Naja, Marla, spontan denk ich: Empathie bringt man einem
Patienten entgegen, seinem FREUND „sollte“ man vielleicht
mindestens Sympathie entgegen bringen.
Naja, Branden, derzeit ist er ja nicht DER Freund - vielleicht wird er’s noch mal wieder, aber das ist eine andere Geschichte - momentan ist unser Verhältnis rein freundschaftlich. Davon abgesehen… Sympathie ist massig vorhanden, das ist gar kein Thema, dessen ist er sich auch bewusst.
Empathie bringt man imho auch nicht nur Patienten entgegen sondern allen Menschen, denen man bewusst oder unbewusst zeigt, dass man sie versteht. Setzt sicher zunächst mal Sympathie voraus, aber das allein reicht ja noch nicht. Ich habe eine Freundin, die mich offenbar schon sehr lieb hat, aber sie macht mir meist nicht den Eindruck, als könne sie sich auch nur annähernd in das hineinversetzen, was in mir vorgeht.
Und zweitens: Diese KONSTRUKTIVEN Vorschläge, von denen Du
sprichst, kommen bei ihm vielleicht garnicht so kontsruktiv
an. Einem depressiven Menschen z.B. sollte man nicht sagen:
Au, geiles Wetter draußen, mach doch mal n bißchen Sport
jetzt. O.ä.
Schon klar. Mag sein, dass nicht jeder meiner Vorschläge wirklich konstruktiv bei ihm ankommt, aber ich gebe mir schon Mühe, Lösungswege zu finden, die nicht mir selbst in dieser Situation weiterhelfen würden, sondern ihm, in seiner Lage, mit seinen Voraussetzungen.
Ein Beispiel, er klagte schon mehrere Tage über Rückenschmerzen, hatte selbst bereits davon gesprochen, dass es an seinem Bett liegen wird.
Da er weder Geld hat, sich eine neue Matratze zu kaufen und mir auch klar war, dass es für ihn keine Lösung sein würde, künftig bei mir zu nächtigen, schlug ich vor, dass er versuchen könne, beim Sozi eine neue Matratze zu beantragen oder wie es mit der Holzplatte aus dem Baumarkt sei, von der er selbst mal gesprochen habe, die er sich unter die Matratze legen wollte… ob die zu teuer sei oder ob es ein Transportproblem gäbe…
Ich mache mir schon Gedanken, welche Vorschläge wirklich Sinn machen. Aber wie gesagt, mir fällt eben auch nicht zu jeder Situation was Vernünftiges ein und bevor ich mit Floskeln aufwarte oder eben unsinnige Vorschläge mache, lasse ich es besser ganz und drücke nur mein Verständnis aus.
Aber auch da sollte es vielleicht doch noch Möglichkeiten geben, wie ich positiver auf ihn wirke.
Greetings,
Marla