Eisenmangelanämie - gefährlich?

Hallo!

Ab wann wird eine Eisenmangelanämie bedrohlich?
Ist ein Wert von unter 8 mg/dl Hämoglobin besorgniserregend?
Was passiert im schlimmsten Fall, wenn der Wert weiter sinkt?

Hanna

Gott zum Grusse!

kommt drauf an, was du für einer bist. Bei Frauen liegt der Referenzbereich um die 12-14, bei Männern bei 14-16mg/dl.
Unter 8mg/dl wäre die Indikation einer Bluttransfusion in Abwägung der klinischen Symptome mE und meiner Erfahrung bereits gegeben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenmangelan%C3%A4mie
http://tee.org/eisen/symptome.html

gruss levi

Hallo Hanna,

zunächst mal scheint irgendwas mit Deinen Einheiten nicht zu stimmen: Die (veraltete, seit 1978 nebenbei) Einheit für das Hämoglobin ist g/dl, bei Milligramm müsstest Du Dir tatsächlich Sorgen machen…

Vielleicht ist es aber auch die internationale SI-Einheit mmol/l, da ist 8 noch einiges mehr.

Insgesamt ist die Eisenmangelanämie bei einem ansonsten gesunden Menschen bei einem Hb von 8 g/dl NICHT transfusionspflichtig. Der Körper toleriert da noch ganz anderes. Bestimmt Zustände wie eine Operation würde das etwas anders aussehen lassen.

Letztlich ist auch die Frage wie man sich fühlt, schlapp oder gar verwirrt… Fremdes Blut wäre hier nicht die Therapie der Wahl, schließlich kann man - sollte die Daignose tatsächlich stimmen „Eisenmangel“ - sehr schön Eisen geben und alles wird wieder gut und vom Körper selbst reguliert.

Gruß,

Manticor

Hallo Manticor!

zunächst mal scheint irgendwas mit Deinen Einheiten nicht zu
stimmen: Die (veraltete, seit 1978 nebenbei) Einheit für das
Hämoglobin ist g/dl, bei Milligramm müsstest Du Dir
tatsächlich Sorgen machen…

Dann hoffe ich, dass das nur ein Tippfehler der MTA war … :smile:
Das Labor beim Internisten hat tatsächlich mg/dl geschrieben.
Das Labor im Krankenhaus schreibt g/dl.

Aber danke für den Hinweis, ich hoffe, der Internist wird den Hinweis zu schätzen wissen :smile:

Vielleicht ist es aber auch die internationale SI-Einheit
mmol/l, da ist 8 noch einiges mehr.

Wir Österreicher sind da eher … traditionell :smile:))

Insgesamt ist die Eisenmangelanämie bei einem ansonsten
gesunden Menschen bei einem Hb von 8 g/dl NICHT
transfusionspflichtig.

Das freut mich zu hören :smile:
Ich fürchtete schon um meinen Urlaub nächste Woche …
Allerdings ist „ansonsten gesund“ nur fast zutreffend: rheumatoide Arthrits und Weichteilrheuma, Osteoporose. Eisen im Serum ist übrigens 2.2 uMol/l statt 10.7 - 28.6

Sag, wie würdest Du in diesem Zusammenhang Appetitlosigkeit und unfreiwilligen Gewichtsverlust von einem halben Kilo/Woche beurteilen?

Der Körper toleriert da noch ganz
anderes. Bestimmt Zustände wie eine Operation würde das etwas
anders aussehen lassen.

Eine OP steht ja zum Glück nicht an :smile:))

Letztlich ist auch die Frage wie man sich fühlt, schlapp oder
gar verwirrt…

Erschöpfungszustände, sogar noch nach einem Mittagsschlaf.

Fremdes Blut wäre hier nicht die Therapie der
Wahl, schließlich kann man - sollte die Daignose tatsächlich
stimmen „Eisenmangel“ - sehr schön Eisen geben und alles wird
wieder gut und vom Körper selbst reguliert.

Eisen nehme ich bereits seit Jahren, dennoch ist das Hämoglobin (2007 11.8 g/dl) permanent gesunken.

