Hallo,
in Deutschland ist die Lebendspende von Organen ja sehr eingegrenzt, warum verstehe ich nicht.
Sie ist nur Verwandten 1. und 2. Grades vorenthalten.
Wie sieht das in anderen Ländern in Europa aus? Schweiz, Österreich, Niederlande?
Gibt es irgendwo die Möglichkeit sich seinen Empfänger selst zu wählen?
Oder wenigsten den Empfänger persönlich kennenzulernen?
Wenn ich Geld spende, kann ich doch auch selber entscheiden, wohin und an wen das Geld gehen soll.
Hallo,
Ich verstehe gar nicht, was deine Frage ist.
Ich meine, wer MÖCHTE denn zu Lebzeiten jemandem ein Oragn spenden, wenn er nicht in einem engen Verhältnis mit ihm steht??
Es ist ja nicht so, dass man mit einer Niere auch auskommt, also verschenken könnte, sondern hierbei handelt es sich um ein erhebliches gesundheitliches Risiko, das man nicht grundlos eingehen sollte. Das wäre ethisch überhaupt nicht vertretbar.
LG
batz
Wenn ich Geld spende, kann ich doch auch selber entscheiden,
wohin und an wen das Geld gehen soll.
Nein, weil das ‚an wen‘ eine medizinische Entscheidung ist (hoffentlich).
Willst Du eigentlich eine oder zwei Nieren spenden ?
Udo Becker
Hallo,
des Geldes wegen macht so mancher große Fehler. Und die Behandlung der Folgen zahlt die Krankenkasse.
Und deswegen haben wir in D so enge Regeln.
Haelge
Willst Du eigentlich eine oder zwei Nieren spenden ?
Das ist aber eine böse Frage. 
Ich verweise auf einen Bericht des Universitäts-Klinikum Basel.
http://www.unispital-basel.ch/fileadmin/unispitalbas…
Ein gesunder Mensch, kann ohne Einschränkung mit nur einer Niere weiterleben.
Es wird sogar geschrieben, dass statisch gesehen, Menschen mit nur 1 Niere länger leben, als Menschen die keine Nierenspende vollzogen haben.
Wieso kann ich dann nicht eine abgeben? Und wer sagt was von wegen „für Geld“?
Das ist eine böse Unterstellung aber eventuell kommen Sie nicht zurecht damit dass es jemande´m wichtig ist, anderen zu helfen.
Ich habe mit meinen 2 gesunden Nieren, 2 Leben in mir stecken, da kann man doch eines abgeben.
Für Leute, die keine Ahnung haben und trotzdem Ihren Senf dazugeben müssen zitiere ich nun:
Hat die Nierenspende einen Einfluss auf die Lebenserwartung
des Spenders?
Die Nierenentnahme hat keinen negativen Einfluss auf die Lebenserwartung.
Nierenspender leben statistisch gesehen sogar länger und besser als Menschen, die
keine Niere gespendet haben. Die bessere Lebenserwartung dürfte damit zusammenhängen,
dass Menschen, die für eine Nierenspende in Frage kommen, über
einen guten Gesundheitszustand verfügen müssen. Auch ist die Zufriedenheit der
Spender, verglichen mit der Normalbevölkerung, nach der Spende höher.
Ist es ethisch vertretbar, einen menschen sterben zu lassen, wenn man eine Niere abgeben könnte???
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Über das Ziel hinausschießen
Moin,
auf die Gefahr hin, auch von Dir angeraunzt zu werden, meine Meinung:
in Deutschland ist die Lebendspende von Organen ja sehr
eingegrenzt, warum verstehe ich nicht.
Ich gehe davon aus, dass man dadurch einen Handel mit Organen (Lebender) verhindern will. So entfällt z. B. die Möglichkeit, aus wirtschaftlichen Interessen (bzw. Notlagen) eigene Organe zu verkaufen. Überdies müsste bei negativen Folgen eines solchen Tuns die Allgemeinheit die Kosten tragen . . .
Sie ist nur Verwandten 1. und 2. Grades vorenthalten.
Vermutlich auch aus vorgenannten Gründen.
Wenn ich Geld spende, kann ich doch auch selber entscheiden,
wohin und an wen das Geld gehen soll.
Ein ERSTER Schritt in die richtige Richtung wäre bereits getan, wenn Du Dich für die DKMS (Knochenmarkspenderdatei) registrieren ließest und einen Organspendeausweis bei Dir tügest - über Spenden in Form von Geld freuen die sich m. W. VOR der eigentlichen Organspende übrigens auch. Wenn Du noch mehr tun willst, engagiere Dich dort und motiviere andere, sich registrieren zu lassen und/oder Organspender zu werden . . .
