Elementar

Hallo allerseits,

Ups, jetzt hätte ich an einem anderen Brett fast geschrieben, dass irgendwo „die elementarsten Voraussetzungen“ fehlen.

Elementar dürfte man doch eigentlich nicht steigern können. Oder ? (Gelesen habe ich es aber trotzdem schon.)

mfg
Klaus

Elementar dürfte man doch eigentlich nicht steigern können.
Oder ? (Gelesen habe ich es aber trotzdem schon.)

So ist es, lieber Klaus, respective: so sollte es sein.

Da es aber immer mehr Zeitgenossen gibt, denen ein einfacher Superlativ nicht genügt oder denen unsteigerbare Adjektive zu trivial erscheinen, gibt es mittlerweile:

in keinster Weise
zu unserer vollsten Zufriedenheit
in der mittelsten Position

Es ehrt Dich, daß Du Dir eine elementare Beziehung zur Sprache bewahrt hast!

Gruß - Rolf

zu unserer vollsten Zufriedenheit

Ist Dir schon mal aufgefallen, dass z.B. bei 0,3 L-Gläsern die 0,3 L-Marke etwas unterhalb des Glasrandes ist?
Das Glas ist also bei der 0,3 L-Marke voll, etwas darüber voller und wenn der Flüssigkeitsstand den Rand erreicht ist es eben am vollsten.

Grüße,

Anwar

PS: Nein, Du hast natürlich Recht, aber ich fand das gerade amüsant.

Hallo Anwar,

dies fand ich eben als Zitat des Trainers Löw in SPIEGEL online:

Löw lobte Argentinien als "eingespielteste und homogenste Mannschaft des Turniers.

Wiederum zwei unmögliche Superlative - aber naja, die Jungs sollen leine Grammatikprüfung bestehen, sondern ordentlich spielen!

Gruß - Rolf

Hallo!

Löw lobte Argentinien als "eingespielteste und homogenste
Mannschaft des Turniers.

Wiederum zwei unmögliche Superlative - aber naja, die Jungs
sollen leine Grammatikprüfung bestehen, sondern ordentlich
spielen!

Ich verstehe nicht ganz, warum das unmögliche Superlative sein sollen. Ok, „eingespielt“ ist kein Adjektiv, sondern ein partizip. Es müsste also „am besten eingespielt“ heißen. Aber homogen ist sehr wohl ein Adjektiv. Grammatikalische Gründe können also nicht dagegen sprechen. Oder glaubst Du, dass es gleichmäßiger als gleichmäßig nicht ginge? Darüber kann man diskutieren. Aber die gute Jogi Löw wollte ja nicht sagen, dass das argentinische Team das am wenigsten ungleichmäßige Team ist. Und das finde ich sowohl sprachlich als auch inhaltlich korrekt.

Michael

P.S.: Miroslav Klose ist einfach in bestechlicher Form (Jürgen Klinsmann)

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Elementar dürfte man doch eigentlich nicht steigern können.
Oder ? (Gelesen habe ich es aber trotzdem schon.)

So ist es, lieber Klaus, respective: so sollte es sein.

Da es aber immer mehr Zeitgenossen gibt, denen ein einfacher
Superlativ nicht genügt oder denen unsteigerbare Adjektive zu
trivial erscheinen, gibt es mittlerweile:

in keinster Weise
zu unserer vollsten Zufriedenheit
in der mittelsten Position

Die ersten beiden Sachen würde ich als Redensarten durchaus akzeptieren, sie sind ja schon lange in Gebrauch und nicht erst seit kurzem oder seit einer der Neuen Rechten Schreibungen. In vielen Sprachen (Spanisch, Französisch, Italienisch, Latein, Englisch) lässt sich oft der Superlativ als einfache Bekräftigung benutzen, was zumindest zeigt, dass der Superlativ nicht immer seine wörtliche Bedeutung behalten muss.
Ich würde deshalb sagen, dass das auch in gewisser (nicht keinster =)) Weise aufs Deutsche zutrifft. Bastian Sick ist auch nicht das Nonplusultra in der Sprachbeschreibung…

Liebe Grüß,

  • André

Hallo,

Ich würde deshalb sagen, dass das auch in gewisser (nicht
keinster =)) Weise aufs Deutsche zutrifft. Bastian Sick ist
auch nicht das Nonplusultra in der Sprachbeschreibung…

deine Verbindung zu Bastian Sick ist mir nicht ganz klar, schreibt dieser doch zu „in keinster Weise“: „Man nennt dies den „Elativ“, eine Steigerungsform, die sich herkömmlicher Logik entzieht, um außergewöhnliche Höflichkeit, Entrüstung, Qualität, Trauer oder Demut auszudrücken.“ (Zwiebelfisch-ABC: http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,311…).


Philipp

deine Verbindung zu Bastian Sick ist mir nicht ganz klar,
schreibt dieser doch zu „in keinster Weise“: „Man nennt
dies den „Elativ“, eine Steigerungsform, die sich
herkömmlicher Logik entzieht, um außergewöhnliche Höflichkeit,
Entrüstung, Qualität, Trauer oder Demut auszudrücken.“

(Zwiebelfisch-ABC:
http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,311…).

Oh. Ich dachte, er hätte sich auch darüber aufgeregt. Gut. Punkt für dich und für Herrn Sick.

Gruß,

  • André

Hi !

Ich meine, daß es durchaus auch Wörter geben kann, deren Verwendung auch noch in (nach korrekter deutscher bzw. Duden- Grammatik) „falscher“ Anwendung erlaubt sein sollte:
denn die Sprache ist ja ein dynamischer Pool von Begriffen; er ändert sich in der Zeit (und in der räumlichen Verteilung, siehe Dialekte);
mit sich änderndem gesellschaftlichem Umfeld oder technischen/technologischen/naturwissenschaftlichen Änderungen in den zugrundeliegenden Theorien und Paradigmen könnte ich mir vorstellen, daß man Wörter (und das sind ja auch nur sprachliche Versinnbildlichungen für geistige Begriffe) auch ändern bzw. anpassen sollte;
so könnte doch aus einem früher als absolut angesehenen Adjektiv plötzlich ein zu relativierendes Wort werden, also ein neuer Superlativ fällig, oder…?

Grüße
Peter