Embryonenforschung

hiho zusammen,

hab heute im radio gehört, daß in den staaten embryonen nur mit dem ziel der forschung „hergestellt“ wurden. alles ganz offiziell, es wurde eine frau und 12männer gesucht, entsprechend samen etc gesammelt und ans werk gegangen. bei dem institut welches das ganze durchgeführt hat,handelt es sich nicht um ein „hinterhof“-institut, sondern um ein führendes auf diesem gebiet. damit ist man in den staaten dort, wo wir noch lange nicht hinkommen.

meine frage, diskussionsanregung: warum machen wir das nicht auch? warum haben wir angst vor dieser technik? viele wollen nicht „gott spielen“, aber warum nicht? warum sollen wir nicht in die schöpfung eingreifen? wenns überhaupt so weit kommt - ich glaub patentrechtliche fragen etc sind da kritischer als die gefahr den gen-pool der menschheit zu versauen.
wenn wir krankheiten bekämpfen können, warum nicht? adulte zellen hin oder her, bei den embryonen und deren omnipotenten/totipotenten zellen ist doch viel mehr zu holen. oder nicht?

ich finde wir sollten auf diesem gebiet genau so arbeiten wie in anderen forschungsbereichen. große forscher/forscherinnen bzw. forschungsgebiete wurden schon immer von skeptikern unterdrückt,
Leonardo da Vinci, Einstein, Gallileo, Madame Curie, Keppler, etc etc. allen wurde aus technikfeindlichkeit, geballter ingnoranz oder angst um die persönlichen pfründe(hier bes. die röm. kath. kirche) die arbeit und das leben schwer gemacht.
ich würde mich freuen wenn wir in 20-30?! jahren krebs, aids, demenzen etc erfolgreich bekämpft haben, dafür muß man aber heute!! was tun.
der ehtik-rat ist doch von seiten schröders etc. nur makulatur, bzw. notwendiges possenspiel, damit alle beteiligten das gefühl haben, dabei etwas gesagt zu haben. ich hoffe der bundestag wird sich für pid, embryonenforschung, import export etc etc entscheiden.

grüße, rené

hab heute im radio gehört, daß in den staaten embryonen nur
mit dem ziel der forschung „hergestellt“ wurden. alles ganz
offiziell,

Ja und Nein.

bei dem institut welches das ganze durchgeführt hat,handelt es
sich nicht um ein „hinterhof“-institut

Das ist - für mich - das Erschreckende an dieser Nachricht.

damit ist man in den staaten
dort, wo wir noch lange nicht hinkommen.

Ich finde das nicht erstrebenswert. „USA“ klingt irgendwie bei Dir wie „Fortschritt“. So eine Gleichsetzung finde ich doch sehr einseitig und - so sorry - naiv.

meine frage, diskussionsanregung: warum machen wir das nicht
auch? warum haben wir angst vor dieser technik?

Jeder Staat ist souverän und sollte auch so handeln. Das Verständnis seiner Bürger kann stark differieren zu dem in anderen Ländern dieser Welt.

viele wollen nicht „gott spielen“, aber warum nicht?

Aber WARUM?

Siehst Du denn nicht die Bedenken, die dahinterstehen? Einmal ganz von einem Glauben abgesehen: Fortschritt um jeden Preis, ist das tatsächlich erstrebenswert? Fallen Dir gar keine möglichen Folgen ein?

Übrigens, lieber René sind Deine Informationen lückenhaft. Der allein verantwortete Vormarsch des von Dir angesprochenen Instituts hat eine große Debatte in den USA ausgelöst. Und übrigens ist der Nationale Ethikrat dort überhaupt nicht begeistert.

Was mich persönlich ärgert: Wie kommst Du darauf, dass er von Buneskanzler Schröder einberufene Ethik-Rat nur Makulatur ist? Das würde mich dann schon mal interessieren. Dann weiß ich wenigstens, wozu ich einige Wochen in diesem Jahr gearbeitet hat: Für umsonst!!

Halbwahrheiten und pubertäres Vorgepresche (damit meine ich nicht Dich) dürfen auf gar keinen Fall die Leitlinien in einem so ernstzunehmenden Thema sein.