Hanna

Unter 8mg/dl wäre die Indikation einer Bluttransfusion in
Abwägung der klinischen Symptome mE und meiner Erfahrung
bereits gegeben.

Guten Abend,
eine Transfusionsindikation ist z.B. bei akutem, starken Blutverlust gegeben bzw. bei chronischen Zuständen, wenn das Hb

Eisenmangelanämie ist keine Krankheit,
hi,
auch wenn das seltsam klingt. Eisenmangel ist ein Folgezustand, und läßt sich aus dem Eisenwert nur unzureichend bewerten. Interessanter wäre das Ferritin.
Nun hast Du Rheuma, was per se schon mal eine Entzündungsanäämie verursachen kann. Dann würde auch das zugeführte Eisen nix helfen.
Sonst muss man an Blutverlust aus dem Magen/Darmtrakt denken. Nimmst Du Schmerzmittel ein (Diclofenac, Ibuprofen usw.), sollte man über eine Magenspieglung nachdenken, bist Du über 50 oder findet sich Blut im Stuhl oder hast nahe Verwandtschaft mit Darmkrebs, sollte eine Darmspiegelung folgen.
Stellt man zu schlechte Blutherstellung fest (z. B. niedrige Retikulozyten, kann auch das Knochenmark geschwächt sein (z. B. unter Metothrexat bei Rheuma).
Metothrexat macht auch Vitaminmangel, der zu Anämie führen kann.
Du siehst, die Kiste ist nicht so easy zu beantworten. Not im Verzug scheint mir nicht zu sein, aber bei 8 g/dl würd ich schon zügig ne ordentliche Diagnostik anleiern.

pp

Hallo Hanna,

Sag, wie würdest Du in diesem Zusammenhang Appetitlosigkeit
und unfreiwilligen Gewichtsverlust von einem halben Kilo/Woche
beurteilen?

Na ja, bei Appetitlosigkeit kann man auch mal abnehmen. Das eine ist eine Folge des anderen und nicht wie etwa bei Krebs, dass man trotz normalem Appetit abnimmt. Ohne mehr Infos kann ich es gar nicht deuten, evtl. eine Rheumaschub, aber da kennst Du Deinen Körper viiieeel besser als ich.

Erschöpfungszustände, sogar noch nach einem Mittagsschlaf.

Es gibt noch andere Gründe für eine Anämie, die mit niedrigem Eisen einhergeht - gerade bei den rheumatischen Krankheiten. Letztlich könnte man Eisen, Deinem Körper auch venös zuführen, dann könnte er sich nicht verweigern :smile:. Wenn es so schlimm ist, wäre es einen Versuch wert.

Bei Dir liegt sicherlich eine gemischt Ursache für die Anämie vor: Chronische Krankheit und evtl. Eisenmangel. Dein Internist müsste das unterscheiden können (z.B. hier: http://www.dgkl.de/DiagnostischePfade/downloads/Blut…): Ist die Anämie normozytär, mikrozytär oder makrozytär? Möglicherweise wird Eisen in Deinem Darm schlecht resorbiert, was man mehr oder weniger aufwändig herausarbeiten kann.

Gruß und schönen Urlaub.

Danke! - Trotzdem: Gefahren der Anämie???
Danke an alle!

Die Fragen nach der Gefährlichkeit blieben allerdings unbeantwortet :smile:))

Ab wann wird eine Eisenmangelanämie bedrohlich?
Ist ein Wert von unter 8 mg/dl Hämoglobin besorgniserregend?
Was passiert im schlimmsten Fall, wenn der Wert weiter sinkt?

Die Ärztin hat heute gesagt, der Hämoglobinwert von mittlerweile nur noch 6.7 sei lebensbedrohlich, weil man jederzeit beim Autofahren kollabieren kann.

Und die Anämie könnte (falls die Patientin nicht kollabiert) eine Schädigung des Herzens nach sich ziehen.

Gibt es sonst noch Gefahren? Organversagen?

Hanna