Elektronikteile wiederverwertbar auslöten?

Hallo

Ich beschäftige mich laienhaft mit Elektronik. Das heisst ich lese recht viel und versuche mir die Physikalischen Gesetze und Formeln zu den Berechnungen anzulernen. Jetzt möchte ich mit kleinen Experimenten (Led Blinklicht etc. auf Breadboard mit Batterien) ein Bisschen experimentieren um im Kleinen die Wirkweise der Schaltungen zu beobachten damit die Theorie etwas schmackhafter wird.

Meine eigentliche Frage: Wenn Bastler vom ausschlachten von Geräten (auslöten von Teilen etc.) sprechen, wie machen die das? Wenn man Widerstände, Kondensatoren oder Tranformatoren aus einer Platine herauslötet sind die Kontakte doch viel zu kurz um wiederverwendbar zu sein oder?

Es wäre schön wenn mir mal jemand etwas grundlegend erklären könnte wie das funktioniert, bevor ich alte Elektroniktrümmer und Lötkolben „scharf mache“ :o)) .

Danke schonmal!

Hallo,
klar sind manche Anschlüsse dann sehr kurz, kommt eben drauf an, wie und wo sie eingelötet sind (für ein Experimentierboard sind allerdings ausgelötete Teile eh nur beding geeignet, da sie durch das anhaftene Lötzinn die Kontakte beschädigen, wenn man die Teile wieder entfernt).
Allerdings kann man auch auf einer Loch.- oder Streiferrasterplatine wunderbar experimentieren.
Zum Auslöten kann man Entlötlitze und einen mittelgroßen Lötkolben benutzen, eine Handentlötpumpe und einen Lötkolben oder eine elektrische Vakuumentlötpumpe. Dieses alles gibt es z.B. beim großen „C“ mit onrad am Ende , aber natüurlich auch woanders…
Ich habe diese Art von Ersatzteilgewiinung jahrelang betrieben.
Viel Spass beim Basteln.
JMP

Hallo afrit,

erstmal „Herzlich willkommen!“.

So wie Jörg es machte, habe ich es auch jahrelang gemacht, nur da hatten die Bauteile noch „lange Beine“ :wink:

Zu dem folgenden Link kenne ich keine Alternative:

http://www.opitec.de/opitec-web/Elektronikschaltunge…

Ich habe keinen Anbieter gefunden, der günstigere, vollständige Bausätze und Anleitungen, die muss man u.U. mal extra bezahlen, anbietet.

WEnn Du „unendlich“ viel Zeit hast und Dir das Stöbern Spaß macht, wirst sicher mal den einen oder anderen Bausatz billiger zusammen kriegen.

Wenn Du Die vlt. noch Lochrasterplatinen mitbestellst wird es schon ein wenig professioneller.

WEnn Du dann herausgefunden hast, was Dich interessiert, kannst Du mit Sortimenten oft günstig an Bauteile kommen. Der Nachteil ist, dass Du i.d.R. nur einen Teil wirklich nutzen kannst.

Viel Spaß und Erfolg!

Gruß Volker

Hallo,

Am besten gelingt das, wenn man schon etwas Erfahrung im Löten hat; Lötkolben gut heiß, gut abstreifen, dass die Spitze schön blank ist und das Zinn schnell fließen lässt, dann absaugen. Im Idealfall ist das Bauteil sofort frei und fällt heraus. Besonders bei Halbleitern nicht lange herumbraten!

Gruss von Julius

würd’s nicht machen
Hi,

ehrlich gesagt würde ich das heute keinem mehr empfehlen, da die Preise für die Standardteile doch weiter unterhalb von Taschengeldpreisen liegen. Ein NE555 kostet 27ct, ein 4010 79ct und eine 1N4148 grade mal 4ct. Ein Kinderriegel übrigens ~40ct :wink:
Wenn’s trotzdem sein muss würde ich Anfängern keine Entlöt-litze /-saugpumpe empfehlen da die „teuer“ sind und etwas Erfahrung benötigen und zudem altes Lötzinn manchmal schlecht fließt. Also führe frisches Lötzinn zu, erwärme alles, setze das Bauteil einer Zugkraft aus (mit der Pinzette drunter hebeln) und warte bis es rausfliegt. Somit kann man auch mehrere, beieinander liegende Beine gleichzeitig auslöten.

HTH
J~

Vielen Dank von euch allen. Wirklich tolle Tips! Aber vielleicht sagt noch jemand etwas dazu, ob sich solch wiederverwertete Bauteile auch wieder gut einlöten lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, das das so einfach ist. Denn immerhin ist das Bauteil (Anschlussdrähte) in der Regel ja erheblich gekürzt, im Gegensatz zu Neuteilen oder irre ich? Es liegt nicht am Geld (eher an der Zeit bei den betreffenden Elektronik Händlern vorbeizuschauen). Ausserdem macht es sicherlich auch noch mehr Spass verwertbare Teile eigenhändig auszuschlachten (Jagdinstinkt und Erfolgserlebnis :oD ). Da ich ja nur einwenig experimentieren will und kein echter Elektroniker bin der über die Maßen anspruchsvolle High-Tech Schaltungen bauen wird, wäre es doch bestimmt auch eine gute Löterfahrung um mehr Praxis und Gefühl zu bekommen und alte bzw. defekte Geräte (Teile davon) wieder dem Sinnvollen Zweck des Lernens, Experimentierens oder einem anderen, bestimmten Zweck zuzuführen. Also meine einzige Sorge sehe ich in den „vestummelten“ Anschlüssen, die den Einbau bestimmt zu einer „Fitzelei“ machen können oder?

