Empfindliche Nähte

Hallo,

ich habe mir ein dünnes Viskosekleid aus sehr leichtem und dünnem Material (evtl. Georgette???) gekauft. Leider habe ich dann gesehen, dass an mehreren Nähten schon nach normaler Belastung (mehrere Stunden Tragezeit) der Stoff (nicht die Naht, sondern der Stoff selbst!) schon sehr dünn und löchrig geworden ist. Dieses Problem hatte ich bei einem anderen Teil aus dem gleichen Stoff schon einmal.

Kann ich das irgendwie nähen?

Wieso wird in der Mode ein Material verwendet, das bei der kleinsten Belastung kaputtgeht?

Im Übrigen habe ich mit anderen Kleidungsstücken aus Viskose kaum Probleme - nur mit dieser sehr dünnen Viskoseart.

Herzliche Grüße,
Gwen

Hallo, Gwen,

solche Stoffe gehen IMHO nur für Sachen, die sehr fließend verarbeitet sind und viel Bewegungszugabe haben. Und eigentlich auch nur für Blusen, weil bei Röcken doch ziemliche „Kräfte“ beim Hinsetzen oder gehen wirken können. Wenn sie schmal sitzen - und auch noch ungefüttert sind - reißen sie, und zwar immer wieder. Warum man so was herstellt… vielleicht, damit die Kundin möglichst schnell ein neues kaufen muss >:frowning:

Wenn du das Kleid nähen willst, geht das am besten mit einem Overlocker. Am besten, indem beide Schichten in einem Rollsaum zusammengefasst werden. Das gibt in transparenten Stoffen eine schöne schmale Naht. Normale Maschinen machen oft mehr Schaden als gut, weil der Stoff durch das Loch in der Stichplatte durchgedrückt wird.

Aber du sagtest, der Stoff selbst habe Löcher und Risse bekommen. Je nachdem, wie transparent er ist, kannst du vielleicht versuchen, von links ein Stück der leichtesten Vlieseline in passender Farbe (hell oder dunkel) darunterzubügeln. Irgendwie zu stopfen sieht oft meist schlimmer aus als das Loch.

Wenn es ein teures Kleid war, gibt es auch die Möglichkeit, es zu einem Kunststopfer zu bringen.

Gruß, Claudia (die lieber Loden und Jeans verarbeitet…)