Elterliche Ohnmacht

Liebe WWWler,

wie reagiert man souverän und angemessen auf das Dauerterrorpienzen seiner vierjährigen Tochter?

Nehmen wir eine Standardsituation, wie sie meine Frau und ich zurzeit ständig erleben: Kaum haben wir drei am Frühstücktisch Platz genommen, fällt meiner Tochter ein, dass sie unbedingt noch ihre Puppe braucht. Die holt sie sich dann und dann fällt ihr auf, dass der ein Schuh fehlt. Den findet sie dann nicht und verlangt von uns, dass wir ihr sofort beim Suchen helfen. Wenn wir ihr dann ruhig und freundlich erklären, dass wir jetzt gerne in Ruhe mit ihr frühstücken möchten und ihr gerne später beim Suchen helfen, geht’s sofort los: Sie setzt alles dran, uns das Frühstück durch unablässiges Terrorpienzen zu zerstören. Wenn sie ihren Kopf nicht sofort durchsetzen kann, wird sofort geheult und gekreischt, dass es für uns Eltern unerträglich wird.

Ich bin in solchen Situationen zunehmend ratlos: Mein Vater hätte sich das niemals bieten lassen und spätestens nach fünf Minuten Pienzerei eine saftige Backpfeife ausgeteilt und mich des Zimmers verwiesen. Natürlich machen wir das nicht und versuchen unsere Tochter stattdessen mit ihrem Terror einfach zu ignorieren. Allerdings ist es auch nicht gerade erbaulich und ich bin auch nicht in der Lage, mich eine halbe Stunde anpienzen zu lassen. Ich merke richtig, wie mir der Blutdruck steigt, und irgendwann platzt mir dann der Kragen, und ich brülle die Kleine zusammen.

Was also tun, wenn man wie ich Choleriker ist? In der Kita gibt es einige Eltern, die ihre Kinder in einer solchen Situation ins Zimmer einsperren und dann nach dem Essen wieder rauslassen. Aber das finde ich eigentlich auch nicht gut, denn wir wollen ja gerade mit unserer Tochter essen.

Danke und Gruß,

Matt

Hallo Matt,

ich machs kurz u. schmerzlos:

Bei solch oder ähnlichem Verhalten setze ich das Kind entweder kurz an die „frische Luft“. Oder so „Super-Nanny“ mäßig das auch klingen mag: auf die Treppe.
Wenn sich „Kind“ wieder normal benehmen mag, darf es wieder zu uns kommen.

Klappt eigentlich ganz gut. Und: Nein, bitte nicht einsperren, nur wegsetzen.

Gruß Motorradmieze

Hallo

wie reagiert man souverän und angemessen auf das
Dauerterrorpienzen seiner vierjährigen Tochter?

Mit viel Geduld, das hört irgendwann auf und wird dann anders, aber auch nicht viel besser:wink:

Nehmen wir eine Standardsituation, wie sie meine Frau und ich
zurzeit ständig erleben: Kaum haben wir drei am Frühstücktisch
Platz genommen, fällt meiner Tochter ein, dass sie unbedingt
noch ihre Puppe braucht. Die holt sie sich dann und dann fällt
ihr auf, dass der ein Schuh fehlt. Den findet sie dann nicht
und verlangt von uns, dass wir ihr sofort beim Suchen helfen.
Wenn wir ihr dann ruhig und freundlich erklären, dass wir
jetzt gerne in Ruhe mit ihr frühstücken möchten und ihr gerne
später beim Suchen helfen, geht’s sofort los: Sie setzt alles
dran, uns das Frühstück durch unablässiges Terrorpienzen zu
zerstören.

Was macht ihr dann? Helft ihr den Schuh suchen?

Wenn sie ihren Kopf nicht sofort durchsetzen kann,
wird sofort geheult und gekreischt, dass es für uns Eltern
unerträglich wird.

Weil sie weiss, das ihr reagiert!
Warum muss die Puppe mit an den Tisch?
Das gab es bei uns nicht, meine hat dann geschrien und auf stur gemacht- ich auch! Nein, geschrieen hab ich nicht, war aber ab und an kurz davor…
Erklärt ihr, das die Puppe erst später essen muss, erst ist die Puppenmama dran und gut! Keine Diskussion!

