Hi,
ich bin mit vier Geschwistern groß geworden und fand und finde es, vor allem im Nachhinein, einfach großartig. Ähnlich ergeht es meiner Frau, die mit zwei Geschwistern aufgewachsen ist. Unsere Jungs sind zweieinhalb Jahre auseinander und typische Geschwister: vom schmusen bis zum verprügeln ist das komplette Repertoire menschlichen Verhaltens vorhanden…
ABER:
Sowohl meine eigene Erfahrung als auch das, was ich zum Thema bislang gelesen habe, sagen eindeutig: Einzelkindern geht es nicht schlechter, sie sind nicht unglücklicher und entwickeln sich nicht schlechter, langsamer oder grundsätzlich anders als Kinder mit Geschwistern. Es gibt nichts das Geschwister vermitteln, was man nicht auch anderweitig lernen oder erleben könnte.
Siehe doch auch mal einen sehr entscheidenden Vorteil Deiner Tochter: sie muß Eure Aufmerksamkeit, Liebe und Zeit nicht teilen. (Ein gern genutztes Argument/These behauptet in diesem Zusammenhang, daß Einzelkinder genau deswegen Schwierigkeiten mit der Frustrationstoleranz hätten. Ich hingegen denke nicht, daß das Elternhaus hier so entscheidend ist. Die größten Frustrationen erleben auch Geschwisterkinder nicht zu hause sondern im sozialen Umgang außerhalb und ein ungeteilter Ruhepol im Elternhaus kann dabei sicher nicht schaden.)
Du schreibst in ziehmlicher Eindeutigkeit, daß Eure Tochter Einzelkind bleiben wird. Die Gründe kennen wir nicht, sie tun aber auch nichts zur Sache. Wenn dies eine Tatsache ist, dann solltest Du auch keine weiteren Gedanken an das „was wäre wenn“ verschwenden.
Akzeptiere und genieße Eure Lebenssituation. Für einen vollen Tisch braucht es keine große Familie und glaube mir, als Mitglied einer solchen gibt es genügend Momente in denen man sich alle anderen zum Teufel wünscht. Wobei diese „Momente“ manchmal ganz schön lang sein können…
Noch etwas: gerade für Kinder und Jugendliche halten sich Segen und Fluch von Geschwistern langjährig oft die Waage. Kein Mensch kann garantieren, daß es in der Familie harmonisch zugeht. Es ist sogar die Ausnahme. Oft genug hassen sich Geschwister über Jahre hinweg abgrundtief und finden nichts belastender als das erzwungene Zusammenleben mit diesem Älteren/Jüngeren. Auch völlige Gleichgültigkeit unter Geschwistern ist keine Seltenheit.
Es ist ein schlichter Zufall, welche Charaktere man als Eltern großzieht (das gilt schon für die leiblichen Eltern und natürlich in noch stärkerem Maße für Adoptivgeschwister). Man hat deswegen auch nur begrenzten Einfluss darauf, ob sich die Geschwister überwiegend verstehen oder ob das eher die Ausnahme ist.
Eines ist jedoch sicher: eine Glücksgarantie sind Geschwister nicht!
Ich wünsche Euch alles Gute
Stefan
wir das sind vater,mutter und unsere 4 jährige tochter welche
wir adoptiert haben.sie wird ein einzelkind bleiben
manchmal frage ich mich nun,wie fühlen kinder sich so,also wie
soll ich sagen,ich denke oft bestimmt wäre es für sie netter
wenn noch jemand da wäre.
aber ist bestimmt auch nicht immer gesagt dass dann immer
miteinader alles gemacht wird.
ich denke eigentlich auch nicht dass sie darunter leidet,sie
hat auch noch nie was gesagt,vielleicht kommt da einfach auch
meine haltung raus,ich war selber einzelkind und habe immer
von einem tisch voller leute geträumt die bei uns mittagessen
etc…
was meint ihr so,wart ihr gerne einzelkind,oder habt ihr was
vermisst.
liebe grüße
katrin