Empathie

Hallo!

Ich glaube, ich bringe meinem Freund gegenüber zu viel bzw. die falsche Art von Empathie auf.
Er befindet sich in einer misslichen Situation, immer wieder gibt es neue Ereignisse, die ihn runter ziehen… Ich kann seinen Frust und seine Verzweiflung gut nachvollziehen und spiegele daher seine Stimmungen, aber eine Hilfe bin ich ihm damit sicher nicht, im Gegenteil.
Ich versuche schon mal konstruktive Vorschläge anzubringen, die mir aber auch nicht zu jeder Situation einfallen.
Wie kann ich einfühlsam mit ihm umgehen, ohne ihn in seinem Frust noch zu bestätigen?

Greetings,
Marla

Naja, Marla, spontan denk ich: Empathie bringt man einem Patienten entgegen, seinem FREUND „sollte“ man vielleicht mindestens Sympathie entgegen bringen.
Und zweitens: Diese KONSTRUKTIVEN Vorschläge, von denen Du sprichst, kommen bei ihm vielleicht garnicht so kontsruktiv an. Einem depressiven Menschen z.B. sollte man nicht sagen: Au, geiles Wetter draußen, mach doch mal n bißchen Sport jetzt. O.ä.
Gruss, Branden

Naja, Marla, spontan denk ich: Empathie bringt man einem
Patienten entgegen, seinem FREUND „sollte“ man vielleicht
mindestens Sympathie entgegen bringen.

Naja, Branden, derzeit ist er ja nicht DER Freund - vielleicht wird er’s noch mal wieder, aber das ist eine andere Geschichte - momentan ist unser Verhältnis rein freundschaftlich. Davon abgesehen… Sympathie ist massig vorhanden, das ist gar kein Thema, dessen ist er sich auch bewusst.

Empathie bringt man imho auch nicht nur Patienten entgegen sondern allen Menschen, denen man bewusst oder unbewusst zeigt, dass man sie versteht. Setzt sicher zunächst mal Sympathie voraus, aber das allein reicht ja noch nicht. Ich habe eine Freundin, die mich offenbar schon sehr lieb hat, aber sie macht mir meist nicht den Eindruck, als könne sie sich auch nur annähernd in das hineinversetzen, was in mir vorgeht.

Und zweitens: Diese KONSTRUKTIVEN Vorschläge, von denen Du
sprichst, kommen bei ihm vielleicht garnicht so kontsruktiv
an. Einem depressiven Menschen z.B. sollte man nicht sagen:
Au, geiles Wetter draußen, mach doch mal n bißchen Sport
jetzt. O.ä.

Schon klar. Mag sein, dass nicht jeder meiner Vorschläge wirklich konstruktiv bei ihm ankommt, aber ich gebe mir schon Mühe, Lösungswege zu finden, die nicht mir selbst in dieser Situation weiterhelfen würden, sondern ihm, in seiner Lage, mit seinen Voraussetzungen.

Ein Beispiel, er klagte schon mehrere Tage über Rückenschmerzen, hatte selbst bereits davon gesprochen, dass es an seinem Bett liegen wird.
Da er weder Geld hat, sich eine neue Matratze zu kaufen und mir auch klar war, dass es für ihn keine Lösung sein würde, künftig bei mir zu nächtigen, schlug ich vor, dass er versuchen könne, beim Sozi eine neue Matratze zu beantragen oder wie es mit der Holzplatte aus dem Baumarkt sei, von der er selbst mal gesprochen habe, die er sich unter die Matratze legen wollte… ob die zu teuer sei oder ob es ein Transportproblem gäbe…

Ich mache mir schon Gedanken, welche Vorschläge wirklich Sinn machen. Aber wie gesagt, mir fällt eben auch nicht zu jeder Situation was Vernünftiges ein und bevor ich mit Floskeln aufwarte oder eben unsinnige Vorschläge mache, lasse ich es besser ganz und drücke nur mein Verständnis aus.
Aber auch da sollte es vielleicht doch noch Möglichkeiten geben, wie ich positiver auf ihn wirke.

