Einzelkind

Hallo,

ich habe ein sogenanntes „Einzelkind“, männlich, 5 Jahre und recht selbstbewust. Manchmal zusehr…

Hier ein Beispiel: Im Urlaub zog er es meist vor, alleine zu spielen oder mit uns Erwachsenen. Mit (fremden) Kindern hat er es nicht so. Trotzdem kam ein kleines Mädchen zu uns und wollte wissen, wie er heisst. Seine Antwort: „Ich heisse Christoph und jetzt verschwinde“. Mann bin ich ausgerastet (als wir wieder alleine waren). Ich verstehe dieses Verhalten nicht ganz, wir leben ihm dieses Verhalten sicher nicht vor! In unserem Alltag gibt es Grenzen aber keine Gewalt - wieso dann diese Kraftausdrücke?

Muss ich mir Sorgen machen? Wird er ewig ein Einzelgänger bleiben? Zu Hause hat er einen Freund, den er meist auber auch rumkommandiert (aber der hat kein Problem damit, noch nicht).

Zur Ergänzung: Nicht dass ihr denkt, er wäre ein kleines Ekel (wie die Figur von Walter Moers…). Nein, er ist im Grunde zuckersüss und kann auch echt lieb sein - nur bei gleichalterigen halt nicht so recht…

Bin mal auf die Antworten gespannt

LG
Barbara

Moin,

wie kommt er denn im Kindergarten klar ?
Ist er da auch so ein Einzelgänger ?

Gruß
Marion

Hi,

Seine Antwort: „Ich heisse
Christoph und jetzt verschwinde“. wieso
dann diese Kraftausdrücke?

naja, da seh ich keinen Kraftausdruck, aber nett war es sicher nicht. Hast du ihn drauf angesprochen?
Geht er in den Kindergarten?
Ich denke, Einzelkinder sind sicher gefährdeter, extrem verwöhnt zu werden und nicht so mit anderen klar zu kommen als Geschwister, aber solange sie regelmäßigen Kontakt zu anderen Kindern haben, sollte sich das einschränken lassen.

Gruß
Cess

Hallo,
ich war früher genauso, meine Eltern sind glaube ich auch ab und zu verzweifelt. Bei mir lag das daran, dass ich keine Lust auf Gleichaltrige hatte, die waren alle irgendwie albern und da spielt es sich dann halt besser alleine:wink:
Vielleicht kann er ja irgendwie in Kontakt zu Kindern kommen die ein oder zwei Jahre älter sind als er.( zum Beispiel in einem Sportverein mit gemischten Altersgruppen )
Dann fühlt er sich nicht schon von vorneherein überlegen und kann sich vielleicht besser in die Gruppe integrieren.
Bei mir hats geholfen
Gruß

Hallo ! Gab es eine Situation, in der er mal sehr eifersüchtig war? - Eine, die sich ihm nun so eingeprägt hat, dass er Angst bekommt, diese anderen Kinden seien „Konkurrenz“? Und dann schreibst Du, Du seist ausgerastet … Hattest Du ihn denn auch gefragt, warum er das nicht wollte und mit ihm über die Absicht z.B. des Mädchens gesprochen ? Kann es sein, dass es Dir inzwischen so wichtig geworden ist, dass Du ihn öfter bedrängst, mit anderen zu spielen - und er denkt, sein Mami will ihn „abschieben“. Beobachte Dich und ihn mal und suche ein Gespräch mit ihm - mit 5 Jahren kann man schon ganz toll mit Ihnen sprechen. Aber das weisst Du ja sicher selbst am besten. Alles Gute für Dich und Deinen tollen Burschen! Eva

Hallo MuttiB,

jetzt bitte nicht falsch verstehen, aber, vielleicht hatte er einfach:

a) keine Lust auf andere Kinder?

b) keine Lust auf Mädchen?

c) keine Lust auf dieses Kind?

Ich war nie Einzelkind (bin ja schließlich die Jüngere) und meine Große war auch nur 2 Jahre 7 Monate alleine. Ich erinnere mich an Szenen, bei denen ICH andere Kinder ähnlich freundlich weggeschickt habe (allerdings ohne Namensangabe meinerseits) - meine beiden Töchter können das auch - kein Problem. Wenn das nicht die Norm ist und sein ständiges Verhalten, ist das, denke ich, auch kein Thema :smile:.

Gleichaltrige sind übrigens oft komplett indiskutabel, das erlebe ich immer wieder - deutlich älter oder jünger, das geht seltsamerweise oft gut. Die jüngeren Kinder sind zwar langweilig, beten einen aber an - ältere Kinder sind oft nachahmenswert, weil cooool.

Tauchen solche Verhaltensweisen oft und auch im Kindergarten gehäuft auf, solltest Du da vielleicht mit dem Kinderarzt Deines Vertrauens reden. Es ging auch in unserer Kindertagesstätte kurzfristig derartig wertvolles Sozialverhalten um… :wink: das ist dann u.U. auch coool.

Liebe Grüße

Uschi

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Hallo Barbara,

mir fiel beim Lesen eine Parallele auf: Dein Sohn motzt ein Mädel an - für Dich scheinbar grundlos (wer weiß, solange man ihn nicht selbst fragt, weshalb er gerade keine Gesellschaft wollte). Dann rastest Du aus - diesmal für ihn scheinbar grundlos, denn es war weder die spontane Reaktion darauf (Du hast ja gewartet, bis ihr wieder alleine wart), noch war es offenbar in einer für ihn verständlichen Form. Ich denke mal, er hat dem Mädel in diesem Fall in der gleichen Art und Weise Grenzen gesetzt wie Du ihm: in der Tat gewaltlos, dafür verbal ausfallend.

