ElsterFormular

Hallo,

was für einen Grund hat es denn, dass das ElsterFormular 2004/05 erst ab Mitte Januar verfügbar ist? Wieso kann man das nicht jetzt schon online stellen? Ich würd ja so gerne jetzt meine Einkommensteuererklärung machen?
Gibt es denn ein kostenloses Programm für eine einfache Einkommensteuererklärung?

Gruß
Mac

Hallo Mac,

mögen: magst Du schon mögen - aber können: wirst Du nicht können.

Die ESt für 2004 entsteht am 31.12.2004, 24h (§ 36 Abs 1 EStG). Vorher kann sie weder erklärt noch veranlagt werden, weil keiner der Beteiligten wissen kann, was zum 31.12. Sachverhalt sein wird.

Schöne Grüße

MM

Hallo Mac,

ElsterFormular ist noch nichrt abschließend getestet. Es wird von einigen Kollegen zwischen 24.12. und 31.12. noch im Rechenzentrum auf evtl. Schwachstellen und Fehler geprüft. Danach wird die CD gepreßt und verteilt. Üblicherweise haben die meisten Arbeitnehmer ihre LStDaten auch noch nicht am 01.01.05.
Gruß
Michael

Ergänzung
Hier noch eine kleine, aber wichtige Ergänzung:

Es besteht rein gesetzlich die Möglichkeit, das Einkommensteuergesetz 2004 noch bis zum 31.12.2004 zu ändern.

Daher kann vorher niemand wissen, wie das endgültige Gesetz aussehen wird.

Gruß

Peter

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Vielen Dank für eure Hilfe!

Wie lange dauert es eigentlich (durchschnittlich) bis man seine zuviel gezahlten Steuern zurückbekommt (über Elster)?

Gruß
Mac

Bearbeitungszeiten im FA
Mahlzeit!

Wie lange dauert es eigentlich (durchschnittlich) bis man
seine zuviel gezahlten Steuern zurückbekommt (über Elster)?

Zwei Antworten: Eine kurze und eine lange…

die kurze Antwort: „Kommt drauf an“ - normalerweise wenige Tage bis einige Monate.

die Langversion (wenn’s nicht interessiert, bitte ans Ende scrollen, da steht noch der kleine Standardtipp):
Wie schnell eine Erstattung auf dem Konto eines Steuerpflichtigen ankommt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  1. Art der Steuerfestsetzung:

Sind es Anmeldesteuern wie z.B. die Umsatzsteuer, wird die Jahreserklärung *immer* vorrangig bearbeitet (meistens direkt mit der Erfassung des Erklärungseingangs), da eine solche Umsatzsteuererklärung eine Steueranmeldung darstellt - und ist grds. mit Eingang direkt schon eine Steuerfestsetzung unter Vorbehalt der Nachprüfung (§ 168 AO, die Nachprüfung findet normalerweise im Rahmen der weiteren eingereichten Erklärungen (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen). Ausnahmen gibt’s bei sog. „Rotmeldungen“ (aus denen sich eine generelle Erstattung ergibt) und Mindersoll-Meldungen (aus denen sich eine Erstattung daraus ergibt, dass weniger erklärt wird als zuvor angemeldet wurde).

Sind es aber Veranlagungssteuern wie z.B. die Einkommensteuer, gilt das Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ - vorher eingegangene Erklärungen werden zuerst bearbeitet.
Und die Dauer, bis eine bestimmte Erklärung zur Bearbeitung kommt, hängt von diversen Faktoren ab:

  • Jahreszeit:
    Meistens sind die Bearbeitungszeiten zwischen Januar und März kürzer als zwischen April und Oktober (wo die Masse der Erklärungen eingeht).

  • Art des Veranlagungsbezirks:
    Die meisten Finanzverwaltungen der Länder haben noch eine Einteilung in Arbeitnehmer- und normale Veranlagungsbezirke. Bei den Arbeitnehmerbezirken geht die Bearbeitung meist schneller vonstatten, da selten wirklich viel zu prüfen ist (richtige Eintragungen und meistens noch ein paar Belege, das war’s - dank maximal zwei-vier Anlagen (N, KAP (normalerweise unter Sparerfreibetrag), FW für alte § 10e-Fälle (wird aber nun auch hinfällig, da die §10e-Abschreibungen auf selbstgenutztes Wohneigentum 1996 durch die EHZ abgelöst wurden, die praktisch „von alleine läuft“), demnächst auch SO (soweit Renteneinkünfte)), bei den normalen Veranlagungsbezirken kann das schon allein aufgrund der Umfänge einzelner Erklärungen - gerade bei höheren oder stark gestreuten Kapitaleinkünften (ich *habe* mich schon diverse Male durch zwei Leitzordner mit Bescheinigungen über Kapitalerträge aus aller Herren Länder kämpfen dürfen… das kann dauern) und auch bei Gewerbetreibenden - die Bearbeitungsdauer etwas länger dauern.