Greetings,
Marla

Verstehe, Marla, aber…
…das mit Deinem „Ex“, mit dem Du noch freundschaftlich verbunden bist, ist ja eine ganz spezielle Situation. Meiner Erfahrung nach kann man als Ex-Partner(in) da nicht viel tun; vielleicht würde ihm eine Therapie helfen. Die „alten“ Bindungen wirken ja selten therapeutisch.
Gruss, Branden

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Hallo Marla,

Empathie(oder einfühlendes Verstehen) ist die Fähigkeit, das Erleben und die Gefühle des Gegenübers genau und sensibel zu erfassen, mich in seinen inneren und äußeren Bezugsrahmen so einzufühlen, als ob ich der andere wäre, und dennoch nie außer acht zu lassen, dass ich ich selbst und nicht der andere bin. Empathie ist nicht Identifikation. Einfühlendes Verstehen dient nicht dazu, das Gegenüber zu interpretieren oder einzuordnen, sondern ist ein Versuch, sich möglichst genau in sein Erleben und in seine Welt hineinzuversetzen.

Was die Sache evtl. für Euch so schwierig macht, ist die Beziehung, welche vorhanden oder auch nicht mehr vorhanden ist. Habt ihr da alles geklärt?

Du hast deinen Freund ja, glaube ich, schon des öfteren hier gepostet. Bekommt er nur von dir Unterstützung oder erhält er auch andere proffesionele Hilfe?
Liebe Grüße Andreas

Hi Andreas!

Empathie(oder einfühlendes Verstehen) ist die Fähigkeit, das
Erleben und die Gefühle des Gegenübers genau und sensibel zu
erfassen, mich in seinen inneren und äußeren Bezugsrahmen so
einzufühlen, als ob ich der andere wäre, und dennoch nie außer
acht zu lassen, dass ich ich selbst und nicht der andere bin.
Empathie ist nicht Identifikation. Einfühlendes Verstehen
dient nicht dazu, das Gegenüber zu interpretieren oder
einzuordnen, sondern ist ein Versuch, sich möglichst genau in
sein Erleben und in seine Welt hineinzuversetzen.

Ok, ich denke, das funktioniert soweit. Aber das reicht wahrscheinlich nicht aus, wenn man jemanden unterstützen möchte. Vielleicht hätte ich einen anderen Titel wählen sollen.

Was die Sache evtl. für Euch so schwierig macht, ist die
Beziehung, welche vorhanden oder auch nicht mehr vorhanden
ist. Habt ihr da alles geklärt?

Es war schon vorher schwierig.
Geklärt… nein, weil es für jeden von uns beiden wohl nicht klar ist, was da noch vorhanden oder nicht mehr vorhanden ist, wie es weiter gehen wird…
Gefühle sind da, auf beiden Seiten, sie reichen auf meiner Seite auf jeden Fall weit über eine freundschaftliche Beziehung hinaus und auf seiner Seite, so denke ich und wirkt er auch größtenteils auf mich, ebenfalls.

Du hast deinen Freund ja, glaube ich, schon des öfteren hier
gepostet.

Jep.

Bekommt er nur von dir Unterstützung oder erhält er
auch andere proffesionele Hilfe?

Ich wünschte, er würde professionelle Hilfe bekommen. Leider hat er den Vorsatz sich in Therapie zu begeben schnell wieder verworfen, als es ihm mental geringfügig besser ging und andere Probleme wie seine Magen-Darm-Geschichten in den Vordergrund gerückt sind.
Ausser mir werden nicht viele Leute wissen, wie es tatsächlich um ihn steht, schätze ich. Andere Bezugspersonen, die ihm wirklich nahe stehen, haben entweder zu viel um die Ohren, als dass sie ein offenes Auge dafür hätten oder selbst so viele Probleme, derer sich mein Freund teilweise auch noch annimmt… bei denen ist nicht er derjenige der Hilfe bekommt, sondern derjenige, der Hilfe leistet.

Liebe Grüße,
Marla

Lass es mich so sagen… derzeit scheint mir beinahe alles unverändert, ausser dass der Kontakt zeitlich etwas zurück geschraubt ist und wir derzeit gerade keinen Sex haben, wobei das auch nur eine Frage der Zeit zu sein scheint… Er will keine Beziehung - zumindest scheut er sich davor, es so zu betrachten. Ok, ist es halt keine Beziehung - in seinen Augen. Spielt aber auch keine Rolle, wie wir es bezeichnen, denke ich. ;o)

Greetings,
Marla

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Verstehe! o.w.T.
.

Hi Marla

und dennoch nie außer
acht zu lassen, dass ich ich selbst und nicht der andere bin.
Empathie ist nicht Identifikation.

