Hallo Volker
… Hauptwohnsitz (Kiel) … über DVB-T-Stick Fernsehen … Bislang war der Empfang ganz passabel … Seit einer Woche ist der Empfang katastrophal … Wenn von Anfang an der Empfang schlecht gewesen wäre, ok. dann wäre alles klar. Diese extreme Verschlechterung verstehe ich nicht.
Könnte es sein, dass sich, von Deinem Standort aus gesehen, in Richtung auf den Kieler Fernmeldeturm (steht am südlichen Stadtrand) etwas verändert hat? Z.B. ein neuer Baukran oder so?
Oder, wenn der Standort deiner Antenne auf der vom Sender abgewandten Seite des Hauses liegt, könnte auch eine neues Einrichtungsstück aus Metall (z.B. eine Tiefkühlkombination) in einem Raum in Richtung Fernsehturm die Ursache sein.
Welche Möglichkeit zur Abhilfe?
Ich setze mal voraus, dass Du weißt, dass die mitgelieferten Stabantennen nicht das Gelbe vom Ei sind. Und bevor Du jetzt viel Geld für eine aktive Antenne ausgibst, versuch es doch mal mit einer selbstgebastelten Koaxialantenne (Sleeveantenne). Diese Antennen haben überraschend gute Empfangseigenschaften. Ich selber empfange damit DVB-T an einem Standort, wo die mitgelieferte Antenne kein verwertbares Signal lieferte.
Die Maße der Antenne beruhen auf folgenden, für den Fernmeldeturm Kiel geltenden Parametern:
Niedrigste Sendefrequenz: 474MHz (Kanal 21)
Höchste Sendefrequenz: 682MHz (Kanal 47)
Polarisation der Sendeantenne: horizontal
Du benötigst noch die Richtung zum Fernmeldeturm.
Wenn Du den von Deinem Standort nicht sehen kannst, ruf folgenden Link auf:
http://www.ueberallfernsehen.de/empfangsprognose.html
Gib oben „Kiel“ ein und Du erhältst eine Übersichtskarte, in der der Sendestandort eingezeichnet ist.
Wenn Du zur Ermittlung der Richtung lieber mit „Google Earth“ arbeitest (meine bevorzugte Methode), die Position des Fernmeldeturms ist 54°18‘01“ Nord und 10°07‘06“ Ost.
Nachdem das geklärt ist, besorg Dir ein Stück (2 bis 3m) Koaxialkabel, z.B. ein altes Fernsehantennenkabel oder ein Satellitenkabel mit einem zu Deinem DVB-T Stick passenden Anschlussstecker und entferne am anderen Ende ca. 20cm der äußeren Isolierung.
Bei einem alten Fernsehkabel kannst Du jetzt den freiliegenden Kabelschirm nach hinten über die stehengebliebene äußere Isolierung streifen. Bei einem Satellitenkabel geht das nicht, weil das Drahtgeflecht ziemlich hart ist. Da musst Du das Schirmgeflecht auseinander dröseln und die einzelnen Drähte sowie die darunter liegende Aluminiumfolie nach hinten umlegen.
Anschließend schneidest Du von einer starken Alu-Haushaltsfolie, wie man sie zum Grillen benutzt, ein Quadrat 15cm x 15cm aus. Dieses wickelst Du so um das zurückgestreifte Schirmgeflecht, dass ab der Stelle, wo Du abisoliert hast, ein 15cm langes „Aluminiumrohr“ entsteht, Dieses befestigst Du, indem Du Garn darum wickelst.
Jetzt schneidest Du alles, was von dem Schirmgeflecht noch unter dem Aluwickel herausragt vorsichtig weg und anschließend wickelst Du zur Stabilisierung ein Stück Isolierband (Tesaband, Lenkerband usw.) um den Aluwickel.
Zum Schluss kürzt Du die abgemantelte (aber noch isolierte) Seele des Koaxialkabels auf 11cm.
Der mit Alufolie umwickelte Teil und die darüber hinausschauende Seele bilden die eigentliche Koaxialantenne. Diese musst Du jetzt irgendwo so befestigen, dass sie waagerecht quer zur Richtung auf den Sender liegt (z.B. auf einem Schrank). Ich vermute einmal, dass sich der Empfang damit um Einiges verbessert.
Viel Erfolg
merimies