Elektrisches Aufladen von Flüssigkeiten

Hallo Zusammen!

In der Technik werden elektrisch geladene Flüssigkeitströpfchen z.B in der Lackiertechnik verwendet (elektrostatisches Lackieren) um in diesem Fall einen höheren Wirkungsgrad zu erzielen. Soweit ich weiß gibt es auch in der Drucktechnik (Tintenstrahldrucker) ein System das geladene Tintentröpfchen erzeugt, um sie ähnlich dem Bildröhrenprinzip abzulenken.

Mich würde interessieren, ob man dazu ein spezielles Medium benötigt, das irgendwelche chemische oder physikalische Eigenschaften mitbringen muss um diese „Aufladung“ zu realisieren (Dipole, irgendwelche Bindungen, etc.).
Oder geht das mit jeder Flüssigkeit?
Eine kleine Erklärung, wie das physikalisch genau funktioniert wäre hilfreich, wird das Medium Ionisiert, wird eine Ladungstrennung vorgenommen, oder passiert da irgendwas wie Influenz??

Bei der elektrostatischen Lackierung funktioniert die Erzeugung soweit ich das verstanden habe mit Hochspannung, (einige kV), wie wird das denn gesichert? Ich meine, Hochspannung in Verbindung mit Spray (womöglich auf Lösungsmittelbasis) ist ja eine hochexplosive Mischung. Und alleine die Hochspannung ist ja für den Menschen nicht ganz ungefährlich.
Weiß vielleicht jemand wie genau das in dem Fall funktioniert?

Ein wirklich sehr intressantes Thema, beschäftige mich auch schon seit Tagen damit, aber bis jetzt habe ich noch nicht gefunden wonach ich suche, würde mich freuen, wenn mir Jemand weiterhelfen könnte!

Vielen Dank im Voraus!

Viele Grüße,

Andreas.

Moin,Moin

Es geht mit jeder Flüssigkeit.
Kennst du den Versuch aus dem Schulunterricht, bei dem Watte- oder Papierkügelchen zwischen 2 entgegengesetzt geladenen Konduktorkugeln hinundher springen? Hier gilt das gleiche Prinzip.
Das Farbtröpfchen wird in der Sprühpistole aufgeladen (es langt schon eine kleine Überschussladung) und damit abgestoßen und von der entgegengesetzt geladenen Karosserie angezogen.
Auf der Karosserie wird es entladen und entgegengesetzt geladen. Es würde jetzt wieder abgestoßen werden und zur Sprühpistole zurückspringen, aber es existiert nicht mehr. War ja ein Flüssigkeitströpfchen, und ist jetzt im Lackfilm „untergegangen“. Hier ist der Unterschied zum Wattebällchen aus dem Schulversuch.
Außerdem ist das elektrische Feld an der Pistole größer, weil sie eine spitze Form hat. Deswegen funktioniert es auch mit trockenen Pulvern.

Guido

Guten Morgen!

Danke für deine Antwort, Guido!

Nein, leider wurde uns dieser Versuch im Schulunterricht scheinbar vorenthalten.
Wie funktioniert dann die Anhaftung von Ladungen genau? Kann man die benötigte Spannung irgendwie errechnen?
Bei der Lackiertechnik werden ja einige kV verwendet, was ja lebensgefährlich sein kann, wie wird da der Lackierer geschützt und wo genau liegt die Spannung an, ist direkt die Düse der Sprühpistole auf dem hohen Potential?

Gruß, Andreas.

Nein, leider wurde uns dieser Versuch im Schulunterricht
scheinbar vorenthalten.

Eine Schande.

Wie funktioniert dann die Anhaftung von Ladungen genau? Kann
man die benötigte Spannung irgendwie errechnen?

Jedes Material kann eine Überschussladung tragen. Bei Isolatoren ist sie halt örtlich fixiert. Die Menge und die Art der „Speicherung“ hängt von der Chemie des Materials ab.

Bei der Lackiertechnik werden ja einige kV verwendet, was ja
lebensgefährlich sein kann, wie wird da der Lackierer
geschützt und wo genau liegt die Spannung an, ist direkt die
Düse der Sprühpistole auf dem hohen Potential?

Die Technik wird viel in automatischen Lackierstraßen benutzt, da gibt es das Problem nicht.
Den genauen Aufbau kenne ich nicht, also ab hier Spekulation. Die Spannung wird bestimmt gegen Erde aufgebaut sein und damit ein Teil geerdet sein. Ist die Karosserie geerdet, dann ist die Düse auf dem hohen Potential. Der Lackierer muss dann gegen die Erde gut isoliert sein (gefährlich), von der Karosserie geht dann keine Gefahr aus.
Umgekehrt muss der Lackierer die Finger von der Karosserie lassen. Ich Tippe auf diese Schaltung.

Guido