Eltern sind streng

Ich kann jetzt nur aus meiner Sicht reden. Ich bin 21 und gehe noch zur Schule (gerade mache ich das letzte Schuljahr) folglich wohne ich auch noch zu Hause.
Früher hatte ich kein Problem mit meinen Eltern, aber mittlerweile stressen sie mich. Meine Mutter kommt so auf die Tour, von wegen „ich habe so viel für dich getan, warum bist du jetzt so zu mir“ mit „so“ meint sie, dass ich mehr will, als ich früher wollte. Ich bin ein Spätzünder, früher, also mit 17, 18, habe ich die Einschränkungen und Verbote noch akzeptiert, aber heute kann ich es einfach nicht mehr verstehen, wie man immer noch fragen muss, ob man weggehen darf und das schönste ist, dass ich darum bettelt muss, um von Freitag auf Samstag bei meiner Freundin zu übernachten. Und hinzu kommt noch, weil meine Eltern sagen, dass meine Freundin an meinem „aufmüpfigen“ Verhalten schuld sei, sie sie nicht leiden können. Meine Freundin bekommt das ja natürlich auch mit und sie und ich haben keine Lust uns bei mir zu Hause zu treffen, da gehe ich lieber jedes Mal zu ihr. Ein wunder ist es, wenn ich 1mal unter der Woche und mit müh und not 2mal am Wochenende weggehen darf. Jetzt wollen meine Eltern von mir wissen, ob ich meine Familie überhaupt noch leiden kann, und wollen am Freitag eine Entscheidung. Aber über was?! Wenn sie mir weiter Verbote aussprechen, dann ziehe ich aus, aber wohin? Zu meiner Freundin will ich nicht, weil ich in den Ferien schon 2 Wochen bei ihr gewohnt habe und wir beide gemerkt haben, dass sich täglich 24 Stunden zu sehen nicht gut ist. Ich kann mir aber eine eigene Wohnung nicht leisten und meine Brüder wohnen zu weit weg.

Hatte irgendjemand schonmal so eine Situation. Ich brauche echt Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter.

Gruß

Wieviel arbeitest Du für die Familie und für den gemeinsamen Haushalt?

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Steffan,
erst mal, Kopf hoch, hast es doch bald geschafft.
Also ich bin froh, das meine Alten kein Einzelfall sind - wohlgemerkt ich bin 36, war verheiratet, habe Kinder und lebe seid drei ahren wieder mit einer Partnerin zusammen. Das Haus gehört meinen Alten und dort ist eben eine Wohnung, die ich bewohne.
Das Ende vom Lied, wir ziehen in 10 Tagen aus, weil es genau so war wie bei Dir, der Schuldpunkt war meine Partnerin, wie bei Dir Deine Freundin.
Ich glaube, den Alten kann man es nicht recht machen, schon garnicht, wenn sie erst mal verwöhnt sind. Sieh in die Zukunft, konzentriere Dich auf Deinen Abschluß und Deine Freundin und sieh zu, daß Du in spätestens einem Jahr raus bist.
Früher habe ich auch gedacht, dass sich sowas regeln läßt, aber je älter sie werden, um so uneinsichtiger und verbohrter werden sie.
Manchmal hilft es auch kurzfristig, wenn Du mal Deine Sachen packst und nur so tust, als würdest Du ausziehen. Manchmal werden sie wach, aber die Schancen liegen bei 50:50.
Gruß Dobbs

