Eliteuniversitäten

Liebe Leute.
Seit einiger Zeit diskutieren in allen Zeitungen alle Leute über Eliteuniversitäten.
Bei einem Besuch der Universität Marburg am letzten Wochenende musste ich feststellen, dass seit meinem Rigorosum vor 20 Jahren nicht mal der Hörsaal gestrichen wurde, das Gestühl immer noch das selbe ist, natürlich auch nicht gestrichen wurde und die Tafel der chemischen Elemente von 1972 ist. Können wir wirklich über Gelder für Eliteuniversitäten sprechen, wenn in unseren „normalen“ Unis eine derartige Armut herrscht, dass nicht mal die groben Äußerlichkeiten in Schuss gehalten werden?
Wie ist eure Meinung dazu?
Das würde mich mal interessieren?
Gruß
Wolfgang

Hi!

Ich denke, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Elite entsteht nicht nur aus Geldmitteln, genausowenig wie eine gute Uni durch Mangelwirtschaft zwangsweise schlecht werden muss.
M.W. ist es einer Uni nicht verboten, sich Sponsoren aus der Wirtschaft zu suchen, dies nur als eine Möglichkeit, an ein neues Periodensystem zu kommen…

Grüße,

Mathias

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Hallo!

Elite entsteht nicht durch Geld.

Jeder Professor hier hat die Möglichkeit, die Besten Diplomanden/Doktoranden/Postdocs zu werben. Elitäre Forschung läßt sich mit eingeforderten Drittmitteln, elitäre Ausbildung mit didaktischem Talent erreichen.

Unser Problem ist, daß wir zuviel auf die Uni schauen und zu wenig auf den Prof. Ok, das löst die Probleme nicht alleine, denn immer noch wandern Spitzenkräfte aus. Dazu finde ich es im Übrigen auch noch kontraproduktiv, daß von Proffessoren-Anwärtern heute auch noch in weiten Teilen verlangt wird, im Ausland - genauer: in den USA - gewesen zu sein, bevor man sie hier ernst nimmt. Überwiegend führt das dazu, daß die Elite sich in den USA was aufbaut, während die Mäßigen zurückkommen.

Warum muß Eliteforschung/Ausbildung sauteuer sein? Kostenlos ist sie sicher nicht, aber teurer ist nicht immer gleich besser. Die Molekularbiologie hat sich mit den „high-throuput“ Sequenzierungs- und Screening-Methoden in einen extrem teuen Bereich manövriert, den die Industrie besser lösen kann, die Hochenergiephysik ist ein Bereich, der sowieso nur international handhabbar ist. Sonst fallen mir keine wirklich kostenintensiven Sachen ein.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob wir derzeit wirklich zu wenig Geld für die Instandhaltung der Unis haben. Sehr viel Geld wurde in Prestige-Objekte gesteckt, sehr viel Geld versickert, die Verwaltungsgebäude sind zumeist gut renoviert, wärend die Laborplätze verrotten.

Das war meine Meinung.

Gruß
Jochen

Hallo Wolfgang,

Seit einiger Zeit diskutieren in allen Zeitungen alle Leute
über Eliteuniversitäten.

Das ist typisch für die aktuelle Politik. Anstatt Pläne umzusetzen wird diskutiert und gefordert. Politik selbst wird auf Zuruf betrieben.
Wir leben in einem Land, in dem der Kanzler Forderungen aufstellt, was in der Forschungspolitik umgesetzt werden soll. Ich dachte zwar bisher, dass der Kanzler derjenige ist, der die Richtlinien der Politik festlegt und es eher Sache der Oppostion ist Dinge zu fordern - aber nu denn. Man fordert viel und tut nichts.

Bei einem Besuch der Universität Marburg am letzten Wochenende
musste ich feststellen, dass seit meinem Rigorosum vor 20
Jahren nicht mal der Hörsaal gestrichen wurde, das Gestühl
immer noch das selbe ist, natürlich auch nicht gestrichen
wurde und die Tafel der chemischen Elemente von 1972 ist.
Können wir wirklich über Gelder für Eliteuniversitäten
sprechen, wenn in unseren „normalen“ Unis eine derartige Armut
herrscht, dass nicht mal die groben Äußerlichkeiten in Schuss
gehalten werden?

Da hast Du Recht. Unter Eliteuniversitäten ist ja auch nur der Neue Förderwettbewerb des BMBF zu verstehen (eine konkrete Ausschreibung ist noch nicht erfolgt). das geld dazu kommt … ich weiss nicht woher. Meines Wissens wurden aber (zum Ausgleich??) die Mittel zum Hochschulbau gekürzt. (Zunächst sind Unis ja Ländersache).
Aber eigentlich ist das eine Diskussion für das Inlandspolitik-Brett.

Ciao R.

EliteUni?

Ich bin sicher, es geht nicht um die geistige Elite.

Sondern um die Fianzkräftigste bzw. Gesselschaftliche.
Ginge es um die geistige, würde man auch von Wohnheimen, Stipendien usw. reden. Aber es heisst doch ganz klar: Vorbild USA oder England. Bis auf ein paar „Sportler-Eintrittskarten“ wird für den normalen Menschen kaum ein Zutritt zur Verfügung stehen. Selektion nach Geburt.

Chris