Einzelkind

hallo alle miteinander

wir das sind vater,mutter und unsere 4 jährige tochter welche wir adoptiert haben.sie wird ein einzelkind bleiben
manchmal frage ich mich nun,wie fühlen kinder sich so,also wie soll ich sagen,ich denke oft bestimmt wäre es für sie netter wenn noch jemand da wäre.
aber ist bestimmt auch nicht immer gesagt dass dann immer miteinader alles gemacht wird.
ich denke eigentlich auch nicht dass sie darunter leidet,sie hat auch noch nie was gesagt,vielleicht kommt da einfach auch meine haltung raus,ich war selber einzelkind und habe immer von einem tisch voller leute geträumt die bei uns mittagessen etc…

was meint ihr so,wart ihr gerne einzelkind,oder habt ihr was vermisst.

liebe grüße

katrin

Hi,

ich bin mit vier Geschwistern groß geworden und fand und finde es, vor allem im Nachhinein, einfach großartig. Ähnlich ergeht es meiner Frau, die mit zwei Geschwistern aufgewachsen ist. Unsere Jungs sind zweieinhalb Jahre auseinander und typische Geschwister: vom schmusen bis zum verprügeln ist das komplette Repertoire menschlichen Verhaltens vorhanden…

ABER:
Sowohl meine eigene Erfahrung als auch das, was ich zum Thema bislang gelesen habe, sagen eindeutig: Einzelkindern geht es nicht schlechter, sie sind nicht unglücklicher und entwickeln sich nicht schlechter, langsamer oder grundsätzlich anders als Kinder mit Geschwistern. Es gibt nichts das Geschwister vermitteln, was man nicht auch anderweitig lernen oder erleben könnte.
Siehe doch auch mal einen sehr entscheidenden Vorteil Deiner Tochter: sie muß Eure Aufmerksamkeit, Liebe und Zeit nicht teilen. (Ein gern genutztes Argument/These behauptet in diesem Zusammenhang, daß Einzelkinder genau deswegen Schwierigkeiten mit der Frustrationstoleranz hätten. Ich hingegen denke nicht, daß das Elternhaus hier so entscheidend ist. Die größten Frustrationen erleben auch Geschwisterkinder nicht zu hause sondern im sozialen Umgang außerhalb und ein ungeteilter Ruhepol im Elternhaus kann dabei sicher nicht schaden.)

Du schreibst in ziehmlicher Eindeutigkeit, daß Eure Tochter Einzelkind bleiben wird. Die Gründe kennen wir nicht, sie tun aber auch nichts zur Sache. Wenn dies eine Tatsache ist, dann solltest Du auch keine weiteren Gedanken an das „was wäre wenn“ verschwenden.
Akzeptiere und genieße Eure Lebenssituation. Für einen vollen Tisch braucht es keine große Familie und glaube mir, als Mitglied einer solchen gibt es genügend Momente in denen man sich alle anderen zum Teufel wünscht. Wobei diese „Momente“ manchmal ganz schön lang sein können…

Noch etwas: gerade für Kinder und Jugendliche halten sich Segen und Fluch von Geschwistern langjährig oft die Waage. Kein Mensch kann garantieren, daß es in der Familie harmonisch zugeht. Es ist sogar die Ausnahme. Oft genug hassen sich Geschwister über Jahre hinweg abgrundtief und finden nichts belastender als das erzwungene Zusammenleben mit diesem Älteren/Jüngeren. Auch völlige Gleichgültigkeit unter Geschwistern ist keine Seltenheit.
Es ist ein schlichter Zufall, welche Charaktere man als Eltern großzieht (das gilt schon für die leiblichen Eltern und natürlich in noch stärkerem Maße für Adoptivgeschwister). Man hat deswegen auch nur begrenzten Einfluss darauf, ob sich die Geschwister überwiegend verstehen oder ob das eher die Ausnahme ist.

Eines ist jedoch sicher: eine Glücksgarantie sind Geschwister nicht!