Hallo Stefan,

Ich hatte auch strenge Eltern, die mir alles verboten haben. Erschwerend dazu kam, dass ich einen jüngeren Bruder, der schwer behindert ist, habe. Meine Eltern waren irgendwie der Ansicht, dass mein Lebensinhalt darin bestehen sollte, den Bruder zu pflegen, damit sie arbeieten und ihren Hobbies nachgehen konnten. Zu dieser Zeit war ich auch 21. Um diesem Alptraum zu entkommen, habe ich geheiratet, die Ehe hielt zwei Jahre. Dann war ich für kurze zeit ins Elternhaus zurückgekehrt, um dann mit 23 mit meinem jetztigen Mann abzuhauen, mit dem ich schon seit 9 Jahren ziemlich glücklich verheiratet bin.
Das Ende vom Lied: ich habe nun so gut wie kein Kontakt zu den Eltern, 10 Jahre von meinem Leben verloren, was die Sozialisierung angeht (ich durfte nie raus, abgesehen von der Schule) und habe zu einem verbitterten und verschlossenen Menschen mutiert.
Natürlich können deine eltern sagen: „Solange du deine Füße unter unseren Tisch setzt, wird das gemacht, was wir sagen“. Und da werden sie damit Recht haben. Also, bleibt nur entweder ausziehen, wenn du dich stark genug dafür fühls oder sich fügen. Darfst Dir aussuchen.

Halte die Ohren steif.

Ich kann jetzt nur aus meiner Sicht reden. Ich bin 21 und gehe
noch zur Schule (gerade mache ich das letzte Schuljahr)
folglich wohne ich auch noch zu Hause.
Früher hatte ich kein Problem mit meinen Eltern, aber
mittlerweile stressen sie mich. Meine Mutter kommt so auf die
Tour, von wegen „ich habe so viel für dich getan, warum bist
du jetzt so zu mir“ mit „so“ meint sie, dass ich mehr will,
als ich früher wollte.

Ich weiß, das klingt jetzt hart - aber laß Dich von dieser Mitleidstur („Du bist ja so gemein und undankbar“) nicht beeindrucken. Das ist ein ganz plumper Erpressungsversuch und sollte unter der Würde jeder Mutter (Eltern) sein. Deine Eltern haben offenbar ein Problem damit, Dich loszulassen. Das müssen sie aber.

Ich bin ein Spätzünder, früher, alsomit 17, 18, habe ich
die Einschränkungen und Verbote noch
akzeptiert, aber heute kann ich es einfach nicht mehr
verstehen, wie man immer noch fragen muss, ob man weggehen
darf und das schönste ist, dass ich darum bettelt muss, um von
Freitag auf Samstag bei meiner Freundin zu übernachten.

Du bist volljähring - warum bettelst Du überhaupt - geh´doch einfach.

Und hinzu kommt noch, weil meine Eltern sagen, dass meine Freundin
an meinem „aufmüpfigen“ Verhalten schuld sei, sie sie nicht
leiden können. Meine Freundin bekommt das ja natürlich auch
mit und sie und ich haben keine Lust uns bei mir zu Hause zu
treffen, da gehe ich lieber jedes Mal zu ihr. Ein wunder ist
es, wenn ich 1mal unter der Woche und mit müh und not 2mal am
Wochenende weggehen darf.

Was heißt hier „darf“ - nochmal: DU BIST VOLLJÄHRIG!!!

Jetzt wollen meine Eltern von mirwissen, ob ich meine
Familie überhaupt noch leiden kann, und
wollen am Freitag eine Entscheidung.

Oh Mann - da kommt mir echt die Galle hoch - das ist übelster Machtmißbraucht - lass Dich nicht unter Druck setzen - Du mußt Dein eigenes Leben leben und darfst Dich von Deinen Eltern nicht derart Erpressen lassen. Wenn Du da jetzt keinen Riegel vorschiebst, könnte es irgendwann zu spät sein - setz Dich durch! Und wenn´s nicht anders geht, dann zieh halt aus, beantrage Bafög, such Dir einen Job an der Tankstelle oder so und zieh in eine WG - das ist nicht so teuer. Zeig Deinen Eltern, daß Du erwachsen bist.

Und geh vielleicht mal zu einem Fachmann - Familienberater oder Ähnliches und hol mal den objektiven Rat eines kompetenten Aussenstehenden ein - gibts bei der Familienberatung - da kannst Du Dir Argumente für die Diskussionen mit Deinen Eltern holen.

