H wie Hola.
Allerdings muss man vielleicht an dieser Stelle in Anbetracht
meiner folgenden Frage erwähnen, dass ich schulisch gesehen
nicht gerade der Überflieger bin, sondern vielmehr immer eher
im unteren Mittelfeld „rumgurke“. Interesse ist eigentlich
meistens da, aber das gelernte selbst anwenden (also das
worauf es eigentlich immer ankommt) kann oefters schonmal ein
Problem darstellen. Ich bin zwar motiviert, arbeite aber
grundsaetzlich unstrukturiert und bin auf moeglichst
persoenliche Anleitung angewiesen.
Aus Deinen Ausführungen klingt heraus, daß Du an einem Regelgymnasium bist, oder? Vielleicht wäre ein technisches Gymnasium bereits der erst e richtige Schritt gewesen. Doch sei’s drum.
Ich kann in erster Linie als Unistudent der Etechnik sprechen. Über das FH-Milieu kann ich deshalb aus eigener Erfahrung so gut wie nichts berichten. Man erlebt jedoch so einige Anekdoten.
So ist es mir bisher sehr häufig passiert, daß bei FH-Studenten der Hahn beim Theorieverständnis schnell zugeht. Vom Hörensagen (also Information von betroffenen dritten Personen) weiß ich, daß es durchaus Usus ist, ab einem gewissen Punkt auszublenden. Ganz anders an der Uni. Was in der Zeit machbar ist, wird mindestens gestreift.
„Den Rest [Anm.: also 95% des Themas in dem Falle] können Sie sich ja alleine aneigenen - Sie wollen ja Ingenieure werden…“ ist eine ***DER*** Standardsprüche, die dann kommen.
Ich würde den Unterschied zwischen FH und Uni aber eher in der grundsätzlichen Arbeitsweise sehen. Die Uni ist (noch!) ein Hort der Eigenverantwortung. Lediglich einige natürliche Grenzen sind vorhanden (Vordiplom in der Regel spätestens nach 6 Semestern) - wie man dorthin kommt, ist eine Frage der persönlichen Herangehensweise.
Prüfungen legt man dann ab, wenn man es selbst für richtig hält. Wer sich nicht einschreibt, dem passiert auch (erstmal) nichts. Nur bis zu den „Deadlines“ muß man durch sein.
Sprich, man kann Prüfungen bequem schieben, wenn es irgendwo anders „brennt“ (finanziell, sozial, familiär, in anderen Fächern). Man kann aber auch einige Klausuren eher ablegen, oder mit der Reihenfolge spielen (begrenzt möglich, begrenzt empfehlenswert).
Auf jeden Fall gilt folgendes: Die Hürde des Vordiploms zu nehmen, ist eine Art gemeiner Test. Die Latte wird vergleichsweise hoch gelegt - wer sie zu überspringen vermag, hat eine gewisse Intelligenz und andere Fertigkeiten&Qualitäten gezeigt. Bis dahin wird gnadenlos gesiebt. Dafür ist nach dem Vordiplom die Abbrecherquote beinahe Null.
Einer kleinen Universität sollte im Vgl. zur FH der Vorzug gegeben werden, weil an der kleinen Uni ein ungemeiner Komfort herrscht und trotzdem das Universitätsmilieu erhalten bleibt. Beispielsweise werden Stundenplanempfehlungen gegeben (also Musterstundenpläne, die die Regelstudienzeit sichern, wenn man sich daran hält), die Betreuung ist wesentlich besser, als an einer Massenuni. Und tolle Mädels gibts sowieso überall. 
Bei vielen FHs dagegen wird sogar mit Anwesenheitspflicht hantiert
(da wäre ich aus dem Studium schon zehnmal aus rausgeflogen…);
das Umfeld erinnert eher an Schule. Hat natürlich auch Vorteile: Es gibt definitiv mehr Zwänge, die dem Studenten einen kontinuierlichen Arbeitsrhythmus abringen. Bei den Unis ist es schon fast ein Argument, mit dem Kürzungen in der Lehre gerechtfertigt werden, also daß man doch bitte schön zuhause intensiv und engagiert vorarbeiten, mitarbeiten und nacharbeiten solle. Auch hier kann man mit einer kleinen Uni viel Glück haben, wenn dort regelmäßig Übungen oder dergleichen abzugeben sind oder entsprechende Testate über das Semester stattfinden. Findet man übrigens tendenziell eher in den Neuen Ländern, weil das dort in der Tradition des DDR-Hochschulsystems (eher verschult & straff durchorganisiert) stand.
Von der Etechnik bspw. weiß ich, daß sogar vor jeder Übungsstunde ein kleiner schriftlicher Test stattfand. Wer sich nicht vorbereitet hatte, konnte eben eine Freistunde genießen. 
Zu Deinem Bezug mit der Anwendbarkeit: Vergiß es.
Keinen Studenten - egal ob Uni oder FH - könnte man nach dem Abschluß irgendwo an einen Tisch setzen mit den Worten „Und nun machen Sie 'mal…“. Insbesondere in den Ingenieurwissenschaften geht das gleich gar nicht; was auch der Grund ist, warum dort traditionell ein Jungingenieur einem alten Hasen unter die Fittiche gegeben wird.
Stichwort: Tricks und Kniffe, Erfahrungswerte et cetera.
