Elektronische Anwendungen realisieren

Was mich schon immer mal interessiert hat:

Wie schwer ist es eigentlich, elektronische Anwendungen wie z.B. Digitalcameras zu entwickeln? Man liest immer nur Made in Japan, China, Taiwan oder sonstwo - aber wie sieht es um die Väter dieser Produkte aus? Wie aufwendig ist es, so etwas zu realisieren?

Wie schwer ist es etwa, simplere Anwendungen die mit dem PC interaggieren zu entwickeln? (z.B. eine Platine mit Display ähnlich dem eines Radioweckers, dass eine Nummer anzeigt, die man zuvor im PC eingegeben hat?)

Frage 2: Kann man das lernen? :wink: Wäre letzteres Beispiel nicht vielleicht gar von einem Hobbyelektroniker zu realisieren?

Grüße
Stephan

Hi Stephan,

Wie schwer ist es eigentlich, elektronische Anwendungen wie
z.B. Digitalcameras zu entwickeln?

Das ist nicht schwer, weil halt immer eines auf dem anderen aufbaut. Niemand fängt auf der grünen Wiese an, Sand (Silizium) zu suchen und daraus Chips zu backen. Wenn erstmal die grundlegenden Techniken verfügbar sind, geht es darum, daraus handhabbare Geräte zusammenzustellen. Auch das ist machbar, obwohl manchmal der Eindruck entsteht, dass das Wissen um Brauchbarkeit weder wächst noch weitergegeben wird.

Wie schwer ist es etwa, simplere Anwendungen die mit dem PC
interaggieren zu entwickeln?

Das kann jeder lernen, allerdings nicht ohne Aufwand. Was heißt hier simpel? Setz dich hin, schreib auf, was die Anwendung leisten soll, zähle die Entscheidungen, die dafür nötig sind, dann kannst du die Komplexität einschätzen. Und was heißt schon schwer? Aller Anfang ist schwer.

Gruß Ralf

Hallo Stephan,

Was mich schon immer mal interessiert hat:

Wie schwer ist es eigentlich, elektronische Anwendungen wie
z.B. Digitalcameras zu entwickeln? Man liest immer nur Made in
Japan, China, Taiwan oder sonstwo - aber wie sieht es um die
Väter dieser Produkte aus? Wie aufwendig ist es, so etwas zu
realisieren?

Solche Geräte bestehen heute hauptsächlich aus hochintegrierten Schaltkreisen. Dazu liefert der Halbleiterhersteller Datenblätter mit Schaltbeispielen und oft auch ein Demoboard.
Einiges an Grundwissen ist dann aber schon noch von Nöten um eine Schaltung selbst aufzubauen. Auch wenn alles nach Schema richtig verschaltet ist, kann es nicht richtig funktionieren weil z.B. die Masseleitungen falsch geführt sind.

Wie schwer ist es etwa, simplere Anwendungen die mit dem PC
interaggieren zu entwickeln? (z.B. eine Platine mit Display
ähnlich dem eines Radioweckers, dass eine Nummer anzeigt, die
man zuvor im PC eingegeben hat?)

Frage 2: Kann man das lernen? :wink: Wäre letzteres Beispiel
nicht vielleicht gar von einem Hobbyelektroniker zu
realisieren?

Ich kenne keinen der als Elektroniker auf die Welt kam und mit 3 Jahren seinen eigenen Computer konstriert hat!

Auch ich musste es mal lernen.

Wichtige Vorausetzungen sind wohl die Fähigkeit zum logischen, strukturierten Denken, weiterhin besteht in der Elektronik das Problem, dass alles nur indirekt sichtbar (gemessen) werden kann. Spannung sieht man nicht, ausser bei Hochspannung, aber das ist dann eine andere Geschichte, und wenn man die Elektronik riechen kann ist ehh was schief gelaufen.
Grundlagenwissen in Algebra, zumindest die Formel U=I*R solltest du nach I umstellen können.

Aber auch beim Profi funktioniert, dann das Meiste nicht auf Anhieb, mindestens ein Fehler steckt am Anfang in jeder neuen Entwicklung.

MfG Peter(TOO)

Hi Stephan,
du musst unterscheiden (auch wenn’s die „Hersteller“ nicht immer tun) zwischen „Made in China“ und „Assembled in China“.
Intel sitzt in USA, auf deren CPUs steht aber „Assembled in Malaysia“ (wenn ich mich nicht irre, mein letzter Intel ist lange her).
Deutsche Politiker (?) sind so stolz auf „Technology made in Germany (Dresden)“ by AMD - aber entwickelt werden die Dinger in - na? - USA.
Stell eine gut ausgerüstete Fabrik in die Wüste im Irak, lern ein paar Einheimische an, und demnächst kommt die Hightech aus dem Irak…
OK., bisschen weit her geholt, aber so ähnlich ist es.
Gruß, Markus

hallo mafeu,

ja, schon klar, aber leider beantwortet das keine meiner fragen :smile:

die idee mit dem irak ist gut, kennst du ein paar gute elektroniker dort? :wink:

grüße
stephan

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hey, das mit dem u=i*r hab ich irgendwann mal in der schule gelernt :wink: war U nicht volt, also spannung, I nicht ampere, also masse und r nicht ohm, also der widerstand? :wink:

wie dem auch sei, gibt es bücher mit welchen man sich da entsprechend schulen kann? ich meine, wenn ich jetzt eine weitere programmiersprache lernen will, kaufe ich mir ein buch über meinetwegen C++, gibts sowas auch in der elektronik?