Aber über was?! Wenn sie
mir weiter Verbote aussprechen, dann ziehe ich aus, aber
wohin? Zu meiner Freundin will ich nicht, weil ich in den
Ferien schon 2 Wochen bei ihr gewohnt habe und wir beide
gemerkt haben, dass sich täglich 24 Stunden zu sehen nicht gut
ist. Ich kann mir aber eine eigene Wohnung nicht leisten und
meine Brüder wohnen zu weit weg.

Hatte irgendjemand schonmal so eine Situation. Ich brauche
echt Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter.

Abschließend sei nochmal gesagt, daß Du es natürlich akzeptieren mußt, wenn Deine Eltern Deine Freundin nicht über Nacht im Haus haben wollen - schließlich ist es ihr Haus. Aber wo Du Deine Nächte verbringst, ist alleine Deine Sache! Du bist volljährig und kannst Deine eigenen Entscheidungen fällen. Dafür mußt Du dann aber auch finanziell und moralisch geradestehen. Du bist erwachsen. Verhalte Dich auch so. Das wird nicht ohne Krach mit Deinen Eltern abgehen - sei darauf gefaßt, das es zu heftigen Streitigkeiten kommt - aber das gehört nunmal zu erwachsen werden - andere machen das mit 16 - Du mußt halt jetzt da durch, wenn Du nicht zeitlebens ein Muttersöhnchen bleiben willst.

Ich wünsch Dir alles Gute, und daß Du es schaffst, Dich abzunabeln und Dein eigenes Leben zu führen - und am Ende doch wieder ein freundschaftliches Verhältnis zu Deinen Eltern zu bekommen.

Viele Grüße
Tania

Hallo Stefan,

Ich bin ein Spätzünder, früher, also
mit 17, 18, habe ich die Einschränkungen und Verbote noch
akzeptiert, aber heute kann ich es einfach nicht mehr
verstehen, wie man immer noch fragen muss, ob man weggehen
darf und das schönste ist, dass ich darum bettelt muss, um von
Freitag auf Samstag bei meiner Freundin zu übernachten.

mit 21 Jahren bist du bereits volljährig und kannst selbst entscheiden wann du nach Hause gehst und wo und wann du übernachtest.
Ok, Du wohnst bei Deinen Eltern und da muss man schon auch rücksicht nehmen, es ist ja schliesslich ein „Miteinander“ , aber dass du sozusagen „betteln“ musst, find ich schon krass und das ist auch echt nicht nötig.

hinzu kommt noch, weil meine Eltern sagen, dass meine Freundin
an meinem „aufmüpfigen“ Verhalten schuld sei, sie sie nicht
leiden können. Meine Freundin bekommt das ja natürlich auch
mit und sie und ich haben keine Lust uns bei mir zu Hause zu
treffen, da gehe ich lieber jedes Mal zu ihr.

das ist nur verständlich. Eltern reagieren manchmal sehr emfpindlich, wenn sie merken, dass die Kinder so langsam flügge und selbständig werden. Solange Du Deine Freundin magst, steh zu ihr. :smile:

Ein wunder ist
es, wenn ich 1mal unter der Woche und mit müh und not 2mal am
Wochenende weggehen darf. Jetzt wollen meine Eltern von mir
wissen, ob ich meine Familie überhaupt noch leiden kann, und
wollen am Freitag eine Entscheidung. Aber über was?! Wenn sie
mir weiter Verbote aussprechen, dann ziehe ich aus, aber
wohin? Zu meiner Freundin will ich nicht, weil ich in den
Ferien schon 2 Wochen bei ihr gewohnt habe und wir beide
gemerkt haben, dass sich täglich 24 Stunden zu sehen nicht gut
ist. Ich kann mir aber eine eigene Wohnung nicht leisten und
meine Brüder wohnen zu weit weg.

Deine Eltern sind zum Unterhalt verpflichet, da Du dich noch in der Ausbildung/Schule befindest.
ERkundige Dich doch beim Jugendamt wenn du es genau wissen willst.

Hatte irgendjemand schonmal so eine Situation. Ich brauche
echt Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter.

Ich drück Dir die DAumen dass sich alles wieder einrengt!!

