Eltern-Initiative

Hallo Eltern,
der Eletrnrat unseres Kindergartens (dem ich angehöre) hat beschlossen, im März einen „Aktionstag“ zu machen, bei dem möglichst viele Eltern mitmachen sollen, um z.B. Hof und Garten zu säubern, kleine Reparaturen zu machen etc., da wir dort keinen richtigen Hausmeister haben und auch wenig Geld.
Wer nicht mitmacht, soll stattdessen 20,- DM spenden für Material. Natürlich können wir das nicht zwangsweise durchsetzen, deshalb suche ich nach einer schönen Formulierung, mit der wir die Eltern über diese Aktion informieren können und möglichst auch motivieren, mitzumachen. Letzteres ist in unserem Kiga leider sehr schwierig. Die Teilnahme bei Aktionen, egal welcher Art, lässt leider immer sehr zu wünschen übrig.
Daher meine Bitte: wer kann so etwas gut - freundlich - motivierend - formulieren, oder hat vielleicht einen ähnlichen Brief zu Hause, den er mir zur Verfügung stellen könnte? Wenn ich so etwas selbst schreibe, klingt es leider meist zu drohend oder so…:wink:

Vielen Dank
Delia

Eltern-Initiative… - Idee
Hallo Delia,

mit kleinen Ungeheuern (ich weiß, ich sollte sie nicht so nennen; schließlich werden sie irgendwann in die Rentenkasse einzahlen:smile:) kann ich zwar nicht dienen, vielleicht aber mit einer Idee.

Du schreibst, daß es bei Euch schwierig ist, die Eltern zum Mitmachen zu bewegen. Natürlich weiß ich nicht, wie alt die Zwerge sind, aber: Wie wäre es denn, wenn die Kids selbst ein Rundschreiben an die Eltern verfassen würden?

Hier ist ein Tip von meiner Mama (ehemals leidenschaftliche Aktivistin in sämtlichen Elternräten und -initiativen; eine Weigerung anderer Eltern kam bei ihr übrigens überhaupt nicht in Frage). Das Ding stammt noch aus meiner KiGa-Zeit, ist also ca. 25 Jahre alt, funktioniert aber nach Angaben meiner Mutter immer noch hervorragend:

_Liebe Eltern,

der Frühling kommt und wir freuen uns riesig darauf, endlich wieder in unserem Garten spielen zu können. Leider hat unser Garten in den Wintermonaten einiges abbekommen.

Wir würden unseren Garten gerne selbst in Ordnung bringen, aber:

  • mit unseren Patschhändchen schaffen wir es nicht
  • Ihr habt uns verboten, mit … (Axt, Bohrmaschine, Säge; Du weißt schon, was ich meine) zu spielen.
  • Ihr habt uns immer gesagt, daß wir Euch um Hilfe bitten sollen, wenn wir ein Problem haben.

Das tun wir hiermit! Bitte helft uns, den Garten (die Klospülung, die kaputte Tür) in Ordnung zu bringen. Wir helfen auch.

und hier mußte meine Mama blöderweise los!_

‚Unterschrieben‘ wird das Ding - vorzugsweise auf A3 gedruckt - mit Abdrücken von Patschhändchen in sämtlichen Farben, auf die die Erzieherin bzw. eine engagierte Frau Mama die Namen der Kinder schreibt.

Mehr fällt mir im Moment nicht ein (meine Mom kann ich gerne noch einmal wegen einer Ergänzung anrufen).

So long

Tessa

liebe delia,
es ist ja wohl nicht euer ernst, die eltern, die keinen müll sammeln möchten, mit dm 20,- zur kasse zu bitten!!! quasi als bestrafung: oder habe ich da was falsch verstanden?!?
ihr zahlt doch für eure kinder monatlich einen gewissen betrag. habt ihr euch schon mal überlegt, daß vielleicht nicht richtig gehaushaltet wird, mit dem geld? laßt euch doch mal den jahresabschluß zeigen. ihr werden sehen, daß ihr da gar nicht so leicht rankommt. (die leiterin weiß schon warum)!
und übrigens: wie soll das in der zukunft aussehen, wenn euer „projekt“ schule macht…???
nix für ungut, aber denk lieber noch mal nach,
gruß
DEVINE

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Hallo, Devine!
Das mit dem „schlecht haushalten“ ist leider nur selten der Grund dafür, daß in den Kindergartenkassen zu wenig Geld zur Verfügung steht. Es ist vielmehr so, daß in den letzten Jahren die Mittel für die KiGas drastisch zusammengestrichen bzw. nicht ausreichend erhöht wurden. Und von den Elternbeiträgen allein könnte *kein* Kindergarten gehalten werden. Die Übersicht über die Finanzen wurde übrigens in den zwei KiGas, in denen ich dem Elternrat angehörte, einmal jährlich im KiGa-Rat offengelegt (da sind Vertreter der Eltern immer dabei). Ich weiß aber nicht, ob das überall gilt.
Davon abgesehen finde ich die Idee, die Eltern um finanzielle Hilfen zu bitten, auch nicht so klasse. Ich fürchte, daß man damit potentielle Helfer eher vergrault, überhaupt irgendetwas zu tun.
Liebe Grüße
Sams *dreijahreelternratgeschädigt*

