Eltern-Tochter-Beziehung

Hallo!

Mich würde eure Meinung interessieren.

Ich fliege am Sonntag nach Argentinien und meine Eltern wollen mich auf Teufel komm raus zum Frankfurter Flughafen begleiten…nicht wie wohl normal mit dem Auto, sondern mit dem Zug! Also fahren wir 3 morgens um 5:00 Uhr zum Bahnhof und fahren mit dem einzig möglichen Zug, einem RE nach Frankfurt. Heute abend (Freitag) muss dass natürlich besprochen werden und morgen die Tickets am Bahnhof gekauft werden. Ich habe gestreikt und auf den Automaten verwiesen.

Zudem bin ich dann über Weihnachten und Sylvester weg…aber ohne Weihnachten feiern, wo kämen wir denn dahin. Da wird eben Samstag Weihnachten vorgefeiert.

Dann nervt mich noch, dass sie jeden Morgen an der Türe stehen um mich zu verabschieden…wohl, um zu sehen, ob ich auch wirklich zur Arbeit gehe?!

Ja, ich bin wohl selbst schuld, wenn ich mit 27 noch zu Hause wohne. Ich fühle mich bei dem ganzen Getue wie 3 1/2 und denke, dass sie mir nichts zutrauen, obwohl ich sehr wohl alleine zur Arbeit gehe und auch schon zig Mal alleine geflogen bin und auch mal alleine im Urlaub war.

Jetzt habe ich mir überlegt, ihnen zu sagen, dass ich mich minderwertig fühle und sie mich ruhig mal fragen könnten, ob ich das alles überhaupt möchte.

Kann ich das bringen…oder verletze ich damit Eltern-Gefühle zu sehr…ich möchte ja eigentlich auch keinen Zoff…aber meine Nerven sind, wie man wohl gerade merkt, etwas angegriffen.

Ich danke für Meinungen und Tips und wünsche schon mal allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

Kerstin

Hallo Kerstin!

Wenn Deine Eltern den Abnabelungsprozess nicht einleiten, tu Du es!
Mach Dir einen Plan: eigene Wohnung, geregelte Besuchszeiten bei den Eltern (sucht einen Kompromiss, mit dem alle Beteiligten sich wohl fühlen!), etc.
Auch wenn es schmerzhaft ist, zieh es durch!

Hanna

Hi Kerstin,

Deine beiden Postings lassen in mir den Verdacht wachsen, dass Du „erwachsen“ bist, Dich aber schwer tust, eine eigene Meinung zu finden, zu vertreten und umzusetzen - deshlb mein Tipp ganz knapp: entscheide - stehe dazu - und sei konsequent!

Hallo!

ich fürchte, solange Du zu Hause wohnst, ist es recht schwierig sich da abzugrenzen. Es ist ganz natürlich, das ein Kind, das zu Hause wohnt mehr einbezogen wird, als Kinder die im eignen Hausstand wohnen.
Vielleicht fühlen sich ja Deine Eltern auch verpflichtet dazu.

Ja, ich bin wohl selbst schuld, wenn ich mit 27 noch zu Hause

Was hält Dich mit 27 noch zu Hause?
Nimmst Du einerseits die Vorteile der Geborgenheit und Fürsorge in Anspruch? so kommt halt auch der Nachteil… auch Geborgenheit und Fürsorge dazu. Ich kann mir vorstellen, dass Deinen Eltern gar nicht bewusst ist, dass Du erwachsen bist.
Einfach, weil das ja jetzt 27 Jahre schon so ist. Ich glaube, es ist schwer für Eltern den SChalter zu finden, die ist zwar da, aber ich darf mich nicht so sehr kümmern, weil das einfach automatisch so ist.

Jetzt habe ich mir überlegt, ihnen zu sagen, dass ich mich
minderwertig fühle und sie mich ruhig mal fragen könnten, ob
ich das alles überhaupt möchte.

Wenn Du die Vorteile zu Hause zu wohnen nutzt, musst Du auch die Nachteile in Kauf nehmen. Du bist eben nicht eigenständig und das wissen sie auch. Mit eigenständig meine ich jetzt einen eignen Haushalt.

Kann ich das bringen…oder verletze ich damit Eltern-Gefühle
zu sehr…ich möchte ja eigentlich auch keinen Zoff…aber
meine Nerven sind, wie man wohl gerade merkt, etwas
angegriffen.

Ich weiss es nicht, ich kenne Deine Eltern nicht. Aber wenn mir mein Kind sagen würde, dass ich es minderwertig fühlen lasse, wäre ich ziemlich sauer und ich glaube, ich würde ihm auch empfehlen, sich eine eigne Bleibe zu suchen.
Reicht nicht ein einfaches, das ist nicht nötig, macht euch keine Umstände ich komme schon klar? Vielleicht wäre ihnen das ja auch nicht unrecht und sie handeln so, weil sie sich verpflichtet fühlen.