Grüße
Swony

Gruß

Hallo Stefan,

sich von seinem Kind ab einem bestimmten Zeitpunkt abzunabeln, ist besonders schwer, vorallem wenn der letzte der Kinder erwachsen wird. Sie haben gerade bei dir es nicht wahr haben wollen, dass auch du einmal kein Kleiner mehr sein wirst.
Für manche Mutter, so habe ich das schon im Bekanntenkreis erlebt, könnte dieses Vater-Mutter-Kind-Leben ewig so weitergehen, weil Zeiteinheiten (Tag, Monat, Jahr) klare Strukturen haben. Da hat jeder seinen Platz, man ist füreinander da, zu Dritt lebt es sich anders als plötzlich wieder nur als Paar.
Sprich: deine Eltern bauen vor. Sie fürchten sich vor dem Tag X wo ihr Stefan auszieht, und seiner Wege geht. Die ersten Anzeichen sind ja schon da. Der Schulabschluß steht bevor. Eine Freundin macht aus ihrem Jungen einen Mann.
So sehe ich den Hintergrund für die Reaktionen deiner Eltern - soweit ich das aus deinen paar Zeilen herauslesen kann.

Dieses Ultimatum am kommenden Freitag verstehe ich nicht. Was für Konsequenzen hat das für Euch, je nach Antwort?
Aber es ist nicht schlecht, wenn ein Gespräch für Euch in Aussicht steht. Da kannst du dann erzählen, warum es dir geht. Vielleicht könnt Ihr etwas vereinbaren, wieviel Zeit du mit den Eltern verbringst, und wie du dich einbringst (Haushalt, Reparaturen, Einkäufe…). Und sie akzeptieren, dass du gerne mit Freunden oder mit deiner Freundin zusammen sein möchtest. Mache ihnen doch klar, dass sie dir nicht unwichtig sind. Es hat bestimmt auch für dich viele schöne Zeiten mit deinen Eltern gegeben. Manchmal muß man sich deshalb daran erinnern, um zu spüren, dass jetzt eine andere Zeit ist - nämlich eine Übergangszeit für Euch alle. Und die bringt in jedem von Euch Unruhe und bei deinen Eltern gar Unbehaben.
Wichtig ist, dass du für dich Position beziehst. Verabschiede dich von dem Bild eines „Nochschülers“ und „Spätzünders“, das du wohl immer noch vor deinem inneren Auge von dir hast. Du bist ein volljähriger Mann in der Ausbildung, mit ganz bestimmten Ansprüchen, Rechten und Pflichten gegenüber deinen Eltern. Das sollte am Freitag das Thema sein, und nicht die Einforderung der Eltern für ihre Leistungen.

Übrigens, wenn du wirklich ausziehen mußt, weil es gar nicht mehr geht, dann könntest du dich doch nach einer WG umschauen, da wird das Wohnen nicht so teuer.

viele Grüße
grilla

Steh auf und sein ein Mann oder Du sollst Vater und Mutter ehren.

Du kannst es drehen und wenden wie du willst, es wird auf jeden Fall ein schwieriger Spagat. Es gibt mit Sicherheit viele junge Leute die es genießen im „Hotel Mama“ zu wohnen und die Nachteile dafür gerne in Kauf nehmen.

Wenn du aber glaubst an einen Punkt zu kommen, der es dir erschwert zu Hause zu bleiben, dann brauchst du doch das Gespräch am Freitag nicht fürchten. Vielmehr müsstes du dir Gedanken darüber machen wie es weitergeht wenn die Frage kommen sollte ziehe ich aus oder nicht. Vielleicht wäre es ja eine Überlegung wert in der Nähe deiner Eltern nach einer günstigen Bleibe zu suchen und wer weiss eventuell helfen Dir deine Eltern auch dabei finanziell.

Ich an deiner Stelle würde das Gespräch am Freitag als Chance sehen. Sagen deinen Eltern offen und ehrlich was dir gefällt und was nicht und im gleichen Zug frage Sie was Ihnen gefällt und was nicht. Wenn dann die Summe der Übereinstimmen zu gering ist, solltet Ihr nicht zwingend versuchen das Unvermeidbare auf Krampf hinauszuzögern sondern lieber nach einer Lösung für die Übergangszeit suchen. Wichtig ist nur, dass dein Verhältnis zu deinen Eltern nicht in Mitleidenschaft gezogen wird und du später immer gerne hingehst und auch gerne gesehen wirst.

