Hallo, bei mir geht es um meine Mutter! Sie hat Krebs. Aber sie will es nicht voll und ganz aktzeptieren. Ist ja auch nicht einfach! Heilungschancen sind momentan 50%. Für mich is es einfach sehr schwierig alles unterzubringen. Mache gerade Führerschein, bin im Abachlussjahr der Realschule und möchte mit der Schule weitermachen! Habe aber total Angst!
So einer Sache fühle ich mich nicht gewachsen. Momentan bin ich oft verwirrt weil alles so viel erscheint. Meine Gefühle stehen einfach Kopf!
Ich weiß, dass es für solche Situationen keine Regeln gibt. Vielleicht ist hier Jemand, der mir nen Tip oder ähnliches schreiben kann!
Bin für Alles dankbar!
Bartagame
Hi, Julia,
dein Problem ist nicht einfach lösbar. Da ist auf der einen
lSeite deine Mutter, die sich mit ihrer Krankheit nicht abfindet
und gegen ihr Schicksal rebelliert. Bei Chancen 50:50 ist
ein Rebellieren aber natürlich auch gesund und angemessen!
Dann geht es um deine ungesicherte Situation als Schülerin
mit Plänen, die in der Zukunft liegen und derzeit unsicher
scheinen. Da gibt es nur den Rat: Konzentrier dich auf deine
gegenwärtigen Ziele und versuche, sie trotz aller widrigen
Umstände zu erreichen. Deine Zukunft liegt in deinen Plänen,
und Unterstützung für deine Pläne gibt es immer, wenn du sie
nur fest und zielstrebig genug vertrittst.
Ich glaube, du musst im Augenblick erst einmal lernen, dass du
die stärkere, weil die Gesunde bist, auf die sich deine Mutter
stützen kann - egal, welche 50% dann irgendwann die Oberhand
gewinnen. Das erfordert sicher viel Kraft, die du erst noch
gewinnen musst. Aber das wird dir gelingen, wenn du dich der
Aufgabe stellst. Man wächst mit der Aufgabe, die man sich
stellt. Das wirst auch du erfahren und daran wachsen.
Gleichzeitig den Abschluss der Schule zu meistern und das
auch noch so, dass eine Fortführung auf irgend einer
weiterführenden Schule möglich wird, ist ein großes Ziel,
aber eines, das lohnt. Da dies dein Ziel ist, solltest du es
vorn an stellen und es vor allen anderen verfolgen. So viel
Rücksicht auf deine Zukunft muss sein: deine Zukunft ist es,
die du gestalten musst. Alles andere sind nur Meilensteine
an deinem Wegesrand.
Vielleicht können dir meine Zeilen einen gangbaren Weg weisen,
aber erleichtern kann ich dir deinen Weg leider nicht. Vergiss
nur nicht: Das Ziel deines Weges muss dein Ziel sein. Das du
dir setzt. Ale anderen Ziele sind nur Zwischenziele.
Viel Glück und besten Gruß, mucu
Liebe Julia,
vertraue Dir dahingehend, dass Du ganz sicher keine Schwierigkeiten dabei hast, um die Dinge, soweit sie von familiärerm aber auch genauso gut von persönlichem Belang sind, sinvoll aneinander zu reihen. Deine Zuversicht hält so lange an, soweit Du sie unbeirrt durch emotionale und geistige Stärke auffüllst. Sofern dies deine Familie ebenso toleriert, werden auch sie innere Stabilität finden. Sollte auch die Wirklichkeit nicht nah genug an das Wünschenswerte hinanreichen, wird es Dir so jedenfalls gelingen, das Optimum anzustreben.
Gruß
guvo
Hallo,
in deiner Situation war ich zum Glück noch nicht, daher kann ich keine persönlichen Tipps geben. Aber schau mal hier:
http://www.krebsberatung-berlin.de/
Da findest du auch Beratung für Angehörige, vielleicht hilft dir das weiter?
Gruß
Cess
Liebe Bartagame,
deine Situation ist nicht gerade einfach. Ich weiss sehr genau wovon ich rede, da mein Vater ein Krebsleiden hatte und zwar über ganze 15 Jahre.