Grüße

Sarah

Hallo!

Wenn Du die Vorteile zu Hause zu wohnen nutzt, musst Du auch
die Nachteile in Kauf nehmen. Du bist eben nicht eigenständig
und das wissen sie auch. Mit eigenständig meine ich jetzt
einen eignen Haushalt.

Ich lebe in meiner eigenen Wohnung, schmeiße meinen Haushalt und mache einfach alles selbst…nur die Wohnung ist halt im Haus meiner Eltern. Ich habe hier auch schon mit meinem Ex-Ehemann gewohnt. Wir verstehen uns an und für sich ja auch recht gut… und da es ja schon ab und an 2-Generationen-Häuser gibt, dachte ich, ich probier es auch mal.

Aber wenn
mir mein Kind sagen würde, dass ich es minderwertig fühlen
lasse, wäre ich ziemlich sauer und ich glaube, ich würde ihm
auch empfehlen, sich eine eigne Bleibe zu suchen.

Kann ich nachvollziehen, deshalb frage ich euch ja. Trotzdem fühle ich mich so… :frowning: und trau mich nicht, meinen Eltern meine Meinung…(wenn auch sicher nicht so krass) rüberzubringen.

Reicht nicht ein einfaches, das ist nicht nötig, macht euch
keine Umstände ich komme schon klar?

Oft versucht, hat nur leider nicht geklappt :frowning:

Grüße

Kerstin

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Hallo Kerstin,

deine Eltern spielen das Spiel „in unseren Augen bist du immer noch die Kleine“, das du tapfer mitspielst. Es scheint ihnen schwer zu fallen in dir eine eigenständige Persönlichkeit zu sein, weil sie nicht gerne auf dich als Teil ihres Lebens verzichten wollen. Bist du aus ihrem Leben raus, dann entsteht für sie eine Lücke, bei der sie nicht wissen, wie sie sie schließen sollen. 27 Jahre, das ist eine lange Zeit, um so ohne weiteres zum kinderlosen Paarleben zurück zu finden.
Doch ist das meiner Ansicht nach nicht dein Problem, bei aller Anteilnahme und Mitgefühl für die seelische Befindlichkeit deiner Eltern.
Mal nüchtern betrachtet könnte man sagen, dass ja nichts dagegen spricht wenn sie dich begleiten, in ihre Feste miteinbeziehen oder aktiven Anteil an deinen Alltag nehmen. Doch wenn dich das mehr stört als freut, schon allein weil du dich unbeobachtet bewegen möchtest, und auf niemanden Rücksicht nehmen willst (nachts um 3 Uhr bin ich todmüde und maulfaul, da könnte ich wortreiche Fürsorge schier nicht ertragen - aber wir sind ja nicht alle gleich, nicht wahr?, :wink:)), dann hast du das Recht von deinen Eltern zu fordern dich einfach unbegleitet in den Urlaub fahren zu lassen.
Doch du schreibst:

Kann ich das bringen…oder verletze ich damit Eltern-Gefühle
zu sehr…ich möchte ja eigentlich auch keinen Zoff…aber
meine Nerven sind, wie man wohl gerade merkt, etwas
angegriffen.

Klar kannst du das bringen, was hindert dich daran?
Klar verletzt du die Gefühle deiner Eltern, weil es eine Zurückweisung ist, die sie nicht verstehen werden.
Wahrscheinlich gibt es auch Zoff, das kommt auf deine Eltern an. Aber ohne Gerumpfel ist Schienenwechsel nicht möglich. Und du willst ja nicht ewig so weitermachen, oder?
Wenn deine Nerven gut sind, dann hältst du auch die ständige Nähe deiner Eltern gut aus, und hast den Anlaß für deine Gegenwehr vergessen. Also auf die Nerven würde ich keine Rücksicht nehmen.

Jetzt habe ich mir überlegt, ihnen zu sagen, dass ich mich
minderwertig fühle und sie mich ruhig mal fragen könnten, ob
ich das alles überhaupt möchte.

Da gibt es nichts zu raten, weil es für dich nur zwei Möglichkeiten gibt: entweder sagst du was, dann mußt du mit Konsequenzen rechnen. Oder du schweigst wie bisher.
Aber ich möchte dir gerne empfehlen den Abnabelungsprozess deiner Eltern von dir Stück für Stück einzuleiten. Fange an dich über die Marotten zu beschweren, von denen du den Eindruck hast, dass sie auf die am ehesten verzichten können.
Außerdem würde ich z.B. zu unterschiedlichen Zeiten aus dem Haus zur Arbeit gehen, also einfach unzuverlässig werden. Mach´halt nicht mehr überall mit, eben von 10 Alltagsgewohnheiten bei deinen Eltern gibst du 3 Stück auf. Soviel würde ich gar nicht mit ihnen reden, sondern einfach Signale setzen - sowohl für dich selbst als auch für deine Eltern.

auch dir schöne Feiertage
wünscht
claren