Hallo Sandra!
Kann mir jemand etwas zu einer Elektrofussbodenheizung
schreiben? Wir suchen ein Haus und haben jetzt eine DHH mit
einer solchen Heizung angeboten bekommen.
Ist das Heizen damit teuer oder günstig?
Das ist die mit weitem Abstand teuerste Art der Heizung. Bei Öl und Gas zahlst Du derzeit ca. 6 Cent/kWh, bei Strom ca. 18 Cent/kWh, also den dreifachen Preis. Evtl. läuft die E-Heizung während der Nachtstunden mit einem preiswerteren Nachtstromtarif, aber ohne Betrieb der Heizung tagsüber kommst Du auf keinen Fall hin.
Es ist der reine Kostenirrsinn, ein ganzes Haus elektrisch zu heizen. Die hohen Betriebskosten sind technisch begründet. Im E-Werk wird z. B. Gas oder Kohle verbrannt, um damit zunächst Wärme zu erzeugen. Auf dem Umweg über heißen Wasserdampf und eine Turbine wird ein Generator angetrieben. Bei diesem Prozeß entsteht aus der im Brennstoff enthaltenen Energie etwa 2/3 Abwärme und nur 1/3 elektrische Energie. Von daher ist es Unfug, den mit viel Abwärme erzeugten elektrischen Strim zu erzeugen, um ihn zu verheizen. Es ist viel sinnvoller und eben auch viel preiswerter, den Brennstoff direkt vor Ort in Wärme für die warme Stube umzuwandeln, statt den energiefressenden Umweg über el. Strom zu nehmen. Der schlechte Wirkungsgrad von Wärmekraftmaschinen (Kraftwerke) ist physikalisch bedingt und mit derzeit zur Verfügung stehenden Materialien nicht zu verbessern. Die hohen Kosten für elektrische Energie im Vergleich zum unmittelbaren Verheizen irgendwelcher Brennstoffe zu Hause sind also nicht das Ergebnis der Gier von Versorgern, vielmehr mußt Du wohlbegründet dauernd damit leben, daß Heizen mit Strom etwa um den Faktor 3 teurer als jede andere Art der Heizung ist.
Wenn Du ein Haus mit E-Heizung kaufst, muß der Kaufpreis entsprechend niedrig sein, damit das Rausreißen der E-Heizung und Einbau einer zeitgemäßen Heizung übrig ist. Der Aufwand kann aber beträchtlich sein, wenn man eine zeitgemäße WW-Fußbodenheizung haben will. Das kann je nach Bauart des Hauses fast auf Entkernung hinaus laufen. Fußböden, Estrich, Treppen, Türzargen, alles muß raus. Das wird richtig teuer. Das Haus wird schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben und deshalb hinsichtlich thermischer Isolation nicht auf einem akzeptablen Stand sein. Wenn das Haus nicht sehr billig zu haben ist - aber genau das wird der bisherige Eigentümer nicht einsehen wollen - solltest Du die Finger davon lassen.
E-Heizungen galten in früheren Jahrzehnten als komfortable Alternative zu Öl, Gas, Kohle oder Holz. Man brauchte keinen Brennstoff zu bevorraten, hatte keinen Brenner, keinen Schornstein (wenn ein Schornstein fehlt, wird eine spätere Nachrüstung u. U. sehr teuer) und eine E-Heizung ist so gut wie wartungsfrei und langlebig. Inzwischen wurde und wird Energie immer teurer und ein Ende ist nicht in Sicht. Deshalb muß man manche früher üblichen Bauweisen und Heizungsarten heute mit anderen Augen sehen.
Für ein Haus, das z. B. gerade erst 25 Jahre alt ist, wird i. d. R. ein stolzer Preis verlangt und bezahlt. Kaufpreis zuzüglich der Kosten für den Umbau auf heute akzeptable thermische Isolation und Heizungstechnik kann dabei erheblich teurer werden als das gleiche Vorhaben bei einem billig „geschossenen“ 100 Jahre alten Haus. Die Aussage kann man nicht verallgemeinern, die Rechnung sieht in jedem Einzelfall je nach Zustand und Bauweise anders aus, aber man muß bei noch recht jungen und schnuckelig aussehenden Häusern genau hinsehen, damit man sich nicht Urgroßvaters Bauweise für teuer Geld einhandelt. Dann fährt man nämlich mit einem Haus, das tatsächlich zu Urgroßvaters Zeiten gebaut wurde und billig zu haben ist, deutlich besser.
Gruß
Wolfgang