Jana

hallo jana,

Ich finde das nicht erstrebenswert. „USA“ klingt irgendwie bei Dir wie „Fortschritt“. So eine Gleichsetzung finde ich doch sehr einseitig und - so sorry - naiv.

oha, USA ist für mich überhaupt nicht der inbegriff des fortschritts. sozialsystem, todesstrafe, waffenbesitz etc. pp.,
da können wir lange diskuttieren. matthias wird da gerne miteinsteigen *wink*.
aber in diesem punkt bin ich auf seiten der usa.

viele wollen nicht „gott spielen“, aber warum nicht?

Aber WARUM?

weil es interessante möglichkeiten eröffnet. außerdem sehe ich keinen ernsthaften grund, nicht am erbgut zu forschen.
sollten wir uns dabei tatsächlich das eigene grab schaufeln (was aber auch wiederum keiner weiß bzw. beweisen kann), dann
entspricht das doch nur dem prinzip der natürlichen selektion, oder?

Siehst Du denn nicht die Bedenken, die dahinterstehen? Einmal ganz von einem Glauben abgesehen:
Fortschritt um jeden Preis, ist das tatsächlich erstrebenswert? Fallen Dir gar keine möglichen Folgen ein?

und ob mir folgen einfallen, jede menge sogar. aber das sind risiken die getragen werden müssen.
als chemiker in den 70ern fckw’s einführten, haben sie es eingeatmet, um zu demonstrieren wie ungefährlich es ist.
die gefahr geht halt erst später und an anderer stelle von fckw’s aus. wenn man das aber erkannt hat, kann man dem entgegensteuern.
das auto wurde zu beginn verteufelt, heute urbestandteil unseres selbstempfindens (und unserer wirtschaftsstärke). durch das auto sterben (nur in deutschland) jedes jahr aber direkt 8000-10000 tausend, indirekt wahrscheinlich nochviel mehr. die umwelt wird vernichtet etc etc. dem steht aber ein wohl nicht quantifizierbarer vorteil gegenüber.
mobilität: menschen können große strecken überbrücken, sie lernen neue gegenden und andere menschen kennen. sie tauschen
sich aus, verbreiten technologie und wissen. güter werden hin und her bewegt. dadurch stieg/und steigt die lebensqualität.
diese vorteile stehen den nachteilen gegenüber.
ähnlich sehe ich es bei der gen-technik und der forschung mit embryonen. die vorteile überwiegen. bekämpfung von krankheiten
steht dem risiko gegenüber, daß einige forscher die technik mißbrauchen. die menschheit muß halt mit ihrer technologie
wachsen, dann kann man jede technik positiv nutzen.

ich denke der zug rollt schon. die engländer haben ihr gesetz erlassen, clement verhandelt mit israel über importe,
viele andere länder (z.b.australien, usa) arbeiten an dieser technologie. kein ethikrat der welt wird diese technik unterdrücken können. die neugier des menschen ist stärker als seine bedenken. wenns jetzt nicht passiert, dann vielleicht erst in 10jahren, aber es wird passieren. der mensch ist ein gewohnheitstier, und so wird er sich auch daran gewöhnen, daß mensch sich selber neu definieren kann/wird.

Was mich persönlich ärgert: Wie kommst Du darauf, dass er von Buneskanzler Schröder einberufene Ethik-Rat nur Makulatur ist?
Das würde mich dann schon mal interessieren.
Dann weiß ich wenigstens, wozu ich einige Wochen in diesem Jahr gearbeitet hat: Für umsonst!!
Halbwahrheiten und pubertäres Vorgepresche (damit meine ich nicht Dich) dürfen auf gar keinen Fall die Leitlinien in einem
so ernstzunehmenden Thema sein.

wenn schröder könnte wie er wollte, hätte er schon lange forschungsgelder in dem bereich verteilt, damit deutschland
auf diesem gebiet nicht den anschluß verpaßt. er muß sich aber dem zwang unterwerfen, alle bei einer diesbezüglichen diskussion
teilhaben zu lassen. ich denke, das ergebniss steht schon fest. deutschland kann es sich nicht leisten, dieser technologie
den riegel vorzuschieben. andere länder werden das übernehmen, und wir importieren dann die damit gewonnen erkenntnisse und
produkte/medikamente. das wäre nicht handhabbar und moralisch auch sehr verwerflich. hier das verbot, dort der Import.

hmmm, teileweise ganz schön verworren. aber vielleicht bekomm ich es noch in den griff *grins*
grüße, rené

oha, USA ist für mich überhaupt nicht der inbegriff des
fortschritts. sozialsystem, todesstrafe, waffenbesitz etc.
pp.,

Hi René,
puuuh, da bin ich aber froh, denn das sehe ich genauso. Differenzierung ist - gerade bei einem komplexen Staatensystem wie den USA - seeeeehhhrr angebracht :wink:

viele wollen nicht „gott spielen“, aber warum nicht?

