Vielleicht hat jemand von Euch einen guten Ratschlag;
mein Sohn geht z.Zt. in die 11.Klasse und möchte nach dem Abi Architektur studieren. In naturwissenschaftlichen Fächern ist er super,welche Studienrichtungen wären evtl.ratsamer hinsichtlich auch einer berufsmässigen Perspektive.? Danke,Angi.
Wenn er Spaß an Architektur hat sollte er das auch studieren… da ein Studium doch einige Jahre in Anspruch nimmt wird man eh nicht vorraussagen können, welche Fächer dann gerade gefragt sind. Also soll er machen, was ihm Spaß macht… alles Andere wäre sowieso kontraproduktiv.
Gruß
Steffen
Hallo Angi,
es ist zwar schön, dass Du Dich um die berufliche Zukunft Deines Sohns sorgst, aber er muss das selbst entscheiden. Ich fasse Deine Frage mal so auf, dass Du ihm auch andere Möglichkeiten für ein Studium aufzeigen willst und ihn nicht um jeden Preis von seinem Wunsch abbringen willst.
Das absolut Wichtigste ist: Was macht Deinem Sohn Spaß? Ich habe beispielsweise auch Chemie mit ner 1 abgewählt, dabei war das für mich ein Horrorfach, das ich gehasst habe (lag wohl auch mit am Lehrer).
Dann: erkundige Dich in den entsprechenden Firmen über die Altersstruktur und ermitteln Sie somit, wie die Chancen zum Zeitpunkt des Endes Des Studiums stehen (ist zwar nur ne Tendenz, aber zumindest lag ich meist mit dieser Art der Einschätzung besser als viele andere). Besser noch: Lass Deinen Sohn selber anrufen!! Sprech mit ihm durch, was er fragen will, so zeigt er schonmal Interesse und vielleicht kann er auch noch ein Praktikum in der entsprechenden Firma machen (das hilft bei der Entscheidung zur Studienrichtung ungemein)!!
Was auch nicht zu unterschätzen ist: Was studieren die anderen (nicht auf die Klasse sondern generell gesehen)? Da sieht man dann schon, wie gut die Chancen auf einen evtl. Arbeitsplatz sein werden. Z.B. BWL -> macht grad jeder, d.h. die Konkurrenz ist riesig. Als ich mein Maschinenbaustudium begonnen habe, waren wir nur ein paar wenige hundert Studenten in den technischen Fächern, mittlerweile peilen die an meiner Uni schon die 2000er-Marke an!!
Aber vergesse nie: Das A und O ist die Motivation, mit der Dein Sohn zur Schule geht!! Lass ihm seine Träume von einem Architekturstudium, wenn ihn das motiviert. Bei vielen meines Abi-Jahrgangs hat sich der Berufswunsch im letzten Jahr noch verändert, das sagt jetzt noch gar nichts aus, selbst wenn er nur davon träumt!! Ich wollte seit der ersten Klasse Lehrerin werden, das war mein ganz großer Traum. Jetzt bin ich bald Diplom-Ingenieuse
und absolut glücklich mit meiner Entscheidung!!!
Viel Glück Euch beiden wünscht Nina
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Liebe Angela,
mein Sohn geht z.Zt. in die 11.Klasse und möchte nach dem Abi
Architektur studieren.
dann laß ihn das bitte auch tun!
Architekten sind gut ausgebildete Menschen und die Jobaussichten sind gar nicht mal sooooo schlecht.
Zudem ist ein Architekt, der Interesse an den Naturwissenschaften hat ein guter, weil er nicht nur Künstler ist (wofür sich viele A. halten) sondern auch ein Ingenieur (was sie laut Berufbezeichnung sind (Dipl. Ing. Hochbau)).
In naturwissenschaftlichen Fächern ist
er super,welche Studienrichtungen wären evtl.ratsamer
hinsichtlich auch einer berufsmässigen Perspektive.?
Wenn es nach meinem Vater gegangen wäre, hätte ich nach der Schule eine Beamtenlaufbahn in der verwaltung) eingeschlagen. Im Nachhinein ist das eine Horrorvorstellung (nichts gegen Verwaltungsbeamte, aber es ist nichts für mich!).
Du wirst in keinem Beruf mehr eine Garantie kriegen, später eine Stelle zu finden. Dann ist es doppelt schlimm, einen Beruf erlernt zu haben, den man nicht mag und dazu auch noch arbeitslos zu sein. Zudem wird da wahrscheinlich immer ein Groll oder eine Traurigkeit bleiben, nicht das gelernt zu haben, was man wollte.
Gandalf
Danke, Nina für Deinen persönlichen Ratschlag. Ich akzeptiere die Entscheidung meines Sohnes voll und ganz, nur möchte ich ihm die Möglichkeit einer Alternative nicht vorenthalten und diese suchte ich halt. Danke Angi
)
Hallo Angela,
möchte als Architektin mal meinen „Senf“ dazugeben.
Meine Erfahrungen sind nicht so gut.
Erstens hat das Architekturstudium so gut wie nichts mit Naturwissenschaften zu tun, gerade in den ersten Semestern hat man ein bisschen Bauphysik, Bauchemie konnte man ganz vergessen. Für die später Bearbeitung der Semesterarbeiten waren diese Fächer nicht nötig.
Jetzt im Berufsalltag machen die Berechnungen (Statik, Schallschutz, Wärmeschutz…) so gut wie immer spezielle Ingenieurbüros.
Zweitens, künstlerisch arbeitet man auch fast nur im Studium. Im Berufsalltag hat man kaum noch was damit zu tun - die wenigen Prestigeobjekte gehen an große Büro’s, und da ist sehr schwer reinzukommen.
Womit ich bei drittens wäre: Es ist - zumindest zur jetzigen Zeit - sehr schwer, einen Job zu bekommen. Ich kenne Architekten mit 20 Jahren Berufserfahrung, die nicht angestellt werden - da kann man sich die Chancen für Anfänger gut vorstellen…
Viele meiner Studienkollegen arbeiten auch 2 Jahre nach Abschluß noch als Praktikanten in Büro’s (für einen „Appel und ein Ei“), nur um Erfahrungen zu bekommen und evt. mal in einem renommierten Büro genommen zu werden. Andere - so wie ich - arbeiten als Freiberufler, d. h. keine soziale Absicherung, gibts keine Aufträge, bist du draußen.
Ich will deinem Sohn das Studium wirklich nicht vermießen - es ist vielseitig und interessant, aber hat leider mit der Realität überhaupt nichts zu tun.
Vielleicht sieht es ja auch nur im südlichen Teil Deutschlands so schlecht aus?!
Gruß dgu
An aller erster Stelle sollte das persönliche Interesse stehen! Sehr gute Berufsaussichten gibts z.B. für ‚Maschinenbau‘ - ist vor allem im Grundstudium sehr naturwissenschaftlich/mathematisch. Nachteil ist allerdings, dass man extrem viel für tun muss und sehr wenig Freizeit hat.
ich studiere momentan Angewandte Informatik im Maschinenbau … FR Rechnergestütze Produktion …und…die aussicheten sind nicht schlecht 
klassischer Maschinenbau war für mein emfinden zu trocken - so hat man ein weit einsetzbares Wissenspektrum mit dem man in den verschiedensten bereichen arbeiten kann.