Viele Grüsse aus Hamburg
MeToo
PS: Noch ein Tipp aus eigener Erfahrung, sehe zu, dass das Verhältnis zwischen deiner Freundin und deinen Eltern ins reine kommt. So etwas belastet sonst das gemeinsame Kaffeetrinken am Sonntag in der Zukunft ungemein.

Hallo Stefan,

die Entscheidung, die deine Eltern wollen, ist einfach die, ob du weiterhin der kleine, brave Junge bleibst, der du die letzten 21 Jahre warst oder ob du erwachsen bist bzw. wirst. An deiner Stelle würde ich mich an eine Beratungsstelle wie Pro Familia wenden, denen deine Situation schildern und auch rechtlichen Grundlagen erfragen. Eltern sind bis zu einem gewissen Maße zum Unterhalt verpflichtet. Allerdings bist du mit 21 für dein Leben selbst verantwortlich, daher kann auch etwas von dir gefordert werden.

Nutze den Freitag als Chance für ein klärendes Gespräch. Überlege dir vorher, was alles deine Eltern für dich tun, Punkte wie Wäschewaschen, Kochen, Auto bezahlen, Taschengeld usw. Biete ihnen an, deinen Teil zum Haushalt beizutragen, etwas Geld mit kleinen Jobs zu verdienen. Es nimmt etwas den Druck der erzeugten Schuldgefühle und du lernst wichtiges, das du beim Umzug in eine eigene Wohnung erst zu schätzen weißt. Einen eigenen Haushalt führen bedeutet Arbeit, die man, wie alles andere auch, nur mit Grundkenntnissen und Erfahrung bewältigt. Dies gehört zur Selbstständigkeit dazu, was auch deiner Beziehung zu Frauen zu Gute kommt. Warum hat es den nicht geklappt, als du kurzzeitig bei deiner Freundin gewohnt hast? Denke mal drüber nach, ob du sie nicht in die Rolle deiner Mutter gedrängt und erwartet hast, daß alles so wie zu Hause weitergeht.
Sollten alle guten Worte nicht helfen, bleibt dir letztlich nur die Konfrontation. Erkläre ihnen, zu was sie (auch finanziell) verpflichtet sind und stelle sie vor die Wahl, eine Familie unter einem Dach mit Rechte und Pflichten für alle zu haben oder einen Bruch zu provozieren, bei dem sie nur noch den Unterhaltsscheck von dir zu sehen bekommen. Es ist für Eltern, insbesondere Mütter, schwer, ihre Kinder loszulassen, wenn sie flügge werden. Da hilft manchmal nur eine harte Auseinandersetzung. Und um die wirst du nicht herumkommen, wenn du nicht dein Leben lang von deinen Eltern abhängig sein willst. Je früher sie stattfindet, desto besser sind die Chancen einer für alle befriedigenden Einigung.

Und zum Thema Freundin ein Satz, den mir meine Mutter damals sagte, als ich daran dachte, zu heiraten:
Ich verliere nicht einen Sohn, ich gewinne eine Tochter.
Versuche zumindest, dies deiner Mutter klarzumachen. Wenn es auch nicht an dem gleichen Abend gelingt, regt es sie doch zum Nachdenken an.

Viele Grüße und *daumendrück*
Jekyll

Hallo Stefan,

kann es nicht vielleicht sein, dass deine Eltern so streng sind, weil sie Angst haben du könntest ‚verlottern‘ ?

