Was spricht dagegen, eigene Referenzpuffer herzustellen und das Messgerät damit zu kalibrieren bzw. zu prüfen?
Zuviel Arbeit. So teuer sind die zertifizierten Puffer dann auch wieder nicht.
Aber darum geht’s nicht.
Eine Validierung muss immer an einer realen Probe erfolgen, um Matrixeffekte ausschließen zu können. d.h ich müsste eine Probe Gurkenaufguß mit eh schon einer wüsten Mischung aus (mindestens) Essig- und Ascorbinsäure mehrfach definiert aufstocken und mehrfach (gegen den theoretischen Wert) durchmessen.
Bei Eiweiß (geht über den Stickstoffgehalt) hau ich einfach 100, 200 und 300 mg Ammoniumhydrogenphosphat (oder Harnstofff oder irgendwas anderes) drauf, mach die komplette Aufarbeitung und muss dann die eingewogene Menge gegenüber dem Gehalt der reinen Probe mehr finden.
Aus den drei Aufstockungen plus reiner Probe plus 100% Standard kann ich mir eine Aussage zur Linearität der Methode aus’m Kreuz leihern, mit einer Sechsfachbestimmung der mittleren Aufstockung hab eine Datenbasis für eine Statistik die zu einem Variantionskoeffizienten, einem Vertrauenbereich und der Toleranz der Methode führt.
Und theoretisch muss ich das sogar für verschiedene Matrices jedes mal auf’s neue durchführen.
Ich will nicht behaupten, das man das mit dem pH-Wert nicht auch könnte, wenn man eine feste Säure mit exaktem Gehalt (Kristallwasser!) findet und ein paar Stunden mit pKs-Werten jongliert, mag das vieleicht sogar klappen - aber der Aufwand ist der Bedeutung der pH-Bestimmung bei uns einfach nicht angemessen. Da geht’s nur darum, ob der pH-Wert in einer Sauerkonserve unter 4,2 liegt, um sicherzustellen, das Sporen, die eine Pasteurisation überleben, nicht auskeimen können.
Im Klartext: Ich such eine Möglichkeit, unseren Akkrediertungsauditoren klarzumachen, das eine Validierung deiser bestimmung nicht sinnvoll ist.
Und das gleiche - sinngemäß übertragen - auch für’s Abtropfgewicht. Da wird’s dann vollends sinnfrei, weil ich eine evtl. Aufstockung mit einer definierten Menge ja auch nur über die gleiche Waage machen kann, mit der ich die Bestimmung druchführe . . .
Un dich hab irgendwie noch im Hinterkopf, das es eine spezielle Bezeichnung für solche Bestimmungen, die im Prinzip direkt (also nicht wie beispielsweise Titration von Ammoniak wie bei der Eiweißbestimmung plus zurückrechnen), ohne Aufarbeitung und ohne über eine täglich neu anzusetzende Kalibriergerade (wie alle photometrischen Verfahren) gibt.
lg, mabuse