grüße
stephan

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mhhh…und wie schätzt du meine beispielanwendung, also jenes display ein? muss man da nicht theoretisch noch software treiber etc. für schreiben?

grüße
stephan

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Hallo Stephan,

mhhh…und wie schätzt du meine beispielanwendung, also
jenes display ein? muss man da nicht theoretisch noch software
treiber etc. für schreiben?

bei geeigneten Randbedingungen (Ansteuerung über serielle Schnittstelle, Siebensegment-Anzeige mit geringer Anzahl von Stellen) ist Deine Displayanwendung eher wenig anspruchsvoll, und ihre Realisierung sollte einen Hobbyelektroniker, der in Mikrocontrollertechnik fit ist, vor keine unüberwindbaren Hindernisse stellen. Die Kosten für die komplette Anzeigeelektronik dürften sich zwischen 10 und 50 € bewegen. Das auf dem PC laufende Steuerprogramm muß natürlich auch noch geschrieben werden, aber das ist ebenfalls nicht übermäßig schwierig (vorausgesetzt, man beherrscht eine geeignete Programmiersprache, etwa Delphi). Bei der Ansteuerung über die serielle Schnittstelle wird kein Extra Treiber für den PC benötigt. Möchtest Du dagegen eine USB-Lösung entwickeln, dann würde es ungleich schwieriger werden. Damit wäre ein Anfänger mit Sicherheit überfordert.

Die Elektronik einer Digitalkamera ist jedoch so viel komplexer als
eine einfache Displaysteuerung, daß ihre Entwicklung den Teams aus „richtigen“ Ingenieuren bei den Kamera-Herstellern vorbehalten ist.

Mit freundlichem Gruß
Martin

Hallo,

Wie schwer ist es eigentlich, elektronische Anwendungen wie
z.B. Digitalcameras zu entwickeln? Man liest immer nur Made in
Japan, China, Taiwan oder sonstwo - aber wie sieht es um die
Väter dieser Produkte aus? Wie aufwendig ist es, so etwas zu
realisieren?

Eigentlich sehr aufwendig, wenn man bedenkt, daß dazu ganze
Industrien notwendig sind, die jedes notwendige Einzelteil
(incl. der vielen elektronischen Bauelemente) herstellen.
Das bezieht sich aber eher auf die Herstellung.

Die Entwickler können natürlich darauf bauen, daß die
Einzelteile weitestgehend verfügbar sind oder entsprechend
ihren Wünschen hergestellt werden können.

Ansonsten ist die Neuentwicklung eine Fleißarbeit
hochspezialisierter Fachleute (Ing.). Die Gesamtzeit, die
man zur Entwicklung solcher hochkomplexen Geräte benötigt,
wird in sogenannten Mannjahren gemessen (also Arbeitsjahre
der Entwickler) und dauert schon einige Mannjahre bzw. auch
„Mannjahrzehnte“ und Jahrhunderte.
Daß trotzdem alle halbe Jahre ein neues Produkt auf den
Markt kommt,liegt daran, daß eben viele Leute gleichzeitig
und parallel an solchen Entwicklungsprojekten beteiligt sind.

Wie schwer ist es etwa, simplere Anwendungen die mit dem PC
interaggieren zu entwickeln? (z.B. eine Platine mit Display
ähnlich dem eines Radioweckers, dass eine Nummer anzeigt, die
man zuvor im PC eingegeben hat?)

Hier muß man zwischen einem Serienprodukt für die Massen-
produktion unterscheiden und einem Prototypen, der als
Bastellösung mal so entstanden ist (aus Komponenten, die
die für diese Aufgabe schon vorgesehen sind).
Letzteres kann man in Tagen bis Wochen realisieren.

Der Weg in die Massenproduktion ist aber weitaus langwieriger.
Aus eigener Erfahrung: Wenn ein Funktionsmuster existiert,
dann sind höchstens ca. 10%…20 der Arbeit getan.

Frage 2: Kann man das lernen? :wink: Wäre letzteres Beispiel
nicht vielleicht gar von einem Hobbyelektroniker zu
realisieren?

Das kann man natürlich lernen, sonst gäbe es ja keine Leute,
die sowas machen. Wenn ich aber in den „Blödmarkt“ reinschaue,
dann sehe ich, daß es offensichtlich Leute geben muß, die
sowas machen.

Was das Basteln angeht, hängt natürlich vieles von der
Komplexität der Aufgabenstellung, der Ahnung des Bastlers
und dem Angebot an weitestgehend vorgefertigten Baugruppen
bzw. Programmen/Objekten ab.
Vieles lohnt sich nicht, weil der Zeitaufwand viel größer ist
als der moralische Verschleiß des irgendwann fertigen
Projektes sinnvoll erscheinen läßt, oder weil die
Kauflösung allemal billiger ist.
Gruß Uwi

Schau mal hier
Hi,

kein Buch, aber es vermittelt Wissen über elektronische Zusammenhänge. Ich finde es lustig, anregend und es ist bestimmt niemals komplett.

In Buchform :
Auktionen: Elektronik -Einführung id Elektronik v. Jean Pütz 1974, EUR 3,00,

Gruß Uwe P.

P.S.

hey, das mit dem u=i*r hab ich irgendwann mal in der schule
gelernt :wink: war U nicht volt, also spannung, I nicht ampere,
also masse und r nicht ohm, also der widerstand? :wink:

fast richtig. Nimm Strom statt masse und es ist perfekt !