Hi Leute,
es mag vielleicht etwas albern klingen, aber es gibt da etwas, das mich schon seit Wochen beschäftigt…
Bei Aldi & Co. gibt es diese großen 1,5 Liter Flaschen, die aus ziemlich dünnem „Wabbel-Plastik“ (nenne ich mal so) sind.
Was mir ein absolutes Rätsel ist: Wenn diese Flaschen leer sind und man sie zuschraubt, fangen sie nach ca. 1 Woche an, sich zusammenzuziehen und total zu verformen. Woran kann das liegen ? Bei gleicher Temparatur innerhalb der Flasche und im Raum müßte der Druck auch innerhalb der Flasche stabil sein. Was bringt die Luft in der Flasche dazu, unbedingt nach draußen zu wollen ? Ich blicks nicht…
Für Ideen und Antworten wäre ich sehr dankbar.
Gruß, Wylly
Eigentlich ein Fall für den bereich Biologie 
In den Flaschen bleibt immer ein Rest Getränk zurück. Dieser Rest enthält Zucker, und auch ein paar Bakterien.
Die Bakterien vermehren sich, und nehmen dabei den Zucker, und was sonst noch an Getränkeresten in der Flasche bleibt auf. Dabei verbrauchen sie auch den Sauerstoff, der sich in der Flasche befindet. Schon wird die Luft in der Flasche weniger.
Sorry, ich vergaß zu erwähnen, daß es sich hierbei um Wasserflaschen (mit und ohne Kohlensäure handelt)! Ich denke, daß Zucker hier nicht relevant ist…
Was ich noch vergaß: Auf den Flaschen steht meist ei Hinweis, daß man sie in geruchsneutralen Bereichen lagern soll. Das spricht dafür, daß der Kunststoff nicht ganz undurchlässig ist. Aber welche Kraft treibt die Luft nach draußen ?
Hallo Wylly,
ich glaube auch nicht, dass das Problem mit einer bakteriellen Umsetzung zu tun hat.
Vielmehr handelt es sich bei der zugeschraubten Flasche thermodynamisch um ein sogenanntes abgeschlossenes System. Das Gas darin (Luft) verhält sich im Prinzip wie ein „Ideales Gas“, was bedeutet, dass sich geringe Temperaturschwankungen bereits in einer Volumenänderung bzw. auch Druckänderung im Inneren der Flasche bemerkbar machen. Soll heißen: wird die Flasche an einem kälteren Ort gelagert, nimmt das Volumen und auch der innere Druck ab, die Flasche zieht sich zusammen. Bei Erwärmung verhält es sich natürlich umgekehrt.
Sehr schön kannst du dieses Phänomen beobachten wenn du die leere Flasche bei Raumtemperatur fest zuschließt und dann für ca. 5 Min in den Kühlschrank legst.
Übrigens:
In der Physik spricht man von der allgemeinen Gastheorie, es gilt das ideale Gasgesetz: PV=nRT. Dies nur zur Info falls du nach Googeln oder nachschlagen möchtest.
Ich hoffe dir hiermit ein wenig weitergeholfen zu haben.
Grüße
Francoli
dem kann ich voll zustimmen…
das Gas Gesetz von Joseph Louis Gay-Lussac
halbe temperatur halbes Volumen … war doch so oder?
http://www.pctheory.uni-ulm.de/didactics/thermodynam…
http://de.wikipedia.org/wiki/Gasgesetze
grüße
ichnixweiss
…ja genau. Gay-Lussac wäre hierbei ein Spezialfall, der sich aus der allgemeinen Gasgleichung ableiten lässt.
Francoli
Mir ist das auch schon oft aufgefallen. Aber es ist schon so, daß die Flaschen kühler sind sobald sie sich zusammenziehen.
Überleg mal: Du hast in der Regel die Flasche in der Hand, wenn Du sie im leeren Zustand verschließt. Deine Hand ist deutlich wärmer als die Umgebung und diese Wärme wird immer nach innen abgegeben.
Liegt die Flasche länger, kühlt sie auf Umgebungstemperatur ab.
Sobald die deformierten Flaschen bei mir im Auto landen, um sie zurückzubringen, passiert oft genau das Umgekehrte. Im Auto ist es zur Zeit meist sehr warm durch die Sonneneinstrahlung.
Ich erschrecke meist während der Fahrt, weil das Ausbeulen mit einem lauten Plöpp passiert.
Die Sache mit den Bakterien ist eher Unsinn. Sollten wirklich Zuckerreste vorhanden sein, dann erhöht sich sogar der Gasanteil in Anwesenheit von Mikroben.