Wenn es Dir wirklich um „höhere Ziele“ und nicht um Geld durch Organverkauf geht, halte ich das Engagement in entsprechenden Einrichtungen übrigens für wesentliche effektiver und sinnvoller als EIN eigenes Organ lebend zu spenden 
Nierenspender leben statistisch gesehen sogar länger und
besser als Menschen, die
keine Niere gespendet haben. Die bessere Lebenserwartung
dürfte damit zusammenhängen,
dass Menschen, die für eine Nierenspende in Frage kommen, über
einen guten Gesundheitszustand verfügen müssen.
Also hängt die höhere Lebenserwartung nicht mit der Nierenspende zusammen.
Sie sinkt aber rapide, wenn die andere, weil sie z. B. jetzt mehr tun muss, ihren Dienst versagt. Aus gutem Grund hat man zwei Nieren.
Das Risiko würde ich nur für wenige Menschen eingehen.
Servus, Tom,
Ich gehe davon aus, dass man dadurch einen Handel mit Organen
(Lebender) verhindern will. So entfällt z. B. die Möglichkeit,
aus wirtschaftlichen Interessen (bzw. Notlagen) eigene Organe
zu verkaufen.
In Österreich wird das durch ein neues Gesetz vom November 2012 verhindert - soweit Gesetze etwas verhindern können. Aber wenn man aus Profitgier kriminell mit Organen handelt (oder die Todesangst kriminell macht), dann macht man das sowieso, egal, wie die Gesetzeslage ist.
Tatsache ist, dass Spender/innen durch das neue Gesetz in Österreich bestmöglich geschützt werden, inklusive Nachsorge
Und prinzipiell finde ich die Möglichkeit(!), dass auch Nichtverwandte Lebendspender/in werden können, durchaus begrüßenswert.
Überdies müsste bei negativen Folgen eines
solchen Tuns die Allgemeinheit die Kosten tragen . . .
Das muss sie auch im Falle jahrelanger Dialyse - und glaub mir, die Kosten sind sehr hoch. Nun können die durch die Möglichkeit erweiterter Lebendspenden erheblich reduziert werden.
Ein ERSTER Schritt in die richtige Richtung wäre bereits
getan, wenn Du Dich für die DKMS (Knochenmarkspenderdatei)
registrieren ließest und einen Organspendeausweis bei Dir
tügest
Vollste Zustimmung!
Friedliche Tage und Gruß aus dem Waldviertel, Maresa
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Servus,
Sie sinkt aber rapide, wenn die andere, weil sie z. B. jetzt
mehr tun muss, ihren Dienst versagt.
Das ist bei einer ersten Langzeituntersuchung von Nierenspendern im Jahre 2005 zum Großteil widerlegt worden.
Zitat
_Von den untersuchten 152 Lebendspendern (im Zeitraum von 1971 bis 2002) waren 7 Lebendorganspender verstorben. Kein Spender erlitt im Laufe seines Lebens ein Nierenversagen und wurde dialysepflichtig.
Im Laufe der Zeit passt sich die Einzelniere an diese neue Situation an: Sie arbeitet so gut, dass nur noch 25% Funktionsverlust besteht._
aus:http://www.nierenratgeber.de/uploads/media/Aufklaeru…
Die strensten Auswahlkriterien bei den Spender/innen bewirken, das die Folgen durchaus im Bereich des Erwägbaren liegen.
Aus gutem Grund hat man
zwei Nieren.
im Prinzip ja, aber…Link
Das Risiko würde ich nur für wenige Menschen eingehen.
Das ist verständlich, aber spricht das gegen die Möglichkeit, eine gesetzliche Grundlage dafür zu schaffen?
Friedliche Tage und Gruß aus dem Waldviertel, Maresa
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Okay. Also hier geht es nicht darum, warum, welche Risiken oder welche Gesetzeslage.
Meine Frage nochmal klar und deutlich:
Man hat jemanden, der eine neue Niere braucht. Man ist weder verwandt noch befreundet.
In welchem Land kann man eine Transplantation durchführen wenn beide damit einverstanden sind.
LG
Hallo,
wenn es dir ein solches Anliegen ist, eine deiner Nieren zu spenden und das in Deutschland wirklich nicht möglich ist, dann gibt es, neben den völlig richtigen und wichtigen Anregungen von Tom, durchaus auch die Möglichkeit, mit einem der fünf Transplantationszentren in Österreich Kontakt aufzunehmen.