Laborversuche sind an der Tagesordnung - Du wirst sie schnell hassen lernen. Eildieweil jede Menge Arbeit dahinter steckt. Der Rhythmus ist scharf, man muß ziemlich hinterher sein. Denn stell Dir einfach einmal vor, Du hast über das Semester 5, 6 oder gar 7 verschiedene Versuche in einem Fach, dann vielleicht nochmal soviel in einem zweiten und nochmal 3 bis 4 in einem dritten Fach. Jeder Versuch ist theoretisch gut vorzubereiten (schrifltich wie mündlich zur Darlegung), dann gibt es in der Regel als Kontrolle schriftlichen Eingangstest oder mündliches Testat (15 bis über 90 minuten) - oder sogar gleich beides auf einmal (schriftlich + mündlich). Dann absolvierst Du den Versuch selbst, um zuhause ein Protokoll zu schreiben. Von 7 Seiten bis 42 Seiten kam bei mir schon alles vor, Abgabe in der Regel spätestens 14 Tage nach dem Versuch.
Du wirst also oft herumhocken, fluchen und Dir wünschen, irgendsoeinen Mist wie BWL oder dergleichen belegt zu haben, wo man auch Party hat, während andere (solche Studenten wie Du dann *ggg*) an blöden Gleichungen oder Excel-Tabellen herumfuhrwerken.

Im Hauptstudium (also je nachdem, wo Du dann konkret landest) passiert es dann auch noch, daß Du zusätzliche Belege für einige Fächer zu erledigen hast. Zum Beispiel eine Synchronmaschine (eine elektrische Maschine) komplett zu dimensionieren mit allen Parametern inkl. technischer Zeichnung für den Aufbau.
Damit lernst Du dann zwar nicht, wie man so ein Teil direkt baut, doch Du hast einen solchen Entwurf mit allen Ecken und Kanten schon einmal hinter Dich gebracht. Sozusagen kannst Du dann bauen lassen (von den Elektrikern und Maschbauern).

„Automatisierungstechnik“ als solches bekommst Du nur aufgedrückt, wenn Du es als Vertiefungsrichtung wählst. Nichtsdestotrotz wirst Du intensive Begegnungen mit der Systemtheorie/Kybernetik haben. Und auch über (elementare) Regelungstechnik darfst Du Dich freuen.
Heutzutage Standardstoff, egal welche Spezialisierung Du dann auch wählst nach dem Vordiplom.
Gehst Du an eine Uni, behalte auch immer im Hinterkopf, daß Du dort keinen Beruf lernst. Dafür mußt Du an die FH gehen. Aus der Uni sollte man (möglichst) als sichtbar gebildeter Mensch herauskommen, und nicht als Fachidiot (denen man jedoch immer wieder über den Weg läuft, leider). Beschäftige Dich also auch freiwillig mit angrenzenden Themengebieten, auch wenn die vielleicht nicht genau in Deinem Weg liegen (Physik, Mathe, Chemie, Maschbau, technisch-geschichtliche Allgemeinbildung). Außerdem gilt es heutzutage über den Tellerrand hinauszublicken - etwas Betriebswirtschaft darf es ruhig sein, Englisch sowieso. Und bei den Geisteswissenschaften empfiehlt sich auch, fitzubleiben.
Vom Stoff erwartet Dich so ungefähr im Grundstudium das:
Grundlagen der Etechnik
Theoretische Etechnik
Physik
Höhere Mathematik
Werkstoffkunde/Chemie
Elektronik (Bauelemente, Schaltungen)
Meßtechnik
Nachrichtentechnik
Signaltheorie
Systemtheorie/Kybernetik
Regelungstechnik
Digitaltechnik
Konstruktionstechnik/Fertigungstechnik
Technische Mechanik
Technische Mathematik
Informatik (oft nur scharfer Programmiercrashkurs C++ !)
Energietechnik
In der Regel alles schriftlich als Klausur abzulegen.
Im Hauptstudium hast Du dann nur noch Deine gewählte Vertiefungsrichtung vor Dir. Die Spezialisierungen heißen gewöhnlich überall etwas anderes, sind aber ähnlich.
Nennen wir sie bspw. 'mal:
* Energietechnik
* Mikroelektronik
* Informationstechnik
* Automatisierungstechnik
* Mikrosystemtechnik
Das breiteste Spektrum deckt dabei die Energietechnik ab, weil dort Hochspannungstechnik (Elektroenergieerzeugung, Elektroenergieübertragung, Elektroenergieversorgung), elektrische Maschinen (Motortechnik, Antriebstechnik, Ansteuerung& Regelung) sowie Leistungselektronik (Bauelemente, Bauelementephysik, Bauelementeentwicklung, Schaltungen/Schaltungstechnik, elektromagnetische Verträglichkeit) zusammenkommen. Dort ist dann auch DER Schwerpunkt für regenerative Energien.
Doch über die Vor- und Nachteile der einzelnen Vertiefungen wirst Du sicherlich in entsprechenden Veranstaltungen am Ende des Grundstudiums informiert (war zumindest bei mir so). Dort kann man sich ein ziemlich gutes Bild davon machen, was auf einen zukommt, was die einzelnen Richtungen für konkrete Inhalte anbieten et cetera. Ergibt sich alles mit der Zeit.
Schau Dir auf jeden Fall auch etechnik-verwandte Studiengänge an, wie die Mechatronik, die Informationssystemtechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen an.
MfG