Was denkst Du darüber?
Lieben Gruß,
Anna

vielleicht war das mädchen einfach nur blöd
für deinen sohn, meine ich. oder hatte einfach keinen bock auf gesellschaft.

„Ich heisse
Christoph und jetzt verschwinde“.

das ist doch eine klare ansage. er machte anleihen an knigge (stellte sich vor) und machte trotzdem klar, daß er lieber allein wäre.

und?

ich finde sein verhalten beneidenswert unverbogen und kann absolut nicht begreifen, was du daran kritisierst (er wahrscheinlich auch nicht.)

mensch, es muß auch nicht alles problematisiert werden.

gruß
ann

Hallo
und vielen Dank für eure Kommentare!

Irgendwie habt ihr alle recht :smile:

Ja, er wollte mit uns alleine sein.
Ja, er mochte dieses Mädchen nicht um genau zu sagen, er mag Mädchen eh nicht besonders…
etc.

Im Kindergarten, in den er übrigens sehr gerne geht, ist er kein Einzelgänger. In den Ferien geht er in eine Sportfreizeit, wo er sich auch wohl fühlt. Meist spielt er mit Älteren.

Wenn ich geschrieben habe, „ich bin ausgerastet“ habe ich natürlich nicht einfach rumgebrüllt. Ich habe versucht mit ihm darüber zu diskutieren (warum, wieso, weshalb…)
Und eben da hat er mir erklärt, dass er dieses Mädchen nicht besonders mochte.

Was ich halt nicht so ganz akzeptieren kann ist diese „Direktheit“. Ich mag auch nicht jeden, aber ich „verabschiede“ mich dann vielleicht etwas freundlicher?!

Und wahrscheinlich problematisier ich wirklich ein bisschen viel.
Er ist halt kein „Herden-menschlein“ und eigentlich sollte ich auf soviel Selbstbewustsein stolz sein - ich war es nicht in diesem Alter…

LG
Barbara - die jetzt viel entspannter ist :smile:)

Was ich halt nicht so ganz akzeptieren kann ist diese
„Direktheit“. Ich mag auch nicht jeden, aber ich
„verabschiede“ mich dann vielleicht etwas freundlicher?!

Hi,

das kannst du von einem 5-jährigen noch nicht erwarten.
Kinder sind halt direkt! Mein Son ist 9, und da kommt es auch
(leider) noch vor, dass ein Freund klingelt und fragt, ob er raus kommt,
und er dann sagt: „Nein“ und die Tür wieder zu macht.
Wenn ich so etwas mitkriege, erkläre ich ihm, dass das nicht sehr
nett war und dass er auch sagen könnte: „Nein, ich hab im Moment keine Lust“
und evtl. noch hinzufügen „willst du reinkommen?“
Sie werden es schon noch lernen!

Gruß
Nelly

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Hai, Barbara,

Dein Kleener war doch noch richtig höflich - ihm mitteilen, daß es nicht übermäßig nett war, hätte, völlig ohne großartige Diskussion, vollkommen ausgereicht. Der Rest „verwächst“ sich.

Und, zum Vergleich, klein 'bylles erster Tag in der KiTa: ich war auch ungefähr fünf, als man mich dahin verfrachtete. Lauter fremde Kinder - alle doof (die konnten ja noch nicht mal lesen!). Wir wurden dann raus in den Buddelkasten geschickt. Klein-'bylle schnappte sich einen Eimer und 'ne Schaufel (in Blau) und zog sich in eine Ecke, in ihre eigene Welt, zurück. Irgendwann kam dann so ein Junge an (wahrscheinlich von den Tanten geschickt, die Neue zu betüddeln) und wagt es doch ernsthaft, meinen (!) blauen Eimer zu nehmen! Woraufhin Klein-'bylle ihm einen kühlen Blick schenkte, ihm herzhaft die Schippe überzog und, als noch nicht kindergartenfähig, wieder nach Hause gebracht wurde…

Heute bin ich ein ausgesprochen freundlicher Mensch und ich verprügel auch keine Jungs mehr mit Schippen…

Gruß
Sibylle

Hallo Sybille,

Und, zum Vergleich, klein 'bylles erster Tag in der KiTa: ich
war auch ungefähr fünf, als man mich dahin verfrachtete.
Lauter fremde Kinder - alle doof (die konnten ja noch nicht
mal lesen!). Wir wurden dann raus in den Buddelkasten
geschickt. Klein-'bylle schnappte sich einen Eimer und 'ne
Schaufel (in Blau) und zog sich in eine Ecke, in ihre eigene
Welt, zurück. Irgendwann kam dann so ein Junge an
(wahrscheinlich von den Tanten geschickt, die Neue zu
betüddeln) und wagt es doch ernsthaft, meinen (!) blauen Eimer
zu nehmen! Woraufhin Klein-'bylle ihm einen kühlen Blick
schenkte, ihm herzhaft die Schippe überzog

Wie heisst es doch so schön in der Bibel:
„werdetr wie die kinder, denn ihnen ist das Himmelreich“

Ciao maxet
P.S.: Treibst du dich gelegentlich auf http://www.daujobes.com rum ?