  • Besetzung der Veranlagungsbezirke:
    Es gibt „gut besetzte“ Bezirke, aber auch solche, wo gerade das ein Problem darstellt (ich hatte mich z.B. in meiner Zeit im FA als „kleiner Azubi“ während der Urlaubszeit *allein* um einen Bezirk zu kümmern - zwei im Urlaub, eine im Mutterschutz, einer überraschend für längere Zeit krank, Nachfolger musste noch den alten Bezirk weiterführen und konnte nur ca. 1/2 Stunde täglich meine Veranlagungen und Schreiben abzeichnen (kein Zeichnungsrecht für Azubis) - okay, das war ein Extremfall, aber das kann’s schon geben).

  • EDV-Ausstattung:
    Manche Rechenzentren der Finanzämter haben eine z.B. zweiwöchige maschinelle Bearbeitung (ja, das gibt es wirklich…), bei anderen (z.B. Baden-Würrtemberg, hab ich mal von dort gesagt bekommen, als ich meinen Bearbeitungsstand erfahren wollte) sind’s nur 3-4 Tage.

Was kann man tun?

Ein Anruf schadet nicht. Man kann mal nachfragen, wo in etwa die Bearbeitung steht und wann *in etwa* der Bescheid kommt. In 99 von 100 Fällen bekommt man einen etwaigen Zeitrahmen (vorbehaltlich „unerwartetem“).

Ich hoffe, ich konnte helfen.
Grüße

GM

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Danke für die ausführliche Antwort! oT

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo GM,

Ein Anruf schadet nicht.

Doch. Tut er.

Ich habe unter anderem mit der Bearbeitung von einzelnen Kundenaufträgen zu tun. Du ahnst nicht, wie viel ich für deren zügige Bearbeitung tun könnte, wenn ich etwas weniger Zeit am Telefon mit Anfragen betreffend Bearbeitungsdauer verbringen müsste.

Den Leuten auf den FÄn gehts nicht anders.

Schöne Grüße

MM

Hallo GM,

das klingt einleuchtend und den Argumenten habe ich nichts ordentliches entgegenzusetzen.

Ich möchte aber zu bedenken geben, dass eine Art Bazar-Kultur, die in den zurückliegenden Jahren seltsame Blüten treibt, „über alles muss gequackelt werden, dann gehts uns gut, weil wir uns ja eh alle mögen“, ziemlich leicht zum Selbstläufer wird: Die Anfragenden „empfinden“ es als „Service“, wenn jemand mit ihnen redet, auch wenn der Nutzwert dabei genau Null ist. Wenn man ihnen dann wirklich einen Service oder sonst irgendwas bietet, finden sie das belanglos, solang sie nicht von einem säuselnden Center-Callgirl darauf hingewiesen werden.

Ich finds klasse, wenn der Mensch, der die Steuererklärung meiner Eltern (er verstorben, sie kaum mehr ansprechbar) bearbeitet, klarkriegt, wo ich plausibel geschätzt habe, und wo es tatsächlich um nötige Präzisierungen geht. Viel reden brauche ich dann eigentlich nicht mit ihm, ich nehme den Bescheid erfreut entgegen und gehe davon aus, dass er sich auch drüber freut, ein bissel sog. „Qualität“ gearbeitet zu haben.

Ich finds blöd, wenn das Mäuslein am Fahrkartenschalter zwar 1a auf „proaktive Kommunikation“ oder sowas dressiert ist, aber in ihrer Schnellbleiche einfach nicht beigebogen bekommen hat, dass man von Köln nach Oldenburg nicht unbedingt über Hannover fahren muss - so dass sie mir dann den Fahrschein verweigert.

Dennoch: Dein Argument, dass man die Zeit, die man mit Bazar-Gequackel verbringt, nachher nicht mit Querulanterei verbringen muss, überzeugt objektiv schon.

Wenn beide Beteiligten allerdings auf beides verzichten würden, hätten sie mehr Zeit für z.B. erotische, musikalische oder kulinarische Unternehmungen.

Schöne Grüße

MM

Mahlzeit MM!

das klingt einleuchtend und den Argumenten habe ich nichts
ordentliches entgegenzusetzen.

Danke für die Blumen!