Vielleicht mit der wichtigste Punkt…

Was die Sache evtl. für Euch so schwierig macht, ist die
Beziehung, welche vorhanden oder auch nicht mehr vorhanden
ist. Habt ihr da alles geklärt?
Bekommt er nur von dir Unterstützung oder erhält er
auch andere proffesionele Hilfe?

Ich wünschte, er würde professionelle Hilfe bekommen. Leider
hat er den Vorsatz sich in Therapie zu begeben schnell wieder
verworfen, als es ihm mental geringfügig besser ging und
andere Probleme wie seine Magen-Darm-Geschichten in den
Vordergrund gerückt sind.

Vielleicht gehören die auch beide zusammen… Medizinisch abklären lassen…

Ausser mir werden nicht viele Leute wissen, wie es tatsächlich
um ihn steht, schätze ich. Andere Bezugspersonen, die ihm
wirklich nahe stehen, haben entweder zu viel um die Ohren, als
dass sie ein offenes Auge dafür hätten oder selbst so viele
Probleme, derer sich mein Freund teilweise auch noch
annimmt… bei denen ist nicht er derjenige der Hilfe bekommt,
sondern derjenige, der Hilfe leistet.

Aus deinen Postings kann ich gut deine Gefühle und dein Engagement nachvollziehen. Behalte aber auch immer deine Grenzen im Auge…
viele Grüße Andreas

online-soap
hi marla,

ich finde es wirklich bemerkenwert, wie du dich hier prostituierst.
wir wissen inzwischen von dir jedes detail deines momentanen lebens,
angefangen von anziehproblemen bis hin zu daraus resultierenden
bekanntschaftskatastrophen.

ist das hier für dich eine art online-tagebuch?
nun ja, ich mag daily-soaps. hast du immer noch keinen verleger?

SCNR,
f.

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Hallo!

Ich versuche schon mal konstruktive Vorschläge anzubringen,
die mir aber auch nicht zu jeder Situation einfallen.
Wie kann ich einfühlsam mit ihm umgehen, ohne ihn in seinem
Frust noch zu bestätigen?

…also, wenn ich Probleme habe, spreche ich mittlerweile möglichst mit jemandem darüber. Einfach so, da es bekanntlich gesünder ist, sich den Frust von der Seele zu reden…was ich aus Erfahrung nur bestätigen kann…seit ich rede, gehts mir besser…und dann brauche ich jemanden, der mir zuhört. Lösungen dazu muss und kann mir vielleicht auch keiner geben. Wenn ich einen Rat brauche, bitte ich darum…ansonsten ist diese Art des Helfen wollens eher nervig.
Ein verständnisvoller Zuhörer ist sicher viel wert…aber jemand, der meint zu jedem Punkt einen Lösungsvorschlag parat haben zu müssen nicht unbedingt…obwohl es zugegebenerweise zeigt, dass man sich wirklich Gedanken macht.

Also mein Rat: Hör ihm zu! Das wars.

Ich bin da ein nichtakademischer Vertreter und sage in einfachen Worten, was ich dazu denke…vieles hier im Brett verstehe ich zugegebener Weise nicht und oft finde ich, dass Akademiker aus einer Mücke einen Elefanten machen. Dies konnte ich hier im Brett jedoch noch nicht feststellen.

:smile: Kerstin

Da hätte ich beispielsweise gleich mal eine Verständnisfrage:

was heisst „o.w.T.“?

Danke!

‚ohne weiteren Text‘ owT
;

Hi El!

ich finde es wirklich bemerkenwert, wie du dich hier
prostituierst.
wir wissen inzwischen von dir jedes detail deines momentanen
lebens,

Glaubst Du das wirklich?

angefangen von anziehproblemen bis hin zu daraus
resultierenden
bekanntschaftskatastrophen.

Das mit den „Anziehproblemen“ scheinst Du dieser Aussage nach nicht im geringsten verstanden zu haben. In dem Posting ging es um ganz andere Dinge. Entsprechend ist auch die oberflächliche Ableitung, die Du hier anbringst, zu bewerten.

ist das hier für dich eine art online-tagebuch?
nun ja, ich mag daily-soaps. hast du immer noch keinen
verleger?

Danke für die aufmunterden Worte - meinst Du, ich mache das, weil ich nix besseres zu tun habe?!
Kannst Du Dir eventuell vorstellen, das hier am Ende der Leitung jemand sitzt, der sich angesichts seiner Situation überfordert fühlt? Freu Dich, wenn es Dir gut geht und tritt nicht mit Füssen nach denen, die am Boden liegen.

Marla