Ich kann bei ein merkwürdiges Phänomen beobachten, was mir nicht so ganz klar ist, warum es auftritt.
Immer, wenn ich im Fernsehen oder in der Realität einen Rettungsdiensteinsatz sehe, kommen mir (fast) die Tränen in die Augen. Das hatte ich auch schon früher, als ich mir Folgen von Notruf auf RTL angeschaut habe.
Interessant dabei ist, dass bei mir diese Reaktion erst erscheint, wenn „die Retter kommen“ - der Unfall an sich mit Schwerverletzten usw. löst bei mir keine allzu großen Emotionen aus (nur die übliche Beobachterhaltung, also relativ neutral).
Ich schau mir aber im Fernsehen auch gern solche Folgen an, also möchte ich diese Situation auch nicht meiden.
Ich habe mal die Vermutung, dass sich bei mir in der Kindheit irgendetwas abgespielt haben muss, wodurch ich jetzt (und auch schon früher) zu diesem Emotionen komme. Gibt es dafür generell Anhaltspunkte oder kann es einfach auch nur sein, dass mein Charakter auf dieser Schiene emotional sehr ausgeprägt ist?
Vielen Dank schon mal für eure Antworten und Hilfestellungen!
Vielleicht bist du einfach nur durch das selbstlose Helfen gerührt. Auch wenn es „nur“ der Beruf der Helfer ist, so haben sie sich doch wohl bewusst dafür entschieden (ok, manche nehmen einfach den Job den sie kriegen können). Sie kommen herbei geeilt um völlig Fremden in schlimmsten Situation zu helfen, ihnen das Leben zu retten.
wer waren denn in unserem leben die ersten „retter“?
na?
zu beobachten, wie jemand aus einer not gerettet wird, bedeutet, an die eigene frühkindliche versorgung durch die eltern erinnert zu werden. eine mutter tut (hoffentlich) jahrelang vorwiegend nichts anderes, als ein hilfloses kind, das völlig abhängig von versorgung ist, von kleinen und großen nöten zu befreien. sie ist die „retterin“.
das kann schonmal sehr ergreifen, wenn aktuelle fernsehsendungen geschaut werden, die bewusst mit diesen ausgelösten emotionen arbeiten, um über einschaltquote geld zu verdienen.
der betrachter hat gefühle, da passiert was, man schaltet ein, weil man das gefühl hat, etwas zu erleben. dabei ist es eine beliebig wiederholbare erinnerung an die eigene kindheit, die nach hinten gerichtet ist, ohne jede entwicklung zu fördern. unreflektiert gehen viele solchen sendungen auf den leim und schauen-fühlen-schauen-fühlen-…ohne das was passiert.