Der Zucker wir in der Regel nämlich vergährt und dabei entsteht Kohlendioxyd, wobei der Sauerstoff aus dem Zuckermolekül kommt.
Hallo,
danke, daß Ihr Euch so sehr um eine Antwort bemüht. Aber trotzdem bleibt das Ganze mysteriös. Denn es ist tatsächlich so, daß der Effekt i.d.R. erst nach frühestens 1 Woche auftritt, Sommer wie Winter. Da habe ich die Flasche schon lage nicht mehr in der Hand. Und es ist egal, bei welcher Temperatur ich die Flasche (leer) verschlossen habe. Sie steht dann bei Zimmertemperatur in der Ecke. Egal, ob es dann mal wärmer oder kälter im Zimmer wird; nach 1-2 Wochen sind die Flaschen um mind. 1/3 zusammengefallen.
Eine andere Möglichkeit würde mir noch einfallen.
Wenn das Plastik möglicherweise eine chemische Reaktion mit dem Sauerstoff eingeht, dann würde es auch einen Unterdruck geben.
Vielleicht fragst Du mal im Chemiebrett nach.
Von eineigen Kunststoffen ist ja bekannt, daß die sie mit der Zeit spröde werden, weil sie eben ganz langsam mit dem Luftsauerstoff reagieren.
Das erscheint mir eine Möglichkeit zu sein. Warum schreiben sie sonst Aufbewahrungsvorschriften auf die Flasche ? Und wieso soll man eine noch verschlossene Wasserflasche geruchsneutral lagern? Bei Glasflaschen ist das auch nicht nötig. Spricht also irgendwie schon dafür, daß da was reagiert und danach diffundiert…
…dies ist tatsächlich nicht auszuschließen. Es ist bekannt, dass bestimmte Kunststoffarten an Luft über sogenannte Radikale oxidieren können. Auch können sogenannte unstabilisierte Kunststoffe wohl Sauerstoff sehr rasch absorbieren. Allerdings erscheint mir der Zeitraum von 1-2 Wochen über diese Mechanismen als sehr kurz. Es sei den, es wären höhere Temperaturen, z.B. durch direkte Sonneneinstrahlung o.d.g., mit im Spiel. Dies ist aber nach obiger Beschreibung wohl nicht der Fall.
Ein Experte für Kunststoffe (Materialwissenschaftler) könnte hier sicher weiterhelfen.
Gruß
Francoli
Moin, Wylly,
fangen sie nach ca. 1 Woche an, sich zusammenzuziehen und total zu verformen.
bei mir tun sie das im Winter mehr, im Sommer weniger. Ich bewahre sie in der Garage auf, und dort machen sie brav jeden Temperaturwechsel mit. Das Zeug ist so weich, dass ich den Unterschied zwischen morgens und abends sehe.
Was bringt die Luft in der Flasche dazu, unbedingt nach
draußen zu wollen ?
Die Luft will nach draußen? Dann müssten sich die Pullen ja aufblasen.
Gruß Ralf
Hallo Wylly,
diese wiederverwertbaren Wasserflaschen bestehen meist aus PET (Polyethylenterephtalat) das bekanntlich sehr wasserdampfdurchlässig ist. Bleibt noch etwas Wasser in der Flasche und wird sie hermetisch verschlossen, bildet sich in ihr eine Atmosphäre mit ca. 100 % relativer Luftfeuchtigkeit. Im Zimmer gelagert kommt die Flasche mit z.B. 40 % Luftfeuchtigkeit in Kontakt. Nun diffundiert (bzw. permeiert) der Wasserdampf vom Inneren der Flasche (hohe Konzentration) nach außen (niedrige Konzentration) und erzeugt einen gewissen Unterdruck, der die Flasche zusammenziehen kann. Die Lagerbedingungen (Temperatur, Druck) der betrachteten Flasche sollten konstant sein.
Grüße
watergolf
Hallo Watergolf,
diese Antwort klingt sehr plausibel. Vielen Dank, woher auch immer Du das weißt…
Gruß Wylly
Hallo,
Du mußt noch bedenken, dass Wassermoleküle erheblich leichter sind als Luftmoleküle und deshalb durchlässige Materialien grundsätzlich leichter durchdringen als Luftmoleküle. Mach doch mal die Gegenprobe:
nachdem sich die Flasche zusammengezogen hat, lagere sie in einem geschlossenen Behälter, in dem Wasser mit eingeschlossen ist. Jetzt sollte der Druck in der Flasche langsam wieder steigen.
Jörg