Einstellungen bei Digitalkameras

Ich bin gerade wieder einmal dabei, Urlaubsbilder digital zu bearbeiten, erst die bearbeiteten wollte ich entwickeln lassen (weil teilweise zu dunkel, etwas farbstichig).

Nun habe ich zwar bisher die einfachsten Einstellmöglichkeiten der Kamera schon mal genutzt, d.h. das Belichtungsprogramm für Sonnenschein oder Bewölkung, oder abends oder bei Dunkelheit die ISO-Einstellung auch mal bis 400 oder 800 eingestellt. In der Regel habe ich aber mit den Automatik-Einstellungen gearbeitet und bin bisher davon ausgegangen, daß man das am PC besser nachbearbeiten kann als das vielleicht die Programme der Kamera können.

Nun habe ich aber den Eindruck bekommen, daß sich z.B. zu dunkle Bilder, aus welchem Grund auch immer, - paradoxerweise übrigens meistens Bilder, auf denen es zu hell war und damit die Belichtungszeit zu kurz -, nicht mehr gescheit aufhellen lassen, weil Farben zu blass etc.
Offenbar handelt es sich auch nicht bei allen Einstellungen um nachträgliche Programme, sondern um Faktoren, die die Bildqualität bestimmen…

Sorry, falls das jetzt völlig naiv klingt, aber ich habe mich noch nie damit auseinandergesetzt. Sind Belichtungskorrektur, Weissabgleich und Schärfe nur nachträgliche „Programme“? Ich gehe mal davon aus, daß die ISO-Empfindlichkeit und die Belichtungsmessung fest sind.

Dann noch eine Frage zur Komprimierung: Wenn man die bearbeiteten Bilder in der Qualität prinzipiell erhalten möchte, genügt dann eine JPEG-Komprimierungsstufe, die die Bildgröße etwas unverändert läßt (es ist klar, daß bei jeder Bearbeitung etwas verloren geht), oder sollte man verlustlos abspeichern?

Überbelichtete Bildteile lassen sich schwerer „retten“ als unterbelichtete. Wo nur noch weisse Pixel da sind, ist nicht mehr genug Information enthalten,die man variieren könnte. Beim Bearbeiten von Bildern sollte man im Tif-Format abspeichern, da bei jpgs jede Speicherung erneute Kompression und damit Informationsverlust bedeutet. Deine Kamera scheint ein einfaches Modell zu sein, die neigen zu starkem Bildrauschen bei höheren ISO-Zahlen. Hier wird die höhere Empfindlichkeit durch elektrische Verstärkung des Sensorsignals erreicht. Das verstärkt auch die Bildstörungen. Ausserdem sind die Sensoren dieser Mini-Kameras sehr klein und weisen dadurch eine hohe Pixeldichte auf. Das begünstigt Bildrauschen und Sensorerwärmung, die wiederum andere Störungen in der Signalverarbeitung erhöht. Meine alte Olympus hatte nur 1,3 Megapixel, durch ihren relativ grossen Sensor und das gute Objektiv schlug sie in der Bildqualität alle Billigkameras bis 3 Megapixel spielend.
MFG Peter

Überbelichtete Bildteile lassen sich schwerer „retten“ als
unterbelichtete. Wo nur noch weisse Pixel da sind, ist nicht
mehr genug Information enthalten,die man variieren könnte.

Klar, das klingt logisch. Aber richtig nachbearbeiten läßt sich (zumindest mit vertretbarem zeit- und finanziellem Aufwand) ein Bild bei falschen Einstellungen anscheinend nicht immer. Nachschärfen scheint zu gehen, da lasse ich es immer auf „normal“.

Beim Bearbeiten von Bildern sollte man im Tif-Format
abspeichern, da bei jpgs jede Speicherung erneute Kompression
und damit Informationsverlust bedeutet.

Ja, das ist auch klar. Leider geht das nicht, ich weiß nicht, warum.
Der Verlust tritt aber doch nur beim Abspeichern als JPG auf, nicht bei jeder Bildbearbeitungsoperation? Trotzdem mache ich die Operationen immer rückgängig, bei denen man keine Verbesserung sieht.
Ich denke, die Bearbeitung ist immer noch besser zum Entwickeln, als ganz ohne. Aber es ist interessant, daß in der Explorer-Vorschau die Originale normal aussehen, und die Bearbeiteten irgendwie kantig/verzerrt.