Meine mittlerweile 19jährige Tochter genießt zwar seit jeher recht großzügige Ausgehzeiten, aber ab und zu gibt es schon mal Streit zu diesem Thema :
Immer dann, wenn ich mal wieder genauer darüber nachdenke wie es bei ihr wohl weitergehen soll nach der Schule, für die sie leider sehr wenig tut.
Dann kriege ich plötzlich die Panik und denke bzw sage sie soll lieber öfter daheim bleiben, lernen, den Schreibtisch aufräumen, sich am gemeinsamen Abendessen beteiligen…

Kurz gesagt : Du bist 21 und gehst noch zur Schule.
Befürchten deine Eltern vielleicht, dass du dich zu wenig auf den „Ernst des Lebens“ konzentrierst ?

Versuch doch mal rauszufinden was deine Eltern wirklich von dir erwarten bzw welche Kleinigkeiten (meist ist es wirklich nicht mehr !) sie zufrieden machen würden :
Zeitiges Aufstehen , keine Müllberge im Zimmer, halbwegs gepflegte Erscheinung, Vorbereitung auf den Unterricht, gemeinsame Mahlzeiten, paar Worte zum Schultag… oä.
Wenn du dich dann darum bemühst, diesen Teil zu erfüllen ergibt sich der Rest vielleicht von selbst ?

Bei uns ist es jedenfalls so, probiers doch einfach mal aus !

Viel Glück dabei !

Heidi

Hallo Stefan.
Ich habe nicht alles gelesen, was schon geschrieben wurde. Vielleicht wiederhole ich jetzt manches.
Mir fiel dazu spontan ein: Du bist volljährig, kannst für dich selbst entscheiden und prinzipiell hat dir schonmal keiner vorzuschreiben, wann du wohin gehst und wie lange. Schon gar nicht mit 21.
Da ist aber auch gleich die Zwickmühle: Wenn du das tust, hast du mächtig Stress und es ist völlig egal, wer daran schuld ist, du oder die „aufmüpfige“ Freundin.
Das heißt, du musst einen Mittelweg finden, wie du einerseits mit deinen Eltern umgehst und andererseits deiner Freundin gerecht wirst. Aus der Diskussion mit den Eltern ums Prinzip würde ich die Freundin erstmal raushalten. Wenn du mit ihr zusammenbleibst, vergiftet das nur die familiäre Athmosphäre und das wieder grade zu biegen ist erfahrungsgemäß schwierig.
Ich weiß nicht, wie gut sich mit deinen Eltern reden lässt. Ich würde mich nicht auf die Entscheidung „Wir/Familie“ oder „sie“ einlassen. Das finde ich, ist Erpressung. Die Familie ist normalerweise mindestens genauso wichtig, wie die Freundin; auf einer anderen Ebene halt. Und ein Ent-oder Weder gibts da irgendwie nicht. Finde ich!
Wenn du dich da zu einer Entscheidung drängen lässt, bleibt einer von beiden auf der Strecke.
Ich habe auch immer viel Knatsch mit meiner Mutter gehabt, bin auch mit 19 noch artig um 10 nach hause gegangen, aber meine Familie war mir trotz aller Querelen immer wichtig und ist es bis heute.
Wenn dir dieses Gespräch am Freitag bevorsteht, versuch für dich vorher zu bedenken, was du willst, was dir wichtig ist und in welche Richtung du das gerne lenken würdest. Ob das gelingt, weiß man nicht.
Bleib dabei sachlich und lass dich auch nicht von z.B. einer heulenden Mutter ( kann sein, muss aber nicht sein )irre machen. Du bist kein schlechter Sohn, weil du erwachsen wirst und deine eigenen Wege gehst.
Ich gebe zu, dass es schwierig ist, Eltern das klar zu machen und das Verhältnis Mutter zu Kind verstehe ich auch erst richtig seit ich Kinder habe.
Aber solche Problemfälle brauchen beide Seiten, du und die Eltern, um sich von einander zu lösen. Manche Eltern können das gut, andere weniger gut. Insofern ist die ganze Auseinandersetzung ein Teil des normalen Ablöseprozesses und es wäre hilfreich, wenn wenigstens du das so sehen würdest. Ob es deinen Eltern gelingt, ist eher fraglich.
In diesem Sinne
bleib cool und halt dich tapfer.
Wir mussten da auch durch :smile:

Grüße
T