Wie schon gesagt, wäre es toll wenn erfahrene Bastler und Elektroniker darauf eingehen und mir dahingehend ihre Erfahrungen schildern könnten, dann wäre ich schon zufrieden. Mache ich mich damit unglücklich (will heissen: ist Arbeitsaufwand und Frustration zu gross) oder ist es eine echte Alternative zum alleinigen Einkauf der Bauteile?

Danke schonmal

Hallo,

Wie schon in meinem obigen Beitrag gesagt, ist Erfahrung mit Löten wertvoll, auch beim Verwenden „recyclierter“ Bauteile. Nützlich ist dazu ein geregelter Lötkolben, der überhitzt sich kaum, ein Abstreifschwamm (aus Viskose, schön feucht - ja nicht nass!) und Lötzinn je nach Bauteilgröße, für Elektronik nicht zu dick, aber mit Lötmittelfüllung. Ich habe noch riesige Vorräte „altes“ (bleihältiges) Lötzinn, das meines Wissens nicht mehr im Handel ist und schöne glänzende Lötstellen ergibt, während die neueren bleifreien Lote eher matte Lötstellen ergeben, die man nicht so leicht von schlecht gelöteten „kalten“ Lötstellen unterscheiden kann - kalte Lötstellen sind für viele Fehler verantwortlich.

Kurze Anschlussdrähte sind nur dann problematisch, wenn mit einem nicht ausreichend heissen Lötkolben zu lange erhitzt wird, dann sind viele Halbleiter, speziell solche ohne eigene Kühlfläche, leicht in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Wie erwähnt Erfahrungssache! Übung macht den Meister.

Gruss von Julius

Hi,

Aber
vielleicht sagt noch jemand etwas dazu, ob sich solch
wiederverwertete Bauteile auch wieder gut einlöten lassen. Ich
kann mir nicht vorstellen, das das so einfach ist.

versuch macht kluch :wink:
Probiers einfach aus. Wenn du Widerstände, Transistoren und Kondensatoren nicht grade so doll erwärmst, dass sie ihre Farbe verändern sollten sie den Entlötvorgang überleben. Bei DIL-ISs mit mehr als 8 Pins wird das Entlöten aber schnell nervig. Entlötlitze/-pumpe kannste da auch vergessen da die Beinchen einfach „irgendwo“ noch festkleben werden ohne das man die Stelle sieht.

Denn
immerhin ist das Bauteil (Anschlussdrähte) in der Regel ja
erheblich gekürzt, im Gegensatz zu Neuteilen oder irre ich?

Klar! Professionell würde ich das dann nicht mehr nennen :wink: Aber in meiner Bastelzeit habe ich die Transistoren auch einfach solange in die Platinenbohrungen gedrückt bist die Beinchen kurz vorm abreißen waren. Biegeradius=0 LOL :smiley:

Es
liegt nicht am Geld (eher an der Zeit bei den betreffenden
Elektronik Händlern vorbeizuschauen). Ausserdem macht es
sicherlich auch noch mehr Spass verwertbare Teile eigenhändig
auszuschlachten

Na dann mal los! :smile:

Durch das alte Lötzinn an den Beinchen lassen sich diese manchmal nicht so doll löten. Musste dann mit dem heißen Lötkolben abstreifen, aber nicht das Bauteil grillen! Und halte es mit der (selbsthaltenden) Pinzette fest sonst haste Brandblasen.

. Also meine einzige Sorge sehe ich in den
„vestummelten“ Anschlüssen, die den Einbau bestimmt zu einer
„Fitzelei“ machen können oder?

Klar, aber du willst es ja so :wink:

Mache ich mich damit unglücklich

Nö, mach nur. Habe ich früher auch gemacht. Auch um dem grummeligen Bauteilehändler nicht begegnen zu müssen :wink:

VG
J~

Okay, hört sich prinzipiell machbar an. Dann fange ich mal an zu üben. Ich danke euch allen vielmals für die sehr hilfreichen Tips.

Abschliessend noch eine Sache (Ich weiss gar nicht wie lange man ein Thema strecken darf oder ob ein eigener Thread angebracht wäre aber ich finde es passt ja noch hier dazu und J~ hat es ja auch schon angesprochen):

Ich habe etwas gegoogelt und zum Thema SMD auslöten bin ich auf ein interessantes Produkt in einem eglischen Löt-tutorial http://www.curiousinventor.com/guides/Surface_Mount_… das sich „Quick Chip“ nennt (oder umgekehrt Chip Quick?). Das soll ein Lötzinn sein welches man auf die auszulötenden Stellen bringt, das extrem lange braucht bis es hart wird oder auskühlt und somit das Zinn der auszulötenden Teile lange heiss und flexibel hält (Besonders brauchbar bei vielen Beinchen denke ich und wie auch schon von J~ beschrieben!).

Wie ist die Bezeichnung für eine solche Sorte Lötzinn oder generell für solche Produkte auf deutsch. Ich habe zu diesem Produkt nur Angebote aus USA gefunden. Da müsste es aber doch auch bei deutschen Anbietern sowas geben oder?