Elektronische Wasserwaage

Moin!

Habe folgendes Problem:

Bei der Bundeswehr benutzt man ein System welches North Finding System heist. Hier mit ermittelt man unter anderem auch die Abweichung zur Waagerechten auf zwei Achsen. Dies passiert elektronisch.

Nun meine Frage:

Wie macht dieses Gerät das und kann ich das prinzipiell wie eine elektronische Wasserwaage betrachten oder gibt es eine andere vergleichbare Methode mit der man das umschreiben kann.

Tja, das solls gewesen sein.

Danke und ein schönes Wochenende noch.

Michael

Hi Michael,
da noch keiner geantwortet hat, hier ein Ansatz:
Google hat nur „fiber optic gyroscope“ als vernünftigen Anhaltspunkt gemacht.
Ich kann mir vorstellen, dass ein verspiegelter Kreisel von Laser angestrahlt wird und die Reflexion detektiert wird (Photodiode) Wenn nun das gesamte Gerät aus der horizontalen gekippt wird (egal in welche Richtung, rotationsymmetrisch da kreisel) trifft der Laser nicht mehr die Diode und das Gerät kann anzeigen, dass was nicht stimmt.
Das geschieht wegen der Drehimpulserhaltung: Die Drehachse vom Kreisel ist frei aufgehängt, und behält so immer ihre Richtung bei.
Oder man nimmt einen CCD-Chip, der sogar noch sagt wie weit man aus der horizontalen gekippt ist.

Wie gesagt, erster Schuss ins Blaue, hab sowas noch nie gesehen…

Hi,
ich kenne das System nicht, aber wir haben damals (1988) mit einem sog. „Richtkreis“ gearbeitet.
Das ist bestimmt was Ähnliches.
Das ist im Wesentlichen ein Kreisel, den man so lange ausgerichtet hat, bis dessen Achse genau parallel zur Erdachse stand, die Achse also nicht mehr präzediert hat = ihre Richtung nicht mehr änderte…
Dann nämlich zeigt die Kreiselachse exakt nach Norden.
Das Ding brauchte mehrere Minuten zum Hochlaufen und nochmal etliche Minuten zum Einjustieren. War ziemlich fummelig, aber zuverlässig.
Gruss,

Moin!

Habe folgendes Problem:

Bei der Bundeswehr benutzt man ein System welches North
Finding System heist. Hier mit ermittelt man unter anderem
auch die Abweichung zur Waagerechten auf zwei Achsen. Dies
passiert elektronisch.

Nun meine Frage:

Wie macht dieses Gerät das und kann ich das prinzipiell wie
eine elektronische Wasserwaage betrachten oder gibt es eine
andere vergleichbare Methode mit der man das umschreiben kann.

Hallo Michael.
Ich habe vor längerer Zeit mal eine ausführliche Antwort auf eine ähnliche Frage geschrieben über ‚Gyrocompassing (Nordsuchen) und two-axis-leveling‘ von Inertialplatformen. Ich weiß nicht ob der noch im Archiv ist.
Nur zwei kurze Bemerkungen zu den anderen Antworten:

  1. Zum Nordsuchen mit hoher Genauigkeit verwendet man Rate-Integrating-Gyros (HIG) im closed loop Betrieb, im Idealfall mit Schuler-Filterung.
  2. Mit ‚Fiber-optic-gyro‘ sind sogenannte Glasfaserkreisel gemeint. Hier handelt es sich um ein Meßverfahren, wobei in zwei gegensinnig gewickelte Glasfaserspulen mit gleicher Windungslänge ein Lichtsignal an den Anfängen der Spulen eingespeist wird. In Ruhe, treffen beide Signale gleichzeitig an den Enden ein. Dreht man die Spulen um ihre Wicklungsachse, so müssen die Lichtsignale unterschiedliche Wege zurücklegen, in Drehrichtung und entgegengesetzt. Dadurch estehen bei Überlagerung der Signale am Ende der Spulen Interferenzen proportional zur Drehgeschwindigkeit. Es sind also Geschwindigkeitskreisel (rate-gyros).
    Mit freundlichen Grüßen
    Alexander Berresheim

Moin!

Danke erstmal für die Bemühung.

Das was Du meinst ist kein Richtkreis, sondern ein Meridiankreisel. Bei beiden wird zur Zeit immernoch nach dem alten Wasserwaagenprinzip mit der Luftblase gearbeitet. Das meinte ich eigentlich nicht.

Trotzdem Danke.

Michael

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