EM-Rente wg. Depressionen und gleichzeitig Pflegeperson?

Hallo ins Forum,

meine Frage: Kann eine Pflegeperson, die wegen Depressionen berentet wird, ihren „Pflegestatus“ gegenüber ihrem zu pflegenden Ehepartner aufrecht erhalten oder könnte die Pflegekasse aufgrund der Depression Zweifel an der Eignung als Pflegeperson geltend machen (und damit auch das Pflegegeld entziehen)?

Zum Hintergrund meiner Frage: Ich (w., 51) leide seit Jahrzehnten unter mehr oder minder schweren Depressionen. Bislang habe ich immer „funktioniert“, doch seitdem mein Mann in relativ jungen Jahren (mit Ende 40) pflegebedürftig geworden ist, haben Ängste und Schlaflosigkeit derart zugenommen, dass ich trotz „Halbierung“ meiner Arbeitszeit vor 3 Jahren immer häufiger krankheitsbedingt ausfalle. Wegen Panikattacken bin ich derzeit seit einigen Monaten krankgeschrieben, und mein behandelnder Arzt hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass nach 78 Wochen einer Krankschreibung sich die Frage einer Erwerbsminderungsrente stellen würde.

Nebenbei erwähnt: Mein Mann und ich haben verschiedene Kranken-/Pflegekassen, von daher weiß ich natürlich gar nicht, ob entsprechende Informationen überhaupt fließen würden.

Hallo,
ich selbst habe Pflegefälle bearbeitet und entschieden während meiner Tätigkeit bei der Kranken/Pflegekasse.
Nein, grundsätzlich haben wir nicht geprüft, ob die Pflegeperson geeignet war, die Pflege in dem Umfang sicherzustellen, der im Pflegegutachten aufgeführt war. In den Fällen, in denen nur Pflegegeld zur Auszahlung kam, wurde durch die „Beratungseinsätze“ mindestens 2 mal im Jahr auch überprüft, ob die Pflege im häuslichen Bereich sichergestellt wäre und das war überwiegend der Fall. Natürlich blieb es auch in einzelnen Fällen nicht aus, dass die Pflegepersonen selbst krank wurden und auch mal ausgefallen sind, aber dafür gab es ja dann ggf. die Verhinderungspflege, als Ersatzleistung.
Konkret auf deine Frage - theoretisch „ja,“ praktisch „nein“.
Gruss
Czauderna

Hallo,

auch als voll erwerbsgeminderte Rentnerin darfst du einen „Mini-Job“ ausüben.

Die Leistung der Pflegekasse geht erst einmal nur an Deinen Mann. Der ist relativ frei in der Entscheidung, wofür er das geld verwendet.

Und diese Aussage Deines behandelnden Arztes

ist an Unkenntnis kaum zu toppen, da es diesen Zusammenhang rechtlich nicht gibt.

&tschüß
Wolfgang

Vielen Dank, Guenter_Czauderna und Albaraccin, für die Antworten. Es liegt in der Natur der Sache, dass man gerade als angstgestörter Mensch sich auch um einen solchen Sachverhalt Sorgen macht, aber eure Antworten sind ein erster „Kompass“ für den Weg in die richtige Richtung.