Liebe/-r Experte/-in,
ich habe Probleme mit meinem Mikrowellenherd. Ich habe nach
einer Benutzungsdauer von ca. 30 min. festgestellt, dass das
Gehäuse heiß ist (schätzungsweise 60°C).
Das kann man ja nicht mehr anfassen (45°C ist die Schmerzschwelle).
Hast du die Gehäusetemperatur vor der Reparatur schon einmal gefühlt? Möglicherweise produzierte das Gerät schon immer so viel Wärme, nur jetzt im Sommer fällt es auf.
Mikrowellen sind heutzutage oft billigste Geräte, die sich spührbar erhitzen können.
Zur Vorgeschichte:
In der Türverkleidung war ein Plastikeinsatz herausgebrochen.
Dieser wurde punktgenau mit einem hitzebeständigen Kleber
wieder angefügt.
Lücken nach außen sind nicht erkennbar.
Die Speisen wurden gewohnt heiß.
D.h. von der Mikrowellenstrahlung scheint nichts „verloren“ zu gehen. Das würde mir viel mehr sorgen machen.
Wo könnte hier das Problem liegen?
Da tappe ich auch im Dunklen. So wie du das beschreibst, ist es nur ein kosmetischer Defekt. Mikrowellen heizen durch Strahlung, deshalb ist es relativ egal, wenn irgendwo Kunststoff fehlt. Kunststoff ist für Mikrowellenstrahlung kein Hindernis. Um die Bediener zu schützen, ist es wichtig, dass alle Metallplatten und -gitter noch immer dicht schließen.
Ich vermute eher, dass bei dem Unfall, der das Plastik angeknackst hat, noch etwas anderes passiert ist.
Ich würde versuchen herauszufinden, ob der Lüfter für die Elektronik noch läuft. Meist sieht man, wie er startet oder man erkennt ihn am Geräusch. Ich weiß allerdings nicht, wo man geeignete Ersatz-Lüfter her bekommt, sollte der kaputt sein. Vielleicht ist auch nur ein Kabel in den Rotor gerutscht und hält ihn fest.
Hinweis für Hobbyelektriker: Geräte mit eigenem Transformator können auch nachdem der Netzstecker gezogen wurde, noch Spannung aufweisen die einen nicht töten, aber definitv erschrecken wird. Also nur an 230V-Geräten herumschrauben, wenn man sich das zutraut.
Ist der Lüfter OK, kann man nachschauen, ob der Trafo oder sonst ein Bauteil verschoben oder verbogen ist und nun das Gehäuse berührt.
Bauteile, die sehr gerne kaputt gehen, sind Elektrolyt-Kondensatoren. Die sehen aus wie kleine Tonnen, meistens mit Kerben im Deckel (die Kerben sehen aus wie X oder K). Wenn die Deckel stark ausgebeult sind oder man hellgelbe Schmiere um den Kondensator sieht, ist der ausgelaufen oder gar geplatzt. Kaputte Kondensatoren können auch heiß werden. Um den zu wechseln, sollte man aber schon mit dem Lötkolben umgehen und sich mit diesem Typ Kondensator auskennen. (Baut man die Dinger falschherum ein, explodieren sie gewöhnlich.)
Wie kann hier etwas
repariert werden, ohne dass große Veränderungen an Bauteilen
vorgenommen werden?
Danke im voraus.
elvi32