hallo zusammen
ich halte ein referat über ellis island
dazu habe ich mir statistiken über die einwanderungszahlen in die usa angesehen. hier ein graf von wiki
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/00/E…
ich habe aber eherlichgesagt nicht ganz verstanden wie diese kurve zusatnde gekommen ist…
ich hatte erwartet, dass zur zeit der beiden weltkriege (vorallem dem 2.) viele leute flüchten (zb juden im aufkommenden ns) und dementsprechend die einwanderungszahlen in amerika steigen. aber sie sind auf dem tiefstand…
könnt ihr mir da vllt eine idee beisteuern? =)
ich habe an die weltwirtschaftskriese gedacht aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die noch die folgenden 10 jahre so prägt…
naja wer eine idee über hat kann sie mir ja geben =)
viele grüße
johannes
Hallo !
Um die Jahrhundertwende (1900) zog es viele nach Amerika, weil es
zum erstenmal eine gewisse Reisefreiheit gab. Die einzelnen Staaten,
vor allem in Osteuropa, hielten ihre Einwohner nicht mehr fest.
Es gab zum erstenmal eine Massentransportmöglichkeit durch die Schiffe
der deutschen Reeder. Diese Überfahrten waren erstmals auch für den
kleinen Mann bezahlbar.
Die meisten Osteuropäer waren mehr oder weniger
bis dahin Leibeigene gewesen. Jetzt hatten sie die Möglichkeit, sich zu
verändern.
Während der Nazizeit kamen sogar viele ehemalige Auswanderer zurück. Ihr
„Glück“ hatten sie größtenteils nicht gemacht und in Deutschland, so
glaubten sie, ging es jetzt aufwärts.
Die Juden, die auswandern durften, waren wohl auch einige an Zahl, wurden
aber, glaube ich, nie als „Auswanderer“ bezeichnet. Es gab sie einfach
in dieser Statistik nicht.
Und man hatte nichts zu lachen, während der Nazizeit als „richtiger“
Deutscher auszuwandern. Deshalb gingen diese Zahlen zurück. Die dann aber
schlagartig nach 1945 wieder anstiegen.
Ausgewandert wird immer, wenn die Wirtschaft des eigenen Landes in den
Keller geht. Und – das ersehnte Land selbst, viel verspricht.
Versuch es mal in Bremerhaven, „Auswandererhaus“. Dort findest Du Antworten.
mfgConrad
Die Sache lässt sich so erklären:
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Ab etwa Anfang 1919 herrschte in den USA eine von Demagogen und Teilen der Medien betriebene Panik gegen angebliche „bolschewistische Ausländer/Innen“ u. dgl.
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In den frühen 1920er Jahren hat Congress Gesetze verabschiedet, die die Einwanderung in die USA äußerst stark enschränkten. Diese Gesetze bestimmten auch, dass die Einwanderung die „ethnische Zusammenstellung“ („ethnic composition“) der USA nicht ändern dürfe. Diese Gesetze waren darauf abgestellt, eine große Einwanderungswelle aus irgendeinem einzigen Land zu verhindern. Die Anzahl der neuen deutschen Einwanderer war damals auf etwa maximal 26 000 (?) Menschen im Jahr beschränkt.
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Die Große Depression hielt in den USA bis zum Eintritt Amerikas in den II. Weltkrieg an. Zu dieser Zeit mussten im allgemeinen alle Einwanderer eine finanzielle Garantie erbringen. Wer keine Stellung (mit Arbeitsgenehmigung) im voraus hatte, musste beweisen, dass er dem Staat oder Gemeinden nicht zur Last werden würde. Konkret gesagt, hatte das zur Folge, dass Verwandte oder Wohltätigkeitsorganisationen sich verpflichten mussten, den Einwanderer (samt Familie) zu unterstützen. Diejenigen, die schon 1933 aus Deutschland auswanderten, hatten es im allgemeinen einfacher, als diejenigen, die Deutschland erst später verliessen, denn sie konnten in manchen Fällen nach Bezahlung der Reichsfluchtsteuer genügend Geld mitnehmen, um „sich selbst zu garantieren“. Die Ausfuhr von Geld wurde nachher - die genauen Einzelheiten weiß ich leider nicht - äußerst stark eingeschränkt, bis man 1938 nur RM10,- mitnehmen durfte.
vielen danke euch allen =)