Liebe/-r Experte/-in,
am Wochenende hat die Heizungspumpe in unserem Keller ihren Geist aufgegeben; dabei stellte der Heizungsbauer fest, dass die Pumpe in den letzten neun Jahren, wo wir hier zur Miete wohnen immer mit Starkstrom gelaufen ist. Gehe ich recht in der Annahme, dass das zu einem astronomischen Stromverbrauch führt? Ich habe nämlich im Zuge dessen festgestellt, dass unser jährlicher Stromverbrauch von ca. 7000 kWh für einen 4-Personenhaushalt sehr hoch ist…
Meine Frage: kann man ungefähr ausrechnen, wieviel die Pumpe im Jahr mehr gebraucht hat, als wenn sie mit 220 V gelaufen wäre? Laut dem Typenschild liegt die Leistung der Pumpe zwischen 20 und 80 W, sie ist nicht elektronisch geregelt oder sowas. Ausserhalb der Heizperiode habe ich die Pumpe immer ausgeschaltet, so dass man über den Daumen 150 Tage im Jahr ansetzen könnte.
Danke schon mal für Ihre Antwort !
Hans-Peter Faßbender
Ich bin KFZ-Elektriker.Die Frage kann ich nicht beantworten.
Joachim
Hallo Hans-Peter,
wenn die Pumpe mit Drehstrom(Starkstrom) läuft verbraucht sie wenigerv Strom, als wenn sie die selbe Leistung mit Wechselstrom bringen müsste.
80 W ist zwar auch ein Verbrauch, aber ein sehr geringer.Also keine Angst. Jeder Kühlschrank verbraucht das doppolte bis dreifache an Strom im Jahr.
Was den Gesamtverbrauch anbelangt, bin ich als Elektriker auch kein Sparer, denn bei uns laufen auch regelmäßig zwei PCs und so anderes mehr, so das ich auch bei 5000Kwh im Jahr bin. Besorgt euch mal ein Strommessgerät, das könnt ihr vor jedem Verbraucher mit Steckdose stecken und so eure Stromfresser finden. Kosten zwischen 10 und 20 Euro. Ihe werdet staunen.
Gruß
Jürgen
Hallo Herr Faßbender,
Starkstrom, oder wie es korrekt heißt Dreiphasen-Wechselstrom, ist für ein Motor besser als nur einfacher Wechselstrom. Genau genommen gibt es auch keine Wechselstrom-Motoren. Er würde ständig zwischen Links- und Rechtslauf wechseln und somit nur vibrieren. Um ein Motor trotzdem an Einphasen-Wechselstrom zu betreiben, wird mit einem Kondensator eine zweite Phase erzeugt oder der Wechselstrom wird in Gleichstrom transformiert.
Wenn du also die Möglichkeit hast, verwende „Starkstrom“. Das ist am günstigsten.
Gruß
Mathias Sahm
Hallo Hans Peter
Ich gehe davon aus, das der Heizungsbauer einer Fehlmessung aufgesessen ist. Bei einer Laufzeit von 9 Jahren mit Starkstrom hätte die Pumpe längst den Geist aufgegeben. mfg Helmut
Hallo Hans-Peter,
das ist eigentlich ein Unding das die Pumpe so lange durchgehalten hat, aber na ja!
Den Stromverbrauch hat es im laufe der Jahre nicht wesentlich beeinflußt, da es sich um eine Zirkulationspumpe handelt ( deswegen minimale Leistung 20-80Watt ). W V A
Wenn Du rechnest 80:220=0,3…A das ist minimal,
aber was mich stutzig macht, das die Pumpe nicht vorherschon den Geist aufgegeben hat!
Ich hoffe Dir geholfen zu haben.
W=Watt
V=Volt
A=Ampere
Gruß thomas
Hallo
Das mit dem Mehrverbrauch ist so eine Sache.
Also um es vorweg zu nehmen, es könnte bei Drehstrom sogar weniger gewesen sein als bei einphasigem Wechselstrom.
Warum?
Sehr viele Motoren sind mit symetrischen Wicklungen versehen und liefen dadurch nur mit dreiphasigem Wechselstrom (will ich nicht vertiefen, ist Sache des Wechselfeldes). Für den einphasigen Betrieb wird nun in einen Wicklungsstrang ein Kondensator eingebaut, der das sonst vorhandene Drehfeld bei Drehstrom erzeugt, dadurch reduziert sich aber die elektrische Leistung um den Faktor 3 (will ich nicht vertiefen, hängt mit der Wurzel für Strom und Spannung zusammen).
Eine kleine zusätzliche Verschlechterung des Wirkungsgrades passiert dadurch auch noch.
Was heißt das nun?
Ihre Pumpe lief mit der 3 fachen Leistung dessen was sie bei Wechselstrom hätte liefern können, oder mit 1/1 dessen was sie bei Drehstrom liefern kann. Kommt auf die Typenschilddaten an. Da die Funktion in den letzten Jahren in Ordnung war ist es eigentlich unerheblich wo sie lief, bis auf die Unterschiede im Wirkungsgrad. Im nennlastbereich ist der im Optimum.
Stimmt die Typenschildangabe dürfte der nennlastbetrieb stattgefunden haben, ansonsten wäre sie hoffnungslos überlastet gewesen. Die Leistungangabe von 20-80 Watt ist auch normal und hängt nur von der eingestellten Schalterstellung ab.
Also langer Rede kurzer Sinn, Sie können mit einem großen Auto auch langsam fahren, aber wenn sie mit einem kleinen Auto einem großen Auto folgen wollen müssen sie immer mit Vollgas (schlechterer Wirkungsgrad) fahren.
Gruß Gerhard
PS: klingt kompliziert, ist aber Physik und die lässt sich nicht überlisten.
Hallo,
20 bis 80 Watt ist für eine Heizungspumpe normal und nicht zu hoch. Diese Heizungspumpe kann den Stromverbrauch nicht so erhöhen. Wenn die Heizungspumpe falsch angeschlossen gewesen wäre, wäre sie nach so langer Zeit schon längst defekt.
Wenn sie auf Starkstrom gelaufen wäre, ist der Verbrauch sogar günstiger, als auf 230 Volt.
Tschüß
Lieber Hans-Peter!
Meines Erachtens ist die Pumpe nicht für einen signifikant hohen Stromverbrauch massgeblich verantwortlich. Besonders wenn es sich um einen Phasenfolge-Motor handelt, der seine Drehzahl aus den 50 Hz schöpft, also nicht schneller läuft als wenn er mit 220 Volt betrieben worden wäre. Die Pumpe wird durch die höhere Spannung in ihrer Leistung konstanter und kann Druck- und Strömungsunterschiede besser beherrschen, solange die Wicklung damit klar kommt und das Spannungspotential verkraftet, aber die Stromaufnahme wird nicht viel höher liegen als dies bei Normal-Betrieb sein würde.
lg
Walter Praher
ORIGAMI.GRAZ