Ich wünsche Euch alles Gute
Stefan

wir das sind vater,mutter und unsere 4 jährige tochter welche
wir adoptiert haben.sie wird ein einzelkind bleiben
manchmal frage ich mich nun,wie fühlen kinder sich so,also wie
soll ich sagen,ich denke oft bestimmt wäre es für sie netter
wenn noch jemand da wäre.
aber ist bestimmt auch nicht immer gesagt dass dann immer
miteinader alles gemacht wird.
ich denke eigentlich auch nicht dass sie darunter leidet,sie
hat auch noch nie was gesagt,vielleicht kommt da einfach auch
meine haltung raus,ich war selber einzelkind und habe immer
von einem tisch voller leute geträumt die bei uns mittagessen
etc…

was meint ihr so,wart ihr gerne einzelkind,oder habt ihr was
vermisst.

liebe grüße

katrin

Hallo, Manfred,
ich war ein Einzelkind, meine Frau war eines und unser Sohn ist ebenfalls ein Einzelexemplar.
Nach meinen Erfahrungen ist es extrem wichtig, dass Kinder möglichst bald mit anderen Kindern Kontakt haben. Also Kindergarten, Spielplatz, jede Gelegenheit, mit anderen Kindern zusammen zu spielen, zu teilen, sich durchzusetzen, Freundschaften zu schließen, Streiten zu lernen, Kompromisse einzugehen.
Wenn es irgend geht auch ein „offenes Haus“ führen, d.h. auch Kinder in die eigene Umgebung einzuladen.
Gruß
Eckard

Hallo
ich war auch Einzelkind und bin noch in einer Umgebung aufgewachsen in der er es nur eine Familie mit 4 Kindern gab.

Ehrlich ich für meinen Teil war oft froh Einzelkind zu sein.
Gut ich hatte ne Oma die Hat Tischspiele mit mir gespielt und auch meine Eltern nahmen sich am Wochenende Zeit für mich.

Ich selbst habe Zwei Kinder manchmal streiten sie aber vertragen sich auch, mir ist nur aufgefallen das bei den meisten meiner Bekannten die mehr als ein Kind haben und auch bei uns das sie sich als Einzelner nicht so beschäftigen können bzw nicht so lange allein spielen können wie die mit nur einem Kind und ich selbst damals.Kann aber auch zufall sein.

Sicher soll man seine kinder nicht am Geld messen. Meiner Meinung nach ist es aber so das man einem Einzelnen mehr bieten kann damit mein ich nicht spielsachen sondern vielmehr auch mal Theater, Kino und auch mit der Schule ob das Schullanheim , Klassenausflüge oder höhere Schulbildung ist.

Was zählt ist das die Familie zusammen hält füreinander da ist und was mir wichtig war gemeinsame Essen besonders das Frühstück am WE.

MfG

was meint ihr so,wart ihr gerne einzelkind,oder habt ihr was
vermisst.

Hallo Katrin!

Ich bin auch Einzelkind und muss sagen, bisher vermisse ich nichts. Ich hatte immer Freunde, nicht 20, aber ausreichend für mich, und ich hab noch von niemandem gehört, dass ich keine Sozialkompetenz hätte.
Meine Eltern haben mich irgendwann im Kindergarten-/Grundschulalter mal gefragt, ob ich denn gerne ein Geschwisterchen hätte … ich hab damals nein gesagt, hatte aber damals wie heute keinen Grund dafür.
Natürlich hab ich durch die Tatsache, dass meine Eltern ebenfalls Einzelkind sind bzw. eine Schwester haben, auch das einzige Enkelkind meiner Großeltern auf der einen Seite, wodurch ich dort immer ungeteilte Aufmerksamkeit genießen konnte, aber gerade in meiner frühen Kindheit und auch sonst die ganze Zeit eben auch explizit gefördert werden konnte.
Allgemein sind wir in meiner Familie recht wenige, was ich aber nicht unbedingt schlimm finde. Die Familie meines Freundes ist weitaus größer, die Eltern haben mehr Geschwister und er selber hat auch eine Schwester … Familienfeiern im kleinen Kreis dort erreichen locker die doppelte bis dreifache Anzahl an Gästen als bei uns im größten Kreis, was ich für einen Nachmittag/Abend auch ertrage, aber auf Dauer … da wird’s auch den Familienmitgliedern dort zu viel, was ich sehr verstehen kann.

Ich würde sagen, Einzelkind zu sein hat seine Vor- wie auch seine Nachteile, aber auch wenn mir in meinem Freundes- und näheren Bekanntenkreis kein anderes Einzelkind einfällt, bin ich auch nicht anders und hab mich durchaus auch allein wohl gefühlt. Kommt aber sicher auch auf die Persönlichkeit jedes Einzelnen an …

Thorid

Hallöchen,

Ich bin ein typisches Einzelkind.
Dank Kinderkrippe und Kindergarten haben mir Geschwister nicht wirklich gefehlt. Ich denke es ist nur wichtig, Einzelkinder früh mit anderen Kindern in Kontakt zu bringen.