Liebe Delia,
Du willst ja nicht mehr, als nur ne Formulierung !
Schön ! Aber eigentlich willst Du ne Aktion durchführen, willst daß Alle mitmachen, und es gibt leider keinen überwältigenden Zuspruch, soweit richtig ?
Im katholischen Kindergarten meines Sohnes (4) zahle ich in Frankfurt 270,- DM, plus ein paar Kleinigkeiten, ich komme auf knapp 300,- DM !!! Laß es 290,- sein ! Kürzlich sollte eine neue Schaukel gebaut werden, und Abends ein Kartoffelfeuer mit den Eltern und Kindern gemacht werden. „Wenn wir dann gemeinsam die Schaukel eingebaut haben, dann wollen wir ein Kartoffel-Feuer machen und blabla…! Jeder sollte ein bißchen Holz fürs Feuer und ein paar Kartoffeln mitbringen !“ Ich bin der Letzte, der seinem Kind nicht ein Kartoffelfeuer unter seinen Kumpels wünscht, aber irgendwer tickt hier nicht ganz richtig. Dieser Kindergaren, den ich sehr schätze - besonders sein Personal, ist kirchlich ! Da werden trotzdem 75% aller Gelder vom Staat subventioniert. Aber der Verwaltungsrat unserer Gemeinde hat den Daumen drauf. Fast 300,- DM im Monat !!! Meinst Du im Ernst, dafür würde ich am Wochenende noch ne Schaukel eingraben ? Und noch nen Sack Kartoffeln mitbringen ? Das ist äußerst arm !!! Ich sag Dir eines: wenn Eltern wie Du solche Situationen nicht irgendwann mal eskalieren lassen, eben nichts renovieren, und wenn Müll rumliegt, dann wird sich ein Verantwortlicher finden müssen, und wenn Geld knapp ist, dann muß man halt einen Landtagsabgeordneten pressewirksam einladen, solange es immer wieder Eltern gibt, die um des Kindes Wohl - „es ist ja nur 3 Jahre hier“ - zum Pinsel greifen, solange gibt es Gemeindevertreter, die das Geld eher dem Vergnügungsausschuß der Gemeinde geben, solange gibt es Politiker, die das Geld eher sonstwohin verteilen, als es dem Kindergarten zu geben. „Wir danken der Elterninitiative, daß sie unseren schönen Kindergarten noch schöner gemacht hat“ - ich bin das leid !! Laß das sein, und kämpfe eher um Zuschüsse und professionelle Unterstützung. Alles andere ist eine Form der Probleverschleppung, bei allem Respekt für Dein Engagement !
Gruß, Stephan

Tolle Idee !!
Ich würde die Patschhändchen auf DIN A3 lieber mal an ein paar Verantwortliche schicken:

Lieber Gemeinderat,

der Frühling kommt und wir freuen uns riesig darauf, endlich wieder in unserem Garten spielen zu können. Leider hat unser Garten in den Wintermonaten einiges abbekommen.

Wir würden Euch das gerne mal zeigen, und Euch dazu bringen, Euren Haushalt mit uns abzustimmen:

  • mit unseren Patschhändchen schaffen wir es nicht
  • Ihr habt uns verboten, mit … (Axt, Bohrmaschine, Säge; Du weißt schon, was ich meine) zu spielen.
  • Ihr habt uns immer gesagt, daß wir Euch um Hilfe bitten sollen, wenn wir ein Problem haben.

Das tun wir hiermit! Bitte helft uns, den Garten (die Klospülung, die kaputte Tür) in Ordnung zu bringen. Unsere Eltern zahlen dafür auch genug.

!!! seht uns mal als Eure Zukunft, die man gefälligst pflegt und gut gedeien läßt, denn schließlich sind wir der wichtigste Teil in Eurem System !!!

Die kleinen Patschhändchen sind nämlich bald in der Lage zu kleinen Fäusten zu werden, über die Ihr Euch dann wundert, und die Ihr dann noch teurer versucht wieder umzuerziehen.

Super!!!
Hi Tessa!

Vielen Dank! Das ist schon eine total gute Idee!!!

Danke!
Delia

Auch nicht schlecht!
Allerdings ist der Träger dieses Kindergartens das DRK. Ich weiß nicht, inwiefern die Stadt dafür zuständig ist. Na ja, die Beiträge zieht sie jedenfalls ein…

Gruß,
Delia

liebe delia,
es ist ja wohl nicht euer ernst, die eltern, die keinen müll
sammeln möchten, mit dm 20,- zur kasse zu bitten!!! quasi als
bestrafung: oder habe ich da was falsch verstanden?!?