Aber WARUM?

weil es interessante möglichkeiten eröffnet. außerdem sehe ich
keinen ernsthaften grund, nicht am erbgut zu forschen.
sollten wir uns dabei tatsächlich das eigene grab schaufeln
(was aber auch wiederum keiner weiß bzw. beweisen kann), dann
entspricht das doch nur dem prinzip der natürlichen selektion,
oder?

„Natürliche Selektion“ - da läuft es mir eiskalt den Rücken herunter…

Damit wir uns da nicht missverstehen: Am Erbgut zu forschen, halte ich für unabdingbar!! Und auch die Stammzellenforschung, so sie denn als HIntergrund das Klonen von Erbgut zum Zwecke der Heilung hat, ist moralisch ganz und gar nicht verwerflich. Aber „Gott spielen“ und - ich erwähnte es bereits - „Forschung um jeden Preis“, das ist eine Sache, die darf in meinen Augen nicht sein. Die Missbrauchsgefahr wäre unproportional hoch zu einem allgemeinen Nutzen für die Menschheit.

als chemiker in den 70ern fckw’s einführten, haben sie es
eingeatmet, um zu demonstrieren wie ungefährlich es ist.
die gefahr geht halt erst später und an anderer stelle von
fckw’s aus.

Das Beispiel hinkt ziemlich gewaltig.

wenn man das aber erkannt hat, kann man dem
entgegensteuern.

Eben. Ganz meiner Meinung. Es ist doch aber viel sinnvoller, bevor Menschenopfer zu beklagen sind, sich VORHER ausreichend Gedanken zu machen. Sicher ist es nicht machbar, es allen recht zu machen geschweige denn, alle Möglichkeiten vorher abzuklären. Doch ein Großteil zu vermeidender Fehler kann unter Umständen das Leben eines unschuldigen Menschen retten. Und das ist es doch wert, oder? Ohne jetzt polemisch wirken zu wollen.

Es geht mir um keine Verteufelung. Stillstand ist der Tod. Ganz klar.

ich denke der zug rollt schon…

Ganz gewiss sogar. Und auch - das hoffe ich - Deutschland wird ihn nicht verpassen.

kein ethikrat der welt wird diese technik
unterdrücken können.

Ab und zu ein zur Mahnung erhobener Zeigefinger sollte aber schon sein.

wenn schröder könnte wie er wollte, hätte er schon lange
forschungsgelder in dem bereich verteilt, damit deutschland
auf diesem gebiet nicht den anschluß verpaßt. er muß sich aber
dem zwang unterwerfen, alle bei einer diesbezüglichen
diskussion
teilhaben zu lassen.

Herr Schröder ist der Bundeskanzler in einem demokratischen Staat. Er entscheidet - Gott sei Dank - nicht über die Vergabe von beispielsweise Forschungsgeldern. Es ist wirklich immer wieder erstaunlich, für wie mächtig dieser Mann in seiner Funktion erachtet wird. Dabei wird sehr gerne übersehen, dass wir selbst es sind, die die Politik in unserem Land machen. Der Bundestag ist doch nur die Folge unseres Denkens und Handelns.

Andererseits, erst unter dieser Regierung ist ein so freimütiger Umgang mit der Gentechnik möglich geworden. Ich denke da nur an die jüngsten Reden im Mai zu diesem Thema. Lese sie Dir einmal durch, René. Schröder ist da voll auf DEINER Seite.

hmmm, teileweise ganz schön verworren. aber vielleicht bekomm
ich es noch in den griff *grins*

Überhaupt nicht. Ich finde das hochinteressant.

Bis bald und zur nächsten Diskussionsrunde *gg*

Viele Grüße aus Berlin,
Jana

hallo jana,

„Natürliche Selektion“ - da läuft es mir eiskalt den Rücken
herunter…

nun ja, so ist halt die natur: brutal - nach menschlichen maßstäben.

als chemiker in den 70ern fckw’s einführten, haben sie es
eingeatmet, um zu demonstrieren wie ungefährlich es ist.
die gefahr geht halt erst später und an anderer stelle von
fckw’s aus.

