo
gilt luther eigentlich als held?
in der verfilmung wird es so dargestellt
die hier im forum sind und sich mit religion auskennen, wissen was er getan und gesagt hat
gruss umungus
hallo
gilt luther eigentlich als held?
in der verfilmung wird es so dargestellt
die hier im forum sind und sich mit religion auskennen, wissen was er getan und gesagt hat
gruss umungus
hallo
gilt luther eigentlich als held?
in der verfilmung wird es so dargestellt
die hier im forum sind und sich mit religion auskennen, wissen
was er getan und gesagt hat
War oder ist das eine Frage??
Im Kino werden so viele Leute als Helden dargestellt, warum nicht auch Luther?
Und für die damalige Zeit wurde es Zeit, dass er auf der Bildfläche erschien.
Er hat schließlich auch die Bibel ins Deutsche übersetzt und damit fürs Volk lesbar gemacht.
Er hat eine einheitliche deutsche Sprache entwickelt.
Er hat der Machtgier der römischen Kirche einen Riegel vorgeschoben.
Usw, usw.
mfgConrad
Im Prinzip ja …
Guten Abend,
… aber … Zweifellos war Luther ein großer Mann. Held? In dem Sinne, dass er der römischen Kirche widerstanden hat - ja. Aber dass er die Bibel ins Deutsche übersetzt hat, er damit eine der wichtigsten Grundlagen für die deutsche Sprache gelegt hat - dazu muss man kein Held sein. Auch dann nicht, wenn ihm die Kirche gerade dieses übel genommen hat: Denn jetzt konnten viel mehr Leute lesen, was da drin stand, und das war vielfach was ganz anderes, als von den Kanzeln gepredigt wurde!
Das er allerdings auch ein ganz schöner „Maulheld“ war, zeigen seine Auslassungen und Pamphlete und übelsten Verleumdungen der Juden und Heiden.
Gruß, Stucki
seine Auslassungen und Pamphlete und übelsten Verleumdungen
der Juden und Heiden.
Richtig Stucki,
dieser Mensch war ein Antisemit und Rassist.
Komisch, was so von manchen Christen angehimmelt wird. Man könnte meinen, die können nicht denken.
Gruß Nicholas
Ach ja, aus mir spricht der Herr. Deshalb habe ich immer recht.
dieser Mensch war ein Antisemit und Rassist.
Komisch, was so von manchen Christen angehimmelt wird. Man
könnte meinen, die können nicht denken.Gruß Nicholas
Ach ja, aus mir spricht der Herr. Deshalb habe ich immer
recht.
Tja, ob man es will oder nicht, einem Herren dient man immer. Welchem dienst Du? (Bitte die Frage nicht übelnehmen, ist nicht böse gemeint).
Ich würde allerdings auch niemandem empfehlen, Luther anzuhimmeln - den Film habe ich übrigens nicht gesehen. Ich glaube aber, daß Gott ihn für eine revolutionäre Sache benutzt hat, von der ich heute profitiere, under anderem indem ich selbst in der Bibel lesen kann. Ob Luther sein ganzes Leben lang ein Christ war oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen, ist für mich aber nicht annähernd so wichtig, wie für ihn selbst.
Tja, ob man es will oder nicht, einem Herren dient man immer.
Aber, Andree, wie kömmst Du denn auf sowas?! Es soll ja auch Menschen ohne Sklavenmentalität geben…
Gruß,
Branden
Hallo,
gilt luther eigentlich als held?
in der verfilmung wird es so dargestellt
Das man sich von Rhetorik, auch der von Filmen, nicht verführen lassen sollte, ist klar.
Luther „anzuhimmeln“ hieße, Luther nicht verstanden zu haben.
Tatsächlich aber gehört Luther zu Ausnahmepersönlichkeiten. Niemand sollte aber meinen, nur weil einer dies ist, wäre dieser auch perfekt und ohne jeden Tadel.
In seiner Zeit galt Luther durchaus bei einigen als Held der deutschen Sache. Die Deutschen fühlten sich, sicher zu Recht, von der katholischen Kirche unterdrückt und ausgebeutet, gerade die politische unterstützung der Ritter (Ulrich von Hutten), die für den Verlauf der Luthersache ungeheuer wichtig war, funktionierte über eine Art „Heldenpropaganda“. Noch extremer war es zur Zeit Bismarcks (Kulturkampf), in der Luther als Symbolfigur gegen den Katholizismus benutzt wurde.
Zurück zu Luther selbst: Eine Ausnahmepersönlichkeit seiner Zeit war er, weil er anders zu denken wagte - auch unter Einsatz seines Lebens. Für uns heute ist er eine historisch bedeutende Figur, auch abseits religiöser Fragen, aufgrund seiner Berufung auf das Gewissen vor dem Wormser Reichstag. Das Gewissen als Instanz von Vernunft (!) und Werten ist wohl eine Grundfunktion moderner Demokratie. NAtürlich war Luther bei allem Kind seiner Zeit, was eben auchheißt, daß er nicht plötzlich und überraschend über die rk Kirche hineinbrach, sondern daß auch seine Gedanken vorbereitet waren. Daß er den römischen Prozeß überlebt hat, ist einer Kette von ploitischen Konstellationen und Zufällen zu verdanken.
So hat er manches eben als erster getan, er hatte die Möglichkeit, seine Gedanken zu entfalten. Da wir nicht wissen, wie es anders gewesen wäre, können wir mit seiner Existenz einige historische Epochen beginnen lassen, die wir als Nachgeborene heute positiv wie negativ bewerten. Für keine, an denen er nicht selbst beteiligt war, sollten wir ihn verantwortlich machen.
Letztlich sind „Helden“ rhetorische Phantasieprodukte, symphathisch an Luther ist höchstens, daß er sich dagegen gewehrt hat, einer zu sein.
Selbstkritischer muß ich zugeben, daß Luther für mich persönlich in manchen Gebieten theologisch ein „Held“ ist, denn er hat den Zweifel zum grundlegenden Axiom theologischer Wissenschaft und Glaubens erklärt.
Grüße,
Taju
die hier im forum sind und sich mit religion auskennen, wissen
was er getan und gesagt hatgruss umungus
hallo Umungus,
gilt luther eigentlich als held?
Wen sprichst Du an? Den Durchschnitt der Bevölkerung, ev. Christen, kath. Christen, Juden, Muslime ?
in der verfilmung wird es so dargestellt
Wer will einen FDilm über einen Looser sehen ?
die hier im forum sind und sich mit religion auskennen, wissen
was er getan und gesagt hat
Wie Stucki und Taju schon geschrieben haben, wird er von den ev. Christen (und wohl auch vom Durchschnitt der Bevölkerung) als eine Ausnahmepersönlichkeit wahrgenommen.
Auf Grund des umfassend überlieferten Schrifttums wird eine Entstehung der Heldenverehrung entgegengewirkt. Jeder findet seinen Stolperstein, ob nun die theol. Begründung für eine Kirchenspaltung (die er wohl nie gewollt hat), seine Haltung zum Bauernkrieg oder seine massiv antisemitische Äusserungen (m. W. im theol. Frühwerk nicht auffällig, aber im Reden/Briefen des späten Luther eindeutig).
Ciao maxet.