Ich bin in solchen Situationen zunehmend ratlos: Mein Vater
hätte sich das niemals bieten lassen und spätestens nach fünf
Minuten Pienzerei eine saftige Backpfeife ausgeteilt und mich
des Zimmers verwiesen. Natürlich machen wir das nicht und
versuchen unsere Tochter stattdessen mit ihrem Terror einfach
zu ignorieren. Allerdings ist es auch nicht gerade erbaulich
und ich bin auch nicht in der Lage, mich eine halbe Stunde
anpienzen zu lassen. Ich merke richtig, wie mir der Blutdruck
steigt, und irgendwann platzt mir dann der Kragen, und ich
brülle die Kleine zusammen.

Früher gab es das auch nicht! Keine Diskussion! Ob es besser war, weiss ich nicht. Ich merk aber auch immer mehr, das was die Kleinen sich heute rausnehmen, das gab es zu meiner Kinderzeit nicht! Da hatte man Respekt vor den Großen, heute sind Kinder „große Leute“, mit denen ganz andere geredet wird, anders umgegangen wird ect.
Ich konnte früher nicht mit meinen Eltern über „Puppe am Tisch“ nicht diskutieren, es gab keine Puppe am Tisch und aus!

Was also tun, wenn man wie ich Choleriker ist?

Geh kurz Luftschnappen, aufn Balkon oder ähnlichesm.
Zähl innerlich bis 10! Gib deinem Kind aber bloss nicht die Blösse: Ich bin fix und foxy!

In der Kita
gibt es einige Eltern, die ihre Kinder in einer solchen
Situation ins Zimmer einsperren und dann nach dem Essen wieder
rauslassen.

Warum? Weil sie einen Fehler in der Erziehung gemacht haben?
Blödsinn, das versteh das Kind nicht. Und Essen ist was schönes!

Aber das finde ich eigentlich auch nicht gut, denn
wir wollen ja gerade mit unserer Tochter essen.

Das macht ihr dann auch ohne Puppe!
…jaja, die kleinen Machtkämpfe:wink:

LG

Hallo, Matt,
es ist eigentlich bei jedem Kind in diesem Alter gleich. Das Kind testet seine Grenzen. Und glaube mir, die Kleinen wissen sehr genau, an welcher Strippe sie ziehen müssen, dass Papa und Mama hüpfen wie die Hampelmänner.
Gelassenheit ist angesagt. Soll sie doch selbst nach dem blöden Schuh suchen, Jetzt ist Frühstück und damit basta. Der Versuch wird noch zwei bis dreimal wiederholt und wenn er keinen Erfolg zeitigt eingestellt.

Wie gesagt, diese Trotzphase haben alle Kinder mehr oder weniger. Sie erledigt sich vorübergehend um dann in der Pubertät erneut einzusetzen. Und auch dann ist dieses Verhalten normal und sogar nützlich für das Selbstverständnis des Kindes.

Gruß
Eckard

Mittelweg suchen
Hallo,

die Lösungen hast du bereits gepostet:

Mein Vater hätte sich das niemals bieten lassen und spätestens nach fünf Minuten Pienzerei eine saftige Backpfeife ausgeteilt und mich des Zimmers verwiesen.
Natürlich machen wir das, nicht …ignorieren.

Allerdings ist es auch nicht gerade erbaulich
und ich bin auch nicht in der Lage, mich eine halbe Stunde
anpienzen zu lassen. Ich merke richtig, wie mir der Blutdruck
steigt, und irgendwann platzt mir dann der Kragen, und ich
brülle die Kleine zusammen.

Naja, irgendwann muss man reagieren. Je früher, desto besser für alle Beteiligten.

Was also tun, wenn man wie ich Choleriker ist?

Hast du wirklich den Eindruck, dass du einer bist?
Oder möchtest du nur irgend wann einmal frühstücken ohne hohen Blutdruck?

Gruß
Der Franke

Die richtige Methode…
…gibt es dafür sicher nicht. Du wirst verschiedene Dinge ausprobieren müssen. Wobei einsperren und Backpfeiffen austeilen nicht auf meiner Liste stehen würden.

Essen ist Essen, Puppen gehören nicht mit an den Tisch. Wer sich beim Essen nicht benehmen kann, kann nicht daran teilnehmen. so hart mal gesagt. Die Konsequenz heißt „stiller Stuhl“ oder aus dem Zimmer gehen oder etwas in der Art, die Ausgestaltung bleibt Euch überlassen. Der Vorteil: Die Gemüter kühlen sich ein wenig ab. Wenn das Kind wieder „normal“ ist, darf es gern wieder mitessen.