Nein, das hast du genau richtig verstanden.

ihr zahlt doch für eure kinder monatlich einen gewissen
betrag. habt ihr euch schon mal überlegt, daß vielleicht nicht
richtig gehaushaltet wird, mit dem geld?

So hoch ist der Betrag ja auch nicht, der ist ja einkommensabhängig. Und in unserem Kindergarten sind viele Kinder von nicht so gut verdienenden, so dass da wahrscheinlich gar nicht so viel eingenommen wird.
Ich kenne allerdings Kindergärten, die aus einer Elterninitiative hervorgegangen sind, die müssen die gleichen Beiträge bezahlen, aber trotzdem gewisse Stunden im Jahr ableisten. Und das klappt!!! Darum frage ich mich, warum nicht auch Eltern von einem Kiga, der keine offizielle Elterninitiative ist, mal Initiative zeigen können. So eine gemeinsame Aktion kann durchaus Spaß machen. Es ist auch eine gute Erfahrung für die Kinder, die ja auch dabei sein werden, dass man gemeinsam vieles schaffen kann, was man alleine nicht schafft.

laßt euch doch mal
den jahresabschluß zeigen. ihr werden sehen, daß ihr da gar
nicht so leicht rankommt. (die leiterin weiß schon warum)!
und übrigens: wie soll das in der zukunft aussehen, wenn euer
„projekt“ schule macht…???
nix für ungut, aber denk lieber noch mal nach,

Vom Nachdenken tut sich leider nichts. Ich bin eher fürs Anpacken. Sonst sieht es da noch genauso aus, wenn mein Sohn in die Schule kommt. Was haben wir dann davon?
Und wenn die öffentlichen Kassen leer sind, warum sollen wir Eltern dann nicht mal selbst was tun? Schließlich sind es unsere Kinder, die Tag für Tag dort verbringen müssen.

Gruß,
Delia

*Sternchen an Mama weiterreich* (o. T.)
.

Davon abgesehen finde ich die Idee, die Eltern um finanzielle
Hilfen zu bitten, auch nicht so klasse. Ich fürchte, daß man
damit potentielle Helfer eher vergrault, überhaupt irgendetwas
zu tun.

Das kann ich nicht ganz nachvollziehen! Die, die helfen, brauchen doch nicht zu zahlen. Außerdem können wir ja eh keinen zwingen, zu zahlen. Aber wenn einige was geben, hilft es ja auch schon.

Gruß,
Delia

Schön und gut, aber bis sich da was tut, ist mein Sohn in der Schule. Und ich habe auch keine Lust, für etwas zu kämpfen, was ihm und seinen Freunden dann nicht mehr zugute kommt. Abgesehen davon macht es mir nichts aus, mal einen Samstag mit anderen Eltern zusammen richtig „reinzuhauen“. So etwas kann ja auch Spaß machen. Deine Argumente sind sicher richtig, helfen mir aber nicht weiter.

Gruß,
Delia

Das ist schade
Liebe Delia,
es gibt leider viel zu viele, die nur für Sachen eintreten, die Ihnen unmittelbar und jetzt wichtig sind, aber niemals für Ideale.
Viel Erfolg,
Stephan

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Hallo, Delia!
War nicht bös gemeint. Aber: Entweder du hast Eltern, denen es finanziell gut geht. Die zahlen dann aber auch ziemlich hohe KiGa-Beiträge und sind (häufig) der Ansicht: Ich zahle eh’ soviel, da werd ich doch nicht noch mehr geben. (siehe auch einie Postings). Oder du hast Eltern, denen es finanziell nicht so gut geht, da sind DM 20,- dann oft eine Menge Geld. Ich kenne beide Seiten aus eigener Erfahrung )c:
Aus den drei Jahren Elternrat-Arbeit kann ich mich noch erinnern, daß es immer schwierig war, andere Eltern zum Mitmachen zu bewegen. Aber noch viel schwieriger fand ich es, sie dazu zu bringen, für irgendetwas Geld zu bezahlen (und wenn es nur DM 2,- für ein gemeinsames Geburtstagsgeschenk an eine Erzieherin waren…).
Nix für ungut und viel Erfolg bei eurem „Arbeitseinsatz“,
Anja

Hallo Anja,

wie ich schon gesagt habe, wir wollen die Eltern ja nicht zwingen, etwas zu bezahlen. Es wird wohl sowieso nicht viel dabei herumkommen. Als wir für die Erzieherinnen Geld für ein kleines Weihnachtsgeschenk gesammelt haben, haben wir in unserer Gruppe gerade mal 18,- DM (von 25 Familien) zusammenbekommen. Aber darum geht es ja auch nicht in erster Linie. Wir möchten ja auch viel lieber, dass die Eltern kommen und helfen. Na, mal sehen, was daraus wird.

Viele Grüße
Delia