Einstiegsgehalt informatiker dipl. (uni) o. BE

habe ich mich zu billig verkauft?
habe vor 3 monaten in einem kleinen mittelständischen betrieb in nürnberg über zeitarbeit als programmierer begonnen und 1800 € netto kassiert (2500 brutto + 250 verpflegungsmehraufwand).
bin gerade übernommen worden, zunächst zu den gleichen bedingungen. chef versprach mir, er werde mein gehalt erhöhen, wenn wir aus den roten zahlen raus sind.
habe diplom in informatik, uni, in 14 semestern mit 1,7 abgeschlossen und nie gejobbt, auch nicht als werkstudent, hiwi o.a…

Gehalt = Leistungsvergütung

habe vor 3 monaten in einem kleinen mittelständischen betrieb in nürnberg über zeitarbeit als programmierer begonnen und 1800 € netto kassiert (2500 brutto + 250 verpflegungsmehraufwand).

Das ist schonmal gar nicht so schlecht für Zeitarbeit ( Zitat meines ZA-Vermittlers damals „2200 brutto - so eine Chance bekommen Sie nie wieder!“… wie Recht hatte er, lol! )

Aber langfristig ist das recht mager.
Ohne BE paßt das, sollte aber nach spätestens 1 Jahr auf 3000 brutto gehen und dann auch noch ein wenig steigen.

bin gerade übernommen worden, zunächst zu den gleichen bedingungen. chef versprach mir, er werde mein gehalt erhöhen, wenn wir aus den roten zahlen raus sind.

Das Dumme daran ist, daß „Finanzlage momentan schlecht“ ein besch*** Argument für den Arbeitnehmer ist, denn das ändert sich möglicherweise selbst in 30 Jahren noch nicht.
Es gibt ganz legale Methoden, mit denen sich hochprofitable Projekte ins Miese rechnen lassen, um eben genau solche Druckmittel zu haben und nebenbei auch noch die Steuerlast zu reduzieren: Siehe zB. Hollywood-Filmindustrie.

Fast gänzlich ohne BE lasse ich das mit dem Gehalt durchgehen, aber spätestens wenn Du ein bißchen was auf dem Kasten hast würde ich den Spieß rumdrehen: „Wieviel ist meine Leistung denn wert? Erbringe ich 2500 + AG-Anteil an RV, KV + Verpflegungsbonus + Arbeitsplatzkosten an Leistung?“
Wenn dort die Antwort „Nein“ oder „Vielleicht“ ist, mit dem Gehalt zufrieden sein.
Ist sie „Definitiv und noch deutlich mehr“ ist, sollte man das als Argument für Gehaltsforderungen nutzen.
Es ist sch* egal, ob das Unternehmen gerade 1mio pro Monat Miese oder Profit macht - wenn ich Leistung für 50000€ erbringe, habe ich das Recht auf mein Scheibchen davon, wenn ich Leistung für 1000€ erbringe dann habe ich auch kein Recht auf mehr Geld.

Der Arbeitgeber braucht die Leistung, und diese kostet nun mal Geld.
Auch wenn man gerade dieses Argument *nicht* in Gehaltsverhandlungen bringen darf (Gründe gibt’s viele) :
Ist man in der Lage, eine Leistung zu bringen, mehr wert ist als sie kostet - kann man sich ja auch woanders umsehen, ob man mehr für seine Leistung bekommt. Ist dem dann auch so, dann geht der derzeitige Arbeitgeber noch schneller in den roten Zahlen unter, da er ja eine profitable Leistungsquelle verliert (Zahlenbeispiel: wenn ich 50000€ mtl. erwirtschafte und statt 3000€ jetzt 4000€ haben will, der Chef gibt sie mir nicht und ich gehe, verliert er nicht 4000€ pro Monat, sondern 46000€ pro Monat - und damit rettet er sein Unternehmen sicher nicht!)
Darum ist das „erst wenn wir Profit machen“ Argument eigentlich entkräftet.
Aber geh’ in Dich, was für eine Leistung Du wirklich erbringst.

habe diplom in informatik, uni, in 14 semestern mit 1,7 abgeschlossen und nie gejobbt, auch nicht als werkstudent, hiwi o.a…

Note ist sobald man auf dem Arbeitsplatz sitzt wurstegal, Semester auch.
BE ist teilweise wichtig, viel interessanter ist es, was Du auf der Pfanne hast: Bill Gates hatte auch kein Diplom…

Gruß,
Michael

ich würde für den raum münchen derzeit ein einstiegsgehalt für uni informatiker von ca 42k euro schätzen. wichtig ist allerdings zu beachten was man an zusatzleistungen hat. habe vor kurzem den job gewechselt und da ich jetzt keine freien getränke/kaffee etc habe würde ich bei gleichem konsum effektiv nicht mehr als vorher verdienen. 2-3 getränke am tag rechnen sich auf nen monat schon rauf… und im alten job hatte ich 10 kaffee am tag… was das jetzt kosten würde… von erfolgsabhaengigen boni wuerde ich mich uebrigens garnicht koedern lassen, wichtig ist was du monatlich auf dem konto hast.

ps: bei den einstellungsgesprächen die ich in meinem leben mitbekommen habe war berufserfahrung viel wichtiger als uni-note. ein unternehmen will einen moeglichst schnell eingesetzt bekommen udn ich kenne leider genug uni-kandidaten die keine einzige zeile code programmieren koennten.