Liebe Erziehungsexperten,
im letzten (vorletzten?) Stern las ich einen Artikel über eingebildete Herzfehler - ein recht ernstes und verbreitetes psychosomatisches Krankheitsbild. Dort stand, dass neben emotionaler Vernachlässigung in der Kindheit auch das Gegenteil, nämlich emotionale Überversorgung bzw. „verwöhnen“ von den Psychologen dafür (mit-)verantwortlich gemacht wird.
Weiss jemand etwas darüber oder hat einen guten Tipp, wo ich etwas finden kann? Was hat man sich darunter vorzustellen? Kann das stimmen? Gibt es evtl. noch andere psychogene Krankheiten, die man davon kriegen kann?
Danke für die Antworten,
Juliane
Ich weiß nur …
Hallo Juliane,
ich weiß nur, dass dieses Phänomen bei Suchtphänomenen eine Rolle spielt, siehe z. B.:
http://www.btonline.de/krankheiten/sucht/alkohol/hin…
oder bei Eßstörungen:
http://www.btonline.de/krankheiten/essstoerungen/adi… .
Über dieses spezelle Phänomen weiß ich nichts, aber es ist doch einleuchtend, dass ein Zuviel an Verwöhnen genauso schädlich ist wie ein Zuwenig an Zuwendung. Wie soll denn jemand, dem man alle negativen Gefühle abnimmt, indem man nur die positiven an ihn heranlässt selbständig mit negativen Gefühlen umgehen. Dass es sie überhaupt gibt, weiß er trotzdem, und er wird ein Fehlen dieser negativen Erfahrungen als Defizit deuten und sich die „schädlichen“ Dinge unbewusst selbst erzeugen.
Mir fällt dazu auch eine künstlerische Bearbeitung ein: „The Wall“ von Pink Floyd. Schau dir den Film an, achte auf das Verhältnis der Hauptfigur zu seiner Mutter, und du weißt, wozu zu große Liebe führen kann (prinzipiell natürlich).
In welcher Art von Krankheit sich so etwas manifestiert, ob in Psychosomatik oder auf anderem Wege, ist - meine ich - sekundär.
Ach ja: Auf den Stern würde ich mich nicht verlassen. Such mal mit Google unter Begriffen wie „gefühl, verwöhnen, kinder, krankheit, mutterliebe, psychosomatik“ usw. in verschiedenen Kombinationen (!).
Herzliche Grüße
Thomas Miller