Wie dann das Prozedere ist wird dir sicher ein kompetenter Fachmann einer der Kliniken in Wien, Graz, Innsbruck und Linz (2 Kliniken)
erklären können.
In einem x-beliebigen Forum soetwas zu posten, halte ich für, gelinde gesagt, kontraproduktiv.
Gibt es irgendwo die Möglichkeit sich seinen Empfänger selst
zu wählen?
Diese Möglichkeit musst du ebenfalls beim Transplantationsteam erfragen, wie das allerdings in der Praxis real aussehen sollte, ist mir unklar. Willst du von Dialysepatient zu Dialysepatient gehen und Blümchenblätter ausreißen?
Es sei denn, du kennst tatsächlich einen Menschen mit terminaler Niereninsuffizienz, der bereits auf einer Spenderliste ist.
Oder wenigsten den Empfänger persönlich kennenzulernen?
Das ist normalerweise gar nicht, oder erst in einem entsprechend großen Zeitabstand möglich (außer bei Verwandtenspenden natürlich).
Friedliche Tage, Maresa
Ist es ethisch vertretbar, einen menschen sterben zu lassen,
wenn man eine Niere abgeben könnte???
Gegenfrage: Ist es vertretbar, aus einem kranken Menschen zwei kranke Menschen zu machen?
Wie gesagt, eine Niere, die man spendet, ist ja nicht „übrig“, sondern sie erfüllt eine Funktion. In dem Moment, in dem ich mich entscheide, zu Lebzeiten eine zu spenden, entschließe ich mich auch dazu, mein Leben komplett zu ändern. Außerdem gehe ich das Risiko ein, dass ich beim Versagen meiner einzigen übriggebliebenen Niere selbst auf Behandlung angewiesen bin.
Das meine ich völlig wertfrei. Ich habe keine ausgereifte Position zur Lebendspende. Ich gebe es nur mal zu bedenken.
LG,
batz
Das ist verständlich, aber spricht das gegen die Möglichkeit,
eine gesetzliche Grundlage dafür zu schaffen?
Eine entsprechende Grundlage würde ja geradezu dazu einladen, unter der Hand den Weg freizumachen für illegalen Organhandel. Wenn ich von Gesetzes her jedem fremden Menschen eine Niere spenden kann, ohne nachweisen zu müssen, dass ich in einem engen persönlichen Verhältnis zu ihm stehe, wer bitte soll mir dann nachweisen könnne, dass ich sie nicht gegen Geld der betroffenen Person spende.
Das kann bei Familienmitgliedern natürlich auch passieren, aber ich vermute, da ist das Risiko geringer.
Lebendspende in Schweiz, Skandinavien etc.
Hallo,
ich meine, ich hätte Dir bereits bei Deiner letzten Anfrage als Berloiner geantwortet, dass es in der Schweiz und in Skandinavien anders gehandhabt wird… (Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass innerhalb so kurzer Zeit zwei verschiedene Menschen den hehren Wunsch haben sollten, an einen ihnen unbekannten Menschen eine Niere zu spenden.) Aber sei’s drum.
Hier die Infos zur Schweiz:
http://www.transplantation.usz.ch/Documents/Patiente…
Zitat: „Wer kann eine Niere spenden?
Grundsätzlich kann in der Schweiz jeder ab 18 Jahren eine Niere spenden. Entscheidend ist der Gesundheitszustand des Spenders. Absolute Vorraussetzung ist die Freiwilligkeit und Unentgeltlichkeit der Spende. In der Regel besteht zwischen Spender und Empfänger eine enge, tragfähige Beziehung, wie bei Ehepartnern, Familienmitgliedern oder zwischen Freunden. Eine Blutsverwandtschaft ist nicht erforderlich.
Seit kurzem ist in der Schweiz auch eine altruistische, anonyme Lebendspende möglich. Hierbei kennen sich Spender und Empfänger nicht. Die Motivation zur Spende ist einzig der Wunsch jemand Krankem zu helfen.“
Auch kann Dir dieser Verein weiter helfen:
http://www.lebendspende.ch/de/home.php
Lebendspenden zwischen nicht einander verwandten Personen erlaubt anscheinend auch Tunesien für zurechnungsfähige Personen über 20 Jahren.
Bahrain erlaubt Lebendspenden, solange sowohl Spender als auch Empfänger schriftlich zustimmen und aus medizinischer Sicht nichts gegen eine Transplantation spricht.