Deine Kamera scheint ein einfaches Modell zu sein, die neigen zu starkem Bildrauschen bei höheren ISO-Zahlen.

Eine Ricoh Caplio G3, gekauft vor mehr als 2 Jahren, um die 200 Euro damals, im normalen Handel mehr. Bei ganz hohen ISO-Werten, 800 oder 400 in der Dämmerung, da schon. Aber das ist doch auch normal, oder? Ich war erstaunt, wie gute Bilder man am Abend noch machen kann.

Ausserdem sind die Sensoren dieser Mini-Kameras sehr klein und
weisen dadurch eine hohe Pixeldichte auf.

Die Kamera ist nicht so flach. Ich hätte mir damals auch keinen (qualitativen) Vorteil davon versprochen, denn tragen kann ich eine normale auch.
Danke für Deine informativen Erläuterungen.

Hallo Winter,

bei normalen ConsumerCameras würde ich auf die Speicherung als *.TIF oder sogar *.RAW verzichten, weil das so viel Speicherplatz braucht.
Der Qualitätsverlust als *.JPG ist nicht so schlimm, wenn man in der Kompressionstufe bleibt, in der von der Camera abgespeichert wurde.
Da ist meistens die sogenannte 70% bis 80% -Qualität.
Wenn du beim Bearbeiten des Bildes und danach wieder speichern diese „Standard“-Qualitätsstufe wählst und das Bild nicht auchnoch in der Größe veränderst, dürfte kein sichtbarer Qualitätsverlust auftreten.
So lange du nach dem wieder Öffnen eines so abgespeicherten Bildes und erneutem Bearbeiten die Speicherung immer mit der gleichen Kompressionsstufe vornimmst (eben z.B. die 80%-Stufe), verschlechtert sich die Qualität nicht mehr, auch wenn du das 5 Mal machst.

Empfehlen würde ich dir allerdings, das so wie ich zu machen:
Die *.JPG-Bilder meiner Camera speichere ich nach den allerersten Bearbeitungsschritten (wie z.B. Drehen um 90°) immer in der 100%-Qualitätsstufe neu ab. Alle weiteren Bearbeitungen speichere ich dann auch in der 100%-Stufe ab.
Erst wenn ich das Bild z.B. verkleinere um es für meine Diashows vorzubereiten, nehem ich eine Kompression vor wie z.B. 50%.

Michael

Wenn du beim Bearbeiten des Bildes und danach wieder speichern
diese „Standard“-Qualitätsstufe wählst und das Bild nicht
auchnoch in der Größe veränderst, dürfte kein sichtbarer
Qualitätsverlust auftreten.
So lange du nach dem wieder Öffnen eines so abgespeicherten
Bildes und erneutem Bearbeiten die Speicherung immer mit der
gleichen Kompressionsstufe vornimmst (eben z.B. die
80%-Stufe), verschlechtert sich die Qualität nicht mehr, auch
wenn du das 5 Mal machst.

Jede erneute Speicherung eines jpgs, egal in welcher Komprimierung oder Qualitätsstufe, bedeutet Informationsverlust. Spätestens beim Ausbelichten siehst du den Schlamassel. Auf den meisten bezahlbaren TFT-Monitoren sieht man das nicht, die „verschönern“ die Bilder.
MFG Peter

Hallo,

das kann ich als Informatiker wiederum so nicht stehen lassen.
Es geht bei jeder Bearbeitung, genauer bei jedem Abspeichern schon etwas verloren, wenn auch erstaunlich wenig. Ich habe es eben 13 Mal ausprobiert, einen Punkt radiert (wodurch die Bilder minimal größer geworden sind), Negativbild erstellt und wieder zurück, und man sieht insbesondere an den Bäumen und der Wiese, aber auch an den Sonnenstrahlen deutlich die Effekte und den Qualitätsverlust (JPEG-Artefakte). Die gleiche Aktion ohne Abspeichern zwischendurch macht natürlich nichts. Zwischendurch abspeichern wäre also weniger clever, sofern es nicht verlustfrei gemacht wird.

Die genaue Kompressionsstufe meiner Kamera kenne ich nicht, aber die Bilder sind im Schnitt etwa gleich groß, mal etwas größer, mal etwas kleiner, wenn ich Komprimierungsstufe 3 einstelle.

Grüße
winter