Du bist noch sehr jung und der Stress ist sicherlich sehr groß. Du erfährst jetzt das erste Mal im Leben, was es wohl heisst erwachsen zu sein, da deine Mutter in ihrer sehr speziellen Situation auf dich zählt.
Jeder geht anders mit einer Krebserkrankung um. Du kannst deine Mutter nicht zwingen ihre Krankheit zu akzeptieren. Was bedeutet das im übrigen für dich? Bitte sei mir nicht böse, aber kann es sein, das du hoffst, wenn sie die Krankheit akzeptiert, dann wird sie allein damit klar kommen?
Ich kann mich sehr gut erinnern, das die Krebsdiagnose meines Vaters in einer für mich sehr schwierigen Zeit auf mich einschlug. Tage zuvor hatte ein anderes schlimmes Ereignis mich sehr mitgenommen. Ich litt sogar an einem üblen Ausschlag (die Nerven!). Die Nachricht über den Krebs meines Dads hat mir ordentlich eins auf die andere Wange gegeben und mich förmlich umgehauen.
Dann habe ich mich entschieden das Einzige zu tun, das ich in dieser Situation überhaupt tun konnte. Ich habe meinen Eltern zu verstehen gegeben, das ich - bedingungslos - jederzeit da bin, wenn sie mich brauchen.
Es wird Zeiten der Hoffnung und Zeiten der Rückschläge geben, dessen sei sicher. Ich hoffe, das auch du jemanden hast mit dem du reden kannst und bei dem du auch mal deinen Kummer loswerden kannst. Desto besser könntest du dann für deine Mutter da sein, wenn sie es braucht.
Es gibt leider keine so richtig konkrete Verhaltensweise, die man dir anraten könnte. Die von Cess angeratene Hilfe könnte etwas für dich sein.
Viel Glück für deine Mutter und die gesamte Familie!
Gruß
Nita
Hi Bartagame,
Du bist offensichtlich jung und das, mit dem Du momentan konfrontiert wirst, haut sogar viele gestandene Erwachsene um.
Ich vermute, das „durchschlagende“ Gefühl wird bei Dir zurzeit Verlust- und Zukunftsangst sein. Bisher lief/läuft alles in geregelten und scheinbar sicheren Bahnen und nun wird all das plötzlich in Frage gestellt: wird die Mutter den Krebs überstehen, wie wird die Zeit der Behandlung sein, wie geht es danach weiter, kommst Du mit den neuen Umständen klar, wie sehr belastet Dich die Situation und welche Auswirkungen hat das auf Dein künftiges Leben . . . ???
Fragen, auf die es keine letztlich verlässlichen Antworten gibt und das macht uns in unserer durchorganisierten Welt unruhig, ängstlich und unsicher, weil wir doch so sehr an Planungssicherheit und Wettervorhersage gewöhnt sind.
Vielleicht gelingt es Dir, eine „übergeordnete Macht“ zu akzeptieren, deren Logik und Handlungen wir nicht begreifen und die dennoch (irgendwann) einen Sinn haben und ergeben. Klassischer Weise wird dieses Feld von Religionen besetzt (die daraus allerdings m. E. letztlich im eigenen Sinn Vorteile suchen und ziehen), allerding muss es nicht Gott, Allah, Manitu odgl. sein, sondern ggf. fällt Dir der Bezug zu einem „Über-uns“ leichter. Da Du momentan auf die Entwicklung ohnehin keinen Einfluss nehmen kannst, leg´ es in andere Hände,
Hi,
vielen Dank für Deine mitfühlenden Worte! Vielleicht hast Du ja recht.
Trotzdem finde ich es schwierig, aber das ist es für Jeden! Alleine bin ich da ja leider auch nicht.
Noch mals vielen Dank, Eike!
liebe Grüße: Bartagame
Hallo,
vielen Dank für den Link, der ist wirklich gut(hab gleich reingeschaut)!
Ich wünsch Dir, dass Du solche Erfahrungen auch nicht noch machen musst!
Liebe Grüße: Bartagame