Die Philippinen erlauben seit 2002 als einer der wenigen Staaten Lebendnierenspenden für Personen, die nicht aus dem persönlichen Umfeld des Spenders stammen, gegen eine Sondervergütung im Wert von insgesamt etwa ₱275.000 (umgerechnet etwa €5.086) und einer gesetzlichen Krankenabsicherung für den Zeitraum von 10 Jahren, wobei in etwa das Doppelte der Geldsummen in der Praxis toleriert wird.
Quelle: Wikipedia
Und hier noch ein kritischer Beitrag (man beachte die Kommentare Betroffener, die den Bericht bestätigen) zum Thema: Risiko Lebendspende
Viele Grüße
Stefanie
Eine entsprechende Grundlage würde ja geradezu dazu einladen,
unter der Hand den Weg freizumachen für illegalen Organhandel.
Wie das denn?
Lies mal das Gesetz, das ich oben gepostet habe.
wer bitte soll mir
dann nachweisen könnne, dass ich sie nicht gegen Geld der
betroffenen Person spende.
Weil du an die betreffende Person gar nicht rankommst!
Das läuft - übrigens schon jetzt - sowohl bei Lebend- als auch bei Leichenspenden - über Organisationen, die dafür die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.
Dass die umgangen werden können, habt ihr in Deutschland ja vor kurzem selbst erlebt. Das gilt natürlich genauso für kriminellen oder profitorientierten Handel. Das sagte ich schon mehrfach.
Das kann bei Familienmitgliedern natürlich auch passieren,
aber ich vermute, da ist das Risiko geringer.
Gegen kriminellen Handel schützt du dich als potentieller Empfänger entweder selbst (in dem du die gesetzlichen Auflagen erfüllst und hoffst, dass sie ebenfalls von den Institutionen erfüllt werden) und in dem du natürlich auch kein Geld gibst. Wenn du die Leichenspende erlebst, wird sie ja sowieso von der Krankenkasse bezahlt. Bis dahin aber kostet die jahrelange Behandlung eines z.B. Nierenkranken ein Vielfaches der Transplantation (inklusive der Nach- und Begleitbehandlung). Ganz abgesehen davon, dass viele Transplantationspatienten gar nicht die Wahl haben, so lange auf einen Leichenspender zu warten.
Zu welchen Mitteln dann Menschen in Todesnähe greifen, wird immer von der individuellen Moral und dem Ethikverständnis des Betroffenen abhängen.
Ich halte jedenfalls die liberalere Gesetzgebung für Lebend- und Leichenspender/innen in Österreich für vorbildlich und ich habe Gründe dafür.
Friedliche Tage, Maresa
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Gegenfrage: Ist es vertretbar, aus einem kranken Menschen zwei
kranke Menschen zu machen?
Du machst aus einem todgeweihten und einem gesunden Menschen zwei Menschen, die mit den 75% der einen Niere hervorragend leben können.
Schau dir mein post weiter oben über die Langzeitstudie von Nierenspendern an.
Ganz abgesehen davon, dass das liberalere Gesetz (wie z.B. in Österreich, siehe Link weiter oben) ja niemanden zwingt, lebend seine Niere zu spenden.
Aber die Möglichkeit dazu zu haben, scheint mir im Sinne der vielen, deren Leben davon abhängt, doch zumindest überlegenswert.
Wenn ich das bis jetzt richtig verstanden habe, dürftest du in Deutschland deiner Freundin/ deinem Freund z.B. keine Niere spenden, egal, wie lange ihr/sein Leben noch dauert und auch egal, wie sehr du das selbst wolltest.
Doch vielleicht bedenkenswert?
Frieliche Tage, Maresa
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Hallo,
ich habe jetzt nicht alle Antworten gelesen, vielleicht ist die Antwort schon darunter.
Die Lebendspende, ohne dass es enge persönliche Verbindungen gibt, ist u. a. verboten, damit mit Organen kein Handel getrieben wird. Es soll verhindert werden, dass gut betuchte Kranke, sich eine Niere kaufen.
Aus einem Seminar einer Uni-Klinik habe ich die Info, dass man nicht unbedingt verwandt sein muss, sondern dass es eine wirklich gefestigte emotionale Beziehung oder langjährige intensive Freundschaft zwischen Spender und Empfänger geben muss. http://www.stiftung-lebendspende.de/39-0-Beziehung-S…
Ob es wirklich eine intensive emotionale Beziehung gibt, wird durch die Ethikkommission geprüft. Weitere Infos: http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Chirurgische-Kli…
Gruß
Ingrid