Einzelne Bäume auf Lichtungen nach Fällaktion

Hi,

immer wieder fallen mir Rodungsflächen von Wäldern auf, in denen einzelne Bäume traurig in den Himmel ragen. Das sieht dann in etwa so aus: http://www.flickr.com/photos/12639178@N07/4965222736/

Hat es einen bestimmten Grund daß diese einzelnen Bäume nicht gefällt werden? Ich habe dafür irgendwie keine Erklärung.

bye
Rolf

immer wieder fallen mir Rodungsflächen von Wäldern auf, in
denen einzelne Bäume traurig in den Himmel ragen. Das sieht
dann in etwa so aus:
http://www.flickr.com/photos/12639178@N07/4965222736/

Hat es einen bestimmten Grund daß diese einzelnen Bäume nicht
gefällt werden? Ich habe dafür irgendwie keine Erklärung.

Hallo Rolf,

Kahlschläge in der Größenordnung sollten laut den Landeswaldgesetzen nicht erlaubt sein. Ich vermute einfach einen Windbruch, wie er in Monokulturen schon einmal vorkommt. Was der Wind übrig gelassen hat, durfte dann weiter stehen bleiben.

Grüße

Ulf
http://fragwerk.info

http://www.enzyklo.de/Begriff/Samenbaum

mehrere Gründe
Hi!

Als Samenproduzent ist das eine.

Andere Gründe: Rückzugsmöglichkeit für Tiere. Schattenspender (in diesem Fall wohl weniger).

Problem dabei: Die Bäume auf dem Bild würden wohl kaum einen stärkeren Wind aushalten. Bei Buchen z.B. bekommt die Rinde u.U. sonnenbrand.

Die Bäume sind ja im Bestand groß geworden und haben eine ganz andere Statik als Solitäre.

Das Bild sieht mir auch aus wie eine Fläche, über die Kyrill gefegt ist. Wo hast Du das Bild denn gemacht?

Grüße
kernig

Hi,

das Bild habe ich nicht gemacht sondern zufällig gefunden. In der waldreichen Gegend Estlands haben wir viele solcher Flächen gesehen. Es ist natürlich möglich dass die gar nicht bewusst abgeholzt worden sind sondern nur der Windbruch aufgeräumt wurde. Für uns sah es so aus als ob man die Fläche gerodet hätte und aus irgendwelchen Gründen nur ein paar „Wedel“ stehengelassen worden wären.

Viele Grüße
Rolf

Hallo!

seid mir nicht bös - will ja auch keinem zu nahe treten - aber das mit dem Samenbaum war noch die beste Antwort…

Kyrill oder andere Stürme (nicht jeder kommt in den Nachrichten) mag einer der Gründe für so eine Fläche sein - darin liegt dann auch schon eine Erklärung für genau das Bild: das sind nämlich Kiefern, die haben eine Pfahlwurzel und sehr festes Holz = die bleiben stehen, während es die flachwurzelnden Fichten (siehe umliegenden Bestand) wirft…

dazu kommt, dass im Restbestand (viel gebrochene Stämme, sog. angeschobene Bäume, also solche mit „Schiefstand“ und Wurzelschäden) gerne auch mal der Borkenkäfer (Buchdrucker) wütet = der beschränkt sich aber auf die Fichte = die o.g. Kiefern bleiben also auch hier stehen…

und dann kommt der Wadbesitzer (sonst sähe die Fläche jetzt GANZ anders aus…) und räumt auf = natürlich lässt er stehen, was noch steht - nicht zuletzt auch als Samenbaum/Mäusejägeransitz/Schatten/usw. (der Schatten auch einzelner Stämme wandert und hat einen Effekt!)

Die Kiefern auf dem Bild haben sogar ausgesprochen schöne Kronen- und Stammformen! Man darf sich im Bestand ja keine Solitärformen vorstellen!! Ich würde diese drei Grazien mit Kusshand nehmen :smile:

Die geworfenen Fichten hat wahrscheinlich - das kann ich aber auch nur mutmaßen - deutlich kürzere Kronen, im Wald sprich man von der Kronenlänge und vom h/d-Verhältnis (=Höhe durch Durchmesser bei 1,30m: je größer das ist umso instabiler der Baum und der Durchmesser wird erheblich von der Krone, also dem grün beasteten Teil bestimmt, weil dort ja assimiliert wird) = sprich: 20m Baum mit 1/4-1/5 Krone=Pinsel=instabiel, die Kiefern mit 1/3 Krone sind deutlich stabiler gewesen.

Es mag sicher dem gärtnerischen - sorry manchem gärtnerischem - Sauberkeitsempfinden widerstreben, da so einzelne Bäume stehen zu lassen, aber a) sind das die besten (stabilsten) gewesen und b) ist das der Anfang der nächsten Generation (also die Basis für die nächsten 120 Jahre oder so)

ich hätte den Arbeiter, der die drei auch noch gefällt hätte, einen Kopf kürzer gemacht :smile:

was mich viel mehr stören würde, ist, dass auf der Fläche (Kyrill - wenn es so eine Fläche war - ist auch schon 4 Jahre her) so wenig Verjüngung zu sehen ist (das grüne…), dafür aber umso mehr Gras vorkommt…

cu kai

Hi Kai,

vielen Dank für Deine Antwort. Wir hatten jetzt im Urlaub in Estland mehrere solcher Flächen gesehen wobei die jeweiligen Lichtungen in unterschiedlichem Zustand (von „aufgeräumt“ über „bearbeitet“ bis "chaotisches Durcheinander) aufwiesen.

Unterm Strich sah das aber alles bearbeitet aus so dass wir uns gefragt hatten, warum man - wenn man die Fläche schon rodet - nicht alle Bäume ummacht.

Im Kontext mit Windbruch macht das natürlich deutlich mehr Sinn :smile:

Viele Grüße
Rolf

Hallo!

auch bei einem Kahlschlag (in Skandinavien und im Baltikum nicht unüblich) machen Samenbäume Sinn - abgesehen von der Baumartenfrage (das Kieferneinschlagsunternehmen kann mit Birken nix anfangen usw…)

ausserdem gibt es in vielen Ländern ausdrückliche Vorschriften, die die Anzahl der zu belassenen Samen- und/oder Biotopbäume festlegen.

auch bei uns sind z.B. Spechtbäume als Brutstätte von Vogelarten, aber auch Fledermäusen speziell geschützt (Bundesnaturschutzgesetz) und dürfen nicht gefällt werden…

es kann also ne ganze Menge Gründe geben

und eben (zumindest für mich) die Frage: warum überhaupt sollte man denn alle Bäume umnieten?

cu kai

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