Ich möchte aber zu bedenken geben, dass eine Art Bazar-Kultur,
die in den zurückliegenden Jahren seltsame Blüten treibt,
„über alles muss gequackelt werden, dann gehts uns gut, weil
wir uns ja eh alle mögen“, ziemlich leicht zum Selbstläufer
wird: Die Anfragenden „empfinden“ es als „Service“, wenn
jemand mit ihnen redet, auch wenn der Nutzwert dabei genau
Null ist. Wenn man ihnen dann wirklich einen Service oder
sonst irgendwas bietet, finden sie das belanglos, solang sie
nicht von einem säuselnden Center-Callgirl darauf hingewiesen
werden.

Das ist ein Problem der Gesellschaft an sich… man neigt leider zu Extremen. Dort, wo man Service wirklich gebrauchen kann, herrscht die absolute Service-Wüste (z.B. wollte ich mir neulich ein neues Auto bestellen und habe, nachdem ich in einem Autohaus sage und schreibe 45 Minuten zugunsten von offen vernehmbaren Privatgesprächen ignoriert wurde, mal einen kleinen freundlichen Hinweis gegeben… die boshafte Antwort ließ nicht lange auf sich warten), und dort, wo es eigentlich nur um die Sache an sich geht, wird man - und da gebe ich Dir rückhaltlos recht - mit Verlaub: einfach nur zugesülzt.

Und ansonsten: der wahre „Kuhhandel“ findet meist in den Schlussbesprechungen bei Betriebsprüfungen statt :smile:

Ich finds klasse, wenn der Mensch, der die Steuererklärung
meiner Eltern (er verstorben, sie kaum mehr ansprechbar)
bearbeitet, klarkriegt, wo ich plausibel geschätzt habe, und
wo es tatsächlich um nötige Präzisierungen geht. Viel reden
brauche ich dann eigentlich nicht mit ihm, ich nehme den
Bescheid erfreut entgegen und gehe davon aus, dass er sich
auch drüber freut, ein bissel sog. „Qualität“ gearbeitet zu
haben.

Erstmal mein Beileid.

Ich finds blöd, wenn das Mäuslein am Fahrkartenschalter zwar
1a auf „proaktive Kommunikation“ oder sowas dressiert ist,
aber in ihrer Schnellbleiche einfach nicht beigebogen bekommen
hat, dass man von Köln nach Oldenburg nicht unbedingt über
Hannover fahren muss - so dass sie mir dann den Fahrschein
verweigert.

Die Mischung muss stimmen. Mag sein, dass Eigenlob stinkt, aber bspw. habe ich, als ich direkt nach dem Wehrdienst ein paar Wochen in einem Callcenter gearbeitet habe, als einer von wenigen „über den Gesprächsleitfaden hinaus“ Informationen (ja, ich habe mich abends noch hingesetzt und ein bissl nachgeforscht - anstatt mal anständig um die Häuser zu ziehen *fg*) geben, Kompetenz ausstrahlen können. Und das macht sich schon bemerkbar.

Dennoch: Dein Argument, dass man die Zeit, die man mit
Bazar-Gequackel verbringt, nachher nicht mit Querulanterei
verbringen muss, überzeugt objektiv schon.

Danke, und noch um einen draufzusetzen: In RLP gibt es in vielen Finanzämtern sog. Einsatzteams. Sobald ein Bezirk in der allgemeinen Statistik schlechter steht, springt diese Arbeitsgruppe ein und greift dem Bezirk durch die Übernahme von Erklärungen unter die Arme (kleine Anmerkung: dieses Team ist *immer* im Einsatz. Schlechte Personalpolitik allerorts macht’s möglich…). Problem hierbei ist aber immer wieder, dass aus diesen Einsatzteams meist schriftliche Anfragen kommen, die nicht nötig sein müssten. Ein Anruf sorgt dafür, dass der Steuerpflichtige merkt „aha, ich bin also dran“. Ein Schreiben dauert in der Zustellung länger, es muss *immer* eine Frist gesetzt werden (die dann erfahrungsgemäß gerne vom Steuerpflichtigen ausgenutzt wird, von Erinnerungsschreiben mal ganz abgesehen) - und schon dauert ein einfacher „Vorgang“, den man binnen Minuten erledigen könnte, vier bis sechs Wochen. Nach diesen vier bis sechs Wochen darf sich jemand neues komplett in den Fall einarbeiten -ebenfalls Zeitverlust.

Wenn beide Beteiligten allerdings auf beides verzichten
würden, hätten sie mehr Zeit für z.B. erotische, musikalische
oder kulinarische Unternehmungen.

Das vielleicht, aber wäre nicht auch dies eine Art „Ungleichgewicht“?

So… nun werden meine Hände müde… aber das hier scheint sich zu etwas Größerem zu entwickeln - höher als „nur Steuerrecht“…

Gruß
GM