Hallo ihr Lieben!
Mir ist da was ganz furchtbar dummes passiert…ich trau mich kaum, es zu sagen, aber ich habe die Silberhochzeit meiner Eltern verschwitzt!
Feier war zunächst angedacht, dann doch nicht (verschiedenste Gründe), jedenfalls wurde im Vorfeld viel geredet, aber nichts veranstaltet. Da ich mehrere 100km weit weg wohne und in letzter Zeit kein Gespräch deswegen mehr war, hab ich Superschussel das in meinem Hirn vergraben, und grade eben kams wieder zum Vorschein.
Datum war Ende August. Was ich jetzt suche, ist nicht nur ein superdupertolles Geschenk, sondern auch eine Idee, wie ich mein bedauern über das Vergessen am besten zum Ausdruck bringen kann. Denn mir tut es wirklich verdammt leid, das hätte nicht passieren dürfen.
Ich geh mal die Fragen aus der Brettbeschreibung durch:
- Wer soll beschenkt werden?
Meine Eltern, durch mich und meinen Mann.
- Was hat er/sie/es für Macken, Hobbys, Lebensziele?
Es steht in den nächsten Monaten ein Umzug an, aber dazu muss erst die passende Hütte gefunden werden. Das ist im Moment quasi Lebensinhalt.
Hobbies…keine, die man nutzen könnte. Sie verbringen den Alltag zu Hause, gehen gerne einkaufen, in Möbelhäuser, haben eine Katze, gehen alle 4 Wochen Kegeln. Ihr Haus dekorieren sie alle naselang um, aber wegen dem anstehenden Umzug ist da nichts zu machen, zur Zeit packen sie eher ein.
Für meinen Geschmack sollten sie sich mal was zu zweit gönnen, aber ein einfaches Essen gehen fände ich zu fade, das können sie auch einfach so mal machen.
Sie möchten gerne in Urlaub fliegen, die Türkei hat es ihnen angetan. Aber eine komplette Reise ist etwas arg teuer, und Kurztrips so weit weg möchten sie nicht machen.
Macken haben sie, aber die will ich für so einen Anlass nicht nutzen.
Ach so, Ende Oktober kommt ihr erstes Enkelkind zur Welt, das füllt vor allem das Denken meiner Mutter sehr aus, ich wüsste aber nicht, wie man damit ein Geschenk verbinden könnte.
- Wieviel Zeit hast Du?
Vor Ort gar keine *bedröppeltguck*
Also, Zeit zum Organisieren hätte ich, aber ich würde natürlich jetzt gerne möglichst bald was finden. Meinetwegen kann es auch ruhig so sein, dass erst die dicke Entschuldigung kommt und das Geschenk dann etwas später (man kann ja erklären, dass die Organisation durch das Vergessen auch gelitten hat).
- Wieviel Geld willst Du ausgeben?
Tja, ewig viel ist nicht vorhanden, sie würden aber ein sehr teures Geschenk auch nicht wollen. Es soll aber trotzdem nichts improvisiertes (also z.B. was gebasteltes oder so) sein, sondern schon etwas, das hochwertig erscheint, vom Empfinden her.
- Was hast Du an Talenten (Basteln, Computer, Dichten, Singen…) bzw. Helfern zu bieten?
Helfer könnte ich vor Ort mobilisieren.
Dafür bin ich selbst quasi talentfrei. Und vor Ort mindestes die nächsten 4 Monate nicht vorhanden.
Woran ich gedacht hatte, war z.B. ein Wochenende irgendwo, wos so richtig romantisch ist. Vielleicht Paris mit schönem Essen?
Eine nicht zu lange Reise mit dem Bus würden sie wohl machen, auch Auto fahren ist nicht das Thema (aber ich fände es weniger schön, wenn sie die Anreise selbst organisieren müssten).
Sie hatten letztes Jahr runde Geburtstage, da gab es aus der Verwandtschaft ein Essen in einem historischen Schloss (fanden sie gut, war mit eigener Anreise und Übernachtung bei den Verwandten), die Idee fällt also weg. Von uns gabs eine Ausgabe Brockhaus (sie hatten sich ein Lexikon gewünscht). Ansonsten nen Fresskorb, also nix grösseres mehr.
Das Problem ist, dass sie so absolut hobbyfrei sind, und wunschfrei. Ich hatte im Vorfeld gefragt, ob sie einen Wunsch haben, was ihnen gefallen könnte, aber da kriegt man nichts raus. Gar nichts. Sie äussern auch so keine Wünsche, aus denen man etwas ableiten könnte. Das Problem stellt sich für mich seit Jahren, wenns um Geschenke geht, aber für einen normalen Anlass ist es wesentlich einfacher, zu improvisieren, als wenn es um so etwas besonderes geht.
Übel nehmen direkt werden sie mir das Vergessen nicht wirklich, das weiss ich wohl. Sie erwarten auch nicht, dass ich da grossartig was plane, aber gerade deswegen möchte ich sie umso mehr überraschen, auch weil sie in den letzten Monaten viel für uns getan haben.
Ach so, Örtlichkeit wäre München, aber wie gesagt ist auch ein Auto vorhanden.
Lange Rede, kurzer Sinn…was tu ich nur?
Ratlose Grüsse
Bine
Und meinen Eltern haben die Freunde daraufhin einen „Nachruf“ geschrieben. Allerdings muss man da sehr genau abwägen, ab wo es als makaber empfunden wird.
Ich find’s pers. nicht soo schlimm, meistens feiert ja das Paar seine Hochzeitstage eh schon immer zuzweit, wer rechnet da schon mit, das irgendwann die 25 kommt?!