Manchmal ist es einfacher, Bedürfnisse kurz zu erfüllen, anstatt sich Machtkämpfen hinzugeben. Man sollte aber genauer hinsehen, welche Bedürfnisse nur Mittel zur Aufmerksamkeit sind und welche echt sind. Wobei die darauf folgende Frage sein sollte: Warum kämpft das Kind so um Aufmerksamkeit?

Wenn wir ihr dann ruhig und freundlich erklären, dass wir
jetzt gerne in Ruhe mit ihr frühstücken möchten und ihr gerne
später beim Suchen helfen,

Da ist mir das „ruhig und freundlich“ aufgefallen. Beim ersten „Nein“ ist das auch völlig in Ordnung. Aber wenn man genervt ist, finde ich, darf man das Kindern auch zeigen. Wie sollen die das sonst lernen?

Wenn sie ihren Kopf nicht sofort durchsetzen kann,
wird sofort geheult und gekreischt, dass es für uns Eltern
unerträglich wird.

Auch ich kann Dir hier nur versichern, dass das für das Alter völlig normal ist.

Natürlich machen wir das nicht und
versuchen unsere Tochter stattdessen mit ihrem Terror einfach
zu ignorieren.

Das ist etwas, was man auch probieren kann. Aber Du sagtst ja selbst, dass es nicht wirkt. Außerdem ist ignorieren schwer, wenn man innerlich kocht. Kinder merken das.

Ich merke richtig, wie mir der Blutdruck
steigt, und irgendwann platzt mir dann der Kragen, und ich
brülle die Kleine zusammen.

Deswegen ist es schlau, seinen Ärger vorher schon deutlich zu machen. Damit das Kind eine Vorwarnung hat, dass es Dir auf die Nerven geht. So bist Du zuerst freundlich und dann platzt Du. Für das Kind unberechenbar.

Wobei ein Brüller schon mal passiert, auch das gehört dazu. Ein Kind muss ja lernen, wann es Dich soweit hat. Und gleichzeitig muss es lernen, die Vorzeichen zu deuten und die Sache nicht auf den Gipfel zu treiben.

Wenn ich so richtig auf der Palme war, hab ich ab und an mit der flachen Hand auf den Tisch gehauen. Alle bekamen einen Riesenschreck, meine Hand tat mir gehörig weh und mir war wohler. Und meinem Sohn war klar, dass hier endgültig Schluß ist mit meiner Geduld.

Also Fazit: Du musst kein friedfertiger Engel sein, sondern ein Mensch mit normalen Gefühlen. Diese solltest Du auch zeigen, damit dein Kind lernt, Dich einzuschätzen. Im Handeln ist Konsequenz gefragt, ohne besondere Härte.

Grüße
kernig

Hallo Matt,

wir sind seit ca. 3 Wochen auch in einer solchen „Phase“ (Sohnemann wird im Januar 4 Jahre) - es kommt sehr stur

  • „ich möchte aber“
  • „aber das Sandmännchen ist vorbei“
  • „ich möchte es aber gucken“
  • „Julian, das Sandmännchen ist schon aus - du kannst das morgen vor dem Schlafen nochmal gucken“
  • „ich MÖCHTE ABER“

so laufen bei uns seit drei Wochen einige Diskussionen, zumal er momentan möchte dass man ihm wieder bei allem hilft - Sachen anziehen, Trinken anreichen, was einen Meter entfernt steht, Schuhe ausziehen, Jacke ausziehen…
Es gibt sicher Sachen in denen man einen Mittelweg finden kann („ich möchte mich nicht umziehen“ - „gut, du ziehst dich dann alleine aus und ich zieh die frischen Sachen an“), aber bei vielen Dingen eben nicht. So langsam nach drei Wochen akzeptiert er manchmal (!) wenn ich sage dass ein nein ein nein ist und ich darüber nun keine Diskussion möchte.

Wenn er sich ganz und gar nicht gibt schicke ich ihn in sein Zimmer und er darf gerne wieder kommen wenn er sich beruhigt hat (er regt sich dann nämlich richtig auf). Mir ist es dabei egal ob wir gerade essen wollen oder er sich anziehen soll. Es ist ein Grenzen testen - und da muss man klare Richtlinien setzen.