Natürlich verwöhnt man ein Einzelkind doch ein wenig, aber meine Eltern haben es nie übertrieben. Bei meinen Grosseltern hab ich es dann doch gemerkt. Ich war das einzige enkelkind von sieben, was in derselben Stadt gelebt hatte, dementsprechend genoss ich viel Aufmerksamkeit. Wenn dann die anderen Enkel kamen, war ich doch ziemlich eifersüchtig, die Aufmerksamkeit auf einmal teilen zu müssen :wink: Aber das haben meine Grosseltern auch gut hinbekommen.

Was ich später in meinen Beziehungen feststellen musste, war, dass ich doch ab und zu sehr ungern geteilt habe. Nicht mal angeboten hab ich was *fg*
Mittlerweile ist es besser geworden, aber ab und zu kommt es doch noch durch :wink:

Liebe Grüsse
Wölkchen

Hallo Katrin,

ich bin auch glückliches Einzelkind - wenn ich mir die Geschwisterkonstellationen in der restlichen Familie ansehe und die Geschwister meines Mannes… dann bin ich gleich noch viel glücklicher. Leider kann man sich seine Geschwister nämlich nicht aussuchen - seine Freunde schon…

Meine Eltern haben mir als Kind alle möglichen Kontate zu anderen Kindern ermöglicht : Erst Kinderkrippe, dann Kindergarten - den fand ich so toll, dass ich auch über Mittag bis zum Abend da bleiben wollte und dann auch durfte - dann hatten wir im Wohnblock unmengen Kinder mit denen wir jeden Tag spielen konnten… später gings zu den Pfadfindern die dann auch die Ferien mit Freizeiten bestimmten - mit 15 bin ich ins Internat - auch hier gab es keinen Mangel an Kontakten zu anderen… unser Haus war relativ offen, so dass es jeder Zet möglich war Freunde mit nach Hause zu bringen und oft durfte ich auch bei ner Freundin übernachten.

Das Vorurteil vom verwöhnten Einzelkind kann ich nicht bestätigen - ich musste genauso im Haus mit helfen wie alle anderen auch, habe nicht jeden Schnick und Schnack gekauft bekommen - zugegeben, das ein oder andere Hobby war etwas teurer wie z.B. der Musikunterricht…
Ansonsten kenne ich überwiegend Einzelkinder, welche ihr Leben lang versucht haben nicht als solche aufzufallen und die weit aus mehr Sozialkompetenz aufweisen als die Geschwisterkinder - wir teilen nämlich unsere Schoki mit anderen (eben um das Vorurteil nicht zu bestätigen) und stopfen sie uns nicht komplett rein… bei Geschwisterkindern habe ich bis jetzt immer den kürzeren gezogen, wenn es um die Verteilung von Süßigkeiten ging… da war die Schoki weg, wenn man nicht schnell genug war…
…habe auch festgestellt, dass Geschwisterkinder sehr subtile Verhaltensweisen entwickeln, um den anderen auszutricksen oder sich selbst einen Vorteil zu verschaffen - diese Verhaltensweisen beherrschen meine alleine aufgewachsenen Freunde und ich nicht… bei uns geht nur direkte Konfrontation oder gar nichts…da weiß man wo man dran ist.

Guten Morgen Katrin,

meine Tochter war und ist ein Einzelkind. obwohl ich eigentlich immer mindestens eine halbe Fußballmannschaft haben wollte. :smile:

Klar hat sie öfter mal „genörgelt“, sie hätte gern einen kleinen Bruder. Eigentlich hat sie das bis vor 2-3 Jahren noch getan (sie ist inzwischen fast 25 und selber Mutter).

Es hat nie geklappt und ich hatte aber auch nie den Eindruck, dass sie darunter gelitten hätte. Wir hatten als Ausgleich halt immer viele Freunde zu Hause, am Mittags- oder Abendtisch. Vielleicht war sie auch deswegen umgekehrt häufiger mal bei Freunden, wo viele Geschwister im Haus waren (hat sich da immer um die Kleinen gekümmert - und war von daher meist gern gesehen…:wink:).

Also ich kann daraus kein wirkliches Problem ableiten. Wenn es ein Problem wird, dann wohl eher für Euch Eltern, weil Ihr Euch ein Familienleben vielleicht anders vorgestellt habt. Übertragt das halt nicht auf Euer Kind.

Aber wie beschrieben, dann kommen eben öfter mal die Kindergarten- bzw. Schulfreunde vorbei. Ein volles Haus sollte kein Problem sein, wenn die Stimmung gut ist.

Und das wichtigste ist, dass ihr für Eure Tochter da seid, sie liebt und nicht übermäßig verwöhnt und beschenkt (also für drei oder so…).