Das Beispiel hinkt ziemlich gewaltig.

nein, der kern der aussage trifft jedes problem der abwägung. bei fragen der technischen risikoabschätzung
ist niemand in der lage alle parameter aufzustellen, um sein modell daran auszurichten. ob
es dann fckw ist, die atomtechnik oder eben gen-technik. das kernproblem ist allen vorgängen zu eigen.
natürlich bewerten wir die auswirkungen aufgrund moralischer wertung unterschiedlich, nüchtern und objektiv
betrachtet gibt es aber keinen unterschied.

wenn man das aber erkannt hat, kann man dem
entgegensteuern.

Eben. Ganz meiner Meinung. Es ist doch aber viel sinnvoller,
bevor Menschenopfer zu beklagen sind, sich VORHER ausreichend
Gedanken zu machen. Sicher ist es nicht machbar, es allen
recht zu machen geschweige denn, alle Möglichkeiten vorher
abzuklären. Doch ein Großteil zu vermeidender Fehler kann
unter Umständen das Leben eines unschuldigen Menschen retten.
Und das ist es doch wert, oder? Ohne jetzt polemisch wirken zu
wollen.

Es geht mir um keine Verteufelung. Stillstand ist der Tod.
Ganz klar.

also bleibt dir doch gar nichts anderes über, als die technik bzw. die neugier des einzelnen und ganzer forschungsabteilungen
im besonderen zuzulassen. es ist dann aber wichtig, daß in allen punkten transparenz herrscht, jeder muß jederzeit einblick haben
können.
achtung, jetzt wird es kritisch: ich befürchte, ohne opfer wird es niemals fortschritt geben. denn wenn wir statik ablehnen, bleibt wohl
mehr oder weniger nur die dynamik. diese kann aber keiner vollständig vorhersagen, also wird es immer, unabhängig davon wie
verantwortungsvoll wir mit einer technik umgehen, zu unfällen und katastrophen kommen. dies ist traurig, aber unabdingbar, es ist
nach meiner meinung systemimmanent. dies hat nichts mit einer geringschätzung von leben oder moral zu tun, es ist einfach ein grundprinzip
des lebens.

Ab und zu ein zur Mahnung erhobener Zeigefinger sollte aber
schon sein.

dem stimme ich zu. der finger darf nur nicht zum stop-schild mutieren. halt, falsch *grübel*. er darf natürlich zum stop-schild
mutieren, allerdings wird die zeit dieses wieder „entfernen“.

Herr Schröder ist der Bundeskanzler in einem demokratischen
Staat. Er entscheidet - Gott sei Dank - nicht über die Vergabe
von beispielsweise Forschungsgeldern. Es ist wirklich immer
wieder erstaunlich, für wie mächtig dieser Mann in seiner
Funktion erachtet wird. Dabei wird sehr gerne übersehen, dass
wir selbst es sind, die die Politik in unserem Land machen.
Der Bundestag ist doch nur die Folge unseres Denkens und
Handelns.

holla, mutige worte. ich bezweifle, daß wir (das volk) in diesem land die politik machen.
ich kann zwar alle 4 jahre wählen, aber das wars dann.
----CUT-----

…irgendwie hab ich das thema aus den augen verloren. die forschung an embryonen setzt natürlich neue maßstäbe. der mensch erlangt eine technik, die ihm noch mehr möglichkeiten liefert, er wird mächtiger als er je war. bis jetzt waren wir meister in der beherrschung toter materie. doch jetzt erlangen wir die macht über die lebende materie. das fasziniert und stößt ab zugleich. es läßt sich nur nicht mehr umkehren, außer wir degradieren uns auf steinzeit-niveau. da will ich aber nicht hin, ich will genau in die andere richtung. und da hilft mir die gentechnik enorm. ich sehe darin mehr vorteile als es risiken gibt, die mir den gebrauch dieser technik verbieten könnten.

Andererseits, erst unter dieser Regierung ist ein so
freimütiger Umgang mit der Gentechnik möglich geworden. Ich
denke da nur an die jüngsten Reden im Mai zu diesem Thema.
Lese sie Dir einmal durch, René. Schröder ist da voll auf
DEINER Seite.

hab ich grad nochmal nachgelesen.
er _will_ die technik einführen, muß sich aber dem geplänkel von moralischen diskussionen etc. unterwerfen. so jedenfalls mein eindruck.

schöne grüße aus aachen :smile:
rené