Wenn deine Tochter bei Tisch „rumpienzt“ dann würde ich sagen: „geh in dein Zimmer, wir möchten gerne in Ruhe essen - wenn du dich beruhigt hast kannst du wiederkommen, wir würden uns freuen wenn wir alle zusammen essen können!“ und dann sollte das so sein. Sicher wäre ein ruhiges familiäres Essen schöner… Aber was willst du ihr vermitteln? Wenns ums Essen geht lassen wir uns alles gefallen, Hauptsache wir sitzen gemeinsam am Tisch!?

Ich merke selbst dass diese „Phase“ ziemlich anstrengend ist und sogar seinen Vater, der sonst die Ruhe in Person ist ziemlich an die Grenzen bringt, aber wer ist das Elternteil - du oder dein Kind?

Liebe Grüße und viele Nerven :smile:)

Dany

Ihr scheint es wichtig, dass die Puppe auch ißt. Ich würde mal versuchen, mit Kind den Tisch zu decken gleich für die Puppe mit.
Die kriegt nen Platz neben dem Kind, ich würde die Puppe einfach miteinbeziehen. Mit ihr sprechen und sie fragen, wie sie das Brötchen mag. Was ist jetzt so schlimme daran, dass das Ding mit am Tisch sitzt?

Was nervt Euch denn so? Das würde ich mich fragen.

Kind ißt nicht

  • wär mir egal, ißt sie halt später
    Kind sitzt nicht mit bei Euch am Tisch
  • ich habe für mich festgestellt, dass es manchmal Sinn macht bestimmte Erwartungen / Rituale zu hinterfragen. Hier wird zur Zeit nicht mehr am Tisch Abendbrott gegessen. Es gibt steht ein Teller mit Broten an einem bestimmten Platz und Kind bedient sich davon selbständig. Meine Vision von Familie sitzt am Tisch, läßt den Tag Revue passieren und findet alles ganz gemütlich, muß ich wohl noch auf die Zukunft verschieben.
    Kind stört Euch beim Essen
  • wären Verabredungen eine Option? Kind schaut sich ein Buch an / spielt und stört nicht für ne halbe Stunde (bis der Zeiger sort steht)

Alles Gute FS

Hallo FS!

Ich denke, die Situation mit dem Frühstück war nur ein Beispiel und nicht einziges oder gar Hauptproblem.

Kind ißt nicht

  • wär mir egal, ißt sie halt später

Meiner Meinung nach gibt es gewisse Regeln, an die sich jedes Familenmitglied halten muß. Und dazu gehören bei uns auch die gemeinsamen (immer weniger werdenden, leider) Essenzeiten.
Es dreht sich in diesem Fall ja nicht darum, daß Kind keinen Hunger hat, sonderns, daß Fräulein ihren Kopf durchsetzen mag.

Wo kämen wir denn beispielsweise hin, wenn in einer Familie mit 5 Kindern jeder ißt, wann er lustig ist? Irgendwann möcht Hausfrau ja auch die Küche mal fertig haben :wink:

Hier wird zur
Zeit nicht mehr am Tisch Abendbrot gegessen. Es steht
ein Teller mit Broten an einem bestimmten Platz und Kind
bedient sich davon selbständig.

Der schwäbische Volksmund sagt da so schön: Jaja, wie mers ohfängt, so muß mers treibe!

Und wie machst Du das bei warmen Mahlzeiten?

Meine Vision von Familie sitzt
am Tisch, läßt den Tag Revue passieren und findet alles ganz
gemütlich, muß ich wohl noch auf die Zukunft verschieben.

Kommt drauf an wie alt die Kindern sind. Von Kindern im Kindergartenalter kann man IMHO schon verlangen, daß Sie mal 20 Minuten am Tisch sitzen und essen können. Im Kindergarten klappt das doch auch…!?

Kind stört Euch beim Essen

  • wären Verabredungen eine Option? Kind schaut sich ein Buch
    an / spielt und stört nicht für ne halbe Stunde (bis der
    Zeiger sort steht)

Und wann nimmt das Kind dann die Nahrung zu sich?
Da wären wir ja fast wieder bei der Antiautoritären Erziehung.

Gruß MOtorradmieze

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Hallo,

ich habe halt grundsätzlich eine andere Auffassung von Regeln. Ich minimiere diese auf das absolut notwendigste. (Ich bin da evtl. Hostel geschädigt. Ich bin früher viel rumgereist und verhaßt waren mit diese Etablissements wo an jeder Ecke ein Zettel hing, was man alles zu beachten hatte.)
Gewisse Regeln sind notwendig ohne Frage, aber wenn man sich mal wirklich überlegt was gerade für Kinder alles reglementiert ist, wundert einen doch eine gewisse Antihaltung nicht. Wenn es so offensichtlich zu Konflikten kommt, lohnt doch das grundsätzliche Überdenken der Situation.