Alles Gute -
Demenzia

Hallo,

noch ein Einzelkind-Statement: Ich habe bis zu meinem dritten Lebensjahr in der Illusion gelebt, ich wäre das einzige Kind auf der Welt - naja, nicht ganz, ich war auch mal kurzzeitig in einer Krabbelgruppe, aber was mit anderen Kindern zu tun hatte ich nicht.
Dann im Kindergarten hatte ich überhaupt keine Lust, was mit anderen Kindern zu machen. Ich war halt dran gewöhnt, dass ich das Kind bin und Erwachsene mit mir spielen oder ich mich alleine beschäftige.

Naja, das hat sich irgendwann auch gegeben und so ab Einschulung würde ich sagen, ist niemandem mehr aufgefallen, dass ich Einzelkind bin. Das einzige ist vielleicht, dass ich „Kindsein“ nie als besonders tollen Zustand empfunden habe, ich wollte immer so erwachsen wie möglich sein und habe mich oft älter gemacht als ich bin (den Impuls habe ich mit Anfang 20 immer noch…). Ich als einziges Kind (und auf einer Seite auch einziger Enkel) war halt immer anders als der Rest der Familie, deswegen wollte ich so schnell wie möglich „dazugehören“.
Und ich kann mich nach wie vor auch prima alleine beschäftigen, obwohl ich inzwischen einen großen Freundeskreis habe (oder eher mehrere mittelgroße), das sehe ich aber eher positiv.

Also alles in allem hätte man mir vielleicht schon in jungen Jahren vermitteln sollen, dass es völlig ok ist, ein Kind zu sein und dass es auch noch mehr von der Sorte gibt. Aber das können Eltern ja eigentlich leisten…ich hätte eigentlich schon lieber Geschwister gehabt, aber die meiste Zeit meiner Kindheit habe ich auch nicht sonderlich darunter gelitten, keine zu haben.

Meine Eltern sind mit ihren Geschwistern weitgehend zerstritten, eine Garantie für tolle lebenslange Beziehungen sind die also auch nicht.

Also ich sag mal, was solls.

Grüße
Sonja

Hallo,

als ebenfalls Einzelkindmutter habe ich dem:

Nach meinen Erfahrungen ist es extrem wichtig, dass Kinder
möglichst bald mit anderen Kindern Kontakt haben. Also
Kindergarten, Spielplatz, jede Gelegenheit, mit anderen
Kindern zusammen zu spielen, zu teilen, sich durchzusetzen,
Freundschaften zu schließen, Streiten zu lernen, Kompromisse
einzugehen.
Wenn es irgend geht auch ein „offenes Haus“ führen, d.h. auch
Kinder in die eigene Umgebung einzuladen.

nichts weiter hinzuzufügen. Und ich kenne als Jüngste einer sehr großen Familie durchaus das Gegenteil. Aber aus den Cousins und Cousinen haben sich auch viele Kinderkontakte rekrutiert.

Gruß, Karin

altklug
Hallo Sonja,

[…] Ich war halt dran gewöhnt, dass ich das Kind bin und Erwachsene mit mir spielen oder ich mich alleine beschäftige. […]

Deine Geschichte erinnert mich an meine eigene. Ich bin zwar kein Einzelkind, aber meine Geschwister sind viele Jahre älter als ich und ich war auch im Umfeld das einzige Kind.

Das einzige ist vielleicht, dass ich „Kindsein“ nie als besonders tollen Zustand empfunden habe, ich wollte immer so erwachsen wie möglich sein und habe mich oft älter gemacht als ich bin (den Impuls habe ich mit Anfang 20 immer noch…). Ich als einziges Kind (und auf einer Seite auch einziger Enkel) war halt immer anders als der Rest der Familie, deswegen wollte ich so schnell wie möglich „dazugehören“.

Sehr gut beschrieben - mir geht’s genauso, habe mich auch immer gefragt, was daran so toll sein soll, Kind sein zu dürfen. Dieses Gefühl bleibt vermutlich ein Leben lang. Ich bin jetzt fast 40 und wünsche mir immer noch älter zu sein :wink:

Viele Grüße
Diana

Hallo,

also ich bin auch ein Einzelkind und ich kann nur sagen, es gibt nichts besseres. :smile:
Bei meinen Kumpels damals, da hatten viele Geschwister, gabs immer Stress und Streitereien.
Und teilen musste ich auch nie. Meine Eltern hatten unengeschränkt für mich Zeit.

Gruß
Frank

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