auch im bezug auf die kompressibilität. ich staune über die
2400 bar in dem behälter dessen mantelfläche 0,6m² umfasst.
p=F/A würde dann bedeuten, dass bei 2400 bar, also 240.000.000
Pa eine kraft F von 144.000.000 N gegen die behälterwand
drücken würde. ich hoffe wir haben uns hier verrechnet. nehme
ich den anderen errechneten wert von 400kPa also 4bar so
erscheint mir dies zu wenig angesichts folgenden zitates aus
meyers konversationslexikon:„Die Kraft, mit welcher das Wasser
sich beim Gefrieren auszudehnen strebt, ist sehr beträchtlich;
Huygens sprengte 1667 durch die Kraft des frierenden Wassers
eine fingerdicke eiserne Kanone in zwei Stücke.“
Hallo Maximilian,
am einfachsten ist der Fall „Eine 0 ° C kalte, dicht verschlossene Stahlkugel, deren Innenraumvolumen von 1 l vollständig mit 0 °C kaltem Wasser ausgefüllt ist, wird weiter abgekühlt“ zu berechnen.
Bei weiter sinkender Temperatur wird das Wasser in der Kugel zu Eis. Da dieses ein größeres Volumen als das Wasser beansprucht, drückt es von innen gegen die Wand seines Behältnisses.
Die mit der „Wasser-zu-Eis-Werdung“ verbundene Volumenänderung unter Normaldruck beträgt
ΔV/V = 1 – ρEis/ρWasser = 0.08153 ≈ 8 %
ρWasser (0 °C, Normaldruck) = 0.99840 kg/l
ρEis (0 °C, Normaldruck) = 0.917 kg/l
(Quelle: Kuchling, Taschenbuch der Physik).
Der erforderliche äußere, allseitige Druck auf eine Kugel Eis, der sie volumenmäßig um 8 % kleiner macht, beträgt gerade 8 % des Kompressionsmoduls K von Eis (KEis = 9800 MPa):
p = 0.08153 K = 799 MPa
Um diesen Druck auf der Fläche eines 1-Cent-Stücks (≈ 2 cm²) zu erzeugen, müßtest Du etwas daraufstellen, was m = p A/g = 799 MPa * 2 cm² / (9.81 m/s²) = 16300 kg wiegt, also z. B. 12 Mittelklassewagen zu je 1300 kg übereinander.
Jetzt wissen wir, wie stark das Eis auf die Eisenkugel radial von innen her drückt, aber uns interessiert auch noch, welche Zugkraft tangential in der Eisenwand der Kugel herrscht. Das kannst Du Dir so vorstellen, dass Du die Kugel mitten durchsägst, um sie danach wieder mit einem Superklebstoff aneinanderzukleben. Der Kleber muss dann dem Zug standhalten können, der auf die ringförmige Klebefläche wirkt.
Eine Kugel mit einem Volumen V hat einen Radius R von R = (3 V / (4 π))1/3; für unsere Kugel (V = 1 l = 1000 cm³) ergibt das R = 6.2 cm. Ihre Innenfläche beträgt S = 4 π R² = 483 cm².
Die ringförmige „Klebefläche“ A der Kugel ist für eine Wanddicke d gegeben durch A = π (R + d)² – π R². Mit d = 2 cm macht das für unsere Kugel A = 90.5 cm²
Der tangentiale Zug p’ in der Kugelwand beläuft sich damit bei einer Wanddicke von 2 cm auf das 483/90.5 = 51-fache des Radialdrucks p:
p’ = 51 p = 51 * 799 MPa = 40749 MPa.
Da Stahl höchstens ca. 600 MPa Zug aushält, hat die Eisenkugel gegen das Eis keine Chance und wird von ihm auseinandergesprengt.
Mit freundlichem Gruß
Martin