Werte Mitglieder,
Ich bitte um einen Rat in dieser Sache: Ich möchte eine Waschmaschine (Toplader) zweckentfremden, um darin jeweils über mehrere Stunden kleingehauene Fliesenstücke zu „trommeln“, d.h. deren scharfe Kanten zu brechen.
Für diesen Zweck soll der Antriebsmotor der Waschtrommel über An / Ausschalten der Stromzufuhr im normalen Waschtempo laufen können.
Dafür habe ich munter eine Billige alte Siemens Siwamat 714 erworben. So gut, so schwer… Angesichts der verwirrenden Verkabelung stellt sich das Folgende für mich als Laien aber schwieriger dar als gedacht: Zum Motor führen vom einem dicken Kabelbaum aus 5 schwarze Adern mit Markierungen 1 bis 5 aufgedruckt, sowie zusätzlich eine Erdungsleitung mit gelb-grüner Kennung.
Die Frage ist nun: Ist es realistisch, den Motor über ein Kabelpaar dieser schwarzen Adern direkt mit 220 V Wechselstrom ohne weitere Modulierung / Transfomation zu versorgen?
Ich hatte eigentlich gehofft, einen erkennbaren Transformator mit mehreren unterschiedlich voltstarken Ausgängen als Verursacher der unterschiedlichen Drehzahlen (Ich will die Fliesenstücke nicht schleudern!) zu finden. So einfach läuft es aber offensichtlich nicht.
Wäre - falls Wechselstrom überhaupt geht - ein 220-Volt-Lampentrafo mit ausreichender Durchgangsleistung ggfs geeignet, die Motordrehzahl zu drosseln?
Wie Ihr meinen Fragen entnehmen könnt, bin ich in Elektrodingen über normale Hauselektrik hinaus ziemlich schimmerlos. Immerhin weiß ich aber, woraus ich achten muß, um mir nicht selber Strom zuzuführen…
Für jeden Hinweis wäre ich dankbar!
Schöne Feiertage!
Fragen Sie einen Elektromeister.
freundliche Grüsse
Klaus Quindt
secondware.de
Guten Abend Herr Quindt,
Danke für Ihren Rat!
Mit freundlichen Grüßen, frohe Feiertage,
Axel Siebert, HH
Fragen Sie einen Elektromeister.
freundliche Grüsse
Klaus Quindt
secondware.de
Wenn du das richtige Adernpaar erwischt, ist ein direkter Betrieb am 230V-Wechselspannungsnetz bei den meisten Motoren möglich (wenn es sich um einen Universalmotor handelt).
Mit ohmscher Messung kannst du herausfinden, welche Adern über eine Wicklung miteinander verbunden sind.
Beim Universalmotor ist eine Drehzahlsteuerung mit einem Lichtdimmer (ausreichenden Strom!!! beachten) möglich.
Die konkrete Maschine Siwamat kenne ich nicht.
mfG, Charly
Guten Abend, Charly!
Vielen Dank für die ermutigende Antwort! Ich habe alle Adernpaarungen auf ihren Widerstand hin durchgemessen und dann auch versuchsweise angeschlossen. Das erbrachte aber zunächst mal nur unterschiedlich laute Summtöne. Nach weiterer Recherche habe ich dann den in den Eingeweiden der Waschmaschine gefundenen Kondensator (8 mikrofarad)in die Anordnung eingebaut: Die beiden Kabel mit dem höchsten Widerstand an Phase und Null, vom Paar mit dem geringsten Widerstand eine Ader über den Kondensator mit der Phase verbunden, die Andere ebenfalls an Null. Und der Motor lief! (mit etwa 110 Watt Leistungsaufnahme). Dimmen mit Lichtdimmer ging ebenfalls, brachte aber nicht viel, da der Motor dabei unter Last nicht mehr ausreichend Kraft aufbrachte. Das Ergebnis der „Trommelei“ von Fliesenbruchstücken entspricht übrigens genau den Vorstellungen: Nach zwei Stunden Rotation in reichlich Wasser plus kleinteiligem Kies entstehen schön rundgeschliffene Fliesenstücke zur Verwendung als Fliesenmosaik.
Danke nochmal und mit besten Grüßen,
A. Siebert
Dann möcht ich dir nur noch zum Erfolg gratulieren.
Mein Hinweis war ja nun teilweise falsch, kein Universalmotor, sondern ein Kondensatormotor (Einphasendrehstrommotor mit Hilfswicklung).
Wenn du dessen Drehzahl ohne Kraftverlust reduzieren willst, so benötigst du dazu einen Einphasen-Frequenzumrichter. Ob das auch mit einem einphasig gespeisten Dreiphasenumrichter, bei dem du nur 2 Ausgangsphasen beschaltest, geht, weiss ich nicht. (Das hab ich noch nie ausprobiert / hängt von der Elektronik im Umrichter ab.)
Weiterhin Viel Erfolg, Charly