Meiner Meinung nach gibt es gewisse Regeln, an die sich jedes
Familenmitglied halten muß.

Da stimme ich Dir zu. Bei uns wird auch nicht auf den Teppich gepinkelt. Diese Regeln sollten aber logisch und nachvollziehbar sein. Das gemeinsame Essen am Tisch ist es eben nicht.

Wo kämen wir denn beispielsweise hin, wenn in einer Familie
mit 5 Kindern jeder ißt, wann er lustig ist? Irgendwann möcht
Hausfrau ja auch die Küche mal fertig haben :wink:

Dafür muß jedes Mitglied dann selber sorgen. Das ist eine Frage der Verabredung.

Hier wird zur
Zeit nicht mehr am Tisch Abendbrot gegessen. Es steht
ein Teller mit Broten an einem bestimmten Platz und Kind
bedient sich davon selbständig.

Der schwäbische Volksmund sagt da so schön: Jaja, wie mers
ohfängt, so muß mers treibe!

Und wie machst Du das bei warmen Mahlzeiten?

Das ist Abends kein Thema. Die würde es aber nur am Tisch geben. Das Problem Kleckern kennt auch schon mein Kleinkind. Yoghurt u.ä. ist sie ohne Murren am Tisch.

Kommt drauf an wie alt die Kindern sind. Von Kindern im
Kindergartenalter kann man IMHO schon verlangen, daß Sie mal
20 Minuten am Tisch sitzen und essen können. Im Kindergarten
klappt das doch auch…!?

In der Kita klappen diverse Sachen anders als zu Hause. Stichwort Peergroup, Gruppendruck. Zudem ist ein Tisch mit lauter anderen Kindern wesentlich unterhaltsamer als nur Mama + Papa. Grundsätzlich zielte aber mein erster Hinweis darauf, die Zeit am Tisch (wenn die denn soch wichtig ist) unterhaltsamer fürs Kind zu gestalten.

Und wann nimmt das Kind dann die Nahrung zu sich?

Wenn es hungrig ist.

Da wären wir ja fast wieder bei der Antiautoritären Erziehung.

Du verwechselst das mit bedürfnisorientierter Erziehung

FS

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Ich muß noch was anfügen…Dein „Wo kämen wir denn da hin“ ist so ne Steilvorlage. :smile:

„Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.“

Kurt Marti

evtl. zu nem entspannteren Familienleben???

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Meine Vision von Familie sitzt am Tisch, läßt den Tag Revue passieren ::und findet alles ganz gemütlich, muß ich wohl noch auf die Zukunft ::verschieben.

Der Wunsch ist also da :smile:
Nur an der Umsetzung hapert es also.

zu nem entspannteren Familienleben???

WIR haben keine Probleme :wink:

Grüße Motorradmieze

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Das mag ja sein, dass IHR keine Probleme habt. Der Fragesteller hat sie offensichtlich. WIR haben sie auch nicht (mehr), da ich meine Erwartungen überprüft habe und mit dem Stillhalte-Vermögen bzw. Bedürfnissen meines Kindes abgeglichen habe.

Aber nun spielt sich bei uns Familienleben nicht nur am Abend und beim Abendessen ab, da kann ich natürlich ganz großzügig sein und gewisse Gebräuche verschieben oder drauf verzichten.

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Hallo Matt,

bei uns gabs/gibt es die Regel: wer aufsteht, für den ist das Essen zu Ende.
Wurde kommuniziert, bevor so was einreißen konnte und hat prima geklappt.
Nein, meine Kinder sind nicht verhungert.

Die Vorstellung einer auf den Knien hinter ihrem spielenden Kind herrutschenden Mutter, die ihr Kind anbettelt, „Ach, komm, bitte iss doch noch etwas!“ war mir immer ein Horror.

Ich kann mir vorstellen, wenn ihr diese Regel heute einführt und euch selbst dran haltet(!!), dann geht das mit Eurer Tochter auch in ein paar Tagen gut.

Die Tage sind dann allerdings laut… betrachte es als Investition, da musst du auch erst was weggeben, um später mehr zu bekommen.

Gruß
Burkh